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Interessantes Interview zu Ausländern in Deutschland
mit Martin Hyun, einem Deutsch-Koreaner
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iGEL (Administrator) #1
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Betreff: Interessantes Interview zu Ausländern in Deutschland
Moin!

Ich habe gerade ein interessantes Interview auf Readers-Edition gelesen, in dem es um die Integration von Koreanern in  Deutschland geht. Hier mal ein paar Ausschnitte:

Die koreanische Integration in Deutschland macht allerdings nur den äußeren Anschein, dass sie problemlos abläuft, weil die Betroffenen in der Gesellschaft auch nie zu Wort gekommen sind. Die Realität aber sieht so aus, dass vor allem die erste Generation in einer Parallelwelt leben vor allem im Ballungsgebieten wie Berlin, Frankfurt, Düsseldorf. [...] Bildungsfern und chancenlos zu sein, das trifft oft auf uns nicht zu. Viele Deutsch-Koreaner sind hochqualifiziert. Es gibt heutzutage viele deutsch-koreanische Mediziner, Juristen und BWLer.[...]

Wenn ich Deutsch-Koreaner treffe, frage ich oft, wie Sie sich in der realen Welt zurecht finden. Viele sagen, dass Sie trotz ihrer Sprachkompetenz und Bildung zum Teil diskriminiert werden und irgendwie nicht von der Stelle kommen. Es scheint, es gibt unsichtbare Grenzen, bis wohin ein Migrant aufsteigen kann, und das war es dann. An Hand des Beispiels der Koreaner, wird man auch dann ausgegrenzt, wenn man um Integration bemüht ist.[...]

Integrationskurse sind wichtig, man muss die Sprache des Landes beherrschen, aber dann muss es auch Integrationskurse geben für einheimische Deutsche, die bis heute kaum Kulturen kennen, die sich in Deutschland heimisch gemacht haben. [...] In Amerika war es zum Beispiel Pflicht an meiner Uni, einen Kurs über Rassismus und Ethnien zu belegen. Ob man wollte oder nicht, so wurde man mit diesem Thema konfrontiert.
Das ganzes Interview: http://www.readers-edition.de/2006/11/17/martin-hyun-deuts…

Ich denke, ein Fach in der Schule, wo man die etwas über die Kultur der Eingewanderten und über ihre Problem in Deutschland, gar nicht so schlecht. Nur bei den Eingewanderten die Schuld zu suchen ist meiner Meinung nach genauso verfehlt, wie alles den Deutschen in die Schuhe zu schieben. Was haltet ihr davon? Wollt ihr wie Beckstein eine 110%ige Assimilation von Ausländern oder Multikulti, wie es den Fundis der Grünen vorschwebt?

Gruß, Johannes
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Moskito (Ehemaliges Mitglied) #2
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Hallo,

ich kann nur sagen: nachdem ich nun seit über 6 Monaten in Korea lebe hat sich meine Meinung zu diesem Thema geändert.
Ich verstehe jetzt, wie man dazu kommt in einer Parallelwelt zu leben - denn ehrlich gesagt tue ich das hier auch. Ich kenne einige Koreaner und es gibt für mich eine gewisse Schnittmenge mit der koreanischen Kultur und koreanischen Bekannten - aber ich kann nicht behaupten, dass ich gut integriert bin.

Meine Wochenenden verbringe ich z.B. fast ausschließlich zusammen mit anderen Ausländern - obwohl ich mir bei Beginn des Aufenthaltes hier vorgenommen hatte, es anders zu machen.
Probleme, auf die man stößt sind:

- Sprachprobleme
- komplett unterschieldicher Humor (z.B. Unverständnis für Ironie)
- andere Ausgeh-Gewohnheiten (wenige koreanische Frauen würden mit mir in einer Bar einen GinTonic trinken und die Nacht durchfeiern)
- unterschiedliche Alltagsprobleme
- wenn ich Kollegen frage, ob sie mit mir etwas unternehmen wollen, kann ich nur schwer einschätzen, ob sie dies nur aus Pflichtgefühl tun.

Ich kann jedenfalls jetzt verstehen, wie solche Parallelwelten entstehen und würde sie nicht mehr so leicht verurteilen, wie vorher.
Die Westler, die in Korea ja arbeiten und Geld verdienen und auch ausgeben - also zur Wirtschaft des Landes beitragen - leben genau so separat, wie die in dem Artikel erwähnten Koreaner in Deutschland.
Es gibt auch in Korea Grenzen, die für einen Ausländer nur sehr schwer zu überschreiten sind. Wie das zu ändern wäre, weiss ich auch nicht. Das Vermitteln von Sprachkenntnissen an Ausländer sowie von Informationen und Erlebnissen zur Kultur ist auf jeden Fall ein wichtiger Schritt. Es gehört aber auch Offenheit von der anderen Seite dazu - an der es leider auch in Korea noch mangelt.  Viele Koreaner erlebe ich als neugiereig in Bezug auf die westliche Kultur - aber gleichzeitig auch als stark ausgrenzend. Manche Dinge werden usn pauschal nicht zugetraut - weil wir keine Koreaner sind. Wir bekommen nicht einmal eine Chance. Im berufsleben zum Beispiel wird regemäßig die Position eines eurpäischen Kollegen als Teamleiter unterwandert - weil behauptet wird, er würde die Probleme der Koreaner eh nicht verstehen. Dabei versuchen sie nicht mal, ihm eine Chance zu geben...

Wie man sieht, das ganze ist kein rein deutsches Problem...und eine ganz schön schwierige Sache weltweit.
Wohl eine DER Herausforderungen der Globalisierung, hier einen guten Weg zu finden.

Ärgern tun mich diese Parallelwelten nur dann, wenn sie von Volksgruppen unterhalten werden, die zur wirtschaftlichen Etnwicklung eines Landes nur wenig beitragen oder sogar noch dem Staat Geld aus der Tasche ziehen.

Moskito
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iGEL (Administrator) #3
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Moin Moskito!

Auch ich habe meine Sichtweise über Parallelgesellschaften etwas geändert, seit ich die Koreaner hier kennengelernt habe. Natürlich finde ich es schade, dass diese so ausgeprägt sind, aber ich kann die Beiteiigte inzwischen besser verstehen. Ich finde, auch in einer perfekten Welt spricht nichts dagegen, dass sich Ausländer viel mit ihresgleichen beschäftigen, anders als etwa mein Freund Beckstein (von dem ich noch nie etwas positives gehört habe) will ich gar keine Assimilation.

Allerdings finde ich schon, dass man versuchen sollte, nicht total in der Parallelwelt zu versinken. Wenn man tatsächlich mehr als 90% der Freizeit mit anderen Ausländern verbringt, läuft irgendwas schief. Irgendwas muss man doch machen können, sei es nun in eine Kneipe gehen, zusammen was kochen oder mal eine gemeinsame Wanderung. Ich denke nicht, dass das bei dir so ist, aber wenn ja, würde ich mich fragen, warum du überhaupt in Korea bist.

Gruß, Johannes
PS: Natürlich sehe ich auch ein, dass der Kulturschock dem ganzen schon etwas entgegensteht. Stefan hatte den mal sehr anschaulich beschrieben: http://www.stefan-in-korea.de/korea/stefan_in_ko…?blogid…
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Moskito (Ehemaliges Mitglied) #4
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Hallo iGEL,

Du hast Recht! Als ich am Anfang hier war habe ich sicher mehr Initiative gezeigt und so einiges mit den Koreanern unternommen. Dann habe ich aber nach ein paar Monaten gemerkt, dass das Integrieren (außerhalb der Arbeit - da klappt das recht gut) nicht so einfach ist, wie erhofft.

Meine Bemühungen haben nachgelassen...und jetzt steht schon bald der Rückflugtermin ins Haus, so dass ich ein bischen resigniert habe. Wenn ich länger hier bleiben würde müsste ich sicher mehr Kraft da reinstecken, mich besser zu integrieren...aber so lebe ich die letzten Wochen weiter in meiner Parallelwelt.
(Es ist nicht so traurig, wie es sich anhört, da ich so viel Zeit bei der Arbeit verbringe, dass ich mich ganz gut integriert fühle...)

Würde ich nochmal herkommen, würde ich sicher stellen, dass ich als erstes einen Sprachkurs mache. Ich kann zwar einige Grundbedürfnisse ausdrücken, Koreanisch lesen und einfache Antworten verstehen...aber mehr Sprachkenntnisse wären schon der Schlüssel zu besserer Intrgration, glaube ich.

Schöne Grüße

Moskito
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dergio (Moderator) #5
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Zitat von Moskito:
Würde ich nochmal herkommen, würde ich sicher stellen, dass ich als erstes einen Sprachkurs mache.

Das ist gut. Aber lass dich dann nicht dazu verleiten abends nur mit deinen Sprachkurskollegen auszugehen. Sonst bist du wieder nur unter Auslaendern.  ;-)
FBseoul #6
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Als ich seit 3 Jahren in Deutschland war(15 Jahre vorher), gab ich den Nachmittag in den Deutschkursen aus.
Ich rückschaue auf dieser Zeit manchmal, haette ich mehr Zeit mit deutschen Freunden nach der Schule verbracht, koennte ich Freunde jetzt haben, mit denen ich noch Kontakte habe?
Ich denke, dass es bessere und wertvollere Weise gewesen sein könnte, Freundschaft zu behalten, aber Deutschkurse waren auch für die Sprache nützlich, weil wir Auslaender dort miteinander immer auf Deutsch geredet haben, und ich hatte vieles von dem Deutsch-gesprochenen Movies vom Fernsehen kopiert, und es in Korea in der Freizeit gesehen. Deshalb kann ich mich jetzt hier auf Deutsch unterhalten.
Das Leben ist lang, wir brauchen nicht zu beeilen. Heutzutage wir haben Internet, haben viele Zeit übrig, um Fremdsprache-sachkenntnisse zu verbessern und sich mit Auslaendern anzufreunden.
Welche Sprache (deutsches / koreanisches / Englisch) ist egal, solange wir miteinander mitteilen können, ohne Sprachbarriere zu fühlen.
Dieser Beitrag wurde am 21.11.2006, 14:45 von FBseoul verändert.
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iGEL (Administrator) #7
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Moin Moskito!

Du fliegst schon zurück? Ich hatte mir eingebildet, irgendwo mal gelesen zu haben, dass du zwei Jahre in Korea bleiben wolltest. Naja, irren ist menschlich. Hoffe, du schaust trotzdem ab und zu mal hier vorbei und steuerst was aus deinen Erfahrungen bei. :)

Gruß, Johannes
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Martin #8
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Hallo Moskito,

Es ist wirklich Schade das es bei Dir nicht so nach Deinen Wünschen geklappt hat  :'(
Was mich schockiert ist das Du 90% Deiner Freizeit mit Ausländern in Korea verbringst <_< das ist ja wie mit den "Amerikanern" oder den "English Teacher" die wirklich nur unter sich bleiben   :-/
Ich hoffe doch auch das Du einige gute Freunde in Korea gewinnen konntest und im Allgemeinen mit einem positiven Gefühl zurück kommst!
Bitte bleibe trotzdem dem Forum erhalten da ich Deine direkten Beiträge mit sehr viel Ehrlichkeit sehr schätze ;-)

Viele Grüsse,
Martin :-)

P.S. Ich bin im Dezember wieder in Korea! Wäre schön mit Dir einen Soju zu kippen, falls Du noch da bist!
Dieser Beitrag wurde am 22.11.2006, 10:34 von Martin verändert.
Moskito (Ehemaliges Mitglied) #9
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Hallo,

ja ich fliege am 17.12. zurück - erstmal.

Ich denke jedoch, es wird nicht mein letzter Aufenthalt in Korea gewesen sein.
Ich werde das Forum auf jeden Fall weiter verfolgen und dazu beitragen. Ihr müsst mir dann über meine Kimchi - Entzugserscheinungen hinweghelfen... ;-)

Denn damit keine Missverständnisse aufkommen: Es hat mir hier sehr gut gefallen!!!
(Mit 3 Ausrufezeichen). Natürlich gab es Schwierigkeiten. Wenn nicht, das wäre ja nicht normal.
Als ich die letzten Beiträge geschrieben habe, habe ich allerdings erst selber realisiert, wie sich mein eigenes "Integrationsverhalten" über die Monate verändert hat. Ich habe am Anfang eben mehr Bemühungen angestellt.

Neulich jedoch habe ich eine sehr spannende Bekanntschaft gemacht. Ich habe eine koreanische Ingenieurin getroffen. 25 Jahre alt. Sie hat tatsächlich einen verantwortungsvollen Ingenieursjob auf einer Werft. Da wir gemeinsam ein Zimmer bei einer Schiffs-Probefahrt geteilt haben, hatten wir Zeit uns zu unterhalten. Sie hat mir von Ihren Problemen erzählt, dass ihre koreanische Umgebung sie dazu drängt ein Kind zu bekommen (sie ist seit 1 Jahr verheiratet). Sie würde so gerne noch ein paar Jahre warten und weiter Karriere machen. Sie hatte total moderne Ansichten - aber man konnte merken, wie viel Kraft es kostet, diese in der aktuellen koreanischen GEsellschaft aufrecht zu erhalten.

Sie jedenfalls ist so eine Person, zu der ich gerne Kontakt halten möchte. Und wenn ich länger hier wäre, würde ich mich darum bemühen...aber jetzt fängt es so langsam an stressig zu werden...bevor die Rückreise ansteht ist noch soooo viel zu tun...

Ansonsten muss ich zugeben, dass ich in letzter Zeit in genau den verpönten English Teachers etablissements meine Abende verbracht habe...allerdings zusammen mit anderen Ingenieuren - rettet das meinen Ruf ? ;-)

Tja, das ist jedenfalls die ehrliche Antwort von jemandem der länger hier war. Ich könnte Euch natürlich auch schöne Integrationsmärchen erzählen, um Eindruck zu schinden. Aber um noch ehrlicher zu sein: Ich kenne KEINEN EINZIGEN Ausländer hier, der richtig gut integriert ist. Wir Expats kennen alle ein paar Koreaner außerhalb der Arbeit etc. Aber richtig gut integriert sind hier die wenigsten. Ich weiss nicht, ob das anders ist, wenn man als Student hierher kommt. Für diejenigen, die als Expats kommen kann ich jedenfalls diese pauschale AUssage treffen. Und nein: entgegen dem Vorurteil sind wir Expats nicht alle Alkoholiker, sondern haben auch andere Interessen. Daran kann es also nicht liegen...

Schöne Grüße
Moskito

PS: Martin: Wann & Wo bist Du denn in Korea?
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Martin #10
Benutzertitel: Fighting....
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Hallo Moskito,

Ich werde ab dem 12.12 in Tokyo sein!
Mein Plan war am 15.12 nach Seoul zu fliegen aber es sieht schwierig aus Flüge zu bekommen :-(
Sobald ich einen bekomme gebe ich Dir bescheid!
Vieleicht können wir uns doch in Korea treffen ansonsten in Deutschland ;-)

Grüße,
Martin  ;-)
Dieser Beitrag wurde am 22.11.2006, 16:01 von Martin verändert.
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iGEL (Administrator) #11
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Moin Moskito!

Alles klar. :) Zumindest ich möchte natürlich keine Integrationsmärchen hören, sondern das, was du wirklich meinst. Mir steht das ja sicher auch noch bevor, von daher bin ich daran wirklich interessiert. Hast du den Artikel von Stefan über den Kulturschock gelesen (siehe mein zweiter Beitrag)? Kannst du das auch bei dir feststellen?

Genieße die restlichen drei Wochen in Korea!

Johannes
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Flo (Gast) #12
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Antwort auf Beitrag #2
Hallo,

Ja, es ist nicht einfach, hier gute Freunde zu finden. Aber wo ist es das schon?

Was z.B. viele der Austauschstudenten an der Yonsei bemaengeln ist, dass alle Auslaender in einem separaten Wohnheim untergebracht werden, die Vorlesungen alle in einem Gebraeude, am anderen Ende des Campus, stattfinden, und damit nur wenig Integration mit den koreanischen Studenten stattfindet. Man muss also selbst Initiative zeigen. Ich bin jedenfalls froh, nicht in diesem Wohnheim zu leben, auch wenn es einige unangenehme Nebeneffekte wie hohe Kosten, lange Fahrzeiten zur Folge hat.

Auch Igels Anmerkung stimme ich voll zu: SOfern man einen Sprachkurs belegt, nicht nur mit den anderen Teilnehmern die Freizeit gemeinsam gestalten. Wenn ich mich in meiner Sprachkursklasse bzw. an der Sprachschule umschaue, erkennt man viel zu leicht die nationalen Gruppen: Hier eine Gruppe Japaner, dort die Deutschen, und wieder woanders die Chinesen usw. Alle lernen wir Koreanisch, aber ich will einfach mal behaupten, dass viele sich auch in Ihrer Freizeit sich hauptsaechlich wieder nur in diesen Gruppen treffen. Das ist natuerlich einfach und komfortabel,  aber nicht wirklich Sinn der Sache, wenn man sich hier integrieren moechte. Und es gibt genug Moeglichkeiten, Koreaner kennenzulernen: auf dem Yonsei Campus z.B. in der Global Lounge , oder irgendwelche Online-Dating-Plattformen - die sind hier naemlich recht angesagt und haben keinen ganz so negativen Unterton wie in Deutschland, Clubs der Unis, Sprachaustausch (z.B. Schwarzes Brett in der Global Lounge),  ...

Ich habe zwar sehr sehr viele Koreanische Kontakte in meinem Telefonbuch, aber regelmaessig treffen tue ich mich auch nur mit wenigen, dafuer mit diesen dann aber recht oft. Mein bester kor. Freund ist ein nur wenig aelterer, ehemaliger Arbeitskollege von meinem Praktikum im letzten Jahr, meine inzwischen beste kor. Freundin habe ich bei meinem Stopover in Istanbul kennengelernt. Und dann halt noch ein paar andere Koreaner/innen von der Uni. Im Gegensatz zu Moskito treffe ich andere Auslaender nur sehr selten. Es geht also, braucht aber Zeit. Man sollte auch den Koreanern vermitteln, dass man nicht nur ein temporaerer Gast ist, sondern wirklich interesse an dem Land hat (falls es denn so ist) und auch mal wiederkommen moechte.

Am Anfang hat man als Auslaender natuerlich ganz andere Probleme als die Einheimischen. Aber irgendwann hat man sich eingelebt, und fuehlt sich schon ganz koreanisch. So geht es mir, zumindest im Hinblick auf meinen Tagesablauf. Wie die Koreaner, komme ich kaum noch zur Ruhe. Und jetzt wo die Sprachkenntnisse immer mehr werden, macht es auch gleich doppelt so viel Spass.

Gruss
Flo
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