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Angst vor der deutschen Sprache
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galaxys (Guest) #1
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Subject: Angst vor der deutschen Sprache
 Hallo zusammen!!

 Ich bin Koreaner, in Korea aufgewachsen, seit 5 Jahren in Deutschland.

 Mein Problem ist, dass ich immer noch so viel Angst vor der deutschen Sprache habe.

 Meine Freunde sagen mir immer, dass ich schon gut Deutsch spreche.

 Ja, vielleicht habe ich kein Problem, mit Jemandem zu quatschen, oder meine Meinung zu äußern.

 Aber wenn ich vor vielen Leute einen Referat halte, oder eine Praxisstunde durchführe, habe ich

 enorme Angst. Ich habe keine Angst vor vielen Leute reden, sondern vor meiner deutschen Sprache!!

 Ich denke immer, ob die Leute mich überhaupt verstanden haben oder nicht, ob mein Deutsch richtig war.

 In Praxisstunde muss ich mich um alte Menschen kümmern, sie verstehen meinen ausländischen Akzent

 nicht so gut, ich kann sie auch manchmal nicht so gut verstehen.

 Obwohl ich seit 5 Jahren in Deutschland bin, kann ich nicht alles verstehen, und werde nur skeptisch.

 Ich brauche immer noch Hilfe und Korrektur von Deutschen, wenn ich eine Hausarbeit schreibe, oder

 Referat halte. Ich weiß, dass ich nicht perfekt wie ein Deutsche deutsch sprechen kann, aber will mindestens

 diese Angst überwinden....
karingel #2
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Hallo,

hast du schon mit Tandempartnern Deutsch zusammengelernt?
Es sind keine (altbekannten) Freunde, also relativ~ objektiv was
dein gesprochenes Wort angeht. Und du kannst deine Referate oder
ähnliches probeweise vortragen, üben, eventuell verbessern lassen.
Oder einen deutschen "meetkorea-Stammtisch" besuchen, wo du dich
austauschen kannst, fragen kannst, feedback bekommst zu deinem
Gesprochenem; zumindestens einmal monatlich. :-)
Gummibein #3
Member since Feb 2008 · 881 posts
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In reply to post #1
Nach fünf Jahren halte ich die Probleme für bedenklich. Selbst Menschen die schrecklich herumradebrechen haben sich nach so langer Zeit in der Regel mit ihren Möglichkeiten arrangiert. Auch sonst im Leben tun wir ja ständig Dinge die wir alles andere als perfekt beherrschen ohne uns viel Gedanken zu machen.

Wenn Du Deutsch sprichst, "denkst" dann auch in Deutsch oder formulierst Du es im Kopf in Koreanisch und versuchst es zu übersetzen?

Nach spätestens zwei Jahren fangen die meisten an in der jeweiligen Sprache zu denken weswegen fließende Mehrsprachler nicht automatisch brauchbare Dolmetscher sind.

Normalerweise gebe ich den Rat sich nicht unnötig zu stressen weil es nicht Deine Muttersprache ist bzw. Dein Deutsch wahrscheinlich um vielfaches besser sein wird als Koreanisch Deiner Gesprächspartner.

Hast Du dasselbe Problem mit Englisch oder einer anderen Fremdsprache?
damm #4
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Auf Wunsch des Benutzers gelöscht.
This post was edited 3 times, last on 2010-12-12, 13:25 by iGEL.
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Nomou #5
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wow..
euer Deutsch ist aber wirklich sehr gut.
Ich kenne Koreaner (und Chinesen) die schon locker 10 Jahre in Deutschland leben, hier studieren, ihren Abschluss (Master, sogar Dr...) gemacht haben - und so ein unglaublich schlechtes Englisch-Deutsch-Gemisch sprechen dass man es als normaler Deutscher einfach nicht verstehen kann.
Aber wenn ich euer geschriebenes hier sehe, dann halte ich es absolut nicht für ein Problem der sprachlichen Fähigkeiten.
Ich vermute, dass es einfach an der fehlenden Routine liegt.
Wenn Ihr versucht, so oft wie möglich auf Deutsch etwas vorzutragen, wird es mit der Zeit wahrscheinlich immer besser.

Allgemein gibt es ja 2 "Kreise" mit dem Selbstvertrauen.
Wenn man sehr unsicher ist, dann ist man beim Vortragen sehr nervös.
Wenn man nervös wirkt, ist man kein guter Redner - und das Feedback des Publikums ist entsprechend schlecht.
Dann wird man noch unsicherer etc.
Man muss einmal über diesen Punkt kommen, einmal richtig selbstbewusst auftreten (das geht nur mit sehr guter Vorbereitung und mindestens einem Probedurchlauf).
Dann bekommt man  gutes Feedback und fühlt sich bestätigt, wodurch man nächstes Mal noch sicherer ist u.s.w.
Das Problem ist wie gesagt, einmal die Angst zu überwinden, um aus dem negativen Kreislauf rauszukommen.
damm #6
Member since Apr 2008 · 378 posts · Location: Berlin
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@Nomou: danke für dein Tipp! werde es versuchen ;)
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딸기 티안 #7
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Das Problem mit dem Sprechen habe ich auch bei meinen Schuelern.
Das liegt einfach daran das sie es in der Schule nicht machen. Lesen, Schreiben, Verstehen, Grammatik.
Beim frei Sprechen werfen sie zum Teile die Grammatik ueber den Haufen und Verstehen dich nicht.

Deshalb setze ich mein Hauptaugenmerk auf die Kommunikation der alltaeglichen modernen Deutschen Sprache.


Sie sind halt total Verunsichert und haben Angst was falsches zu sagen, dass ist aber kein Problem. Ich lasse sie erst sprechen wie sie denken und der Meinung sind das es richtig ist. Erst danach korrigieren wir zusammen und gehen die richtigen Saetze durch. Ich lasse auch Vortraege halten um die Unsicherheit etwas zu nehmen, es ist zwar was anderes da sie mich und die anderen Schueler kennen, aber ein bisschen Hilft es. Es ist ueberhaupt nicht schlimm, ein Deutscher spricht auch nicht nach kurzer Zeit perfekt Koreanisch.

Wenn sie was nicht verstehen werden sie schon fragen ;) Nur Mut, nur Mut. ^^
This post was edited on 2010-11-29, 11:51 by 딸기 티안.
Flo-ohne-h (Moderator) #8
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Quote by 딸기 티안:
Wenn sie was nicht verstehen werden sie schon fragen ;) Nur Mut, nur Mut. ^^

Wenn meine Studenten wieder mal gehemmt sind (bei Englisch), sage ich immer, daß eine Sprache wie ein Muskel ist. Man muß sie trainieren sonst bleibt sie schwach. Wenn ich dann ein paar ziemlich falsche Sätze Koreanisch dazu sage, lockert das ziemlich auf.
Goodfriend #9
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In reply to post #3
Quote by Gummibein on 2010-11-28, 15:49:
Nach fünf Jahren halte ich die Probleme für bedenklich. Selbst Menschen die schrecklich herumradebrechen haben sich nach so langer Zeit in der Regel mit ihren Möglichkeiten arrangiert.[snip
Ich denke, dass dieser Fall nicht unbedingt auf galaxys zutrifft, aber wenn man/frau
sich im Ausland in ein koreanisches (Sprach)Ghetto begibt, sind solche Probleme auch
noch nach zig Jahren eigentlich verständlich.

Das sollte man/frau eigentlich eher den PolitikerInnen vor die Nase halten, die ziemlich
nach Gutdünken -- je nach Bundesland -- Rückkehr- oder Integrationspolitik betreiben.

Die alte Zuzugssperre (Tiergarten, Neukölln, Kreuzberg) für gewisse Nationalitäten
(nicht RoK) in Berlin zwecks "Integration" war auch ein zweischneidiges Schwert...



@ galaxys & damm
화이팅! ^^
This post was edited on 2010-12-01, 00:45 by Goodfriend.
Goodfriend #10
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In reply to post #8
Quote by Flo-ohne-h on 2010-11-29, 03:42:
Quote by 딸기 티안:
Wenn sie was nicht verstehen werden sie schon fragen ;) Nur Mut, nur Mut. ^^

Wenn meine Studenten wieder mal gehemmt sind (bei Englisch), sage ich immer, daß eine Sprache wie ein Muskel ist. Man muß sie trainieren sonst bleibt sie schwach. Wenn ich dann ein paar ziemlich falsche Sätze Koreanisch dazu sage, lockert das ziemlich auf.
Goodfriend #11
User title: ~굿프렌드
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In reply to post #8
Quote by 딸기 티안:
Wenn sie was nicht verstehen werden sie schon fragen ;) Nur Mut, nur Mut. ^^
Neeh. Die fragen nicht. Habe ich schon etliche Male probiert.
Explizit: 이해가 안되거나 궁금한 점 있으면 물어부세요!

Verbale Ermunterungen helfen so nicht weiter.
Es sei denn, man/frau verspricht z.B. bei einem "Pflichtsoll" (1 Frage/Stunde?)
eine bessere Note... und dann sind die Fragen reine Worthülsen.  :(


Quote by Flo-ohne-h on 2010-11-29, 03:42:
Wenn meine Studenten wieder mal gehemmt sind (bei Englisch), sage ich immer, daß eine Sprache wie ein Muskel ist.[snip]
Dieses Beispiel macht zwar Dinge etwas transparenter, aber zum einen sind viele
Sprachkompetenzen nicht – ähnlich wie in der Mathematik – durch reine Übung
erwerbbar (das klassische Vorbild ist hier das "Lernen durch Einsicht").


Desweiteren ist das Prinzip "Übung macht den Meister" den StudentInnen eigentlich klar
und die Muskelanalogie nur eine hübsche Illustrierung davon.


Zum dritten sind die Lernenden ja (i.d.R.) nicht dumm und sie verstehen durchaus den
Ursache-Wirkungs-Zusammenhang:


Wenn ich lerne (übe, mir Routine erwerbe),
dann verbessern sich meine Sprachkenntnisse.


Allerdings reicht dieses “Wissen“ allein in der Fremdsprachakquisition,
sondern wir kennen schon seit ca. den 1950ern den enormen Einfluss von
Wissenssystemen.


Also:

Nicht nur a => b
(Übung => gutes Fremdsprachenkompetenz)

sondern es sollte auch ein Aspekt der internalen Attribution
("ich kann a anwenden und b erzielen"), sowie eine Aspekt der
Kontinuität oder Persistenz von den LehrerInnen mitvermittelt werden

("ich kann a [üben]. Damit b [anwendbare Fremdsprachenkenntnisse]
erwerben und dies auch bis zum Erfolg durchziehen".


Ziemlich theoretisch, aber das ist – grob abgesteckt – was die Empirie
IMHO dazu zu sagen hat...    ;)
Flo-ohne-h (Moderator) #12
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In reply to post #9
Quote by Goodfriend:
Ich denke, dass dieser Fall nicht unbedingt auf galaxys zutrifft, aber wenn man/frau
sich im Ausland in ein koreanisches (Sprach)Ghetto begibt, sind solche Probleme auch
noch nach zig Jahren eigentlich verständlich.

Aus diesem Grund habe ich den Uni-Oberen (Vizepräsidenten&Co.) ans Herz gelegt, sie sollen sicherstellen, daß die Studenten, die von der Uni ein Austauschprogramm mit einer ausländischen Uni gesponsert bekommen, keinesfalls als Gruppe sondern nur alleine unterwegs sind. Ansonsten wird die Effektivität des Sprachaustausches eher mager sein.

Mal schaun, ob's was gebracht hat. Ein Unipräsidentenwahlkampfthema ist es auf jeden Fall geworden.
Flo-ohne-h (Moderator) #13
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In reply to post #11
Quote by Goodfriend:
Zum dritten sind die Lernenden ja (i.d.R.) nicht dumm und sie verstehen durchaus den
Ursache-Wirkungs-Zusammenhang:

Dumm vielleicht nicht; aber viele haben nicht verstanden, daß zwischen auswändig lernen und verstehen ein himmelweiter Unterschied ist.

Ich merke das immer, wenn ich in der Prüfung Fragen zum Wissen und zum Verständnis stelle. Bei Wissensfragen punkten fast alle perfekt. Bei Verständnisfragen tun sich selbst bei einfachen Fragestellungen unglaubliches Unverständnis auf. Selbst wenn ich vorher gesagt habe, daß eine derart gestaltete Frage in der Prüfung drankommt.
Empathic #14
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@flo & goodfriend
Ich glaube, dass ihr dasselbe meint, aber Sprache ist Wissensakquisition & deren Anwendung.
Das hat punktuell etwas mit "Verstehen" zu tun, aber meist nicht.

Es sei denn, man versteht unter "Verstehen" wirklich die Wahrhabung, dass man es selber tun kann und dies auch machbar ist.


@goodfriend
Ich denke, du hast versucht, das Konzept der Selbstwirksamkeit nach Bandura verstaendlich zu beschreiben? ;)
Flo-ohne-h (Moderator) #15
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Quote by Empathic:
@flo & goodfriend
Ich glaube, dass ihr dasselbe meint, aber Sprache ist Wissensakquisition & deren Anwendung.
Das hat punktuell etwas mit "Verstehen" zu tun, aber meist nicht.

Nein, ich meinte Vorlesungen in naturwissenschaftlichen Fächern und die haben wirklich etwas mit Verstehen zu tun (zumindest in der westlichen Welt) :(
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