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Angst vor der deutschen Sprache
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crocos (Guest) #16
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In reply to post ID 32389
Flo-ohne-h:

"Nein, ich meinte Vorlesungen in naturwissenschaftlichen Fächern und die haben wirklich etwas mit Verstehen zu tun (zumindest in der westlichen Welt)"

"aber viele haben nicht verstanden, daß zwischen auswändig lernen und verstehen ein himmelweiter Unterschied ist. "

" keinesfalls als Gruppe sondern nur alleine unterwegs sind."

Zu den Sprachen: Wie viele Deutsche, die in Korea leben, sprechen denn flüssig Koreanisch oder können eine koreanische Zeitung lesen? Ich kenne einige Deutsche (und noch mehr Amis und Kanadier), die, obwohl sie lange in Korea leben, kaum Koreanisch sprechen oder es aufgegeben haben. Koreaner, die in Deutschland leben, sprechen nach meiner Erfahrung fast alle Deutsch so, dass man es verstehen kann oder haben sich zumindest sehr große Mühe gegeben, die Sprache zu erlernen. Das trifft auf uns Deutsche (und noch viel weniger auf Amis oder Kanadier) objektiv nicht zu!

Selbst wenn Koreaner allein ins westliche Ausland gehen, finden sie doch sehr schnell koreanische Freunde, sei es in der Uni oder der Kirche, oder, wie häufig in Großstädten vorhanden, in der koreanischen Gemeinde. Da würde es wenig helfen, sie allein nach Korea zu schicken. Sie würden rasch koreanische Bekanntschaften schließen, tw. bevor sie deutschen Boden betreten haben. Das Internet machts möglich. Priorität haben stets Bekanntschaften mit anderen Koreanern, schlicht, weil diese auch Koreaner(!) sind und Koreaner deshalb annehmen, dass sie das gleiche/ ähnliche Schicksal und Denkweise haben, bevor sie überhaupt in Betracht ziehen, mit Deutschen oder anderen Ausländern in Kontakt zu treten, geschweige denn eine richtige Freundschaft aufzubauen. Mit Ausländern knüpfen sie vor allem aus utilitaristischen Gründen Kontakt (um die Sprache zu lernen). Manchmal kann sich natürlich eine Freundschaft oder gar Partnerschaft ergeben.
 
Es ist nichts Neues, dass Korea wie viele andere asiatische Länder auch von Europa oder Japan kolonialisiert wurde und lange eine Entwicklungsdiktatur und nach dem Korea-Krieg wiederaufgebaut werden musste. Das hat die nationale Identität als Koreaner gestärkt, v.a. hat es das Leiden und Durchhalten gestärkt.
Zudem ist Korea eine, durch die Kultur, den Konfuzianismus, bedingte kollektive Gesellschaft. Das sollten wir als Ausländer akzeptieren und verstehen lernen, wenngleich es uns schwer fällt. Viele (deutsche) Ausländer glauben jedoch, obwohl sie es natürlich nicht aussprechen würden, dass unsere Kultur und Werte denen der Asiaten und Koreaner überlegen sind. Daraus folgen Kommentare wie deine. Koreaner denken übrigens teilweise genauso, selbst wenn sie in Anfällen von (nationalem) Selbstmitleid genau das Gegenteil behaupten, um dem Vorwurf zu entgehen bzw. um sich selbst vor dem Anderen zu erniedrigen. 

Wir sollten alle versuchen "koreanischer" zu denken, um zu verstehen, warum Koreaner wie handeln. Aus dem westlichen Erklärungsradus folgen nur Überlegenheitsansprüche, von wegen Koreaner würden nicht denken oder mitdenken.
Ich glaube auch manchmal, dass Koreaner im Unterricht oder Seminar an der Uni nicht mitdenken und wenig analytische Fähigkeiten haben, aber auch diese Vorstellungen kommen alle aus dem Westen, aus Westeuropa und später den USA. Koreaner sind sich dem auch bewusst, würden aber ihre Unterrichtsmethoden nie ändern. Der gleiche Prof, der das kritisiert, ist vielleicht derjenige, dessen Klausuren auch auf auswendig erlerntem Wissen basieren. Koreaner können und wollen sich auch nicht von ihrem System befreien. Es war/ ist auch irgendwie erfolgreich. Ohne Zweifel können Schüler in Mathematik in Korea sicher mehr als in Deutschland.

Koreaner und andere Ostasiaten partizipieren auch weniger im Seminar, weil sie Angst haben, Fehler zu machen und eventuell ihr Gesicht verlieren oder sich beschämt fühlen. Außerdem wollen sie sich nicht in den Vordergrund drängen. Sie bleiben lieber im Hintergrund, sind aber in der Lage gute/ sehr gute Ergebnisse in Prüfungen zu erzielen, gerade weil sie lernen bis sie es drauf haben und nicht aufgeben.

Tobias
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