Forum: Overview Allgemeines Forum -  자유게시판 RSS
Korea-frust
tut mir leid, aber ich glaube ich mag Korea wirklich nicht ..
Page:  1  2  next  
This ad is presented to unregistered guests only.
lia #1
Member since Dec 2010 · 3 posts · Location: seoul
Group memberships: Benutzer
Show profile · Link to this post
Subject: Korea-frust
Hallo an alle,

ich bin Ende 20 und seit ca. 1/5 Jahr in Korea, Seoul.
Ich bin hier bei einer Sprachschule eingeschrieben und wollte hier einen längeren Aufenthalt machen, um das Land besser kennenzulernen und meine Wurzeln somit auch, da ich in Deutschland aufgewachsen bin und meine Mutter mir Korea, ihr Herkunftsland nie näher gebracht hat, weil sie es selbst nicht sehr mag.
Dennoch habe ich mich natürlich nie als 100% Deutsche empfunden, was mich hierherführte.

Gut seit ich hier bin analysiere ich das Land aus eigenem Interesse sehr und versuche die Kultur so gut es geht zu verstehen.
Und je länger ich hier bin und mehr verstehe, so wird es teilweise verständlicher, aber einiges bleibt mir nach wie vor ein Rätsel.

Nun zu meinen Frust..
Was ich beobachte ist, das sich fast alle Ausländer sehr schwer mit dem sozialisieren hier tun, wenn man nicht einen koreanischen Freund/Freundin hat, und ich beobachte das die meisten Ausländer hier sehr einsam sind.
Und Ausländer geben sich nur mit Ausländern ab.

Es ist unheimlich schwer sich zu sozialisieren wenn man der Sprache nicht mächtig ist, aber ich frage mich ob es wirklich besser wird, wenn man der mächtig wäre.
Und die Sprache lernt man leider nicht von heute auf morgen.

Was mich zudem stört ist, die Koreaner halten, auch untereinander immer eine Art von Distanz... ich frage mich da, ja sind sie nicht selber einsam dann. Aber vielleicht können sie nicht anders? Ich kann das schwer beschreiben.

Zudem finde ich Korea verdammt oberflächig.
Es zählt nur Schönheit, Status, Geld. Wo bleiben die Werte, der Character die Tiefe ???
Es nervt wenn man die ganzen schönen herrausgeputzten Menschen sieht, aber sie strahlen oft nur Arroganz und Narzissmus aus.

Je mehr Erfahrungen ich mit denen habe umso enttäuschter werde ich, so merke ich, dass die Männer zu 80% verlogene, egoistische Playboys sind und die Frauen oft auch nicht viel besser.
Angenehme Menschen sind eine große Minderheit hier.


Das klingt jetzt sehr hart, aber als ich wieder für kurze Zeit in Deutschland war, dachte ich, ja wir Deutschen mögen grob und plump sein, nicht so höfflich, aber wir machen uns wenigstens die Mühe nach der Suche von Werten.

Ich frage mich, enttäuscht von meinen Wurzeln.. war das jetzt wirklich alles.

Und meine es nicht wirklich böse auch wenn es hart klingt.

Freue mich über Erfahrungen anderer, die mir vielleicht mein Verständnis für Korea verbessern.

Grüße, Lia
henchan (Former member) #2
No profile available.
Link to this post
Hallo lia,
auf deine Frage kann ich nicht wirklich eingehen, da ich lediglich als Tourist
viermal Korea besucht habe. Das ist zuwenig, um wirklich etwas über den
Altag schreiben zu können.

Eine Verständnisfrag. Was meinst du mit 1/5 Jahr ?

1,5 Jahre, ein halbes Jahr oder ein fünftel Jahr (2,4 Monate) ?

Ich kann es mir schon vorstellen, dass es schwer ist, mit wenig Sprachkentnissen
sich zu integrieren. Da hilft vielleicht nur einen längeren Atem zu haben und zu lernen und lernen.

Auf meinen Reisen fand ich, waren Koreaner vergleichsweise offen und neugierig.
Nicht selten war es aber ein Problem, mit ihnen wirklich zu kommunizieren.
Ein Koreaner in Berlin erzählte mir, dass er glaubt, viele Koreaner einfach Angst haben,
Fehler beim Sprechen einer anderen Sprache zu machen. Mag sein.

Da ich "nur" als Tourist unterwegs war, kann ich nicht beurteilen, wie sich die Neugier
der Koreaner entwickelt hätte, wäre ich länger geblieben.
Avatar
Nomou #3
User title: Koi
Member since Nov 2007 · 396 posts · Location: Zuhause
Group memberships: Benutzer
Show profile · Link to this post
Stell dir einmal die Frage: Ist es in Deutschland auch nur im geringsten besser/anders?
Versetz dich in die Lage der Ausländer in Deutschland. Wo ist es in Deutschland besser?

Ich denke du betrachtest alles noch sehr "deutsch", also du setzt Deutschland als Standard und guckst, was in Korea besser bzw. vor allem was schlechter ist.
(Die Natur des Menschen sieht eher das Negative..)
Da du aber nie in Deutschland in einer vergleichbaren Situation warst (als Ausländer in D.), ist es unmöglich, die beiden Situationen so zu vergleichen.
Klar, dass es dann enttäuschend wird.

Es ist extrem schwer, diesen Filter an Konventionen, den man von Kind auf mitbekommen hat, abzustellen und die Kultur wirklich verstehen zu lernen.

Wenn du die Kultur "analysierst", bist du offensichtlich Beobachter und nicht Teilnehmer der Gesellschaft.
Nicht Gast sondern Außenstehender.
Wenn du dich selbst schon so einordnest (vermutlich unbewusst), wieso sollte dir dann seitens der Koreaner Interesse im Sinne einer zwischenmenschlichen Beziehung entgegengebracht werden?

Ich kenne dich nicht und kann daher nicht sagen, was für ein Mensch du bist und wo genau das Problem liegt. Aber was ich dir empfehlen würde, versuch mal alles aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, und versuch eine, echte Freundschaft mit einem Koreaner/einer Koreanerin aufzubauen.
Was dann immer noch "objektiv schlecht" ist, damit muss man sich auseinandersetzen und schauen, was man daraus über Korea schließen kann.
Aber dann genervt die ganze Gesellschaft zu verurteilen (oder auch ein fragwürdiges Buch darüber zu schreiben wie Vera Hohleiter) ist definitiv keine gute Herangehensweise, wenn man eine fremde Kultur verstehen will.
Avatar
Nomou #4
User title: Koi
Member since Nov 2007 · 396 posts · Location: Zuhause
Group memberships: Benutzer
Show profile · Link to this post
ps
das andere Extrem, die rosa Brille, ist auch nicht gut..
Gummibein #5
Member since Feb 2008 · 881 posts
Group memberships: Benutzer
Show profile · Link to this post
Ich verstehe den Frust gut.

Nach vielen Jahren im Ausland fühlt man sich entwurzelt und bei einem Besuch in der vermeintlichen Heimat stellt man überrascht fest wie weit man sich von den einstigen Wurzeln entfernt hat. Dazu kommt noch, dass man an Land und Menschen denen man sich nahe fühlt strengere Maßstäbe anlegt als bei ganz fremden Menschen.

Dass von mir aus Australier oder Mexikaner manchmal absonderliche Sitten pflegen nehmen wir emotionslos zur Kenntnis aber wehe wenn es um Koreaner oder Deutsche geht... Da wird bei bierseligen Mallorcatouristen und sich daneben benehmenden Koreanern hemmungslos fremdgeschämt.

Die Integration ist in Korea schwerer weil dort die Seilschaftenkultur extrem gepflegt wird. Findet man Anschluss an eine Seilschaft erfährt man die größte Herzlichkeit aber Gnade denen die das Pech haben keinen Anschluss zu finden oder noch schlimmer aus einer Seilschaft herauszufallen.

Ironischerweise sind sich die Koreaner ihrer Probleme die Du beobachtet hast bewußt haben aber nicht die Kraft sich und die Gesellschaft zu ändern bzw. haben keine Wahl als mitzumachen während Du in der komfortablen Lage bist Alternativen zu haben.

Ich würde raten nachsichtiger zu sein und sie so zu nehmen wie sie nun einmal sind, so wie die Koreaner es auch praktizieren. :)

Nein, die Koreaner sind keine Engeln aber wenn man nur Engeln lieben wollte, stünde einem ein sehr einsames Leben bevor. :)
This post was edited on 2010-12-27, 22:46 by Gummibein.
Lenny #6
Member since Jun 2009 · 121 posts
Group memberships: Benutzer
Show profile · Link to this post
Ich gebe Nomou vollkommen recht.
Avatar
Soju #7
Member since Jan 2007 · 2277 posts · Location: München
Group memberships: Benutzer, Stammtische Süddeutschland
Show profile · Link to this post
Quote by Lenny:
Ich gebe Nomou vollkommen recht.
Der schreibt zwar ganz nett, aber ich glaube kaum das ein typisch Deutsch aussehender die Gefühle von Lia versteht, besonders wenn er in D lebt und nur zum Urlaub nach Korea kommt....

Nach meiner Meinung versteht Gummibein, Lia da schon wesentlich besser!

Schon traurig wenn ich das von Lia lese...
Hoffe Du triffst Coole Leute und mit Deiner Stimmmung gehts wieder aufwärts ;-)
damm #8
Member since Apr 2008 · 378 posts · Location: Berlin
Group memberships: Benutzer
Show profile · Link to this post
In reply to post #6
oi,, ich verstehe auch deinen Frust sehr sehr gut,, aber in einer umgekehrten Situation.
ick wohne in Deutschland schon seit 3,5 Jahren und hab am Anfang null Kontakt mit den Deutschen außer mit meinem Lehrer in der Sprachschule,, so für etwa ein Jahr? hab ich nur Ausländer in Berlin kennengelernt die wie ich Deutsch lernten. es war schwer für mich mit 'normalen' Deutschen Kontakt zu verknüpfen. nur mit den Deutschen aus Alltagsgebrauch (?? also die Leute von der z.B. Bank, Hausverwaltung,, omg) konnte ich über 10 min. sprechen, sonst,, ach, es gab meinen verrückten Ex-Mitbewohner! omg dank ihm war ich selbst sehr sehr frustriert über deutschen Männer, die nur etwa 10-15 Jahre jüngere Asiatinnen suchen wegen,, na ja~ :P und sah deswegen alles durch sone 'rosa-rote Brille' (!)
und hab Studium angefangen und dachte, dass ich in der Uni Leute kennenlernen könnte,, eigentlich ist die Situation ja besser geworden als ich nur in der Sprachschule war aber erst nach 2, 3 Semester. die deutschen Studenten haben kaum Interesse an der ausländischen Studenten und meiner Meinung nach empfinden sie 'uns' eher störend, oder zumindest nicht hilfreich, wenn sie mit uns etwas zusammen machen sollen. - das war meine Meinung und jetzt verstehe ich etwas mehr über die deutschen Studenten und sehe sie anders. ;)
also wegen solche Situation war ich auch sehr negativ und unglücklich,, fühlte mich sehr einsam. eigentlich immer noch aber jetzt kann ich zu Hause allein selbst viel Spaß machen :P und in einem Forum, in dem die in Deutschland wohnenden Koreaner schreiben, sehe ich auch sehr viele verzweifelten Koreaner, die sich für mehreren Jahre ganz einsam fühlen und viel Stress bzw. machmal sogar dadurch physikalischen Krankheiten bekommen und daher regelmäßig(?) nach Korea fliegen müssen oder fast nur mit anderen Koreaner in Deutschland Kontakt haben. viele denken sogar dass die Deutschen sehr rassistisch sind oder dass sie die Ausländer ignorieren oder ausnutzen.

wenn ich über meine Erfahrung nachdenke, merke ich jetzt, dass alles aber an mir lag. ick habe hier viele Ausländer gesehen, die nicht besser als ich Deutsch sprechen können, solche Sprachsachen allerdings ihr gar nicht stören scheinen, um neuen Menschen kennenzulernen. es liegt mehr an ihren Charakter als ihren Sprachkenntnissen. es gibt wirklich die Leute, die egal wo immer Freunden machen. ich bin nur neidisch..

weil ich dieses Problem selbst nicht wirklich lösen konnte, kann ich dir nicht viel helfen. aber würde sagen, dass deine Situation ganz normal ist und es langsam besser wird. du solltest aber die Gelegenheiten selbst machen, normale alltägliche Situation bzw. Leben dort zu finden, in der du dich mit der normalen Koreaner vermischen kannst. gute Kontakte kommen irgendwann zufällig, man kann es nicht wirklich kontrollieren, aber man hat bessere Chancen, wenn man aktiv da drin steht.
This post was edited on 2010-12-28, 16:36 by damm.
Avatar
Soju #9
Member since Jan 2007 · 2277 posts · Location: München
Group memberships: Benutzer, Stammtische Süddeutschland
Show profile · Link to this post
@damm
Durch den Stammtisch kennst Du ja nun viele Deutsche :-)
Obwohl wir alle denke ich nicht typisch Deutsch sind und alle ganz verschieden sind, hoffe ich das doch der ein oder andere dabei ist mit dem Du Dich besser verstehst;-)
This post was edited on 2010-12-28, 17:01 by Soju.
damm #10
Member since Apr 2008 · 378 posts · Location: Berlin
Group memberships: Benutzer
Show profile · Link to this post
@Soju: yop ;) danke euch sehr! lieb euch >_<)////
karingel #11
Member since Feb 2010 · 2048 posts
Group memberships: Benutzer, Stammtische Ostdeutschland
Show profile · Link to this post
 :-) ich mag unsere Truppe und die junge, nette Meetkoreastammtischlerin
This post was edited on 2010-12-28, 18:10 by karingel.
Zeitghaist #12
Member since Nov 2010 · 124 posts
Group memberships: Benutzer
Show profile · Link to this post
ick habe hier viele Ausländer gesehen, die nicht besser als ich Deutsch sprechen können,

Na guck mal an, jetzt hast du sogar unbewusst die Berliner Schnauze (Dialekt ;) ) hineingebracht ;) ^_^

Ich glaube auch nicht unbedingt dass es ein Koreanisches Phänomen ist. Ich höre ganz ähnliche Geschichten z.B. auch von Leuten die momentan in Japan leben. Man darf nicht vergessen, dass es schon ein riesiger kultureller Unterschied ist, ob man als Deutsch(sprachiger) nach England, Austrialen, Kanada oder von mir aus auch Frankreich oder Spanien geht, oder ob man nach Ostasien zieht. Um schnell andere Leute kennen zu lernen deren Sprache man nicht wirklich gut kann (und das ist nunmal der erste Weg zum Kontakt), muss man schon extrem offen sein. Es kommt also auch in erster Linie auf die eigene Erwartungshaltung an. Ich kann dir jetzt auch nur empfehlen einmal zum Stammtisch zu kommen, auch wenn ich selbst leider noch nicht dort war. Aber man hört eigentlich nur nettes davon, und auch abseits dieser aktivitäten scheint es immer wieder nette treffen zu geben (ich habe letztens von einem Kochabend gelesen, das find' ich toll!  :-)  )

Ich wünsche euch beiden auf jeden Fall noch viel Kraft! genießt die Zeit, auch wenn der Weg manchmal sehr beschwerlich ist!
http://goingcrazykorea.blogspot.com
Avatar
iGEL (Administrator) #13
User title: 이글
Member since Jan 2005 · 3493 posts · Location: Berlin
Group memberships: Administratoren, Benutzer
Show profile · Link to this post
Moin!

Falls lia wirklich erst zwei Monate in Korea ist, kann das auch ein typischer Fall von Kulturschock sein. Nach 2, 3 Monaten ist die erste Aufgeregtheit vorbei, und man beginnt, sich über die Unterschiede aufzuregen. Man ist doch sehr in seiner eigenen Kultur verankert, aber Korea funktioniert halt in vielen, vielen Details einfach anders.  Und genau wie in Deutschland, ist nicht jeder total nett, sondern es gibt natürlich auch eine ganze Menge Egoisten und Idioten. Wenn Lia einen solchen Kulturschock hat, normalisiert sich das meist von selbst, falls man sich nicht total in Anti-Gefühle stürzt.

Ich empfehle in jedem Fall, das man sich nicht total abschottet, dann würde ich schon eher nach Hause fahren. Lieber würde ich versuchen, am kulturellen Leben teilzunehmen. Wie wäre es mit irgendwelchen Kursen, wo man mit Koreanern in Kontakt kommen kann? Neben Sport usw. reizt manchen vielleicht auch die Tee-Zeremonie oder Kalligraphie.

Gruß, Johannes
Offizieller Dogil.net / Meet-Korea-Twitter-Kanal: http://twitter.com/DogilNet
Avatar
Nomou #14
User title: Koi
Member since Nov 2007 · 396 posts · Location: Zuhause
Group memberships: Benutzer
Show profile · Link to this post
Übers Internet kriegt man ja auch schnell Kontakte aber da muss man m.E. als Ausländer aufpassen dass man nicht zum Maskottchen wird (neben anderen Risiken besonders für Frauen etc.etc.)
Avatar
딸기 티안 #15
Member since Jan 2010 · 1175 posts · Location: Seoul - Jungrang-gu
Group memberships: Benutzer, Stammtische Korea
Show profile · Link to this post
Ich glaube auch das der Thread Ersteller evtl. die falsche Hergehensweise gewaehlt hat. Als ich im zuge meiner Asien Rundreise das erste mal in Korea gelandet bin war mir schon klar das es nicht wie Deutschland sein wuerde. Ich hoffte sogar das es nicht sein wuerde, ich hoffte sogar Unterschiede zwischen den asiatischen Laendern sehen zu koennen. Ich bin bei sowas immer sehr gespannt und geh da sehr offen ran.

Heute nachdem ich mich erfolgreich? in Korea integriert habe, zaehle ich dreimal soviele koreanische Freunde als Deutschsprachige.


Kopf hoch, du wirst schon was finden :)
Schlage dir aber den Vergleich jetzt aus den Kopf, Deutschland liegt ueber 8000km weit in der Ferne.
Hier ticken die Uhren anders ;)
Close Smaller – Larger + Reply to this post:
Smileys: :-) ;-) :-D :-p :blush: :cool: :rolleyes: :huh: :-/ <_< :-( :'( :#: :scared: 8-( :nuts: :-O
Special characters:
Page:  1  2  next  
Go to forum
Not logged in.
Lost password · Register
Current time: 2021-01-25, 01:40:42 (UTC +01:00)  ·  Impressum  ·  Datenschutz