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Soziale Gerechtigkeit in Korea
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Gummibein #16
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In reply to post ID 29647
Quote by karingel:
Ich bin aber sehr skeptisch, wenn hier so schnell Zahlen rumgeworfen werden. Was heisst z.B. "Kinder <15 arm"? Heisst das, sie leben in einem armen Haushalt (also sind die Eltern arm und damit die Familie) oder sie leben alleine, oder die Eltern sind reich geben aber kein Taschengeld? Sind das 1.8 Mio. obdachlose Kinder? Oder Kinder die weniger als 100 Euro im Monat Taschengeld bekommen koennen?

Polemik. (Oder Zynismus? Unbekümmertheit? Whatever.)
Arm heißt arm.


Ich bin ja auch dafür, dass jeder halbwegs würdiges Leben führen kann. So wie übrigens die Mehrheit in D wenn man sich vor Augen hält wie die Versuche von Guido Westerwelle gegen Hartz 4 Stimmung zu machen voll nach hinten losgegangen ist.

Was ich nicht verstehe ist aber wo die Mentalität geblieben ist: "Schatz, ich habe eine Gehaltserhöhung bekommen und nun könnten wir Gedanken über ein Kind machen." Das gepaart mit soviel Egoismus, die Gefühle haben gereicht um ein Kind zu machen aber es hat nicht gereicht es gemeinsam groß zu ziehen, muss ja zwangsläufig zu Kinderarmut führen?
Leser34 (Guest) #17
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Ist "Kinderarmut" in Deutschland wirklich staatsverschuldet oder ist es nicht in erster Linie ein Armutszeugnis für die Eltern?

Kino, neue Turnschuhe, Nachhilfe - für die Eltern von fast zwei Millionen Kindern in Deutschland ist dies oft unbezahlbar. Sie leben von Hartz IV.

Natürlich hätte jeder von uns gerne mehr, als er nun mal hat. Aber gerade im Vergleich zu Korea, wo Kindergärten, Schule, Hakwon, Sprach- und Musikunterricht Unsummen an Geld verschlingen. Und dieses von den Eltern neben den hohen Lebenshaltungskosten trotzdem irgendwie SELBST aufgebracht wird.  - Da kann man in Deutschland wirklich nur von "Jammern auf hohem Niveau" sprechen.

Ich will nicht bestreiten, dass es auch Ausnahmen gibt, gescheiterte Existenzen, arbeitslose Alleinerziehende mit drei, vier Kindern usw. wo es trotz Staat, kostenloser Schule etc. hinten und vorne nicht reicht. Diese Leute tun mir leid und denen soll ruhig gemeinschaftlich geholfen werden.

Und die anderen?
Klar wollen Kinder mal ins Kino, brauchen neue Schuhe, Klamotten etc., eine Klassenfahrt, MUSIKUNTERRICHT??? ABER NATÜRLICH!!! ... Ich denke, in den meisten Fällen ginge das auch, wenn es den Eltern wirklich wichtig wäre.
Der Armutsbericht ist in meinen Augen eine Farce. Das Problem sind Eltern, die ihr Leben und die Erziehung ihrer Kinder nicht gebacken kriegen.
Gummibein #18
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Mit Korea kann man es ja wohl nicht vergleichen. Ich kenne viele Koreaner die auswandern um ihren Kindern bessere Bildungsmöglichkeiten zu bieten. Auf der anderen Seite kenne ich hier einige, die bringen es nicht mal fertig ein paar km weiter zu ziehen damit ihre Kinder nicht in einer Schule landet wo Deutsch quasi Fremdsprache ist. Und nein, dabei meine ich nicht die mulitilingual erziehende Schulen.
crocos (Guest) #19
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Soziale Gerechtigkeit in Korea hat viel mit der allgemeinen Gesellschaftsstruktur und Mentalität der Koreaner zu tun. Vor allem Bildung und Alter spielen neben materiellem Vermögen eine entscheidende Rolle. Wenn ein Koreaner hochgebildet ist, genießt er hohes Ansehen unter seinen Mitmenschen und wird mit Respekt behandelt, manchmal sogar bewundert (z.B. bei Studium an einer Elite-Uni in den USA). Wenn ein Koreaner jedoch weniger gut ausgebildet ist, z.B. "nur" einen BA an einer mittelmäßigen Universität aus der Provinz oder auch in Seoul vorweisen kann, dann wird auf ihn herabgeschaut, genießt wenig Respekt und hat als Mensch generell einen geringeren Wert. So erklärt sich übrigens auch der Bildungswahn in diesem Lande.
Man könnte eine logische Kette aufbauen, die ungefähr so geht: Je besser die Ausbildung schon in der Schule ist und je mehr Geld die Eltern in die zusätzliche Ausbildung in Hagwons stecken können, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Sprößlinge an einer der Spitzenuniversitäten studieren können. (Den Jungen, v.a. dem Ältesten, wird Prioriät eingeräumt, da sie bei Heirat und Kindern die Abstammungslinie fortführen.) Der Platz bsp. an einer der SKY Unis, bedeutet wiederum bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, wenngleich heutzutage auch diese sog. Elite-Unis keine Garantie für einen anerkannten und gut bezahlten Beruf sind.
Aber wer besucht denn diese Unis? Kinder von Eltern, die mindestens der Mittelschicht angehören, die also die Möglichkeit besaßen, ihre Kinder so auf die Universitätseingangsprüfung vorzubereiten, dass sie an einer dieser sog. Top-Unis Eingang finden. Koreaner, die diese Chancen nicht hatten und an eine der mittelmäßigen Unis landen, haben weniger Karrierepotenzial und somit weniger Chancen auf dem Arbeitsmarkt, hierdurch geringeres Einkommen und aus diesem Grund größere Schwierigkeiten eine Frau zu finden und eine Heirat zu finanzieren, wohnen in den meisten Fällen zu Hause und haben aus all Gründen keine Anerkennung in ihrem weiteren Umfeld und in der gesamten Gesellschaft. Sie kommen mühsam durchs Leben, müssen oft Gängelei und Bevormundung erdulden, sind weniger wert. Viele glauben das dann auch noch selbst...
Das Alter spielt ebenso eine nicht minder entscheidende Rolle. Selbst als Ausländer spüre ich das im Alltag und Beruf immer deutlicher, weil ich selbst noch relativ jung bin. Je älter ein Koreaner ist, desto mehr Respekt genießt er, desto mehr Rechte und Befugnisse hat er, desto glaubwürdiger ist er. Bestimmte Positionen sind auch altersabhängig. Im jungen Alter werden bestimmte Aufgaben, v.a. Tätigkeiten mit Wesungsbefugnissen, nicht zugetraut, selbst wenn man sehr gut ausgebildet ist, oft besser als die Vorgesetzten. Koreaner sind erst mal skeptisch bei jüngeren Mitarbeitern. Von ihnen wird erwartet, dass sie den Instruktionen des Vorgesetzten, der notwenigerweise stets älter als der Rest der Belegschaft ist, bedingungslos und widerspruchslos folgen, die Etiquette einhalten, Demut zeigen. Nur wenn ein Koreaner dieses Stadium durchschreitet, hat er überhaupt eine realistische Chance, Fuß zu fassen. Die Wahrscheinlichkeit ist auch gegeben, dass Koreaner, die dieses Stadium durchgemacht haben, sich später ihren Untergebenen ähnlich verhalten. Außenseiter werden nicht akzeptiert und ausgestoßen. Allerdings werden Koreaner seit der Geburt darauf vorbereitet und so erzogen.
karingel #20
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In reply to post #17
@Gummibein
Hm,
nun ich glaube nicht das man Alleinerziehende oder Geschiedene mit Kind generell als Egoisten bezeichnen kann.
Und nur wegen dem Kind Bett und Wohnung teilen damit das Kind es 'finanziell besser' hat?

Das wichtige an der Sache ist doch das:
Das Verdienst /der Lohn eines Einzelnen sollte ausreichen um auch allein über die Runden zu kommen!
Und ist man allein mit Kind, gegebenenfalls mit der staatl. Hilfe Kindergeld + Wohngeld. Ich rede hier von unteren Lohngruppen. Ob nun Mann oder Frau.
Wobei Frauen eben immer noch weniger Lohn bekommen, bei gleicher Tätigkeit.
Und, die Unsicherheit ist doch da, die Lohnerhöhung heute garantiert nicht den Arbeitsplatz im nächsten Jahr.
Dann ist das Kind aber da. Oder die... Zwillinge. :-D
.............
Aber wie ist das nun in Korea...
Ich würde ja auf koreanisch fragen , aber ich kann es noch nicht gut  :-/

ah zu langsam geschrieben: da steht schon etwas über das eigentliche Thema (von crocos)
This post was edited on 2010-09-11, 01:01 by karingel.
Flo-ohne-h (Moderator) #21
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In reply to post #19
Quote by crocos:
Soziale Gerechtigkeit in Korea hat viel mit der allgemeinen Gesellschaftsstruktur und Mentalität der Koreaner zu tun. Vor allem Bildung und Alter spielen neben materiellem Vermögen eine entscheidende Rolle. Wenn ein Koreaner hochgebildet ist, genießt er hohes Ansehen unter seinen Mitmenschen und wird mit Respekt behandelt, manchmal sogar bewundert (z.B. bei Studium an einer Elite-Uni in den USA). Wenn ein Koreaner jedoch weniger gut ausgebildet ist, z.B. "nur" einen BA an einer mittelmäßigen Universität aus der Provinz oder auch in Seoul vorweisen kann, dann wird auf ihn herabgeschaut, genießt wenig Respekt und hat als Mensch generell einen geringeren Wert. So erklärt sich übrigens auch der Bildungswahn in diesem Lande.

[viel weiteres wahres]

ich habe den Eindruck, daß Alter nicht so wichtig ist wie der Rang, den man innehat. Bei Respektsbezeugungen gibt es natürlich die Abstufungen. Allerdings ist in Fragen der Weisungskompetenz der Rang und nicht das Alter entscheidend. Ich merke das immer daran, wenn Doktoranden oder PostDocs älter sind als ich und mich trotzdem als älteren Chef behandeln.

Die angesprochene Unterscheidung nach "Elite Uni" und "Provinzuni" bezieht sich meiner Meinung weniger auf die Qualität der Ausbildung sondern auf die Frage der "richtigen" Seilschaft, in die man an der "richtigen" Uni hineinkommt.

In Korea gibt es deshalb einen enormen Leistungsdruck, der zum Teil zu den seltsamsten Auswüchsen führt. Wenn man als Student ein Stipendium von der Uni haben will, wird dies nur nach den Noten vergeben. Die Folge ist, daß die Studenten im Dutzend in mein Büro nach der Bekanntgabe kommen /mir Emails schicken, daß ich ihnen doch bessere Noten geben soll. Außerdem wird vor allem bei bei Masterstudenten die Notenskala nur noch zu einem geringen Teil ausgenutzt. Statt Noten von 0-100 zu geben, ist die Skala effektiv auf 90-100 eingeengt. Wer unterdurchschnittliche Noten gibt, bekommt automatisch weniger Studenten. Das alles führt dazu, daß der Notendurchschnitt wesentlich besser ist als er eigentlich sein dürfte und daß er weiter steigt.

Ich stimme auch der Ansicht zu, daß viele Kinder und Jugendliche am Druck zerbrechen und dann sich etwas antun.
Ein korean. Bekannter von mir hat es so auf den Punkt gebracht: "Koreaner sind voll von Wissen, haben aber keine Ahnung, was sie damit anfangen sollen".
crocos (Guest) #22
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Hallo Flo ohne h,

die Stellung bzw. der Rang in einem Betrieb oder Unternehmen ergibt sich doch in den meisten Fällen aus dem Alter und oft nicht aus den Fähigkeiten oder Kompetenzen. Der Ältere (in selteneren Fällen die Ältere) ist doch meistens der Chef. Es mag wie in deinem Fall Ausnahmen geben, doch ich glaube nicht, dass das häufig vorkommt. Einem Älteren wird es sehr schwer fallen, den Anweisungen eines Jüngeren zu folgen. Oder kannst Du dir vorstellen, mit Ende zwanzig eine Stelle an einer Uni zu bekommen und damit u.U. ein ähnliches Alter zu haben wie deine Studenten, die du unterrichtest? Außerdem bist du Ausländer, die Hierarchien greifen eher weniger.

Der Qualitätsunterschied zwischen Provinz- und Eliteuni muss nicht unbedingt in jedem Fachbereich so groß sein (z.B. nicht in der Germanistik), doch mit dem Abschluß an einer der Elite-Unis in Korea oder im Ausland (USA oder Europa), unabhängig von der Qualität, hat der Student mit dem Namen der Universität auf seinem Abschlußzeugnis ein Qualitätssiegel in der Hand, eine Marke, die ihm die Tore in die mehr oder minder elitären Zirkel bzw. "Seilschaften" der koreanischen Gesellschaft öffnet, wenn er/sie während seiner Studienzeit (Stichwort Alumni) noch nicht geöffnet hat.

Der Leistungsdruck hat viele Facetten. Ich glaube, er ist auch für die langen Arbeitszeiten verantwortlich - Konkurrenz zw. den Kollegen oder den einzelnen Abteilungen. In der Schule ist es am schlimmsten. Ich habe manchmal den Eindruck, dass es immer weniger Freundschaften zw. den Schülern gibt, für eine gute Note oder bessere Note als die Mehrheit würden viele Schüler und Studenten alles tun.

Ich finde auch, dass an koreanischen Universitäten zu gute Noten vergeben werden. Die Professoren sind zu großzügig oder man müsste sagen, dass A- oder die A nach korean. Standards schon keine guten Noten mehr sind...
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딸기 티안 #23
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Quote by crocos:
In der Schule ist es am schlimmsten. Ich habe manchmal den Eindruck, dass es immer weniger Freundschaften zw. den Schülern gibt, für eine gute Note oder bessere Note als die Mehrheit würden viele Schüler und Studenten alles tun.

Es gibt hier mehrere Stufen der Freundschaft. Schulfreunde sind immer die mit dennen man zusammen zur Schule geht sich die wege aber trennen sobalt man auf Unterschiedliche Schulen geht. Die "Besten Kumpels" bleiben drueber Hinaus bestehen. Und dann ist es ja eigentlich so das die SChueler untereinander auch eher ein Freundschaftliches verhalten haben auch wenn man sich nach der SChule nicht trifft.

Dazu kommt halt noch wenn man in unterschiedliche Hakwons geht das man sich nach der Schule ehh kaum sieht, weil man keine Zeit hat. Freundschaften gibts es schon. Aber Koreaner sind sehr sehr gut im Vergessen, sie trauern also keiner Freundschaft lange nach wenn der Alltag sie einholt.
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딸기 티안 #24
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In reply to post #19
Quote by crocos on 2010-09-10, 22:04:
So erklärt sich übrigens auch der Bildungswahn in diesem Lande.

Woran die Eltern der letzten Generation dran Schuld sind und heute zum Teil noch so Praktiziert wird weil man es nicht anders kennt.

Ich werfe einfach mal die These in den Raum, dass dies alles mit der Altersvorsorge und der Sozialen Absicherung der Eltern und vorallem das Ansehen der Eltern zu tun hat und nicht nur damit seinem Kind die best moegliche Ausbildung zu geben.

Außenseiter werden nicht akzeptiert und ausgestoßen. Allerdings werden Koreaner seit der Geburt darauf vorbereitet und so erzogen.

definiere Aussenseiter. Ich habe bis jetzt nicht wirklich sehen koennen das sich 2 Koreaner abgestossen haben nur weil der eine auf der Uni war und der andere nicht. Ich wurde bis jetzt auch noch nicht Abgelehnt nur weil ich nicht in Princton Studiert habe.
Goodfriend #25
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In reply to post #21
Quote by Flo-ohne-h:
[snip]Außerdem wird vor allem bei bei Masterstudenten die Notenskala nur noch zu einem geringen Teil ausgenutzt. Statt Noten von 0-100 zu geben, ist die Skala effektiv auf 90-100 eingeengt.[snip]
Haha. Ich kenne Unis an denen die Skala bei 97-100 liegt. 95 ist eine "schlechte Note".   :nuts:

@crocos. Das ist keine Frage der "Großzügigkeit". Das ist die Norm.
DozentInnen, die da quer liegen, werden "ge-outet".

Aber solche Fassaden lassen sich abbauen, wenn man die Notenspanne einfach
international (und ggf. auch national) standardisiert... sofern man/frau aufgrund
von Landeskenntnissen weiss, dass dies zwecks fairer Vergleiche auch angeraten ist...
Flo-ohne-h (Moderator) #26
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Quote by Goodfriend:
Quote by Flo-ohne-h:
[snip]Außerdem wird vor allem bei bei Masterstudenten die Notenskala nur noch zu einem geringen Teil ausgenutzt. Statt Noten von 0-100 zu geben, ist die Skala effektiv auf 90-100 eingeengt.[snip]
Haha. Ich kenne Unis an denen die Skala bei 97-100 liegt. 95 ist eine "schlechte Note".   :nuts:

@crocos. Das ist keine Frage der "Großzügigkeit". Das ist die Norm.
DozentInnen, die da quer liegen, werden "ge-outet".

Aber solche Fassaden lassen sich abbauen, wenn man die Notenspanne einfach
international (und ggf. auch national) standardisiert... sofern man/frau aufgrund
von Landeskenntnissen weiss, dass dies zwecks fairer Vergleiche auch angeraten ist...

In Deutschland gibt's übrigens ähnliche Tendenzen. Im Grundstudium wurde die Notenskala von 1-5 komplett ausgeschöpft. Im Hauptstudium war bei mir ein brutaler Konkurrenzkampf der einzelnen Institute um die Studenten entbrannt, der mit guten Noten, geringem Aufwand während des Studiums und Bezahlung der Studenten während der Studien- und Diplomarbeit geführt wurde.

Zu gut Deutsch: man senkt das Niveau und entwertet die eigene Ausbildung damit.
Flo-ohne-h (Moderator) #27
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In reply to post #22
Quote by crocos:
die Stellung bzw. der Rang in einem Betrieb oder Unternehmen ergibt sich doch in den meisten Fällen aus dem Alter und oft nicht aus den Fähigkeiten oder Kompetenzen. Der Ältere (in selteneren Fällen die Ältere) ist doch meistens der Chef. Es mag wie in deinem Fall Ausnahmen geben, doch ich glaube nicht, dass das häufig vorkommt. Einem Älteren wird es sehr schwer fallen, den Anweisungen eines Jüngeren zu folgen. Oder kannst Du dir vorstellen, mit Ende zwanzig eine Stelle an einer Uni zu bekommen und damit u.U. ein ähnliches Alter zu haben wie deine Studenten, die du unterrichtest? Außerdem bist du Ausländer, die Hierarchien greifen eher weniger.

Das zeigt doch aber gerade auch, daß die Hierarchiestufe und nicht das Alter entscheidend ist. Daß meistens das Alter die Hierarchiestufe bestimmt, ist kein Widerspruch.


Quote by crocos:
Ich finde auch, dass an koreanischen Universitäten zu gute Noten vergeben werden. Die Professoren sind zu großzügig oder man müsste sagen, dass A- oder die A nach korean. Standards schon keine guten Noten mehr sind...

100% d'accord
Flo-ohne-h (Moderator) #28
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In reply to post #23
Quote by 딸기 티안:
Es gibt hier mehrere Stufen der Freundschaft.

Ich habe den Eindruck, daß es noch eine weitere Freundschaftsstufe gibt. Die Stufe der Verbundenheit. Man ist aus irgendeinem Grund mit jemand verbunden, z.B. man ist in die gleiche Schule/Uni gegangen, hat jemand geholfen, ... . Daraus ergibt sich, daß man dann eine Unterstützung von diesen "verbundenen" Leuten erwartet. Ich habe das schon öfters mitbekommen, daß jemand, der für ein Amt kandidiert, jemand anderen als "my Junior/Senior" bezeichnet und daraus ableitet bei der Abstimmung dessen Stimme zu bekommen.

Wenn jemand jetzt denkt, daß es das in D nicht gibt, irrt sich. In der Politik werden viele Ämter unter Einbeziehung des Machtproporzes vergeben und das ist im Prinzip nichts anderes. In Korea scheint es nur noch sehr viel wichtiger zu sein als in D.
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Chung-Chi #29
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In reply to post #22
Einige Universitaeten verwenden bei der Notengebung allerdings auch das sogn. "Pyramidensystem". An der 명지대 z.B. muessen mindestens 30% der Studenten in einem Kurs ein C oder schlechter bekommen. Im GSIS an der Yonsei koennen nur maximal 1 bis 2 Studenten pro Kurs ein A+ bekommen, etc. Mit einem Durchschnitt von 4.0 (also A) gehoert man da schon zu den 10 besten Prozent aller Studenten.

Dass Studenten, die ein Stipendium haben, die Professoren um gute Noten anbetteln liegt nicht am Konkurrenzkampf, Konfuzianismus oder was weiss ich, sondern an den hohen Studiengebueren. Fuer manche Studenten bedeutet das Ende des Stipendiums auch das Ende ihres Studiums. Da reicht es schon, dass die Oma ploetzlich fuer laengere Zeit ins Krankenhaus muss oder der Vater unerwartet seinen Vertrag nicht verlaengert bekommt.
Ich weiss, dass diese Situation fuer einen Dozenten ziemlich unangenehm werden kann. Aber die Studenten sind halt oft auch in keiner einfachen Lage. Wenn man weiss, was dahinter steckt, kann man aber auch entsprechend damit umgehen.
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딸기 티안 #30
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In reply to post #28
Quote by Flo-ohne-h:
Quote by 딸기 티안:
Es gibt hier mehrere Stufen der Freundschaft.
... Verbundenheit. Man ist aus irgendeinem Grund mit jemand verbunden, z.B. man ist in die gleiche Schule/Uni gegangen, hat jemand geholfen, ... . Daraus ergibt sich, daß man dann eine Unterstützung von diesen "verbundenen" Leuten erwartet. Ich habe das schon öfters mitbekommen, daß jemand, der für ein Amt kandidiert, jemand anderen als "my Junior/Senior" bezeichnet und daraus ableitet bei der Abstimmung dessen Stimme zu bekommen.


Ja stimmt du hast recht ... das hast du zwar auch in deutschland mit dem "eine Hand waescht die Andere Prinzip" aber in Korea ist das ausgepraegter und ich mache auch davon nutzen muss ich sagen.
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