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Planung für den Umzug nach Seoul im Sommer 2011
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TaubeNuss #1
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Subject: Planung für den Umzug nach Seoul im Sommer 2011
Seit knapp zehn Tagen lese ich hier im Forum den einen und anderen Bericht. Da merkt man, dass die Berichte sehr individuell und nicht immer vergleichbar sind.

Zu mir:
Bin 31 und von Geburt an taub. Obwohl meine Ohren nicht funktionieren, kann ich hervorragend kommunizieren, in deutscher und englischer Lautsprache sowie deutscher und koreanischer Gebärdensprache.
Nach meinem Abitur habe ich zuerst an der Fachhochschule Potsdam meinen Diplom in Bauingenieurwesen (Verkehrsplanung, Straßenbau, Siedlungswasserwirtschaft und Wasserbau) gemacht, ging anschließend nach Darmstadt und habe mir den "Master of Science"-Abschluss im Bereich Verkehrs- und Transportwesen an der dortigen Technischen Universität (Frühjahr 2008) geholt. Bedingt durch meine Hörbehinderung (Nicht-Telefonieren-können) war meine Stellensuche deutschlandweit richtig mühsam. Da mir nichts anderes übrig blieb, fing ich von unten, mit einem Praktikum an und zog nach Hamburg, wo ich ein Jahr blieb und seit einem Jahr bin ich Wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Statistischen Bundesamt.

Seit jeher ist es schon immer mein Traum gewesen, nach Asien zu gehen, dort zu leben und "versuchen" zu arbeiten. Arbeiten in Anführungsstrichen deswegen, weil ich aus den anderen Berichten entnehmen konnte, dass a) die Arbeitsbedingungen dort für deutsche Verhältnisse "brutal" sind, b) die Chancen, dort eine Stelle zu finden, die zum Profil des Berichterstatters pasen, eher gering sind, c) man bessere Chancen hat, dort eine Stelle zu finden, wenn man vom Mutterkonzern aus nach Korea geschickt wird und d) die Chancen, dort eine Stelle zu bekommen und dabei keine bzw. sehr geringe koreanische Sprachkenntnisse zu haben, noch weiter sinken.

Trotz allem möchte ich dorthin ziehen. Meine jetzige Tätigkeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter endet Mitte Mai und eine Verlängerung meines jetzigen Projektes wird vom Geldgeber des Projektes nicht angestrebt.

Seit mehreren Jahren bin ich mit einem Koreaner befreundet, habe mit ihm ein Jahr zusammen gewohnt. In dieser Zeit unterstützte ich ihn bei einem kulturellen Projekt, in der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung einer siebentägigen Studienreise von 10 jungen Koreanern durch Deutschland. Und jetzt kommt es, was einige vielleicht schon spekulieren: Ja, ich habe da eine nette Koreanerin kennengelernt. Seit dem stehen wir per e-Mail in Kontakt und sind mittlerweile auf Videochat-Konferenzen umgestiegen und unterhalten uns in Koreanischer und Deutscher Gebärdensprache. Sie ist ebenfalls 31 und berufstätig. Wie es so kommen musste, kamen wir uns immer näher und in diesem Jahr Oktober war ich für 17 Tage in Seoul. Dort durfte ich bei den Eltern von meinem koreanischen Freund (mit dem ich über 1 Jahr zusammen gelebt habe) übernachten. In der Zeit war ich ausschließlich bei Koreanern und mit Koreanern unterwegs. Schwierig ist natürlich die Sprache. Nichtdestotrotz habe ich die Zeit in Seoul genossen, was auch daran lag, dass ich mit meiner Freundin zusammen gekommen bin.

Die Entscheidung, nach Korea zu ziehen, ist nicht während meiner Reise gefallen. Die fiel schon im April dieses Jahres, also gute fünf Monate vor meiner Koreareise. Das lag daran, dass meine Freundin und ich uns immer näher gekommen sind und man irgendwann zu einem Punkt gelangt, in der man sich fragt, wird dasbeziehungstechnisch überhaupt etwas?! Oder lässt man das sein. Darüber sprach ich mit meiner Familie und mit einigen Freunden. Die Meinungen waren unterschiedlich und einige sagten, mach es, während andere eher skeptisch waren, ob das überhaupt eine gute Idee ist. Frei nach dem Motto "Wer nicht wagt, der nichts gewinnt" entschied ich mich für mein Herz und dafür, dass ich bereit bin, nach Korea zu ziehen.

In einigen Berichten, hier im Forum, wird davon abgeraten, nur der Liebe wegen nach Korea zu ziehen. Ich gebe es zu, dass man sich nie sicher sein kann, ob die Liebe auch tatsächlich hält und ich weiß auch, dass es ganz was anderes ist, wenn man in Korea Urlaub macht oder dort lebt und arbeitet. Darunter kann, muss aber nicht, die Liebe leiden.

Was ich für mich noch als Vorteil erachte ist, dass ich dort die Eltern von meinem koreanischen Freund (auf freundschaftlicher Art - beziehungsmäßig habe und hatte ich mit ihm nichts am Hut) kenne und sie für mich quasi auch eine Stütze für meine "Immigration" in Korea sind.

Geplant habe ich folgendes:
a) ich bewerbe mich bei internationalen Unternehmen (Chancen sind eher gering), oder
b) ich beginne dort ein Sprachstudium an einer der dortigen Universität (Sogang, Yonsei, Ewha) und bewerbe mich weiterhin.
c) in Korea und Seoul drei Jahre zu bleiben, evtl. auch länger (denn man weiß nie, was kommt).

Meine Freundin will, unabhängig von mir, auch irgendwann nach Europa kommen. Sie will, bevor sie den Sprung wagt, erst einmal genug Berufserfahrung sammeln (Medien und Filmbranche). Das heißt, dass sie nach zwei Jahren bereit ist, nach Europa zu kommen.

Eine Anmerkung zu der Familie meiner Freundin (da dieser Punkt auch häufig hier angesprochen wird): Ihre Familie habe ich noch nicht kennengelernt, da wir noch nicht soweit sind, dass wir vor dem Traualtar stehen wollen. Mittlerweile ist ihre Mutter darüber informiert, dass sie mit mir eine Beziehung hat. Erstaunlicherweise war die Reaktion ihrer Mutter ganz freundlich. Sie war sehr neugierig und der Fakt, dass meine Mutter eine gebürtige Finnin ist, hat ihr Interesse noch mehr geweckt. Positiv ist es, dass es keine ablehnende Haltung von ihr gab. Darüber hinaus hat ihre Mutter sie schon früher dazu ermuntert, ins Ausland zu gehen.

Nunja...

Zusammengefasst:
Ich möchte nach Seoul ziehen, im Sommer 2011. Habe bis dahin zwei Jahre Berufserfahrung, zwei akademische Abschlüsse (eines davon an einer Universität mit einer großen Reputation in der Ingenieurbranche - worauf Koreanische Arbeitgeber besonders viel wert legen). Nachteilig ist allerdings, dass ich
a) kaum Koreanisch kann
b) taub bin (auch wenn ich hervorragend kommunizieren kann)
c) verliebt bin - kann sich evtl. als Nachteil erweisen ;)

Was meint ihr dazu? Kommentare, Kritiken und Fragen sind erwünscht.
Flo-ohne-h (Moderator) #2
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Quote by TaubeNuss:
Zusammengefasst:
Ich möchte nach Seoul ziehen, im Sommer 2011. Habe bis dahin zwei Jahre Berufserfahrung, zwei akademische Abschlüsse (eines davon an einer Universität mit einer großen Reputation in der Ingenieurbranche - worauf Koreanische Arbeitgeber besonders viel wert legen). Nachteilig ist allerdings, dass ich
a) kaum Koreanisch kann
b) taub bin (auch wenn ich hervorragend kommunizieren kann)
c) verliebt bin - kann sich evtl. als Nachteil erweisen ;)

Was meint ihr dazu? Kommentare, Kritiken und Fragen sind erwünscht.

Hallo,

ich will Dir nicht die Lust verderben, aber Punkte a) und b) sind für mich RIESENhürden, über die Du nur mit viel Glück und den richtigen Beziehungen kommen wirst. Überlegt Dir einfach mal, warum Dich eine koreanische Firma einstellen soll, wenn sie alternativ einen Koreanischen Muttersprachler bekommt, der obendrein nicht taub ist. Es gibt einfach recht wenige Gründe das trotzdem zu tun. Eine gute deutsche Uni ist natürlich nicht schlecht im Lebenslauf, allerdings sind die dt. Unis nicht in den Listen der Top-Unis der Welt zu finden und da Koreaner sehr auf die schauen, wirds auch nicht ganz einfach.

Ich habe in Korea Behinderte (außer sehr alte Leute) nur in einer Rolle gesehen - als Bettler auf der Straße. Ich kann mir nicht vorstellen, daß Du mit offenen Armen empfangen wirst. (Dauer-)Telefonieren ist quasi Volkssport Nummer 1 in Korea (was einer der Dinge ist, die mir hier auf die Nerven geht - Man kann fast nie eine Unterhaltung führen ohne daß das Handy klingelt) und alleine deshalb wirds schwierig für Dich.

Eine Frage zu Deiner Freundin: Ist sie auch taub? oder kann Sie nur die Gebärdensprache?

Für die weitere Beziehung ist vielleicht noch wichtig: ist Deine Taubheit genetisch oder durch etwas anderes bedingt? Wenn es ein genetisches Problem ist, könnte es sein, daß Ihre Eltern nicht so begeistert sind, weil sie (zu Recht) taube Enkel befürchten.

Viel Glück
qwertzu67 #3
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In reply to post #1
Viel Glück in Korea!

Und mach dir nicht so große Sorgen. Wird schon irgendwie klappen ^^
Ist bestimmt eine gut Erfahrung für dich und mit ein bisschen Glück findest du auch einen Job.
Ich denke auch in Deutschland ist die Jobsuche für jemanden der Taub ist ein bisschen eingeschränkter...also wieso nicht dem Herzen folgen und eine super Erfahrung in Korea machen.

Wünsche dir viel Erfolg bei der Jobsuche und dass du auch weiterhin so verliebt bleibst ^^

P.S. Glaub nicht immer was hier im Forum steht, das kann manchmal ziemlich demotivierend sein.
TaubeNuss #4
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In reply to post #2
Quote by Flo-ohne-h:
Hallo,

ich will Dir nicht die Lust verderben, aber Punkte a) und b) sind für mich RIESENhürden, über die Du nur mit viel Glück und den richtigen Beziehungen kommen wirst. Überlegt Dir einfach mal, warum Dich eine koreanische Firma einstellen soll, wenn sie alternativ einen Koreanischen Muttersprachler bekommt, der obendrein nicht taub ist. Es gibt einfach recht wenige Gründe das trotzdem zu tun. Eine gute deutsche Uni ist natürlich nicht schlecht im Lebenslauf, allerdings sind die dt. Unis nicht in den Listen der Top-Unis der Welt zu finden und da Koreaner sehr auf die schauen, wirds auch nicht ganz einfach.
ja, deswegen Sprachkurs besuchen und parallel bewerben. Ich gehe davon aus, dass ich nicht die richtige Stelle und wenn, dann irgendeine, was mit meinem jetzigen Studium nichts zu tun hat. Klingt vielleicht naiv - aber die Erwartungen sollten nicht zu hoch sein...

Quote by Flo-ohne-h:
Ich habe in Korea Behinderte (außer sehr alte Leute) nur in einer Rolle gesehen - als Bettler auf der Straße. Ich kann mir nicht vorstellen, daß Du mit offenen Armen empfangen wirst.

Während meiner Koreareise hatte ich meine Amtskollegen von Korea Statistics in Daejeon besucht. Dort wurde mir mitgeteilt, dass es eine Behindertenquote im Öffentlichen Dienst gibt, der bei 10% liegt. Das heißt, dass jeder 10. Staats-Angestellter "behindert" ist. Es ist nur die Frage, wie man dort "Behinderte" definiert. In Deutschland liegt diese Quote bei 5% :-O

In Deutschland sehe ich dann und wann auch behinderte Menschen auf der Straße, die um Almosen bitten. Noch eine interessante Statistik: In Deutschland liegt die Arbeitslosenquote bei Gehörlosen Menschen bei 30% (In Berlin sogar bei 70% - Quelle: Deutscher Gehörlosenbund)


Quote by Flo-ohne-h:
Eine Frage zu Deiner Freundin: Ist sie auch taub? oder kann Sie nur die Gebärdensprache?

Für die weitere Beziehung ist vielleicht noch wichtig: ist Deine Taubheit genetisch oder durch etwas anderes bedingt? Wenn es ein genetisches Problem ist, könnte es sein, daß Ihre Eltern nicht so begeistert sind, weil sie (zu Recht) taube Enkel befürchten.

Ja, meine Freundin ist auch taub, sie spricht, genauso wie ich, auch sehr gut in der Lautsprache. Unterhalten tun wir uns aber in Gebärdensprache.
Zu der Frage mit den Genen: tjo, gute Frage... mein Bruder ist taub und ist zur Zeit Lehrer in Finnland. Sonst ist in meiner Familie kein einziger taub. Die Chancen, dass es genetisch bedingt ist, ist eher gering und mir ist es, ehrlich gesagt, wurscht, ob es in den Genen liegt oder nicht. Aber du kannst recht haben, dass die Eltern etwas dagegen haben könnten und darauf werde ich meine Freundin mal ansprechen ;)

Quote by Flo-ohne-h:
Viel Glück

Danke :)
This post was edited on 2010-11-27, 15:46 by TaubeNuss.
TaubeNuss #5
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In reply to post #3
Quote by qwertzu67:
Viel Glück in Korea!

Und mach dir nicht so große Sorgen. Wird schon irgendwie klappen ^^
Ist bestimmt eine gut Erfahrung für dich und mit ein bisschen Glück findest du auch einen Job.
Ich denke auch in Deutschland ist die Jobsuche für jemanden der Taub ist ein bisschen eingeschränkter...also wieso nicht dem Herzen folgen und eine super Erfahrung in Korea machen.

Wünsche dir viel Erfolg bei der Jobsuche und dass du auch weiterhin so verliebt bleibst ^^

P.S. Glaub nicht immer was hier im Forum steht, das kann manchmal ziemlich demotivierend sein.

Jo, wer die Augen offen hält, der findet einen Weg ^^
Und Misserfolge stärken einen Menschen, die Frage ist nur, wie geht der Mensch mit diesen negativen Erfahrungen um? Und ich bin mir sicher, dass ich dort eine Stelle bekomme, womit ich heute gar nicht gerechnet habe, also in einer ganz anderen Berufsbranche lande...

Macht es denn Sinn, wenn man Kontakt mit der Deutschen Botschaft in Seoul aufnimmt oder mit der dortigen Industrie und Handelskammer? Soweit ich es weiß, haben sie eine Liste, in der alle Interessenten eingetragen sind und sie vermitteln dann, wenn sie Anfragen von Unternehmen bekommen, die nach qualifizierten Arbeitskräften aus Deutschland suchen.
Flo-ohne-h (Moderator) #6
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In reply to post #4
Quote by TaubeNuss:
Während meiner Koreareise hatte ich meine Amtskollegen von Korea Statistics in Daejeon besucht. Dort wurde mir mitgeteilt, dass es eine Behindertenquote im Öffentlichen Dienst gibt, der bei 10% liegt. Das heißt, dass jeder 10. Staats-Angestellter "behindert" ist. Es ist nur die Frage, wie man dort "Behinderte" definiert. In Deutschland liegt diese Quote bei 5% :-O

Also, an der Uni sind jede Menge Staatsbedienstete, aber einen Behinderten habe ich noch nicht gesehen. Es mag zwar sein, daß ich nicht jeden Behinderten sofort erkannt habe, aber bei den ca. 300 Professoren und 150 reguläre Angestellten, die ich kennengelernt habe, war keiner dabei.

Zumindest rollitauglich sind die Unigebäude aber (meistens - bei meinem Institut geht der Aufzug nicht in den Keller und einige Klassenräume und Aufenthaltsräumlichkeiten sind da unten).
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Chung-Chi #7
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An der Uni, an der ich bis August noch gearbeitet habe, gab es einen blinden Professor. Den musste die studentische Hilfskraft immer unterstuetzten, damit er zum Beleg seiner Anwesenheit unterschreiben konnte, die wussten aber immer alle Bescheid und ich habe nie gemerkt, dass es zu Problemen gekommen waere.

In Korea gibt es fuer grosse Unternehmen ab einer bestimmten Mitarbeiteranzahl auch eine Behindertenquote, allerdings koennen sich die Unternehmen von dieser Verpflichtung freikaufen, wovon wohl auch oefters Gebrauch gemacht wird.

Wenn Du allgemein im Netzt suchst, wirst Du sicherlich noch einiges an Informationen zu der Situation von Behinderten (im Allgemeinen) in Korea finden. Aber vor allem hast Du ja Deine Freundin ... die sollte sich doch eigentlich auskennen ...?

Einen Rat, was du tun solltest, will ich Dir nicht geben. Ich habe das Gefuehl, dass Du Deine Entscheidung sehr sorgfaeltig treffen wirst. Viel Glueck!
Zeitghaist #8
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....und vor allem ist sein einziger Nachteil, dass er nicht telefonieren kann. Ich glaube also nicht unbedingt, dass es unmöglich ist eine Stelle zu finden.
http://goingcrazykorea.blogspot.com
TaubeNuss #9
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Ja, die Bedingungen für behinderte Menschen im Arbeitsleben sind nicht gerade berauschend. In Deutschland haben behinderte Menschen laut Gesetz mehr Rechte. Allerding, das merke ich, werden diese Gesetze nur schwammig angewandt und häufig kann man das Recht nicht anwenden, weil keine Gelder vorhanden sind, wie z.B. für die Nutzung von Gebärdensprachdolmetscher im Arbeitsleben.

Mit diesem Statement möchte ich nicht sagen, dass ich auf mein Recht poche und auf Biegen und Brechen das umsetzen will. Ich weiß auch, dass es in Korea nur sehr wenige Rechte für gehörlose Menschen gibt und dass sie häufig woanders arbeiten, als dort wo sie eigentlich wegen ihrer Ausbildung hingehören. Ausnahmen gibt es immer.

@Flo ohne h - manche Arten der Behinderungen sieht man nicht, wie z.B. wenn jemand Arthrose hat (in Deutschland bekommt man, je nach Schwere der Arthrose einen Schwerbehindertenstatus von 30 bis 50%). Dann gibt es auch behinderte Menschen, die wegen ihrer Krankheit als behindert eingestuft werden, wie z. B. Diabetes oder wenn jemand eine Spendeniere hat. Behindert zu sein heißt nicht, dass es sofort auffällt, dass man behindert ist. Das ist bei Hörgeschädigten häufig der Fall.

@Zeitgeist - Telefonieren, obwohl man nicht hören kann, das ist möglich. Mit Dolmetschzentralen kann man sich über Internet und mit einer Webcam mit einem/-r Gebärdensprach- oder Schreibdolmetscher/-in in Verbindung setzen, die simultan das Gespräch dolmetschen. Das was der Gesprächspartner sagt, wird gleich übersetzt. Momentan nutze ich das auch für meine Arbeit. In Korea gibt es diese Dienstleistung auch.

@Chung-Chi das mit dem Freikaufen ist in Deutschland auch häufig der Fall. Hierzulande wird das  Ausgleichsabgabe genannt.

Es kann durchaus sein, dass ich berufsmäßig in irgendeiner Behindertenorganisation lande. Wer weiß.
Flo-ohne-h (Moderator) #10
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Quote by TaubeNuss:
@Flo ohne h - manche Arten der Behinderungen sieht man nicht

Ist mir durchaus bewußt. Aber trotzdem erwarte ich, daß ich einen gewissen Prozentsatz erkenne. Wie geschrieben, ist mir an der Uni bisher kein behinderter über den Weg gelaufen. Wenn ich grob 2000 Uniangestellte ansetze, müßten es 200 Behinderte geben. Es macht mir keiner weiß, daß deren Behinderungen alle unsichtbar sind.
Flo-ohne-h (Moderator) #11
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In reply to post #1
Quote by TaubeNuss:
Zusammengefasst:
Ich möchte nach Seoul ziehen, im Sommer 2011. Habe bis dahin zwei Jahre Berufserfahrung, zwei akademische Abschlüsse (eines davon an einer Universität mit einer großen Reputation in der Ingenieurbranche - worauf Koreanische Arbeitgeber besonders viel wert legen). Nachteilig ist allerdings, dass ich
a) kaum Koreanisch kann
b) taub bin (auch wenn ich hervorragend kommunizieren kann)
c) verliebt bin - kann sich evtl. als Nachteil erweisen ;)

Was meint ihr dazu? Kommentare, Kritiken und Fragen sind erwünscht.

ein Bekannter hat mir geraten, daß sich Deine Freundin an die Vereinigung der Behinderten (장애인연합회) wendet. Falls Du mehr Hilfe brauchst kannst Du ihn über mich kontaktieren.
TaubeNuss #12
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Quote by Flo-ohne-h on 2010-11-28, 14:16:
ein Bekannter hat mir geraten, daß sich Deine Freundin an die Vereinigung der Behinderten (장애인연합회) wendet. Falls Du mehr Hilfe brauchst kannst Du ihn über mich kontaktieren.

Ich werde sie mal darauf ansprechen und fragen, ob sie diese Vereinigung kennt und dich dann mal bei Gelegenheit anschreiben. Danke für den Hinweis.
Knowledge_Worker #13
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Servus du,

wollte nur sagen, dass ich deine Story, deinen Mut und dein Selbstvertrauen toll finde! :) Sehr gut.
Daran kann man sich nur ein Beispiel nehmen, d. h. lass dich von nix abbringen!! :) Life is no ponyhof. ;)

Und das Wichtigste ist doch eh dass du glücklich bist, also erstmal rein in's Glück! :D

Und natürlich stimmt es dass die Mentalität zu Behinderungen oft nicht berauschend ist, aber wenn deine Freundin ja selbst "behindert" ist, werden ihre Eltern wohl nicht so große Bedenken haben, als wenn das der Fall wäre!
Außerdem sollte man das doch medizinisch klären können?...

Alles in allem wird die Welt, die Zukunft doch nur besser (also rein von dem was heute alles möglich ist :)), ich denke du bist sicher mehr trainiert im optimistisch nach vorne schauen als die meisten inkl. mir! ...

PS: Ok der Beitrag ist ein wenig älter, aber vielleicht gibt es ja News! :)
TaubeNuss #14
Member since Nov 2010 · 158 posts
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In der Tat und danke auch fuer dein Kommentar @Knowledge_Worker

Seit einigen Tagen bin ich wieder in Seoul (Urlaubmaessig) und nutze die Zeit um neue Kontakte zu knuepfen und mich rumzuschauen, wo was wie wann moeglich ist. Die Planung bleibt dabei, dass ich im Sommer hier hin ziehe.

Gestern war ich in Suwon und hatte mich mit einem anderen Gehoerlosen getroffen. Er gab am Abend dort einen Gebaerdensprachkurs (in koreanischer Gebaerdensprache) und bat mich, einen Vortrag ueber mich selbst in Koreanischer Gebaerdensprache zu halten (Anm. Der Kurs richtete sich an "hoerende" Koreaner. Das klappte einigermassen ^^ und ich wurde gleich befragt, ob ich schon verheiratet bin und die Teilnehmer nahmen mich ganz herzlich auf =)  man bat mich dann auch, mich wieder blicken zu lassen und lud mich schon zu einem Soju-Trinken ein. Das gestrige Soju-Trinken musste ich wegen der spaeten Abendstunde jedoch leider absagen, da ich noch von Suwon zurueck nach Seoul musste.
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딸기 티안 #15
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Jetzt wo ich den Punkt Gebaerdensprache lese da faellt es mir wieder ein. Ich dachte ja auch ganz frueher mal das Gebaerdensprache immer gleich waere, also da es da keine laenderspezifischen Unterschiede gibt.

In wie weit Unterscheidet sich die Gebaerdensprache zwischen der deutschen und der koreanischen und wie schwer ist es die koreanische zu verstehen/lernen?
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