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Freihandelsabkommen
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steve #1
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Subject: Freihandelsabkommen
Nachdem das FHA nun endgültig durch ist (http://www.eu-info.de/dpa-europaticker/186936.html) hat jemand ne Ahnung was das bedeutet:

Zitat:
In der Agrar- und Nahrungsmittelwirtschaft können sich deutsche Exporteure unter anderem auf einen Abbau der Zölle bei Wein (15%, sofort zollfrei), Bier (30%, Übergangsfrist von sieben Jahren) und Käse (36%, fünfzehn Jahre lang Kontingente, danach komplett zollfrei) freuen.

Kann man Wein dann einfach so zollfrei importieren?? Kann das jeder??
Ich meine der Transport ist, bei einer größeren Menge, nicht soooo teuer...

Bemerkenswert finde ich, das Wein aus der EU bisher nur mit 15% versteuert wurde, ich aber hier häufig EU-Weine gesehen habe die das drei- oder gar fünffache wie in D kosten.

Übergangsfrist bei EU-Bier bedeutet wohl, das der Steuersatz jährlich niedriger wird, oder?
Gummibein #2
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Quote by steve:
Bemerkenswert finde ich, das Wein aus der EU bisher nur mit 15% versteuert wurde, ich aber hier häufig EU-Weine gesehen habe die das drei- oder gar fünffache wie in D kosten.

Der Preis muss nicht immer das widerspiegeln was etwas (offensichtlich) kostet. Letztendlich kostet etwas so viel wie jemand bereit ist zu zahlen. Sonst gäbe es z.B. keinen Grund warum Gold 10x kostet wie noch vor wenigen Jahren oder deutlich weniger als letzte Woche.

Ich habe auch das Gefühl, dass koreanische Lebensmittel hier deutlich mehr kostet als in Korea selbst wenn man die fällige Transport- und Zollkosten mit berücksichtigt. Wenn das bei Gebrauchsgütern schon so ist wird es bei Luxusgütern umso mehr der Fall sein da der Preis ein Marketinginstrument ist. Wer würde seiner Liebsten ein Diamantring kaufen wenn man es für 2,50 EUR aus einem Kaugummiautomat ziehen kann?
KoreaEnte #3
Member since Jan 2007 · 642 posts · Location: Seoul/Düsseldorf
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Zollfrei importieren kann dann jeder, das Abkommen ist natürlich nicht nur auf Unternehmen beschränkt. Umsatzsteuer und Co zahlt man aber weiterhin.

Übergangsfrist kann auch bedeuten, dass es beim Bier noch 7 Jahre bei dem aktuellen Satz bleibt und er erst dann angepasst wird, ohne Änderungen zwischendurch.

Ich finde koreanische Lebensmittel hier sogar relativ günstig, wenn man sich klar macht, was der Transport und Co kostet und das die Händler auch noch was verdienen wollen. Wenn man mal die Preise von kmall.de als Vergleich nimmt. Ramen zum Beispiel, deutlich teurer ist aber vor allem Alkohol, was man an den Sojupreisen gut sieht.
steve #4
Member since Feb 2011 · 13 posts
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In reply to post #2
Quote by Gummibein:
Quote by steve:
Bemerkenswert finde ich, das Wein aus der EU bisher nur mit 15% versteuert wurde, ich aber hier häufig EU-Weine gesehen habe die das drei- oder gar fünffache wie in D kosten.

Der Preis muss nicht immer das widerspiegeln was etwas (offensichtlich) kostet. Letztendlich kostet etwas so viel wie jemand bereit ist zu zahlen. Sonst gäbe es z.B. keinen Grund warum Gold 10x kostet wie noch vor wenigen Jahren oder deutlich weniger als letzte Woche.

...das stimmt natürlich, es gibt ja auch in D genügend Produkte aus anderen Ländern, die dort viel billiger sind.
Aber interessant finde ich die Gewinnmargen von Homeplus & Co. schon...Wie kann man eigentlich als Deutscher in Korea (mal vorausgesetzt man ist mit einer Koreanerin verheiratet und hat das entsprechende Visum) ein Geschäft betreiben um europäische Produkte verkaufen. Welche Rechtsformen gibts denn da und braucht man einen koreanischen Partner oder kann man das alleine machen? Irgendwie habe ich das Gefühl das so manche europäische Produkte wie Wein, Bier, Käse etc. zumindest bei den jungen Koreanern stark "im kommen" sind.
Aber wirkliche Zahlen kenn ich nicht, ist nur so mein Gefühl hier in Seoul...
KoreaEnte #5
Member since Jan 2007 · 642 posts · Location: Seoul/Düsseldorf
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Die Rechtsformen sind mit unseren vergleichbar, die haben also auch soetwas wie OHG, KG, GmbH usw.
Mit einer Koreanerin muss man nicht verheiratet sein, man braucht nur das passende Visum, der Markt ist fast vollständig für Ausländer geöffnet, es gibt nur ganz wenige Sachen die Beschränkungen haben, die für Einzelhändler aber nicht wichtig sind, geht da eher um so Sachen wie Übernahme von nationalen TV-Sendeanstalten oder größeren Infrastrukturunternehmen.

Falls du soetwas wirklich planst, guck mal bei denen vorbei: http://www.investkorea.org/InvestKoreaWar/work/i…?code=1…
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딸기 티안 #6
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Also ich habe 2008/2009/2010 mal deutsche Produkte nach Korea importiert (keine Lebensmittel). Das Gewerbe muss natuerlich angemeldet sein, der Staat will ja auch was verdienen. Allerdings ist der Markt 2010 ja fast zum erliegen gekommen so dass sich der Import fuer die kleinen Unternehmen sich fast gar nicht mehr rentiert haben.

Dazu kommt das Korea mit Sondersteuersaetzen (bei bestimmten Produkten) ihre eigenen im Land produzierten Produkte schuetzen will. (siehe Fahrzeugimport).

Es gibt aber auch in Korea Tricks und Kniffe und man hat einen kleinen Vorteil wenn man als klein Importeuer einen Koreaner als Familienangehoerigen nennen kann. So gibt es zB. Steuerliche Vorteile wenn ein Unternehmen von einem  Koreaner gegruendet wird der ueber einer bestimmten Altersgrenze liegt.
steve #7
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Quote by 딸기 티안:
Also ich habe 2008/2009/2010 mal deutsche Produkte nach Korea importiert (keine Lebensmittel). Das Gewerbe muss natuerlich angemeldet sein, der Staat will ja auch was verdienen. Allerdings ist der Markt 2010 ja fast zum erliegen gekommen so dass sich der Import fuer die kleinen Unternehmen sich fast gar nicht mehr rentiert haben.
Wie macht man denn das in Seoul ein Gewerbe anzumelden und was kostet das?

Quote by 딸기 티안:
Dazu kommt das Korea mit Sondersteuersaetzen (bei bestimmten Produkten) ihre eigenen im Land produzierten Produkte schuetzen will. (siehe Fahrzeugimport).
..das ist ja genau das was jetzt wegfällt ab 1. Juli, außer bei Reis, aber wer will schon Reis nach Korea einführen :-)
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orosee #8
User title: Ernst ist anders.
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Quote by steve:
..das ist ja genau das was jetzt wegfällt ab 1. Juli, außer bei Reis, aber wer will schon Reis nach Korea einführen :-)

Naja, einfuehren wuerde ich ihn nicht, aber ich wuerde mich schon ziemlich freuen, in Korea guten Reis zu vernuenftigen Preisen kaufen zu koennen.
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steve #9
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Quote by orosee:
Naja, einfuehren wuerde ich ihn nicht, aber ich wuerde mich schon ziemlich freuen, in Korea guten Reis zu vernuenftigen Preisen kaufen zu koennen.

Gut das meine Freundin kein Deutsch versteht, sie ist der Meinung das koreanischer Reis der beste, beste, beste überhaupt ist und alles andere, egal von wo, total ungenießbarer Schrott :-)
Als Pfälzer habe ich damit kein Problem, Reis esse ich selten und (gute) Kartoffeln gibt es auch hier...
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딸기 티안 #10
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In reply to post #7
Quote by steve:
Quote by 딸기 티안:
Also ich habe 2008/2009/2010 mal deutsche Produkte nach Korea importiert (keine Lebensmittel). Das Gewerbe muss natuerlich angemeldet sein, der Staat will ja auch was verdienen. Allerdings ist der Markt 2010 ja fast zum erliegen gekommen so dass sich der Import fuer die kleinen Unternehmen sich fast gar nicht mehr rentiert haben.
Wie macht man denn das in Seoul ein Gewerbe anzumelden und was kostet das?

Quote by 딸기 티안:
Dazu kommt das Korea mit Sondersteuersaetzen (bei bestimmten Produkten) ihre eigenen im Land produzierten Produkte schuetzen will. (siehe Fahrzeugimport).
..das ist ja genau das was jetzt wegfällt ab 1. Juli, außer bei Reis, aber wer will schon Reis nach Korea einführen :-)

Also es gibt hier auch sowas wie eine Gewerbeamt. Bei mir lief das ganze aber unter meiner Frau die Koreanerin ist. Bei Auslaendern verhalt sich das ein bisschen anders habe ich mir mal sagen lassen. 2009 gab es mal ein Programm was sich "Business Start-up School" nannte.  Das war direkt fuer Auslaender da wurde man richtig vorbereitet, rangefuehrt und geholfen um sein Unternehmen in Korea zu gruenden. Ich glaube dies gibt es immer noch.

Da musst du mal ein bisschen suchen da kann ich dir so nicht weiterhelfen, ich hatte den einfachen weg.

Bei der Importgeschichte ... da wuerd ich aufpassen ich glaube nicht das alles wegfallen wird. Bei dem Fahrzeugimport war es naemlich so dass man neben der Einfuhr noch diesen extra Steuersatz zum schutze der Industrie zahlen musste. Beim FTA soll ja nur die Einfuhr unter den Tisch fallen oder?

Wie auch immer Wein und Autos sind zweit unterschiedliche Geschichten, Wein duerfte viel einfacher sein.
Gummibein #11
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In reply to post #9
Quote by steve:
Gut das meine Freundin kein Deutsch versteht, sie ist der Meinung das koreanischer Reis der beste, beste, beste überhaupt ist und alles andere, egal von wo, total ungenießbarer Schrott :-)
Als Pfälzer habe ich damit kein Problem, Reis esse ich selten und (gute) Kartoffeln gibt es auch hier...

Bei einer Tagung treffen sich Bierbrauer als Köln, Pilsen und München in einer Kneipe. Einer bestellt sich ein Kölsch und der zweite ein Pils. Als der Münchener eine Cola bestellt ist das Erstaunen groß. Gefragt was das soll antwortet der, da heute alle auf Bier verzichten will ich nicht aus der Reihe fallen.

Mutti wird immer für die beste Köchin der Welt gehalten selbst wenn sie objektiv gesehen die schlechteste der Welt sein sollte. Die Gewöhnung/Prägung macht es wohl.
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딸기 티안 #12
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In reply to post #10
Quote by 딸기 티안:
Bei dem Fahrzeugimport war es naemlich so dass man neben der Einfuhr noch diesen extra Steuersatz zum schutze der Industrie zahlen musste. Beim FTA soll ja nur die Einfuhr unter den Tisch fallen oder?

Ich berichtige mich. Es erfolgt der Abbau der Schutzzölle für 98,7 Prozent der Produkte. Du hast recht. :)
This post was edited on 2011-05-08, 22:39 by iGEL.
Edit reason: Zitat gekürzt :-)
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