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Bildung in Südkorea und Deutschland
...Studium betreffend
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karingel #1
Member since Feb 2010 · 2048 posts
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Subject: Bildung in Südkorea und Deutschland
Habe das mal extra geschrieben..
obwohl hätte vielleicht auch in den 'soziale Gerechtigkeit' Thread gepasst.

Meine Frage wäre, wie ist die Gewichtung bei den Studierenden in Südkorea:
Wer kann es sich leisten zu studieren, wie sieht es mit Stipendien aus?

Habe einen Artikel gelesen der sich mit Deutschland beschäftigt, allerdings bezogen auf
Studienabschlüsse innerhalb der Jahrgänge:
http://www.morgenpost.de/wirtschaft/article1391306/Ohne-Ab…

>>25% der Deutschen zwischen 25 u. 64 Jahren haben einen Hochschulabschluss. Aber bei den
25- bis 34-Jährigen, sind es nur 24% (OECD-Durchschnitt= 35 Prozent). Spitzenreiter ist hier Korea
(58 Prozent), dahinter Kanada und Japan. Deutschland mit Ungarn auf Platz 23 von 27! <<...
weiterhin
Besorgniserregend sei jedoch, dass Kinder aus niedrigeren sozialen Schichten – unabhängig von der Nationalität – besonders schlechte Chancen auf eine gute Ausbildung in Deutschland hätten. „In Deutschland ist die soziale Mobilität viel weniger ausgeprägt als in anderen OECD-Staaten.“ Hier bestehe für die Bundesregierung dringender Handlungsbedarf.

= hieße die anderen OECD Staaten liegen vor Deutschland, also auch Südkorea, trotz hoher Studiengebühren.
Goodfriend #2
User title: ~굿프렌드
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Die Regierung in Korea hat auch versucht, die Qualität der
Hochschulausbildung ausserhalb Seouls mit dem sogenannten
NURI-Programm anzuheben. Ich bin mir nicht sicher, ob es noch
läuft.

Aber angesichts der noch immer massiven Landflucht gen
Seoul fand ich dies eigentlich eine recht vernünftige
Intervention.
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orosee #3
User title: Ernst ist anders.
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In reply to post #1
 :huh: Das wundert mich aber jetzt... ich dachte immer, das nahezu kostenlose Studium in D ermoeglicht jedem ein Studium. Immerhin, ich habe mir ein paar Gedanken gemacht:

- 25% und 24%: Ist im Sinne des statistischen Fehlers eigentlich das gleiche

- juengere Generation (25-34) hat 1 Prozentpunkt weniger (siehe oben): Hat Sarrazin doch recht?

- Studium muss nicht immer sinnvoll sein (die meisten Studiengaenge sind es nicht, z.B. Sozialwissenschaften, Psychologie usw.). Eine solide Ausbildung im richtigen Bereich ermoeglicht einen schnelleren Einstieg ins Berufsleben und teilweise besseren Verdienst als ein Studium.

- Viele der 25-34-jaehrigen haben vielleicht immer noch nicht ihren Abschluss gemacht (Spaeteinsteiger, Bundeswehr, Leute im 25. Semester Sozialwissenschaften in Berlin usw.)

- Soziale Mobilitaet heisst ja nicht unbedingt "nach oben". Unser gutes Sozialsystem verhindert aber vielleicht gerade den Trend zur Selbstverbesserung, da man dann ja wieder fuer sein Geld arbeiten muss.

- Hat mal jemand geschaut, ob es ueberhaupt 25% Jobs gibt, fuer die man einen Studienabschluss braucht? In Korea z.B. haben die meisten Frauen nur deshalb einen Uniabschluss, weil Sie sonst keinen "guten" Mann erwischen - Bachelor als Accessoire zur Partnersuche :cool: . Nimmt man 50% Frauen raus, dann hat Korea auch nur 29%.

- Wie sieht es mit der Qualitaet des Studiums aus? Warum z.B. tummeln sich in Korea soviele Amis und Kanadier mit einem Bachelor of Arts (*snort*) - weil sie damit im besten Fall eine Karriere im Fast-Food Bereich kriegen koennen. Studium ist nicht gleich Studium, und Bachelor ist nicht Master ist nicht Diplom.

- In vielen Laendern ist zumindest ein Bachelorabschluss nicht viel mehr, als bei uns ein Abi mit 4 LK waere.

Allerdings war ich ja lange nicht mehr in D... vielleicht hat sich vieles geaendert, zumindest scheint es an den Schulen keinen guten Deutschunterricht mehr zu geben :rolleyes: Och ja... die Studie muss ich auch noch mal lesen, vielleicht macht sie dann mehr Sinn.  :-D
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damm #4
Member since Apr 2008 · 378 posts · Location: Berlin
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in Korea sind alle verrückt nach Studium, eigentlich nach 'Prüfung' :'(
ohne Hochschulabschluss sieht man sehr wenig Chance an Jobs. aber nicht nur deswegen.. weiß ja nicht genau, warum es so ist, aber.. könnte als 'Tradition' nennen! puhaha dank Konfuzianismus..

es geht nicht um rein Studium, sondern eher um 'Titel'.. wirklich schade...

zum Glück ist der Analphabetismus in Korea daher sehr niedrig,, gibt's im Vergleich zu europäischen Länder weniger Bettler (oder?) aber sehr hohe Selbstmordrate hmm..
Flo-ohne-h (Moderator) #5
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Quote by damm:
in Korea sind alle verrückt nach Studium, eigentlich nach 'Prüfung' :'(
...
könnte als 'Tradition' nennen! puhaha dank Konfuzianismus..

Ist auch mein Eindruck. Meine Studenten fragen mich immer ganz genau, was ich prüfe und wie. Mann bekommt dabei das Gefühl, daß es nur ums - neudeutsch gesagt - Ranking geht. Ich habe den Eindruck, daß Konfuzianismus diese Einstellung geradezu provoziert.

Ich merke das regelmäßig, wenn ich mich mit Ostasiaten aller Coleur unterhalten und ich die Einschätzung zu Ohren bekomme, daß ein wiss. Artikel von mir besser als ein anderer ist, nur weil er in einem Journal mit besseren Impact Factor publiziert wurde (Für mich ist ein Impact Factor von 4-5 sehr gut und realistisch erreichbar, ein Kollege im gleichen Institut sagte mir, daß sein bestes Journal einen Impact Factor von unter 1 hat. Das ist halt vom Fachgebiet abhängig und man kann daran nicht wirklich etwas ändern). Oder eine Universität wird einfach als besser angesehen, weil das Ranking besser ist als das einer anderen Universität. Das ist meiner Ansicht nach auch der Grund warum Chinesen und Koreaner amerikanische Universitäten überfluten - sie denken einfach, daß die Universitäten besser sind als anderswo.

Meiner Ansicht nach haben amerikanische Universitätenzwei Vorteile im Ranking:
1. Das maßgebliche Ranking wird in USA gemacht (und bevorzugt USA damit natürlich)
2. Die amerikanischen Universitäten sind besser bei der Öffentlichkeitsarbeit und Vermarktung

Konfuzianismus provoziert meiner Ansicht eine "Rankingversessenheit", die nur schwer für Langnasen verständlich ist.

Was die 25% Akademiker angeht: Wenn ich mir anschaue, was das duale Ausbildungssystem leistet, bin ich fest der Ansicht, daß ein Laborant mit 30 Jahren in Deutschland vielen (wenn nicht den meisten) Bachelorabsolventen mit gleicher Tätigkeit überlegen ist. Ich merke in meinen Klassen immer wieder, daß ein gutes Drittel meiner Studenten an einer Universität eigentlich nichts verloren hat - sie wären in der Ausbildung zum Laboranten wesentlich besser aufgehoben. Deshalb ist mir diese Statistik der OECD ziemlich egal.
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goom #6
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Die Frage kann man garnicht richtig beantworten. Ich weiß aus der Praxis das Koreanische Staatsbürger nach z.B. Deutschland oder Amerika gehen um dort zu lernen und anschließend wieder in ihr Heimatland zurückkehren und dann z.B. als Arzt arbeiten...
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iGEL (Administrator) #7
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Moin!

Der niedrige Anteil der Studenten in Deutschland lässt sich aber auch damit erklären, weil es in Deutschland ein sehr verbreitetes System von betrieblichen Ausbildungen gibt. Sowas findet man auf der Welt sonst nur sehr selten, in Korea müssen Krankenschwestern beispielsweise auch studieren. Meine Tante war selbst Krankenschwester und hat in den 1970ern mit koreanischen Krankenschwestern zusammengearbeitet und meinte, dass die Koreanerinnen aber auch deutlich besser ausgebildet waren als die deutschen Krankenschwestern.

Dass es die betrieblichen Ausbildungen in Deutschland gibt, soll aber nicht heißen, dass ich finde, dass die Ausbildung (also alles, Schule, Ausbildung und Studium) deutlich verbessert werden sollte. Insbesondere sollten Problemkinder deutlich besser unterstützt werden, um ihr Potential zu finden. Wer schon mit 15 das Gefühl hat, auf dem Abstellgleis zu stehen, der gerät wohl oft auf die schiefe Bahn.

Gruß, Johannes
Offizieller Dogil.net / Meet-Korea-Twitter-Kanal: http://twitter.com/DogilNet
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딸기 티안 #8
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Es gibt in Korea aber auch "Betriebliche Ausbildungen" das duale-System so wie in Deutschland gibts aber in Korea aber nicht.

In Korea ist es mehr Hostieren und Lernen und sich dadurch Hocharbeiten, Theorie ist da 1-3 Monate. Haengt aber auch damit zusammen das man bei der wahl der Highschool sich entscheiden kann ... Berufshighschool oder eine fuer die wo ich mich auf die Uni vorbereitet. In den klassen haengen dann die Firmen aus oder die Firmen kommen in die Klassen und suchen sich die Leute.
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goom #9
Member since Mar 2010 · 352 posts
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Meine Meinung:

das das System nicht richtig funktioniert, zeigt die Selbstmoredrate.
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딸기 티안 #10
Member since Jan 2010 · 1175 posts · Location: Seoul - Jungrang-gu
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ahh genau die Selbstmordrate hat nur was mit der Bildung zu tun ... fail~  :rolleyes:
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Smileys: :-) ;-) :-D :-p :blush: :cool: :rolleyes: :huh: :-/ <_< :-( :'( :#: :scared: 8-( :nuts: :-O
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