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Typische Schwierigkeiten bei internationalen Pärchen
Abgespalten von [SUVEERA aus Mannheim]
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bnz #1
Member since Apr 2010 · 168 posts · Location: Darmstadt
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Dieses Thema wurde von hier abgespalten: http://forum.meet-korea.de/post/25085

erster Post :-)

Jetzt hast Du mich aber neugierig gemacht, was denn so die Eigenheiten einer Chinesischen-Deutschen Beziehung sein könnten. Würde mich übrigens auch bzgl. Koreanisch-Deutschen Beziehung interessieren wo denn da eher "typische" Reibungspunkte sind (wenn es soetwas gibt). Das ist ja sicher auch unterschiedlich ob jeweils Mann oder Frau Deutsch bzw. Chinesisch oder Koreanisch sind. Hatte (leider??) noch nie das Vergnügen einer solchen Erfahrung.
Flo-ohne-h (Moderator) #2
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Quote by bnz:
Jetzt hast Du mich aber neugierig gemacht, was denn so die Eigenheiten einer Chinesischen-Deutschen Beziehung sein könnten.

Es gibt ein paar Punkte, an denen man merkt, daß Chinesen deutlich anders ticken:
1. Essen ist ein ständiger Begleiter. Meine Freundin klassifiziert alle Dinge nach eßbar/nicht eßbar ;). Vor allem lieben Chinesen chinesisches Essen.
2. Wenn ich einem Familienmitglied ein Geschenk mache, wird es häufig an jemand anderen in der Familie weitergegeben.
3. Die Art der Geschenke sind anders: a) Geld, b) noch häufiger Geld, c) praktische Dinge (Unterwäsche, Kosmetika, Lebensmittel). Auf Anraten meiner Freundin habe ich meiner zukünftigen Schwiegermutter und meinen Schwägerinnen Gesichtscreme aus Korea mitgebracht (und es ist sehr gut angekommen!). Das würde ich bei einer dt. Familie eher nicht machen.
4. Wenn man etwas an (absolut offensichtlichen) Dinge in China kritisiert, kommt man schnell in Probleme.
5. Ich muß meiner Freundin ständig sagen, daß meine Familie nicht von ihr erwartet, daß sie für jedes Familienmitglied ein Geschenk mitbringt.
6. Man wird bei der Familie regelrecht gemästet.
7. Wenn man sich unterhält, bleibt der Fernseher angeschaltet (und auf voller Lautstärke). Der wird einfach durch eine entsprechende Lautstärke übertönt.
8. Beziehungen sind unglaublich wichtig. Meine Freundin hat lange meine Visitenkartenalben bewundert.
9. Man wird sofort zum Feiern des chinesischen Neujahr mit der gesamten Familie (meiner!) eingeladen. Das hat aber auch den großen Vorteil, daß es die Streitereien, bei welcher Familie man Weihnachten verbringt, nicht gibt. Nachteil: Man wird zweimal gemästet (Weihnachten&Neujahr)
10. Beim ersten Besuch lernt man die ganze Familie kennen und bekommt alle als "mein Onkel", "meine Cousine", ... vorgestellt. Bei ca. 25 Cousins und Cousinen &deren Ehepartner, je 12 Tanten/Onkels allein 1. Grades kommt man da total durcheinanden. Insbesondere, weil Chinesen aus Höflichkeit so gut wie nie einem dem Namen der Verwandten sagen. Dafür werden Worte im Chinesischen wie "ältester Bruder des Vaters" verwendet, die aber gerne einfach mit Onkel umschrieben werden. Daß man dann total durcheinanderkommt, ist logisch. Bei Freunden ist es meistens übrigens genauso.
bnz #3
Member since Apr 2010 · 168 posts · Location: Darmstadt
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Spannend. Klingt für mich so dargestellt aber alles nicht wirklich schlimm :-) Da mag natürlich anders sein, wenn man diese Erfahrungen jeweils das erste mal unvorgewarnt macht. Zumindest könnte ich mir schon vorstellen etwas überrascht zu sein, wenn meine Geschenke weitergereicht würden und ich das nicht gekannt hätte.
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iGEL (Administrator) #4
User title: 이글
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Moin!

Ich denke, es braucht auf beiden Seiten immer Rücksicht darauf, dass man nicht aus der selben Kultur stammt, insbesondere bei Dingen, die man nicht sofort sieht. Man hat eben doch bestimmte Ansprüche an den Partner, die man nicht immer ausspricht. Auch die Familie und nähere Umgebung ist da gefordert. Beispiel: Ein Freund von mir ist mit einer Thailänderin verheiratet. Seine Mutter hat ihr ein schönes Kleid geschenkt, aber sie hat es kaum angeschaut und gleich zur Seite gelegt - Ich vermute mal, dass man Geschenke in Thailand wie in Korea nicht in Gegenwart des Schenkenden ausgepackt werden. Jedenfalls war daraufhin die Mutter ziemlich getroffen, weil sie dachte, dass ihr das Geschenk nicht gefallen würde und für die Frau war es auch stressig, weil so viele neue Forderungen an sie gestellt wurden (war ganz am Anfang).

Gruß, Johannes
Offizieller Dogil.net / Meet-Korea-Twitter-Kanal: http://twitter.com/DogilNet
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딸기 티안 #5
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ist aber nicht immer nur Kulturabhaengig. Ich habe meine Geschenke auch immer nur alleine und in ruhe aufgemacht.
Obwohl es auch sicher unter Asiaten so sein mag, um nicht seine gegenueber zu Enttaeuschen weil einem das Geschenk nicht gefaellt.

Dazu kommt immer noch die Beziehnung zueinander. Meine Tante koreanischer Seite, reisst immer sofort alles auf was ich Ihr schenke, daher verpacke ich es schon gar nicht mehr, und wenns ne Bloedellei war werde ich ausgelacht. Sowas wuerde man natuerlich bei gaenzlich Fremden Personen nicht machen.

Allerdings musste ich bei Flo seinen Beispielen schon schmunzeln, und habe doch aehnlichkeiten Feststellen koennen.
Vorallem in den Punkten: 5,6,9,10
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orosee #6
User title: Ernst ist anders.
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In reply to post #4
Ich rede mal mit... ich habe ja 14 Jahre Integration in eine vietnamesische Familie (in Deutschland und Frankreich) geniessen koennen und 9 Jahre mit einer thailaendischen Freundin (in Thailand) gelebt. Das sind 23 Jahre im asiatischen Umfeld und es hat kulturell fast nie Probleme gegeben. Worauf also kommt es an?

Hier meine Meinung zum Thema:

- gleicher oder aehnlicher Bildungshintergrund! D.h., z.B. Studium. Dr. phil. und Bauerntochter klappt auch unter Landsleuten nicht immer so gut.

- Interesse an und Kenntnis der anderen Kultur. Damit man auch mal mit dem Partner interessante Diskussionen fuehren kann. Meine VN Freundin war z.B. klassisch franzoesisch erzogen worden (in VN), meine TH Freundin hat intensives Interesse an westlicher (moderner) Kultur gehabt.

- Geduld. Toleranz. Geduld. Und Flexibilitaet.

- Bereit sein, der anderen Kultur zumindest eine Chance zu geben, selbst wenn etwas auf den ersten Blick merkwuerdig scheint (und davon wird es genug geben, wenn man die erweiterte Familie kennenlernt)

- Die eigene Kultur nicht verleugnen! Das mag seltsam klingen, passiert aber oft und hat kuriose Auswirkungen. Man will ja seinen alten Freundes- und Familienkreis nicht verlieren. Ausserdem - vielleicht ist es gerade diese Kultur, die einen fuer den Partner interessant macht.

- Alter spielt eine untergeordnete Rolle. 5 Jahre drueber, 5, 10 und 15 Jahre drunter hat schon alles geklappt.

- Sprache lernen - kann viele Pluspunkte bringen, ist aber, wenn es eine gemeinsame Basis gibt (z.B. Englisch) auch weniger relevant, als man glaubt. Vor allem, wenn man am Ende zusammen in einem Drittland leben wird.

Und der Rest ist ganz trivial Mann/Frau Beziehungskram. So geht es weiter, oder so geht es zu Ende.

Wer Interesse hat (und nicht bloss Gelbfieber), liegt schonmal richtig. Den perfekten Partner zu finden, ist in jeder Kultur eine Herausforderung!

Uuuuund... zum Nachschlag: alles muss auf Gegenseitigkeit beruhen. Eine Partnerin, die sich nicht fuer meine Kultur interessiert, brauche ich nicht.
(\_ _/)
(='.'=)
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Flo-ohne-h (Moderator) #7
Member since Jul 2009 · 2009 posts · Location: 深圳
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In reply to post #3
Quote by bnz:
Spannend. Klingt für mich so dargestellt aber alles nicht wirklich schlimm :-) Da mag natürlich anders sein, wenn man diese Erfahrungen jeweils das erste mal unvorgewarnt macht. Zumindest könnte ich mir schon vorstellen etwas überrascht zu sein, wenn meine Geschenke weitergereicht würden und ich das nicht gekannt hätte.

Ne, es ist nicht schlimm. Für mich sind die beiden Punkte Lautstärke und Kritik die schwierigsten. Ansonsten muß ich halt vor- und nachher etwas abnehmen und einfach öfter nachbohren, wenn etwas unklar ist.

Ich war etwas vorgewarnt und habe eine Partnerin, die mir alles im Detail erklärt, wenn nötig.


Was Orosees Post betrifft: Ich stimme 100% zu.

@Erbeere: Das war auch etwas zum Schmunzeln gedacht.
Miriam83 (Guest) #8
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@ Flo-ohn-h: Deine Liste ist wirklich sehr interessant. Einiges davon habe ich auch schon so erlebt. Das mit den Geschenken ist meiner Meinung nach wirklich auch eine spezielle Sache. In unserem europäischen Kulturkreis würde man nie ein Geschenk einfach an jemanden anderen weitergeben. Da war ich am Anfang wirklich auch erstaunt mit welcher Selbstverständlichkeit das gemacht wird. Ich finde auch, das sich die Geschenke für Frauen sehr stark von unseren Vorstellungen in Eurpoa unterscheiden. Da muss man sich wirklich erst daran gewöhnen. Es ist wirklich witzig welche Unterschiede es da gibt.
This post was edited on 2010-05-25, 13:25 by iGEL.
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imnida #9
Member since Mar 2007 · 237 posts · Location: Basel
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Für mich der schwierigste Punkt in einer asiatisch/europaeischen Mischbeziehung ist die Kommunikation. Speziell wenn es um Probleme geht. Europaeer sprechen eher Probleme an und wollen darueber reden. Asiaten (ich sage das jetzt mal so) kehren viel unter den Teppich und erdulden schweigend Dinge die ihnen nicht passen. Allerdings wachsen manche Dinge unter dem Teppich weiter...
Flo-ohne-h (Moderator) #10
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Quote by imnida:
Speziell wenn es um Probleme geht. Europaeer sprechen eher Probleme an und wollen darueber reden. Asiaten (ich sage das jetzt mal so) kehren viel unter den Teppich und erdulden schweigend Dinge die ihnen nicht passen.

Das stimmt nicht unbedingt. Es kommt stark auf die persönliche Beziehung an. Allerdings habe ich schon öfters festgestellt, daß v.a. Chinesen Dinge einfach akzeptieren, bei denen mein Blutdruck ganz gewaltig ansteigt.
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