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Deutsch-Koreanische Beziehung
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ad987 (Gast) #61
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Antwort auf Beitrag ID 12809
Hoi Kueni!

Da bin ich aber auch Haplos Meinung... du scheinst wirklich ein grosses Glück zu haben! Ich bin mit meiner Freundin nun schon drei Jahre zusammen, die Eltern wissen seit ca. 2 jahren davon, aber in der Wohnung der Familie übernachten: keine Chance, und an der Akzeptanz feile ich auch noch... Du hast mal geschrieben dass ihr beide vor der Heirat zusammenleben wollt. Geht das mit den (Schwieger)eltern wirklich in Ordnung? Und darf sie auch zu dir fliegen, oder bist du (momentan oder bis zur Verlobung) der, der jede Ferien in Seoul verbringt?  :cool:

Was dies in meinem Fall halt verhindert, ist das "Ansehen" der Familie, das wahrscheinlich aus Sicht der Mutter in Gefahr ist. War dies bei Dir von Anfang an kein Problem?

Und mal so eine allgemeine Frage: Es wurde viel über den ältesten Sohn einer Familie gesprochen. Ich denke aber dass auch von der ältesten Tochter vielleicht ähnliches erwartet wird (jedenfalls meiner Erfahrung nach)! Natürlich ist da nicht sehr viel von Bloodline oder Namensträger usw. die Rede, aber in Sachen Schulbildung oder den Ideen der Eltern nachleben sehe ich da auch einen grossen Druck auf die älteste Tochter. Eure Statements? ^^

Grüsse
ad987
kueni #62
Mitglied seit 09/2006 · 119 Beiträge · Wohnort: Burgdorf, Schweiz
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hoi ad987!

wenn ich eure beiträge zu diesem thema so lese, bin ich schon ein wenig überrascht. eigentlich war seit beginn weg bei der familie meiner freundin willkommen. die mutter weint jedes mal wenn ich wieder nach europa zurück muss, und ich habe die ganze familie auch ins herz geschlossen... habe da wirklich ein riesen glück!  :-)

ich muss vielleicht noch erwähnen, dass ich natürlich nicht im selben raum wie meine freundin übernachten kann. und wenn jemand auswärtiges nachfragt, wo denn dieser ausländer überhaupt übernachtet, wird schnell klar gemacht, dass er eben in einem seperaten raum schläft.. aber find ich eigentlich total in ordnung, schliesslich ist es wirklich nicht selbstverständlich in korea überhaupt so nahe zur freundin zu sein - wie dies bei dir fall ist..

nun ja, dass geht vielleicht dann in ordnung, wenn offiziell niemand davon Kenntnis hat. meine freundin war schon einige wochen in korea, und der familie ist wohl klar das sie bei mir zu hause wohnt... aber ein offizielles zusammenleben vor der hochzeit ist eher schwierig - in korea sicherlich nicht möglich.

ich verbringe wirklich alle meine ferien in korea, aber hauptsächlich weil meine freundin leider nie ferien hat (od. nur einige tage aneinander..), da ist es für sie nicht möglich in die schweiz zu kommen  :-(

der vater meiner freundin hat mir einmal gesagt, dass er sieht wie ich seine tochter liebe und er mich deshalb auch "liebt"..

kann sein. meine freundin ist nicht die älteste tochter, die älteste heiratet in einigen wochen einen koreaner.

lg
kueni

p.s. bist du schweizer?
Simon MD #63
Mitglied seit 04/2008 · 11 Beiträge · Wohnort: Darmstadt
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Stimme da ad987 zu,

bei mir ist es fast genau so.
Ich bin mit meiner Freundin auch schon mehr als 3 Jahre zusammen und ihre Eltern wissen von mir auch erst seit etwas mehr als 2 Jahren.
Auch ich arbeite noch an der gewissen Akzeptanz, allerdings eher bei der des Vaters. Mütterlicherseits und auch von der Schwester bin ich da denke ich schon ziemlich weit.
Bei den Eltern übernachten geht auch nicht (Zumal an sich auch kein Platz für mich wäre) und zusammenleben vor der Hochzeit erst recht nicht. Meine Freundin ist zwar nicht die Älteste Tochter, aber die Ansprüche ihres Vaters sind dennoch sehr hoch. Auch an einen zukünftigen Schwiegersohn ;)
Jedenfalls kann ich die Einstellung des Vaters in gewisser Weise auch verstehen, wenn ich auch nicht all seine Ansichten teile.
Größtes Problem, was hier ja nicht unbekannt ist, ist die Ferne die momentan zwischen uns steht. Aber daran wird schon gearbeitet, auch wenn es sich noch mindestens 1-2 Jahre hinziehen wird...

Auch stimme ich zu, dass das Ansehen der Familie sehr wichtig ist und man auch deshalb nicht jeden dort hinein lassen möchte. So hab ich jedenfalls den Eindruck bekommen.
Manchmal steht die unterschiedliche Kultur halt doch im Weg, wenn ich in einigen Dingen die Sache ganz anders sehe, als ihre Eltern oder sogar sie selbst, aber bisher sind wir da immer noch herum gekommen.
Akzeptanz und vor allem Toleranz sind die wichtigsten Dinge die man in so einer Beziehung mitbringen muss, die allerdings von Seiten des Vaters so gut wie gar nicht vorhanden sind. Was auch daran liegt, dass er anders aufgewachsen ist als ich und die immer noch sehr partriarchische Kultur in Süd-Korea hervorsticht. Trotzdem frustriert mich das immer wieder mal...

Der Vater hat selbstverständlich seine Wünsche für seine Tochter (Übernehmen seiner Firma in der Zukunft z.B.), von daher steht auch da ein gewisser Druck hintendran. Vorteilhaft ist jedoch, dass meine Freundin mehr nach ihrem Vater kommt und sie dadurch eine gewisse 'Hebelwirkung' von ihrer Seite ausüben kann, dass auch sie ihre eigenen Wünsche, Vorstellungen und Ideen hat.
Es wird also nicht nur einiges von der ältesten Tochter/dem ältesten Sohn erwartet in Sachen Bildung, Erfolg und nachleben der Ideen der Eltern ;)

Gruß,
Simon MD
motchinchin.ch #64
Mitglied seit 11/2007 · 9 Beiträge · Wohnort: most time in a hotel somewhere
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Diese Beziehungsgeschichten zwischen Koreanern/innen und Auslaendern/innen scheinen sich immer mal wieder zu wiederholen.
Die Eltern meiner Freundin wussten zwar bereits frueh von unserer Beziehung, getroffen habe ich sie allerdings noch nie und das wird sich wahrscheinlich auch nicht so schnell aendern. Mein Eindruck ist das unsere Beziehung von ihrer Mutter noch eher akzeptiert wird als vom Vater, dem Bruder spielt es eigentlich keine Rolle woher der Freund seiner Schwester kommt. Fuer ein erstes Treffen mit ihren Eltern ist koreanisch eine Voraussetzung, die Eltern wollen mit mir reden und nicht indirekt via Dolmetscher (Freundin/Tochter), das heisst so viel wie 'ich-bin-am-koreanisch-lernen'. Auch werd ich, falls es mal zu einem Treffen kommt, eine gute Flasche Whiskey fuer den Vater mitbringen muessen da er gerne ofters mal Alkohol trinkt.
Zusammen zu wohnen vor der Hochzeit ist ebenfalls unvorstellbar, nicht wegen mir, nicht wegen meiner Freundin sondern wegen ihrer Eltern. Offiziell schlafen wir ebenfalls jeder fuer sich allein bei sich zu hause. Ab und zu ist es fuer mich schwierig zu akzeptieren das nicht nur ich und meine Freundin in unserer Beziehung existieren sonder ihre Eltern schlussendlich (z.B. Heirat oder Zusammenwohnen) einiges mitzuentscheiden haben. Dies wird wohl eine Tatsache bleiben an der nur sehr schwer zu ruetteln ist. Meine Freundin und ich haben mittlerweile aufgehoert uns zu viele Gedanken ueber unsere (ferne) Zukunft zu machen da wir uns darueber nur den Kopf zerbrechen wuerden.

@kueni, sei froh um deine 'Schwiegereltern', nach meiner Erfahrung ist das eher die Ausnahme.

M.f.G. Stefan
www.motchinchin.ch
Simon MD #65
Mitglied seit 04/2008 · 11 Beiträge · Wohnort: Darmstadt
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@motchinchin.ch: Bring lieber eine Flasche (oder auch 2) mit gutem Wein mit, das ist auch immer sehr gerne gesehen, da Deutscher Wein dort sehr teuer ist...

Wo wohnt ihr denn, wenn du sagst, dass ihr 'offiziell' jeder bei sich wohnt? :D

Habe ja jetzt schon einiges hier im Forum gelesen und sehe das mit den Wiederholungen in den Beziehungen auch so.
Ich habe da den Vorteil, dass beide Elternteile Englisch sprechen und das für mich überhaupt kein Problem ist. Was nicht heisst, dass ich nicht auch Koreanisch lernen werde ;)
Aber an der Tatsache, dass sich vor der Hochzeit nicht viel an der Beziehung im Sinne von zusammensein ändern wird, da ist auch in meinem Fall nichts daran zu rütteln. Das habe ich mittlerweile auch so akzeptiert, auch dass ihre Familie für sie ein sehr großer Bestandteil des Ganzen ist und das ihr viel an der Meinung ihrer Eltern liegt, was ich persönlich auch gut finde... Sagen wirs mal so, wenn man entsprechend vorweisen kann, dass man die Tochter in der Zukunft gut versorgen kann, dann hat man das Spiel schon halb gewonnen. Dies ist in den Augen ihres Vaters zumindest der wichtigste Punkt neben der Liebe die man seiner Tochter zeigt und man sie gut behandelt (Was ja auch selbstverständlich sein sollte). Würde ich für meine Tochter auch so wollen, dass sie gut versorgt sei, besonders wenn das eventuell auch nicht in meinem Heimatland ist.
Allerdings zerbricht sich meine Freundin darüber viel mehr den Kopf als ich es tue...
Aber hey, all das was man für eine solche Beziehung auf sich nimmt erweitert schließlich den eigenen Horizont und die Belohnung wenn man es endlich geschafft hat soweit zu kommen, dass die Hochzeitsglocken läuten ist mehr wert als alles andere: Endlich mit seiner Liebe zusammen zu sein und die Distanz auf ein absolutes Minimum reduziert zu haben! Und wer weiß, wo es einen dann auch hinzieht, kulturell und lebenstechnisch hat Korea schließlich viel zu bieten :D
Ein Schelm wer jetzt was anderes gedacht hat ;)

MfG,
Simon MD
Egimong #66
Mitglied seit 09/2007 · 4 Beiträge · Wohnort: Zurich
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...
Dieser Beitrag wurde am 10.02.2010, 17:03 von Egimong verändert.
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Soju #67
Mitglied seit 01/2007 · 2277 Beiträge · Wohnort: München
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Hallo Egimong,

So leid es mir für euch beide auch tut ,würde ich die Sache an Deiner Stelle beruhen lassen ...
Als Aussenstehender tue ich mir natürlich leicht sowas zu sagen, da dürfte es bei Dir ganz anders aussehen...
Letztendlich hat sich deine Freundin aber für Ihre Familie und leider gegen Dich entschieden :-(
das war bestimmt auch für Sie sehr schwierig und das sollte man so akzeptieren!
Falls Du nach Korea fliegst um die Sache  wie Du sagts "persönlich klären möchtest" machst Du die Sache nach meiner Meinung für alle noch schwieriger,komplizierter und schmerzvoller!

Es tut mir leid aber so sehe ich das....
adrian987 #68
Mitglied seit 05/2008 · 11 Beiträge · Wohnort: Near Basel
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Well, what should I say...

Klare Worte von Soju! Hat er sicher nicht unrecht...
Darf man fragen wie lange ihr zusammen wart bevor du nach Korea gingst?

Was mir eigentlich zuerst aufgefallen ist: Du bist das erste Mal in Korea (das nehme ich jetzt mal an) und schon wurdest du ins Elternhaus eingeladen? Naja, das gibts, ist aber überhaupt nicht üblich! Und sicher nur bei Familien die Ausländern gegenüber ziemlich offen sind. Vor allem da du sagst du wurdest auch gleich einer menge Verwandter vorgestellt... Da stellt sich für mich die Frage: Wussten die Eltern und Verwandte dann schon, dass ihr nicht nur "Buddies" sondern wirklich zusammen sind? Oder kam dies ev. während dem Besuch heraus und darum der Streit? Meine Theorie ist halt (Kueni widerspricht mir da sicher) dass mit den Eltern alles Schritt für schritt geht, und dann wird jemand, der nicht "in die Familie passt" schon vorher abgewiesen... bevor man überhaupt denken kann im Elternhaus zu übernachten, geschweige denn die Verwandten zu sehen.

Ich sehe hier halt das Problem dass du scheinbar keine Unterstützung deiner Freundin mehr hast. Wie schon von Soju gesagt, sie hat sich entschieden. Weil ich denke auch die strengsten und konservativsten Eltern lassen sich von ihren Kindern beeinflussen, wenn sie wirklich hartnäckig bleiben.
Auf der anderen Seite bekommen wir ja von unserer Umgebung mit, dass man alles versuchen sollte für jemanden den man wirklich liebt.
Meiner Meinung nach ist es wichtig herauszufinden ob die Freundin wirklich mit dir abgeschlossen hat, und ob von Seite der Eltern wirklich keinerlei Akzeptanz für eure Beziehung vorhanden ist. Wenn deine Freundin meint, es gäbe eventuell noch Wege sie zu überzeugen und du das Risiko eingehen willst: Go for it! Aber Vorsicht: Bearbeitungszeit vielleicht mehrere Jahre! ;)

Alles Gute
kueni #69
Mitglied seit 09/2006 · 119 Beiträge · Wohnort: Burgdorf, Schweiz
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hey egimong

erst mal: kopf hoch! was ich da so lese tut mir echt leid...  :-(

ich bin  gegen soju's ratschlag! du solltest um diese beziehung kämpfen. das argument, es läge an der sprachlichen barriere kann meiner meinung nach nicht gelten, da du wie du sagst, koreanisch am lernen bist. wenn du immer noch gefühle für deine freundin hast, solltest du hinfliegen und um sie kämpfen. so würde ich's tun, auch wenns vielleicht naiv erscheinen mag...  :-/

Alles gute,

Kueni
Simon MD #70
Mitglied seit 04/2008 · 11 Beiträge · Wohnort: Darmstadt
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Stimme auch da auch kueni zu, wenn du denkst diese Beziehung sei es dir wert und du auch glaubst (oder dir versichern kannst), dass es deine Freundin auch tut, dann ran ans Werk und gib dein Bestes.
Es wird mit absoluter Sicherheit nicht einfach sein. Das wird viel Zeit und auch Nerven kosten die Eltern zu überzeugen.
Oftmals ist es auch einfach besonders wichtig, dass die Eltern sehen, dass du die Tochter wirklich sehr liebst und das  du auch finanziell gesehen etwas zu bieten hast. Soll nicht heissen, dass du stein reich sein musst, aber die Basis muss vorhanden sein. Zumindest ist das bei mir so ;)
Das Argument mit der Sprachbarriere sehe ich nur als Ausrede an, zumal du ja wie du schon sagtest auch schon dabei bist die Sprache zu lernen.
Und das sie das gute Verhältnis mit ihren Eltern aufrecht erhalten möchte ist auch völlig normal in Korea, da die Koreaner sehr der Familie verbunden sind.
Du solltest denke ich Vertständnis zeigen bei deiner Freundin und auch den Eltern gegenüber, aber bestimmt hartnäckig (Nicht penetrant) bleiben.
Sehr schwierige Situation, aber lass dich nicht entmutigen!
Hoffnung gibt es immer! Außerdem zeigt es denke ich auch den Eltern, wenn du rüber fliegst nur für deren Tochter, dass es dir auch ernst ist...

@adrian987:
Also ich wurde auch gleich am Anfang, als ich das erste Mal in Korea war, von den Eltern nach Hause eingeladen und durfte sort auch übernachten. Natürlich in einem anderen Zimmer als meine Freundin :)
es32 #71
Mitglied seit 12/2007 · 22 Beiträge
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Also meine Story ist hier eine ganz andere...

Ich bin deutscher und bin mit einer Koreanerin verheiratet seit etwas über einem Jahr. Kennengelernt habe ich meine Frau in Neuseeland. Nachdem wir ca. 1 Woche zusammen waren kamen ihre Eltern nach Neuseeland für 4 wochen auf Urlaub. Ich bin meiner Wege gegangen und habe meine Reise durch Neuseeland fortgesetzt, während sie mit ihrem Bruder (der in Neuseeland lebt) und ihren Eltern reiste. Danach war der Plan für sie eigentlich Neuseeland zu verlassen und nach Korea zurück zu kehren. Allerdings änderte sie ihre Pläne und blieb in Neuseeland. Da wir während dieser zeit in täglichem konakt per telefon standen, wussten ihre Eltern und ihr Bruder auch sofort bescheid das ihre Tochter in eine Langnase verliebt ist.

Nun ja. Wir sind dann zusammen weiter durch Neuseeland gereist für weitere 3 Monate. Danach haben wir noch einen weiteren Monat zusammen in Thailand verbracht. In Thailand kam dann der große abschied mit vielen Tränen, denn ich musste zurück nach Deutschland und sie zurück nach Korea. Auch hier hatten wir so gut wie täglichen Kontakt per MSN mit Webcam und Sound usw.

Das erste mal gesehen haben mich die Eltern per Webcam, wo ich nur ein stotterndes anyeong haseo von mir gab. Nach etwa 6 Monaten Trennung kam sie dann nach Deutschland. Zu diesem Zeitpunkt stand jedoch schon fest das wir heiraten werden. Die Eltern haben mich wie schon erwähnt noch gar nicht kennengelernt. Sie blieb also für etwas mehr als 2 Monate in Deutschland und dann bin ich gemeinsam mit ihr nach Korea geflogen.

Dazu muss ich sagen das ich als deutscher nicht studiert habe. ich habe nicht mal abitur und auch nur eine Lehre als Bürokaufmann gemacht und eine Weiterbildung zum Netzwerkadministrator. Als ich nach Korea ging hatte ich mehr oder weniger mein letztes Geld für den Flug ausgegeben.

Da meine Frau das schon von ihr gebuchte Rückflugticket nutzte ich aber mit der selben Maschine nicht fliegen konnte sind wir getrennt voneinander nach korea geflogen. Ich erreichte Seoul ein paar Stunden eher und wartete auf meine Frau als ich plötzlich meinen Namen über den Flughafen lautsprecher schallen höre. Völlig übermüdet machte ich mich auf den Weg zur Info an der mich die Eltern meiner Frau bereits erwarteten. Ich kann euch sagen da war von müdigkeit keine spur mehr...ich war noch nie so wach. Nach einer herzlichen Begrüßung von der ich kein Wort verstanden habe gabs erstmal was süsses. Dann kam auch schon meine Frau und wir machten uns auf den Weg nach Hause.

Das erste was mein Schwiegervater mir damals sagte war. "Bitte mache dir nicht zuviele Sorgen über koreanische Regeln wir erwarten von dir nicht da du diese beherrscht...".

Was mich hier dann allerdings doch stark wunderte ist das meine Sachen direkt in das Zimmer meiner Frau gebracht wurden. Man hatte auch extra ein Doppelbett aufgestellt. Selbst meine Frau war überrascht. Aber die Eltern meinten nur so nach der Art "wir sind nicht von gestern oder glaubst wir wüssten nicht was vor sich geht."

Von da an ging es dann los die Hochzeit vorzubereiten und familie und freunde kennenzulernen. Ich hab nicht eine schlechte Erfahrung gemacht oder von irgendjemandem vernommen das ich nicht willkommen war oder nicht als ehemann akzeptiert werden würde. Jedoch eine Hürde gabs da vor der ich angst hatte. Die Familie meiner Frau sind überzeugte Christen und meine Frau wollte in ihrer Kirche heiraten und von ihrem Pastor getraut werden. Tja da kam dann der punkt an dem wir den Eltern verklickern mussten, dass ich kein Christ bin und nicht auch nur den ansatz einer spur vom Glauben an gott habe. Tja was soll ich euch sagen...da kam gar nichts...nicht mal ein geschocktes gesicht.

Jedoch musste ich der Kirche beitreten...nicht etwa weil die Eltern es so wollten sondern weil der Ältestenrat der Kirche eine Heirat in der Kirche sonst nicht gestattet hätte. Naja da ich meine Frau liebe habe ich nach einigen Gesprächen mit meiner Frau warum wieso weshalb akzeptiert und bin mitglied dieser Kirche geworden. Einerseits damit meine Frau ihre Traumhochzeit bekommt und andererseits um dem Ansehen ihrer Familie nicht zu schaden.

Wenn man sich eine Weile damit beschäftigt fängt man an zu verstehen warum das alles so ist. Der öffentliche Druck ist enorm. Unvorstellbar in Deutschland.

Tja ich als Ausländer arm wie eine Kirchenmaus und ohne guten Job durfte mit meiner Frau vor der ehe zusammen leben und sogar im selben zimmer schlafen. Ich war von anfang an teil der familie. Ich nenne meine Schwiegereltern omma und abba...

Auch so kanns gehen Leute. Wenn ich eure Geschichten so lese dann überkommt mich ein schockierendes Gefühl wieviel Glück ich doch habe mit meiner Familie. Ich wünsche euch allen das ihr trotz all der probleme dennoch schafft. Glaubt mir es ist es wert.
Uhu (Gast) #72
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Richtig schöne Story bei dir und alles son bissl Hals über Kopf :)

Würde mich grad kurz dafür interessieren, wie hast du das mit Job etc dann in Korea gemacht? Ich mein fast ohne Kohle rüber gehen und eigentlich ja auch ohne Abschluss.... "Westlerbonus"? Und lebst du nun in Korea, oder seid ihr nach D gekommen? Wird deine Ausbildung anerkannt?
gianola82 #73
Mitglied seit 06/2005 · 105 Beiträge · Wohnort: Zürich
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Das Alter der koreanischen Partner spielt eine sehr, sehr tragende Rolle. Wenn sie noch sehr jung sind, dann gehen die Eltern oft davon aus, dass sich die Beziehung eh wieder aufloest und es nur eine kleine Affaere der Tochter/Sohnes war.

Wenn Sie das uebliche "Maximal-Heiratsalter" schon ueberschritten haben d.h. fuer Frauen so um die 28 bei den Maenner wohl so um die 30 -32, dann werden die Eltern oftmals "flexibler" und sind eher "bereit" einen einen/e Westler/in in der Familie zu aktzeptieren.

Das sind meine subjektiven Erfahrungen, die ich zum Teil selber gemacht habe und zum Teil, aus dem Freundeskreis vernommen habe.
es32 #74
Mitglied seit 12/2007 · 22 Beiträge
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Antwort auf Beitrag #72
@Uhu

wir sind nach der Hochzeit nach Neuseeland gegangen. Hatten dort auch beide arbeit und ein Visum. Aufgrund von Umstellungen im Visa System wurde eine Verlängerung aber abgelehnt. Warum genau wissen wir bis heute nicht. Da wir aber beide in einem englisch sprachigen Land bleiben wollten sind wir einfach rüber nach Australien. Weil wir auch dort schon leute kennen. Leider hat sich dann schnell herausgestellt das meine Frau die Sonne dort nicht verträgt. Es kam eine Allergie zum Vorschein die wohl häufiger bei asiatischen Frauen auftritt die in australien leben. Somit haben wir entschieden nach Korea zu gehen. Das war im Januar. Seit Februar sitz ich nun hier und versuche krampfhaft die koreanische Sprache zu verstehen. Ich hab da so meine Schwierigkeiten. Das meiste bleibt einfach nicht in meinem Kopf. Und eigentlich mache ich bisher nichts anderes. Meine Frau und meine Schwiegereltern lehnen es ab das ich "Arbeit" mache. Ich persönlich sehe das nicht so eng. Aber in diesen Sachen ist Korea eben irgendwie anders.

Meine Aussichten auf einen richtigen Job sehen eher mau aus. Wenn du nicht studiert hast bleibt dir halt nur "Arbeit". Tja nun bin ich dabei mir zu überlegen mich selbständig zu machen. Damit ich nicht den ganzen Tag nur rumsitze.

Am Ende werden wir aber wohl bald als möglich nach Neuseeland zurück gehen sobald sich die Gelegenheit ergibt. Da auch meine Schwiegereltern erwägen ihren Lebensabend dort zu verbringen und mein schwager eh schon seit jahren dort ist.
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