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Geschlechtsneutrale Sprache
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Goodfriend #1
User title: ~굿프렌드
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Subject: Geschlechtsneutrale Sprache
Hallo Allerseits!

Denjenigen unter Euch, die schon länger bei meet-korea.de sind,
ist sicherlich aufgefallen, dass ich in der Verwendung geschlechtsneutraler
Sprache überaus penibel bin.

Beispiele: Man/Frau, StudentInnen...

Ich vermute 'ma, dass mir das irgendwie ist aufgrund meiner
USA-Sozialisation zur zweiten Natur geworden ist.

Da ich schon seit einiger Zeit nicht mehr oral in einem deutschsprachigen
Kontext interagiere (mit oral meine ich "sprachlich-mündlich"!!  :cool:  ),
frage ich mich, wie sensibel eigentlich Inlandsdeutsche gegenüber
Geschlechterdiskriminierung in der Alltagssprache sind.

 :rolleyes:
karingel #2
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Allgemein üblich ist das "..~Innen", womit man dann beide Geschlechter erwähnt hat.
Ich persönlich finde das Ausschreiben beider Geschlechter aber irgendwie höflicher,
aber das ist meine Meinung~
Außerdem finde ich man kanns auch übertreiben..

Bei der gesprochenen Sprache wird es eh ausführlich; "Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter...",
wenn denn zu "jederman" noch "jedefrau" soll?? Oder "jederman/frau"?? Und wenn ich einen
Handwerker brauche rufe ich einen "Handwerker" an , wenn dann eine Frau kommt ist sie für
mich auch ein Handwerker (ein Mensch > der Mensch> der Handwerker) es gibt ja auch keine Menschin....nunja.
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orosee #3
User title: Ernst ist anders.
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Meine Meinung dazu muss ich wohl nicht extra ausbreiten?  :-D

Am einfachsten ist es doch, wie die Franzosen zu denken: Mann - maennliche Form, Weib - weibliche Form, gemischte Gruppen - maennliche Form.

Alles andere ist einfach nur AktivistInnenmus  ;-)

Letztendlich findet sich immer eine Form zu schreiben, in der das Geschlecht umgangen werden kann (wie etwa in diesem Satz, wo ich "man", ein voellig unschuldiges Wort, vermieden habe).

Was ich vermisse ist sowas wirklich provokant antidiskriminierendes wie "Liebe Forumsmitglieder/ohneglieder"... oder schreibt man(n)/frau dann "MitgliederInnen"? Oder eben doch besser "...teilnehmer"? Gibt es ueberhaupt Regeln, wie so etwas zu schreiben ist? Dann sollte Regel #1 aber sein: "NICHT!!!!".

Nothing personal, really. Fuer mich ist das halt eine Vergewaltigung der Sprache, und das ist ja auch eine Form von Diskriminierung. Zum Glueck war ich schon durch die Grundschule durch, bevor die 68er ihr Lehramt hatten.
(\_ _/)
(='.'=)
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Flo-ohne-h (Moderator) #4
Member since Jul 2009 · 2016 posts · Location: 深圳
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In reply to post #1
Quote by Goodfriend:
Denjenigen unter Euch, die schon länger bei meet-korea.de sind,
ist sicherlich aufgefallen, dass ich in der Verwendung geschlechtsneutraler
Sprache überaus penibel bin.

Beispiele: Man/Frau, StudentInnen...

Ich vermute 'ma, dass mir das irgendwie ist aufgrund meiner
USA-Sozialisation zur zweiten Natur geworden ist.

Ich finde dieses und andere Arten der "political correctness" sinnfrei solange es keine praktischen Konsequenzen hat, d.h. solange frau benachteiligt ist. Es macht die Sprache einfach schwerer verständlich und weniger schön. Wenn ich jemand nicht "Nigger" nennen soll, macht das ja absolut Sinn, weil es es beleidigend ist. Wenn mir aber jemand verbietet jemanden auf Grund seiner (und ich lasse ihrer bewußt weg) Hautfarbe nicht mehr "Schwarz" nennen darf sondern "Person mit afrikanischer Herkunft mit Migrationshintergrund" finde ich das absolut BS (und jeder, der länger in USA gelebt hat, weiß was BS heißt).

Es ist für mich viel wichtiger niemanden zu benachteiligen egal warum. Und wenn mir männliche oder weibliche Feministen vorwerfen ein Chauvinist zu sein, prallt das einfach ab. Männliche Feministen sind übrigens eine der seltsamsten Spezies, die ich kenne.
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orosee #5
User title: Ernst ist anders.
Member since Oct 2009 · 1429 posts · Location: Itaewon-dong, Seoul
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Quote by Flo-ohne-h:
... d.h. solange frau benachteiligt ist...

Gute Meinung, aber Du bist im Kopf schon halb auf der Dunklen Seite. Ich korrigier mal:

"d.h. solange Frauen benachteiligt sind (besser: werden)"

Jetzt ist es gutes Deutsch!

"Einigkeit und Recht und Freiheit,
fuer das deutsche Elternland,
danach lasst uns alle streben,
g'schwisterlich mit Herz und Hand"

^^ Kommt das noch?
(\_ _/)
(='.'=)
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Flo-ohne-h (Moderator) #6
Member since Jul 2009 · 2016 posts · Location: 深圳
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Quote by orosee:
Quote by Flo-ohne-h:
... d.h. solange frau benachteiligt ist...

Gute Meinung, aber Du bist im Kopf schon halb auf der Dunklen Seite. Ich korrigier mal:

"d.h. solange Frauen benachteiligt sind (besser: werden)"

 :blush:  :rolleyes: Ja, bin schon stark sprachgeschädigt.  :blush:  :rolleyes:
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iGEL (Administrator) #7
User title: 이글
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Moin!

Ich verwende generell das generische Maskulinum. Geschriebene Sprache sollte man auch genauso sprechen können, und das Binnen-I ist grausam und aus Sicht der deutschen Rechtschreibung einfach falsch. 100% politisch korrekt wird es sowieso nie, oder wollt ihr wirklich BürgerInnenmeisterInkandidatInnen schreiben? Und ist euch mal aufgefallen, dass idR. nur bei positiv besetzten Begriffen auf politische Korrektheit geachtet wird. Niemand schreibt Ladendiebe und -diebinnen oder MörderInnen (Obwohl die Frauen unter den Ladendieben vielleicht sogar in der Mehrheit sind). Das kann man ja auch als negative Diskriminierung von Männern sehen.

In Zürich wollten sie ja letztens sogar in der Amtssprache die sexuell besetzten Begriffe Vater und Mutter durch Elter 1 und Elter 2 ersetzen, da stellen sich einem doch die Nackenhaare hoch.

Und zu einem anderen Bereich, wo die politisch korrekte Sprache nur zu Verwirrung geführt hat: Früher sagte man ja einfach Zigeuner, aber das galt dann als politisch unkorrekt und man sollte Sinti & Roma sagen. Aber inzwischen gilt das ja auch falsch, weil das ja nur die zwei größten Gruppen von Zigeunern sind und man damit den Rest diskriminiert. Also sagt man am besten gar nichts mehr.

Noch ein letztes Beispiel zu politisch korrekter Sprache: Wenn man versucht, einen negativ besetzten Begriff durch einen zu ersetzen, überträgt sich oft auch die Bedeutung. Beispiel: Früher sagte man Krüppel, das wurde dann weitgehend durch Behinderter ersetzt. Aber inzwischen gilt auch das als negativ besetzt. Folge: Auf dem Schulhof hört man jetzt schon hin- & wieder: "Sag mal, bist du irgendwie anders befähigt?"

Meine Meinung: Man sollte die Sprache so nehmen, wie sie ist. Übertriebene Political Correctness schadet nur.

Gruß, Johannes
Offizieller Dogil.net / Meet-Korea-Twitter-Kanal: http://twitter.com/DogilNet
This post was edited 2 times, last on 2010-09-30, 09:51 by iGEL.
Gummibein #8
Member since Feb 2008 · 881 posts
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Ich weiss auch nicht, wer genug Einfluss hatte um diese "Innen" anzuschieben aber offenbar sind diese Stimmen etwas leiser geworden.

Ansonsten fand ich den Wiki-Artikel über Euphemismus sehr interessant, speziell der Abschnitt wo Political Correctness Bemühungen die Begriffe "verbrennen." Mohr->Neger->Schwarzer->Farbiger->Afro-Amerikaner.

Momentan ist der mediale Trend ja so, dass Männer die Deppen (Homer und Co.) sind während die Frauen in diesen Rollen Tabu sind. Andererseits erheben sich leise die ersten Stimmen die Kinder wieder so zu erziehen, dass Jungs halt auch Jungs sein dürfen als Reaktion auf die aktuellen Bildungssituation wo sie immer mehr von Mädchen abgehängt werden.
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3do #9
Member since Apr 2007 · 126 posts
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In reply to post #5
Quote by orosee:
"Einigkeit und Recht und Freiheit,
fuer das deutsche Elternland,
danach lasst uns alle streben,
g'schwisterlich mit Herz und Hand"

^^ Kommt das noch?

ㅎㅎㅎㅎㅎ  :-D
Bestimmt!
(Weck jetzt bloß keine schlafenden HundInnen!)
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Chung-Chi #10
Member since Jul 2005 · 658 posts · Location: 서울
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Ich finde, wenn man eine Ansprache/Rede haelt, gehoert es sich schon aus reiner Hoeflichkeit, bei der Begruessung die weibliche und die maennliche Form beide zu verwenden. Im weiteren Verlauf der Rede wuerde ich es nicht weiter krumm nehmen, wenn auf die Nennung beider Formen verzichtet wird. Das wuerde die Sache nur unnoetig kompliziert machen. Es gibt nur ein paar wenige Ausnahmen, wo ich finde, das beides verwendet werden sollte; Muetter und Vaeter, Soehne und Toechter, Damen und Herren, Schwestern und Brueder. Aber bei Komilitonen, Kollegen, Doktoranden etc. wuerde ich mich auch als Frau mit angesprochen fuehlen.
Es kommt aber immer auf die Situation an. Haette ich das Gefuehl, die Emanzipation geraet allzusehr in Vergessenheit, dann wuerde ich auch eventuell auf eine Sprachregelung zurueckgreifen um das ganze wieder in Erinnerung zu rufen.
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iGEL (Administrator) #11
User title: 이글
Member since Jan 2005 · 3493 posts · Location: Berlin
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Moin!

Da stimme ich Chung-Chi zu, bei einer Anrede gehört das natürlich dazu. Genauso kann ich die Bürokauffrau verstehen, dass sie nicht -mann genannt werden will.

Gruß, Johannes
Offizieller Dogil.net / Meet-Korea-Twitter-Kanal: http://twitter.com/DogilNet
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EddyMI #12
User title: 통치자가 올바른요
Member since Dec 2005 · 431 posts · Location: Münster
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In reply to post #10
Nun, ich will auch mal  :-D

@Goodfriend
Das Wort, welches Du im ersten Post suchtest war 'verbal' (nicht 'oral'  ;-) )

Dieses Anhängsel '~Innen' ist meiner Meinung nach
a) ein Zeichen der Faulheit, weil man keine Lust hat beide Anreden vollständig auszuschreiben,
b) für beide Geschlechter diskriminierend, denn
  - als Mann bekommt man mitgeteilt, ohne das '~Innen' ist man(n) nicht vollständig
  - als Frau ist man nur ein Anhängsel
c) ist es durch und durch unhöflich.

Unsere und viele andere Sprachkulturen benutzen seit langer Zeit schon für den geschlechtergemischten Plural die maskuline Form. Ist eben so, hat sich so entwickelt, und lässt sich nicht so ohne weiteres im Laufe einer Generation ändern.

Ich bin absolut für Gleichberechtigung und Gleichbehandlung, was aber nicht geht, ist Gleichmachen, das geht Aufgrund der Physiologie schon nicht.

Aber dass diese Diskussion einige Stilblüten treibt, dafür gibt es einige Belege. Z.B., dass schon vor Jahren, das katholische Kirchengesangbuch Gotteslob insoweit geändert werden musste, dass alle Begriffe wie Brüder, brüderlich etc. gegen geschlechtsneutrale Wörter ausgetauscht werden mussten. Sogar bei den ganz alten Liedern. Es gab dafür extra Aufkleber für die Bücher  :rolleyes:

Bei direkter Ansprache sollten beide Gruppen auf jeden Fall einzeln benannt werden: 'Damen und Herren' etc...
Freundliche Grüße aus Münster, Ewald
damm #13
Member since Apr 2008 · 378 posts · Location: Berlin
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Quote by EddyMI:
Dieses Anhängsel '~Innen' ist meiner Meinung nach
a) ein Zeichen der Faulheit, weil man keine Lust hat beide Anreden vollständig auszuschreiben,

das nennt man nicht 'Faulheit' sondern 'Sprachökonomie' :)
ein sehr sehr wichtige Faktor der Sprachwandel.

ich bin zwar keine Deutsch-Muttersprachlerin :) also hab kein Gefühl drüber. aber, in fast allen E-Mails, Protokolle usw., die ich bekomme von der Uni, benutzt man '-Innen'-Form. ich dachte das ist halt so, in common.

obwohl die Formen wie -In oder -Innen von linguistischen Natürlichkeitstheoretiker als 'markiert' bezeichnet sind im Gegenteil zu natürlicher Formen ohne -In od. -Innen, finde ich, dass sie auch natürliche Bewegung bzw. Wanderung der Sprache sind. Sprachen verändern sich so! wenn viele dagegen sind, werden sie einfach ohne -Innen bleiben, dann ist es auch natürlich. :)

Ach! Koreanisch ist gut :D hat kein oder ganz wenig Problem damit.
Gummibein #14
Member since Feb 2008 · 881 posts
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Quote by damm:
ich bin zwar keine Deutsch-Muttersprachlerin :) also hab kein Gefühl drüber. aber, in fast allen E-Mails, Protokolle usw., die ich bekomme von der Uni, benutzt man '-Innen'-Form. ich dachte das ist halt so, in common.

Ach, Uni ist doch ein eigenes Biotop mit eigenen Ritualen und Gebräuchen, noch viel mehr als die Jugendkultur oder auf dem Schulhof. Ich erinnere mich nicht mehr wann ich das letzte mal im realen Leben noch diese Innen gelesen habe. Kann natürlich sein, dass sie von mir nicht mehr bewußt wahrgenommen wurde weil ich mich schon so sehr daran gewöhnt habe...
damm #15
Member since Apr 2008 · 378 posts · Location: Berlin
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Auf Wunsch des Benutzers gelöscht.
This post was edited on 2010-12-12, 12:36 by iGEL.
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Smileys: :-) ;-) :-D :-p :blush: :cool: :rolleyes: :huh: :-/ <_< :-( :'( :#: :scared: 8-( :nuts: :-O
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