Forum: Übersicht Allgemeines Forum -  자유게시판 RSS
Heirat in Deutschland und Aufenthalt (Deutsch/Koreanisches Paar) (Wichtig)
Seite:  1  2  nächste  
Dieser Werbeblock wird nur bei nicht angemeldeten Gästen gezeigt.
Oldboy #1
Mitglied seit 05/2011 · 215 Beiträge · Wohnort: Offenbach am Main
Gruppenmitgliedschaften: Benutzer
Profil anzeigen · Link auf diesen Beitrag
Betreff: Heirat in Deutschland und Aufenthalt (Deutsch/Koreanisches Paar)
Sehr geehrte Leser,

hier beschreibe ich meinen Weg von der Hochzeit bis zum Aufenthalt, um es anderen vielleicht etwas leichter zu machen. Dies bedeutet nicht, dass es der beste Weg ist, sondern einer der funktioniert hat.

1. Informationen auf der Webseite der deutschen Botschaft in Seoul geholt. Dabei festgestellt das 3 Dokumente im GU-Office (Standesamt in Korea) besorgt werden müssen. Diese können auf Englisch ausgestellt werden mit Apostel, was in Korea schnell und günstig funktioniert. Diese müssen dann ins deutsche übersetzt werden(vorsicht, auch die Apostel auf der Rückseite, allerdings reichte bei uns eine davon aus, da sie fast identisch sind). Die Übersetzung kann selbst gemacht werden, allerdings muss sie von der Botschaft abgesegnet werden. Oder man lässt sie in Deutschland professionel übersetzten, was etwas teuer werden kann, aber ärger erspart.

2. Standesamt im jeweiligen Wohnort (z.b. Frankfurt) anrufen. Dort sagen sie einem welche Papiere benötigt werden, bei uns waren das die 3 Dokumente. Allerdings sind nicht alle Standesämter gleich und so kann noch etwas anderes verlangt werden. Hier kann man auch gleich einen Termin zum Vorsprechen vereinbaren und die 3 übersetzten Dokumente, Personalausweis/Reisepass, Meldebestätigung, deutsche Geburtsurkunde(bei mir nicht nötig, da ich in der gleichen Stadt geboren bin wo ich geheiratet habe) mitbringen. 

3. Vorsprechen im Standesamt dauert so ca. eine halbe Stunde. Da wir beide sehr gut deutsch sprechen, hat die Standesbeamtin auf deutsch mit uns gesprochen. Evtl. muss hier jemand dolmetschen, da bitte vorher infomieren. Man kann sich schon vorher oder erst nachher für einen Familiennamen entscheiden(nur einmal möglich). Vorsicht, denn in Korea wird der Familienname der Frau nicht geändert. Tut man es trotzdem, kann es Probleme in Korea geben.
Dann werden ein paar Sachen besprochen und dann beantragt der/die Beamte/in eine Prüfung beim Oberlandesgericht bzgl. der Ehefähigkeit(zeugnis) des koreanischen Partners(die Kosten berechnen sich von den Einkünften des Antragstellers und werden bei positiver Antwort zugeschickt und muss ca. in 1-2 Wochen überwiesen werden). Das soll 4-6 Wochen dauern, bei uns war es ca. 8 Wochen. Man kann sich auch schon einen Heiratstermin vormerken lassen. Sobald dann die Antwort erfolgt, bezahlt man die Gebühr vom Standesamt, die ich realtiv hoch fand (um die 170€). Bei der Hochzeit kann ein Dolmetscher verlangt werden. Damit ist soweit das meiste getan, das "Ja" müsst ihr euch halt selbst geben, aber ich denke das schafft ihr schon.

4. Herzlichen Glückwunsch, sie sind jetzt Mann und Frau. Eine Hochzeit ist nicht sehr schwer, ein Aufenhalt umso mehr.

5. Mit den Aufenthalt ist das so eine Sache...90 Tage bekommt man als Koreaner/in problemlos. Man kann leider nicht wie ich es in Korea gemacht habe ein und ausreisen und bekommt wieder 90 Tage. In Deutschland geht das nicht und kann negative Folgen haben(laut Ausländeramt). Alternativ kann man aber durch einen anerkannten Sprachkurs in deutsch(dauer je nach Kurs und begrenzt), Arbeitsuche(z.B. 6 Monate und man muss den Uniabschluss ins deutsche übersetzten lassen) oder eben wegen/nach der Heirat das Visum verlängern lassen, um etwas zeit zu gewinnen, da 3 Monate nicht ausreichen können. WICHTIG hierbei ist, dass der/die Koreaner/in Krankenversichert, gemeldet, Geldnachweis (ca. 800€ pro Monat erspartes ist ganz gut) ist für diese Zeit.
Allgemein wird A1 benötigt, was bei Koreanern mit Uniabschluss nicht verlangt werden muss, da der Beamte davon ausgeht das dieses Level schnell von der Person erreicht wird. Einiges liegt im Handlungsspielraum des Beamten, also immer freundlich sein.
Mit dem Ausländeramt sollte man bald einen Termin auswählen(das kann schon mal ein paar Wochen dauern, allerdings machen die es noch vor Ablauf eines Visums). Man muss dann viele viele Unterlagen besorgen, auch da bekommt man eine List(z.B. Mietvertrag, Lohnnachweis der deutschen Hälfte, Heiratsurkunde usw.). Hat man endlich alles zusammen, geht man zu dem Termin. Dort prüft die Beamtin alle Unterlagen und man sollte alles sehr mit bedacht ausgefüllt haben. Unsere Beraterin im Ausländeramt war echt super, allerdings gab es auch keine Sprachprobleme bei uns. Wenn sie dass absegnet hat, ist es noch nicht ganz vorbei, aber sogut wie durch.
Jetzt bekommt man ein Visum von 1-3 Jahre(mit Arbeitserlaubnis cool), abhängig von dem Beamten.
Als nächstes folgt ein 600 stündiger(normalerweise 45min pro Stunde) Sprachkurs(z.B. VHS) mit einer Endprüfung(ist nicht leicht aber schaffbar), der uns wegen den guten Deutschkenntnissen erspart blieb. Dann folgt ein 60 stündiger Orientierungskurs, wo über die deutsche Kultur und Politik gesprochen wird und auch ein Abschlusstest folgt. Den Orientierungskurs muss man nicht machen, ist aber empfehlenswert wenn man eine unbegrenzte Aufhaltsgenehmigung oder sogar eine Einbürgerung machen möchte.

7. Der koreanische Uniabschluss kann ebenfalls übersetzt und vom Landesprüfungsamt geprüft werden, da in bestimmten Berufen die Anerkennung des Studiumabschlusses verlangt wird. Hier rate ich viel Geduld mitzubringen das kann einige Monate und sogar länger(bei uns ca. 9 Monate) dauern. Also der Weg ist nicht immer leicht und hat viele Hürden. Das ist aber im Leben immer so und es werden viele viele neue Hürden folgen. Also man sollte schon sehr sicher sein diesen Weg gehen zu wollen, dann schafft man es auch. Ich wünsche allen deutsch/koreanischen Paaren alles Gute auf ihren Weg. Viel Glück.

lg Falk
Dieser Beitrag wurde 2 mal verändert, zuletzt am 21.05.2015, 16:35 von Oldboy.
Uhu #2
Mitglied seit 06/2008 · 401 Beiträge
Gruppenmitgliedschaften: Benutzer
Profil anzeigen · Link auf diesen Beitrag
Hallo Falk,

Danke für die gute Beschreibung, kommt auf mich im nächsten halben Jahr auch zu.
Frage zur Krankenversicherung. ist deine Frau nicht automatisch bei dir in der kv mitversichert? Oder geht das doch Net so einfach?

LG

Marcel
JayD #3
Mitglied seit 12/2011 · 715 Beiträge
Gruppenmitgliedschaften: Benutzer
Profil anzeigen · Link auf diesen Beitrag
Natürlich nicht automatisch, man muss dann ein paar Formulare ausfüllen bzgl Gehalt etc und da mal anrufen.Aber die Krankenversicherung war kein Problem damals bei mir. War bei der TK und meine Frau war dann bei mir miversichert in der Fanilienversicherung
Oldboy #4
Mitglied seit 05/2011 · 215 Beiträge · Wohnort: Offenbach am Main
Gruppenmitgliedschaften: Benutzer
Profil anzeigen · Link auf diesen Beitrag
Hi Marcel,

sehr gerne :). Nach der Heirat hab ich sie bei mir mitversichert in der genannten Familienversicherung. Dort kann man gleich eine Vorabbestätgung für das Ausländeramt bekommen, was in der Regel ausreicht.

Das Problem war vorher. Meine Frau ist damals mit dem 90 Tage Visum zu mir gekommen. Während dieser Zeit benötigt man keine Krankenversicherung. Allerdings sollte man eine Reisekrankenversicherung auch für diese Zeit abschliessen. Wir wussten nicht, das man das auch kurz nach der Ankunft auch noch in Deutschland(z.B. ADAC) machen kann. Als sie das Visum zur Arbeitssuche(weitere 6 Monate) beantragte, musste sie eine Krankenversicherung vorweisen. Da sie keine hatte und uns keine Versicherung mehr nehmen wollte, sind wir dann zum Glück doch noch auf eine im Internet gestossen. Das Produkt nennt sich PROVISIT(Walter GmbH). Ich war der Versicherungsnehmer und meine Frau die versicherte Person. Hat zwar 85€ im Monat gekostet, aber wir waren froh das wir noch eine abschliessen konnten(wir haben überall gefragt). In dem Paket war auch noch eine Haftpflicht und weitere vorhanden, allerdings nur mit begrenzten Leistungen, da sonst der Beitrag noch viel höher ausgefallen wäre. Einmal mussten wir zum Notarzt, was uns die Versicherung nach Einreichung bezahlt hatte. Der Service war auch gut.

Viel Glück euch Beiden
missy #5
Mitglied seit 05/2010 · 46 Beiträge · Wohnort: nrw
Gruppenmitgliedschaften: Benutzer
Profil anzeigen · Link auf diesen Beitrag
Wie lange dauert es bis die deutsche botschaft ehegattenachzug visum austellt?

Danke :)
Oldboy #6
Mitglied seit 05/2011 · 215 Beiträge · Wohnort: Offenbach am Main
Gruppenmitgliedschaften: Benutzer
Profil anzeigen · Link auf diesen Beitrag
Hi missy,

das weis ich leider nicht. Ich hatte damals bei der deutschen Botschaft in Seoul angerufen(mail) und mit einem sehr netten Mann(weis den Name leider nicht mehr) gesprochen, der mich unterstützen wollte. Er meinte, das deutsch/koreanische Paare unproblematisch sind.

Da dein Zukünftiger Koreaner ist, kann er auch für 90 Tage einreisen. Dann würde ich das Ausländeramt anrufen(vorher ist noch besser) und einen Termin vereinbaren(evtl. persönlich erscheinen). Bzgl. der koreanischen Heiratsurkunde hab ich keine Ahnung(Übersetzung usw.), da ich ja in Deutschland geheiratet habe. Dann schicken die dir eine Liste was ihr braucht und dann sollte es funktionieren. Allerdings sollte er sich beim Bürgerbüro(Einwohnermeldeamt) anmelden. Der Ehegattenachzug macht man meines wissen wenn der Partner kein Visum bekommt oder wieder zurück musste. Manche Berater im Ausländerant können auch Visums ausstellen bei besonderen Gründen, liegt halt an den Beratern. Oder er macht halt einen anerkannten Sprachkurs, es gibt viele Wege, manche kosten halt mehr.

Wegen dem Rückflugticket, meine Frau hat damals einen Lufthansa Flug mit Rückflug gebucht(vor Ablauf der 90 Tage buchen). Da man nicht weis ob alles klappt würde ich auch dringend dazu raten. Dazu kommt noch, dass sie ihn evtl. ohne Rückflugticket nicht rein lassen. Hatte das selbe Problem, als ich nach Japan geflogen bin, einmal wollten sie es sehen einmal war es ihnen egal. Sie hat den Rückflug noch einmal verlängert gegen Gebühr und zum Schluss stoniert und noch etwas bekommen(kommt aber auf die Konditionen drauf an, die können sehr unterschiedlich sein).

Auch euch viel Glück
Dieser Beitrag wurde 2 mal verändert, zuletzt am 22.05.2015, 11:09 von Oldboy.
missy #7
Mitglied seit 05/2010 · 46 Beiträge · Wohnort: nrw
Gruppenmitgliedschaften: Benutzer
Profil anzeigen · Link auf diesen Beitrag
Ah danke!ich habe regelmässigen kontakt mit einen netten mann aus der botschaft per email. Die auslaenderbehoerde meinte er braucht ein ehegattenachzug visum soll man direkt nach der hochzeit in kor beantragen. Sonst muesste er nach 3 mon wieder ausreisen.hab direkt heute nachdem gespraech bei der deutschen botschaft eine email geschickt wie lange das dauern wird etc. Mal sehen was kommt.was ich alles vorlegen muss bei der auslaenderbehoerde hab ich bereits erfahren:)hin und ruck ist schon laengst gebucht.aber bei 90 tagen braucht man doch kein visum um einzureisen nach meines wissens?mal sehen was die deutsche botschaft sagt notfalls das ticket verlaengern und dann stornieren. Alles so kompliziert :(
Oldboy #8
Mitglied seit 05/2011 · 215 Beiträge · Wohnort: Offenbach am Main
Gruppenmitgliedschaften: Benutzer
Profil anzeigen · Link auf diesen Beitrag
Oh entschuldige,

er braucht für 90 Tage kein Visum, da es ein Abkommen gibt. Das meinte ich, hab mich nur unglücklich ausgedrückt. Ja einfach ist es nicht und es ist gut das du einen Ansprechpartner hast. Das schafft ihr schon. Fest daran glauben und nicht von Hürden entmutigen lassen. Es kann halt manchmal etwas dauern...
missy #9
Mitglied seit 05/2010 · 46 Beiträge · Wohnort: nrw
Gruppenmitgliedschaften: Benutzer
Profil anzeigen · Link auf diesen Beitrag
Kein ding danke fur die aufmunterung!ist es eigentlich nicht so,dass man direkt beim ehepartner mitversichert ist nachdem man verheiratet ist,weil du von einer krankenversicherung gesprochen hattest,die man selbst abschliessen sollte?
Oldboy #10
Mitglied seit 05/2011 · 215 Beiträge · Wohnort: Offenbach am Main
Gruppenmitgliedschaften: Benutzer
Profil anzeigen · Link auf diesen Beitrag
Leider nicht automatisch. Ich bin kurz nach der Heirat zu meiner Krankenkasse gegangen und hab sie angemeldet (Familienversicherung). Was ich meinte betrifft die Zeit vor der Heirat. Da muss sich der Partner selber versichern, wenn er z.B. wegen eines Arbeitssuchevisum länger bleiben will. Wir wollten halt noch etwas Zeit in Deutschland zusammen verbringen, bevor wir uns endgültig entschieden.
missy #11
Mitglied seit 05/2010 · 46 Beiträge · Wohnort: nrw
Gruppenmitgliedschaften: Benutzer
Profil anzeigen · Link auf diesen Beitrag
Ah verstehe musste deine frau eig ein integrationskurs machen oder a2 usw kurse besuchen?
Oldboy #12
Mitglied seit 05/2011 · 215 Beiträge · Wohnort: Offenbach am Main
Gruppenmitgliedschaften: Benutzer
Profil anzeigen · Link auf diesen Beitrag
Sie musste den 600 Stunden Deutschkurs nicht machen, da sie sehr gut deutsch sprechen kann. Den Orientierungskurs (60 Stunden a 45 min) hat sie abends besucht und abgeschlossen. Danach folgt eine Prüfung von 33 Fragen. Laut Ausländeramt muss man den nicht machen, ist halt besser falls man einbürgert oder eine unbegrenzte Aufenhaltsgenehmigung haben möchte.
Flo-ohne-h (Moderator) #13
Mitglied seit 07/2009 · 1867 Beiträge · Wohnort: 深圳
Gruppenmitgliedschaften: Benutzer, Globale Moderatoren
Profil anzeigen · Link auf diesen Beitrag
Antwort auf Beitrag #1
Hallo Leute,

Da Falk eine so schöne Beschreibung gegeben hat, habe ich dieses oben angepinnt. Dann wird es hoffentlich leichter gefunden.
Uhu #14
Mitglied seit 06/2008 · 401 Beiträge
Gruppenmitgliedschaften: Benutzer
Profil anzeigen · Link auf diesen Beitrag
Super, danke Falk für die Erklärung. Wünsche euch auch viel Glück.

Lieben Gruß

Marcel
Til023 #15
Mitglied seit 08/2013 · 2 Beiträge
Gruppenmitgliedschaften: Benutzer
Profil anzeigen · Link auf diesen Beitrag
Antwort auf Beitrag #1
1. Informationen auf der Webseite der deutschen Botschaft in Seoul geholt. Dabei festgestellt das 3 Dokumente im GU-Office (Standesamt in Korea) besorgt werden müssen. Diese können auf Englisch ausgestellt werden mit Apostel, was in Korea schnell und günstig funktioniert.

Hallo, meine Freundin besorgt auch grade die Unterlagen. Stimmt es wirklich, dass diese auch auf englisch ausgestellt werden können? Das habe ich außer hier nirgendwo gelesen. Das würde es ja deutlich vereinfachen... Das Standesamt Frankfurt sagt wenn sie international ausgestellt ist braucht man auch keine Übersetzung. Da würde ich aber noch mal fragen, sollte sich das mit dem englisch bestätigen. Danke!
Schließen Kleiner – Größer + Auf diesen Beitrag antworten:
Smileys: :-) ;-) :-D :-p :blush: :cool: :rolleyes: :huh: :-/ <_< :-( :'( :#: :scared: 8-( :nuts: :-O
Weitere Zeichen:
Seite:  1  2  nächste  
Gehe zu Forum
Nicht angemeldet.
Kennwort vergessen · Registrieren
Aktuelle Zeit: 17.08.2017, 21:29:32 (UTC +02:00)  ·  Impressum  ·  Datenschutz