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Arbeiten in Korea-Erfahrung
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batman1 #1
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Subject: Arbeiten in Korea-Erfahrung
Hallo zusammen,

arbeite seit über 1,5 Jahren in Korea in der Forschung von Samsung und wollte mal meine Erfahrungen wiedergeben, da ja doch oft sehr negativ über das Arbeitsleben in Korea geschrieben wird. Ich kann diese Erfahrung nicht teilen. Ich habe habe zuvor über 3 Jahre bei einem großen deutschen Autokonzern in  Süddeutschland gearbeitet und bin promovierter Chemiker/Materialwissenschaften und muss sagen, dass das Arbeiten hier zig mal besser ist als in Deutschland.

1.) Die Geschwindigkeit mit der man hier die Möglichkeit hat Fortschritte zu erzielen und von Grundlagenforschung bis hin zum Produkt zu entwickeln ist nicht vergleichbar mit Deutschland und erhöht den Spass an der Arbeit um ein Vielfaches. (Ich weiss High-Tech und Automobil ist schwer vergleichbar). Die bürokratischen Hürden in deutschen Unternehmen hemmen meiner Meinung nach den Fortschritt enorm und das wird sich in einigen jahren bemerkbar machen.

2.) Arbeitszeiten: 8.30-18.00, ich geh eigentlich nie nach 18.30 nach Hause und hab ne Stunde Mittag.

3.) Ich bekomme umsonst Frühstück, Mittag und Abendessen.

4.) Samsung hilft einem bei der Wohnung und übernimmt das Key Money und bürgt für die Wohnung (sehr wichtig für viele Vermieter).

5.) Ich habe ca. 2 mal im Monat Hoesik(Essen-Trinken mit Kollegen nach der Arbeit)...da es nur 2 mal im Monat ist, ist es keine Belastung sondern wirklich Spass und hilft dem Teambuilding.

6.) Auf meinem Arbeitsgebiet liegt Deutschland gefühlt 10-15 Jahre technologisch zurück bzw. ist kaum vertreten mit großen Firmen, hier ist man Weltspitze.

7.) Urlaub: Ich habe 16 Tage bezahlten Urlaub, den ich auch komplett nehme und keiner hat sich bei mir beschwert (vermutlich weil ich Deutscher bin :-D)..Aber meine koreanischen Kollegen haben soweit ich das weiss auch ihren Urlaub genommen.

8.) Gehalt: Weniger als in Deutschland--> Netto ca. 5 Mio Won in Deutschland hätte ich jetzt wohl 6-7 Mio Won verdient, aber da Essen bezahlt wird und ein hohes Key Money bezahlt wurde,ist die Miete ion Seoul noch Ok---> (Bus nach Suwon gibt es auch von samsung gestellt)..Miete ca. 1,2 Mio Won für 70 m^2 in der Nähe der Seoul Station.

9.) Krankenversicherung etc. gibt es aber ist nicht so umfangreich wie in D, daher hab ich noch ne Zusatzversicherung, aber ich finde das gut, da mir die Krankenkassenbeiträge in D eh immer viel zu hoch waren und ich so flexibler bin.


Fazit: In der Forschung ist Korea sehr stark im Kommen, getrieben durch Lg, Sk, Samsung Hanwha etc. es macht Spass und die Arbeitsbedingungen sind gut, man hat wirklich die Möglichkeit schnell und gut etwas zu forschen und zu entwickeln...meiner Meinung nach besser als in D (in D habe ich das gefühl, dass viele Leute einfach satt sind und sich auf dem rerreichten der vorherigen Generation ausruhen). Man hat weniger urlaub ok, was wirklich ein Nachteil ist, aber sonst kann ich die negativen Erlebnisse, doch nicht so bestätigen. Vieles bezieht sich vermutlich auf einen normalen Bürojob und ich versuche mit diesem Post jungen Wissenschaftlern, Ingenieuren etc. ein bisschen die Angst vor Korea zu nehmen.

Lg
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InZain #2
User title: Geomdo-Kumdo-Kendo Master
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Dann hast du wirklich glück bei einem weltweit bekannten Südkoreanischen Unternehmen zu arbeiten.

Und für deinen Akademischen Werdegang ist es vielleicht sogar das Beste bei einem Top 20 (kann mich auch irren) Unternehmen zu Arbeiten...

Aber es gibt auch andere Berufszweige und du kannst hier nicht verallgemeinern und sagen: " Hey leute ich arbeite bei Samsung, die Marke die jeder (Erwachsene Mensch in entwickelten Ländern) kennt, und die Arbeitsbedingungen hier sind Spitze!"

Das ist doch dann schon klar, dass die Arbeitsbedingungen besser sind wenn ein Unternehmen so groß und einflussreich auf der ganzen Welt ist.

Vergleiche deine Ansicht bitte nicht mit anderen Berufszweigen und Ingenieuren.

PS: hab ich da grade VW gehört? (Und Currywürste mit "Volkswagen Originalteil" drauf sind ja 10 mal besser oder etwa nicht?)

Aber schön wenn es dir dort gefällt :D
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Sadaebu #3
Member since Sep 2011 · 180 posts
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In reply to post #1
Quote by batman1:
1.) Die Geschwindigkeit mit der man hier die Möglichkeit hat Fortschritte zu erzielen und von Grundlagenforschung bis hin zum Produkt zu entwickeln ist nicht vergleichbar mit Deutschland und erhöht den Spass an der Arbeit um ein Vielfaches.

...

Fazit: In der Forschung ist Korea sehr stark im Kommen, getrieben durch Lg, Sk, Samsung Hanwha etc. es macht Spass und die Arbeitsbedingungen sind gut, man hat wirklich die Möglichkeit schnell und gut etwas zu forschen und zu entwickeln...


Es scheint mir so, dass Du mit echter Leidenschaft arbeitest und deine Arbeit wirklich genießt.

Ich habe oft junge Wissenschaftler oder Ingenieure gesehen, die zwar schon fleißig arbeiten, aber ohne große Leidenschaft, und ganze Zeit über Ihre Arbeitsbedingungen jammern.

Ich glaube, es ist kein Zufall oder bloßes Glück, dass Du Gelegenheit haben konntest, bei Samsung zu arbeiten, und dort zufrieden bist, denn Du hast Leidenschaft bei der Arbeit. Das hat mich beeindruckt  :-)

Genieße deine Zeit in Korea und bitte schreib oft im Forum!  ;-)
Flo-ohne-h (Moderator) #4
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In reply to post #1
Quote by batman1:
arbeite seit über 1,5 Jahren in Korea in der Forschung von Samsung und wollte mal meine Erfahrungen wiedergeben, da ja doch oft sehr negativ über das Arbeitsleben in Korea geschrieben wird. Ich kann diese Erfahrung nicht teilen. Ich habe habe zuvor über 3 Jahre bei einem großen deutschen Autokonzern in  Süddeutschland gearbeitet und bin promovierter Chemiker/Materialwissenschaften und muss sagen, dass das Arbeiten hier zig mal besser ist als in Deutschland.

Ich bin seit fast 4 Jahren als Professor in Korea tätig.

zu den angesprochenen Punkten:
1. Geschwindigkeit des Fortschritts: Ja, in Sachen Elektronik ist man hierzulande voraus, was v.a. daran liegt, daß diese Branche diejenige ist, in der Korea tatsächlich stark brilliert. Was die Bürokratie anbelangt kann ich nur sagen, daß vermutlich die Unternehmenskultur diese von einem fernhält. Auch wenn ich als Professor in D keine Erfahrung habe, kann ich aus den Erfahrungsberichten meiner dt. Kollegen sagen, daß die Bürokratie in K und D etwa vergleichbar ist.

2. Ich arbeite meistens 9-18:00 oder 18:30, je nachdem. Es kümmert aber auch niemanden, wenn man ab und zu mal einen Tag zu hause bleibt (mache ich so gut wie nie). Solange die Pflichten erfüllt sind, insbesondere die die Lehre betreffenden, hat man eigentlich die absolute Freiheit.

3. es gibt eine Kantine für Mittag- und Abendessen, Kosten: 4000 Won.

4. hat meine Uni am Anfang auch gemacht, dann aber das Versprechen, dies unbegrenzt zu tun nach 2 Jahren mit einem offiziellen Bescheid beendet und hat den betroffenen Professoren angeboten ins Studentenwohnheim zu ziehen (und dieses Versprechen später wieder gebrochen).

5. Diese Feiern hängen stark vom Chef ab. Wir haben mittlerweile den 3. Institutsleiter. Jeder setzt seine eigenen Akzente, darunter auch die Hoesik-Frequenz. Einige meiner Kollegen kommen so gut wie nie mit, andere sind immer dabei (und wenn alle dabei sind, trinken die selten anwesenden Kollegen so gut wie nichts). Ich veranstalte einmal pro Monat für meine Gruppe ein Abendessen - ohne Alkohol und Schweinefleisch, weil die Hälfte meiner Gruppe Moslems sind.

6. Auf dem Forschungsgebieten, in denen ich mich auskenne sieht es genau andersherum aus. Korea holt auf, aber die großen Trends kommen immer noch aus den westl. Ländern.

7. In den Semesterferien kann ich soviel Urlaub machen wie ich will. Im Semester sollte ich nur in Ausnahmefällen Urlaub machen.

8. Lebenshaltungskosten in Jeonju sind ca. 2/3 der deutschen. Zu Gehalt äußere ich mich nicht.

9. Krankenversicherung ist eigentlich kein Problem. Man muß halt gewisse Dinge selbst zahlen, das ist aber auch gedeckelt (weiß nicht genau wie viel). Was mich aber massiv nervt ist die mangelhafte Diskretion: Ich war beim Zahnarzt - ein Kollege hat mir den empfohlen. Nach der Behandlung hat mir dieser Kollege dann Details über die Anatomie meines Gebisses gesagt.

Fazit: Man kann in Korea ganz gut leben. Aber es geht wirklich nur gut, wenn man eine ordentliche Stellung in der Hierarchie hat. In den unteren Chargen ist man einfach ziemlich arm dran (finanziell und vom Status her).

Es wird sehr viel in K spontan und auf den letzten Drücker erledigt. Das kann manchmal ein Vorteil sein, da es aber mit der Bürokratie auch so läuft (und da glaube ich ist der OP sich nicht klar, daß vermutlich ein Großteil der Probleme an ihm vorbeigeschleust wird) und das Bürokratenkoreanisch eine eigene Sprache ist, hat man oft ziemliche Probeme. Obendrein kann man sich hierbei die meisten Dinge nicht logisch erschließen, weil es einfach eine Riesenmenge ziemlich schwachsinnige Regeln gibt.

Viele Dinge des täglichen Lebens sind in K überteuert, z.B. Gesundheitsprodukte (Vitaminpillen für 30€ ggü. 2€), Körperpflegeprodukte (Sonnencreme 10 € pro Tube), Gemüse und Obst (Kartoffeln 1 kg 3€, Erdbeeren 1 kg 5-11€), während andere Dinge deutlich günstiger sind, v.a. Dienstleistungen (Ölwechsel beim Auto 20€, ordentliches Essen im Restaurant 3-5€, Briefporto 18 c innerhalb Koreas), Behördengänge (1000 Won Gebühr für die meisten Bestätigungen).

Ich fühle mich in Korea ganz wohl, auch wenn diese viele Freunde und Kollegen in D und weltweit überrascht. Was es aber ständig gibt, sind die kleinen Diskriminierungen des Alltags, z.B. daß ich bestimmte Dinge nicht tun darf oder nur stark erschwert tun darf, weil ich Ausländer bin (Verwandte nach Korea einladen (und dafür zu bürgen), mich bei den meisten Onlinegeschäften registrieren, PKW erwerben und verkaufen) und werde ständig angegafft. Ich trage im Sommer in Korea NIE kurze Hosen und gehe NIE schwimmen, weil ich als der große haarige Affe angesehen werde. Was mich bedenklich stimmt sind die vielen kulturellen Zwänge, die u.a. von der koreanische Rankingverrücktheit kommen, die viele Leute regelrecht in den Selbstmord treiben. Ich bezweifle, daß dies noch lange gut gehen wird.
batman1 #5
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@InZain: Ich bin natürlich nach Korea gegangen und habe mich bei den großen Unternehmen beworben und ich bin mir durchaus bewusst, dass die Situation in einem mittelständischen Unternehmen ganz anders aussehen würde. Das ist mir klar, aber da hätte ich natürlich den Schritt nach Korea gar nicht erst gewagt. Deine Situation hängt immer davon ab, wie gut du verhandelst und was du dem Unternehmen zu bieten hast (Kontakte, Qualifikationen etc.). Ich schließe nicht von mich auf andere, sondern hab lediglich meine Erfahrungen geschildert, sprich falls jemand einen ähnlichen Werdegang hat wie ich, bin ich der Meinung, dass er durchaus gute Chancen hat beruflichen und privat glücklich zu werden in Korea, was anderes kommt meiner Meinung nach nicht aus dem ersten Post heraus. Ich meine wenn ich eine Ausbildung gemacht hätte und z.B. beim Finanzamt arbeite oder  einen Bachelor Abschluss und nach dem Studium nach Korea gehen will und erwarte, dass alles super wird, dann ist das naiv. Der Arbeitgeber muss natürlich durch deine Anstellung einen Benefit sehen, sieht er den, ist es gut zu arbeiten hier, soweit meine Erfahrung.

@Flo-ohne-H: 1.) Genau auf diesem Gebiet ist Korea führend. Ich bin ja zuallererst wegen der beruflichen Perspektive nach Korea gegangen und nicht zuallererst, weil es mein Traum ist in Korea zu leben und ich koreanische Dramen und Hallyu so toll finde :D. Hätte Deutschland vergleichbare Unternehmen bzw. wäre in den Themenfeldern mehr aktiv, hätte ich mich auch in D weiterntwickeln können, leider ist das nicht der Fall.

2.)Flexible Arbeitszeiten (flexibe workers schedule) hab ich bei Korea auch, für mich noch nicht so wichtig, da ich keine Familie habe.

3.)Bei Samsung Electronics gibt es meine ich auch nur eine Mahlzeit kostenlos am Tag, ansonsten sind die kantinenpreise identisch.

4.) Richtig, gilt bei mir vertraglich mindestens 5 Jahre. Aber in 5 Jahren hab ich genug Zeit mich auf das koreanische System umzustellen (P.S. nach ein paarJahren im Beruf kommt man ja auch nicht ganz ohne Rücklagen nach Korea), sprich zu sparen etc. Ich hatte übrigens auch die Möglichkeit eine Wohnung kostenlos gestellt zu bekommen, allerdings in Suwon. Aber dann bin ich da nur unter anderen Ausländern, was ich nicht so gerne wollte, außerdem ist das (Nacht)-Leben in Seoul ein bisschen abwechselungsreicher.

5.) Ja da hast du recht, vll habe ich Glück und das änderst sich beim nächsten Chef. Aber bisher habe ich da keine negativen Erfahrungen gemacht.

6.) Ja, es gibt auch in meinem Gebiet noch andere Unternehmen (v.a. Japan), aber in Europa nichts vergleichbares. Ich gebe dir aber recht, dass Korea zur zeit noch in der Automobilindustrie zu den Followern gehört, was sich aber mit möglichen Wechsel auf alternative Antriebe auch schnell ändern kann. Bei den neuen Abgasnormen die diskutiert werden, kann sich D möglicherweise seine Dieseltechnologie, wo wir ohne Zweifel die besten sind und zwar mit Abstand, in die Haare schmieren :D


7.) Klingt aber normal. Ich meine welche professoren machen Urlaub im semester (gibt es sicherlich, aber mir nie aufgefallen)

8.) Seoul ist vergleichbar mit Stuttgart, Frankfurt etc. so ist meine Erfahrung. Einiges ist teuer und einiges ist billiger, deine Beispiele kann ich nur bestätigen. Ah öffentliche Verkehsmittel sind so immens billiger in Korea....unglaublich. 5 km Taxi in Stuttgart kosten vermutlich 20-25 Euro:D

9.) Ja diese Tücken sind mir auch schon untergekommen z.B. hat mich ein Friseur gefragt, ob ich keine Haartransplantation machen will (hab aber lediglich leichte Geheimratsecken, also keine Vollglatze)....Fand ich dann auch recht indiskret, aber ein knurriges Warum und es war Ruhe:D


Zum Thema Bürokratie: Also es ist vll richtig, dass ich einfach vieles nicht mitkriege und das sich da einiges noch hinter den Kulissen abspielt, allerdings ist das so meiner meinung nach auch richtig, denn in Deutschland hat man das Gefühl, zumindest in Großkonzernen, dass man den Job der Beschaffung/Einkauf/verwaltung gleich miterledigen soll, obwohl das deren Job ist, sich um manche Angelegenheiten zu kümmern. Vieleicht klinge ich arrogant, aber als Forscher bin ich hauptsächlich zum forschen vll Projekt managen da. Ich empfinde es für mich als Arbeitserleichterung, wenn ich mich nicht um 5 Vergleichangebote bemühen muss wenn ich ne Zahnbürste kaufen will, sondern das das hier hinter den Kulissen erledigt wird, da es nunmal der Job einiger menschen im Konzern ist, dies zu tun. In Deitschland bekommt 28 Rückfragen zu jedem Sch****, wo man sich fragt: "Hey ist das dein Job oder meiner?"

Beim Rest stimme ich dir zu, Online Registrierungen etc. nerven und auch die Restriktion auf Internet-Explorer für viele Websiten. In Deutschland ist sicherlich auch vieles besser und es hängt immer von der jeweiligen beruflichen, privaten und allgemeinen Lebensituation ab. Desweiteren sollte man einen Charakter besitzen, der sich nicht gleich an allen Hürden aufhängt, sondern auch mal Dinge weglächeln kann.

Lg und Danke für eure Erfahrungen

@InZain: Hast du erfahrungen mit der Arbeit in Korea oder Asien, vwürde mich interessieren was deine Erlebnisse so gwesen sind?
Flo-ohne-h (Moderator) #6
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Quote by batman1:
4.) Richtig, gilt bei mir vertraglich mindestens 5 Jahre. Aber in 5 Jahren hab ich genug Zeit mich auf das koreanische System umzustellen (P.S. nach ein paarJahren im Beruf kommt man ja auch nicht ganz ohne Rücklagen nach Korea), sprich zu sparen etc. Ich hatte übrigens auch die Möglichkeit eine Wohnung kostenlos gestellt zu bekommen, allerdings in Suwon. Aber dann bin ich da nur unter anderen Ausländern, was ich nicht so gerne wollte, außerdem ist das (Nacht)-Leben in Seoul ein bisschen abwechselungsreicher.

meine Erfahrung ist, daß man in Korea KEINEM Vertrag so wie in D trauen kann. Wenn eine höhergestellte Persönlichkeit etwas daran auszusetzen hat, wird einfach auch mal ein Vertrag gebrochen und man is dann als Arbeitnehmer der Situation entweder mehr oder weniger die Arbeit aufzugeben oder das zu schlucken.

Wenn man 2-3 Ebenen hierarchisch über jemand steht und 30 Jahre älter ist, kann man sogar Gesetzes- oder Vertragsbrüche von diesen Untergebenen verlangen.

Beim Rest stimme ich dir zu, Online Registrierungen etc. nerven und auch die Restriktion auf Internet-Explorer für viele Websiten. In Deutschland ist sicherlich auch vieles besser und es hängt immer von der jeweiligen beruflichen, privaten und allgemeinen Lebensituation ab. Desweiteren sollte man einen Charakter besitzen, der sich nicht gleich an allen Hürden aufhängt, sondern auch mal Dinge weglächeln kann.

Klar sollte man nicht gleich aufgeben. Ohne eine gehörige Portion Sturheit und ab und zu mal leicht cholerischen Anfällen wird man nicht ganz ernst genommen.

Gestern hat mich aber z.B. eine Webseite richtig genervt. Ich habe auf 3 PCs und 4 Browsern etwas bestellen wollen. Nur das Bezahlplugin wollte nicht funktionieren. Ich habe dem Telefonservice dann meine Meinung laut und deutlich zu verstehen gegeben.

Für den Zweck habe ich einen PC in meinem Büro der NUR für solche Onlinedinge benutzt wird (Uni-Onlineverwaltung, Onlinebanking, Beantragung von Forschungsmitteln, ...). Der läuft unter K Win XP mit IE8 und damit geht fast alles reibungslos. Nur Webseiten, die die Aliennummer nicht akzeptieren machen noch Zicken und das sind leider die Mehrheit in K.

Z.B. wenn ich bei Gmarket etwas bestellen will, schiebe ich auf meinem PC alles in den Einkaufswagen und zahlen dann auf dem Korea-PC, weil ich meinen PC nicht mit Dutzenden Plugins für verschiedenste Dinge zumüllen will. Alleine mein Onlinebanking benötigt 5 Addons! Von logischer Strukturierung haben die meisten K-Webseitenprogrammierer offensichtlich noch nie etwas gehört.

Viele Webseiten mit Active X und Flash blinken und flackern auch so rum, daß man lieber kein Epileptiker sein sollte. Ein Koreaner meinte einmal, daß dieser Blinkinonsens v.a. auf Lobbyarbeit von Samsung und LG zurückzuführen sei, die mehr neue PCs verkaufen wollen.

Die meisten PCs von Koreanern, die ich kenne, sind total zugemüllt mit diversen Addons, häufig läuft noch nicht mal ein Virenscanner und obendrein wird Win XP im Adminmodus benutzt. Wen wundert es, daß Koreanische PCs die weltweit die höchste Quote von Malwareverseuchung haben?
This post was edited on 2013-07-02, 09:12 by Flo-ohne-h.
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InZain #7
User title: Geomdo-Kumdo-Kendo Master
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In reply to post #5
Ich berufe mich lediglich auf Erfahrungen und Erkenntnisse von Koreanern mit denen ich mich über solche Themen ausgetauscht habe und auf Erfahrungen von Ingenieuren anderer Wirtschaftszweige hier in Deutschland.

Ich persönlich arbeite im öffentlichen Dienst und werden ab dem nächsten Jahr dann spezifisch in die Richtung Wirtschaft und Verwaltung zu studieren.
Stefka #8
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Hallo zusammen,

mit diesem Thema befasse ich mich im Rahmen meiner Abschlussarbeit. Ich untersuche den Einfluss der Kultur auf die Management- und Unternehmenskultur einer Organisation. Dabei gehe ich vertieft auf die interkulturelle Zusammenarbeit am Beispiel von Deutschland und Südkorea ein.
 
Zum einen möchte ich deutsche Mitarbeiter/Personen befragen, die in Korea arbeiten und zum anderen würde ich gern Informationen von koreanischen Mitarbeitern/Personen erhalten, die in Deutschland arbeiten bzw. gearbeitet haben.
 
Dafür habe ich einen Fragebogen erstellt. Die Beantwortung der Fragen dauert etwa 15 - 20 Minuten, wobei die Ergebnisse des Fragebogens anschließend anonymisiert verwendet werden.
 
Der Link zum Fragebogen:
https://secure.2ask.net/0001/07ce9b2e9be1e096/survey.html
 
Ich würde mich sehr über eine Beteiligung freuen. Zu mal das ja ein ganz aktuelles Thema ist. ;-)
 
Ich bedanke mich bereits vielmals im Voraus für die Unterstützung und den Erfahrungsaustausch!
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Annyeonghaseyo #9
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Das glaub ich dir, dass du nicht klagen kannst, wenn du bei Samsung arbeitest. Man muss nur aufpassen, dass hier nicht Äpfel mit Birnen verglichen werden, wenn jemand als Tellerwäscher nach Südkorea möchte ;)
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