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Auslandsjahr an koreanischer Uni empfehlenswert/machbar?
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DrWurst (Guest) #1
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Subject: Auslandsjahr an koreanischer Uni empfehlenswert/machbar?
Hallo,

ich bin gerade im ersten Semester Psychologie (Bachelor) und hätte Lust, im fünften und sechsten Semester ein Austauschjahr zu machen. Nun hat meine Uni u.a. Partnerschaften mit zwei koreanischen Universitäten und ich frage mich, ob ich einen Aufenthalt an einer koreanischen oder einer englischsprachigen Uni anstreben sollte.

Nun habe ich einige Erfahrungsberichte gelesen und ich habe den Eindruck, dass die Leute, die da waren, eigentlich alle Kurse besucht haben, die auf englisch angeboten wurden. Nun habe ich mal im Vorlesungsverzeichnis der Partnerunis geschaut und es scheint zwar in den Wirtschaftswissenschaften, Politik, etc. einiges auf englisch zu geben, aber in Psychologie so gut wie gar nichts und nun frage ich mich, ob es realistisch ist, in den zwei Jahren, die noch bis zu diesem Austausch wären, mit koreanisch auf ein Level zu kommen, auf dem ich halbwegs verstehe, was in den Vorlesungen und Seminaren erzählt wird.

Die beiden Austauschunis wären die Yonsei oder die SNU, die ja einen ganz guten Ruf zu haben scheinen, aber ich las bei mehreren Erfahrungsberichten, dass man vom Niveau der Lehrveranstaltungen nicht so begeistert war, da es viel um auswendig lernen ging und der Arbeitsaufwand zwar hoch war, aber es dann doch eher eine Fleissaufgabe war, als dass man soviel dazugelernt hätte.

Andererseits fände ich Asien eigentlich recht spannend und frage mich, ob man nach dem Studium überhaupt noch so Gelegenheit hat, da mal länger zu sein und mit den Leuten intensiver in Kontakt zu kommen, was bei englischsprachigen Länder wohl einfacher wäre.

Hat da jemand eine Meinung zu?
Goodfriend #2
User title: ~굿프렌드
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Quote by DrWurst:
[snip]Die beiden Austauschunis wären die Yonsei oder die SNU, die ja einen ganz guten Ruf zu haben scheinen[snip]
Einen "ganz guten Ruf"? Das sind die beiden besten im Land!! 
(An welcher Uni bist Du denn?)

D.h., wenn man/frau POSTECH & KAIST ausser Konkurrenz laufen lässt... aber die bieten auch keine
Psychologie an... höchstens die an Kognition gebundenen Grenzfächer...   :rolleyes:


Quote by DrWurst:
[snip]ich las bei mehreren Erfahrungsberichten, dass man vom Niveau der Lehrveranstaltungen nicht so begeistert war, da es viel um auswendig lernen ging und der Arbeitsaufwand zwar hoch war, aber es dann doch eher eine Fleissaufgabe war[snip]
Wo muss frau/man das nicht? Als ich in D studiert hatte, fand' ich eh, dass das Studium im Sinne des "Humboldtschen Ideals" zu lasch war. Das grundlegende Faktenwissen habe ich mir ausserhalb Deutschlands
erwerben müssen...   :-(


Quote by DrWurst:
[snip]Andererseits fände ich Asien eigentlich recht spannend und frage mich, ob man nach dem Studium überhaupt noch so Gelegenheit hat, da mal länger zu sein und mit den Leuten intensiver in Kontakt zu kommen, was bei englischsprachigen Länder wohl einfacher wäre.

Ein Kompromissvorschlag: Falls Du ein Faible für Ostasien hast (nicht unbedingt Korea) und bei der Psychologie bleiben willst, bieten sich u.a. die Studiengänge an, die von den DozentInnen des East-West Centers an der University of Hawaii vertreten werden.

Nach dieser Erfahrung kannst Du immer noch nach Korea oder sonstwohin in Asien.


Oder komm' doch einfach einmal als Tourist in's Land und verschaff' Dir einen ersten Eindruck...


 ;-)
crocos (Guest) #3
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Subject: Koreanische Unis
Goodfriend neigt zur Übertreibung. Zwar sind die sogenannten SKY Unis, Seoul National, Korea und Yonsei Uni, die wohl besten Unis in Südkorea, aber das sagt allein auch nicht viel aus. Vielmehr solltest Du versuchen herauszufinden, welche Uni die für dich beste, im Sinne von ädaquateste, Psychologie-Abteilung hat.
Zudem kommt es darauf an, ob du Lehrveranstaltungen (LV) in Koreanisch oder Englisch belegen möchtest. Wenn du dich, wovon ich ausgehe, für Letzteres entscheidest, könnte es sein, dass die Professoren und die koreanischen (und chinesischen) Studenten die englische Sprache selbst nicht notwendigerweise auf höchstem wissenschaftlichen Niveau beherrschen. Sie bieten die LV auf Englisch an, weil die Universitätsleitung dies im Sinne von Internationalisierung und Globalisierung (im Sinne von Verwestlichung) verlangt und weil sie hierdurch u.U. ihren eigenen Lebenslauf aufwerten können oder auch einfach mehr Geld verdienen. Das halte ich zwar für verzeilich, drückt aber das Niveau und führt zur Qualitätsminderung der jeweiligen LV. Außerdem weichen einige Profs auch auf Koreanisch aus, weil sie sich wohler fühlen und ihre Meinung und Gefühle in ihrer Muttersprache ungedrungener ausdrücken können.

Die Erfahrungsberichte, die du offensichtlich gelesen hast, stimmen v.a. aus europäischer Sicht, sicher zu einem großen Teil. Es werden mehr Klausuren geschrieben als in Deutschland. Es gibt in der Regel Zwischen- und(!) Abschlussklausuren und dort werden oft "harte" Fakten abgefragt. Und selbst wenn du einen Essai oder ähnliches schreiben musst, kommt es doch eher auf die Informationen an, die du tranferierst und weniger auf kritisches Urteilsvermögen, wobei es zunehmend Ausnahmen gibt. Doch hatte ich manchmal den Eindruck, - wieder im Sinne von Verwestlichung oder Westzentrismus - dass es nur der "political correctness" geschuldet war. Man kann ja schlecht öffentlich sagen, dass man einen Essai, welcher der Meinung des Professors widerspricht, weniger akzeptiert, wenngleich toleriert, als einen Essai, welcher meinungskonform ist...Dem könnte man jetzt wiederum entgegnen, dass für Ausländer, besonders für westliche, andere, großzügigere Regeln gelten als für Koreaner, gerade wenn Du nur ein Jahr als Austauschstudent dort bist. Am wichtigsten ist es, die persönliche, ja menschliche Beziehung zu koreanischen Professoren nicht zu beeinträchtigen und ihnen gegenüber loyal zu sein. Wenn man länger hier ist, kann dies (fast) unweigerlich zu Konflikten führen. Aber das liegt auch und besonders am individuellen Charakter. Man muss dann einen Weg für sich selbst finden, ohne opportun zu sein.

Ich stimme aus eigener Erfahrung Goodfriend zu, dass in Deutschland in einigen Fakultäten inzwischen das Fakten- bzw. wissenschaftliche Grundwissen zu kurz kommt. Die Studenten werden bereits ab dem ersten Semester mit wissenschaftlichen Diskursen und Debatten konfrontiert, was selbstredend viele Vorteile hat, jedoch wird auf die Vermittlung des Grundwissens z.T. verzichtet, da die Profs bei einer solchen Konzentration Angst haben, dass das Studium an Wissenschaftlichkeit verlieren könnte und verschult wird, gerade im Bachelor, aber dort ist es vielleicht noch gar nicht notwendig und auch nicht (mehr) möglich Wissenschaftlichkeit zu verlangen.

Wenn Du ein Faible für Korea entwickelst, dann lerne doch (erstmal) die Sprache, am besten hier in Korea, und tauche in die Kultur und Gesellschaft ein, welcher du überdies nur dann nahe kommst, wenn du die Sprache auf einem gewissen Niveau beherrscht. Das hält meine Wenigkeit für sinnvoller als Psychologie-Kurse in Englisch. Als Austauschstudent, der sich zum größten Teil im englischsprachigen Umfeld bewegt, wirst du dem Land und seinen Menschen kaum nahe kommen und ein Jahr als Tourist hier verbringen, wobei du die koreanische Gastfreundschaft genießen kannst und einige Koreaner froh sind, jemanden gefunden zu haben, der mit ihnen auf Englisch parliert. Du bist dann ein Englischlehrer, ein Mittel zu ihrem Zweck - das ist jetzt übrigens nicht so abwertend gemeint, wie es geschrieben aussieht. Warum nicht auch mal ein Touristen- und Partysemester einlegen, es gibt jede Menge Amüsement-Möglichkeiten...Es liegt also auch am individuellen Charakter und ob du gewisse Lernziele mit Korea verbindest.

Beste Grüße,
Crocos

Beste Grüße,
Tobias
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