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Erlebnisse in Korea,wenn man sich als Deutscher outet
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Seoul Tower (Guest) #1
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Subject: Erlebnisse in Korea,wenn man sich als Deutscher outet
Hallo Koreafans,

wir waren gerade 1 Woche in Seoul,war wieder sehr spannend,diesmal hat uns etwas durchaus verwundert:

denn auf den diversen Nachtmärkten wurden wir mehrfach gefragt ,wo wir herkommen,soweit alles klar,aber 2 Mal reagierten die Verkäufer auf den Märkten eigenartig,denn als das Wort Germany gefallen ist,stellten die sich stramm hin und zeigten,denn bis 1945 in Deutschland üblichen Gruß !

Weiter ,schwärmten sie von den guten harten Zeiten und meinten in gutem Englisch,solche guten Leute,gäbe es selten !

Auf keinen Fall,gehen wir davon aus,das die uns veralbern wollten,machte echt nicht den Eindruck.

Nun ,unsere Frage,wie wird denn in koreanischen Schulen,diese Zeit der Geschichte,behandelt,welche Meinung herrscht denn über Deutschland diesbezüglich vor ?

Hat uns durchaus sehr verwundert,zumal es wie erwähnt,mehrfach passierte,an unterschiedlichen Plätzen.
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딸기 티안 #2
Member since Jan 2010 · 1175 posts · Location: Seoul - Jungrang-gu
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Quote by Seoul Tower:
Hallo Koreafans,
die Verkäufer auf den Märkten stellten sich stramm hin und zeigten,denn bis 1945 in Deutschland üblichen Gruß !

"vom Herzen zur Sonne" oder was ?

Sowas ist mir in Korea noch nicht passiert, eher Autobahn, Autos, Arbeit und Fussball blabla. Aber naja Nachtmärkte halt ...

Der Geschichtliche Aspekt ueber Deutschland im Geschichtsunterricht ist nicht wirklich lang was Deutschland und seine Rolle in den Weltkriegen angeht. Es wird zwar auch auf die Ermordung von Juden und anderen eingegangen aber dennoch empfindet man dieses Thema nicht allzu brisant, vor allem weil es schon so lange zurueck liegt. Eher ist das Thema "Deutschland Wirtschaftswunder" nach dem Krieg fuer viele interessanter.

So war es jedenfalls bei meinen Gespraechen ueber "Good old Germany"~
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Seoulman #3
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@Seoul Tower: Ich wurde auch schonmal in gleicher Art und Weise "gegrüßt" nachdem ich gesagt habe das ich aus Deutschland komme.
Man sieht hier ja auch viele junge Männer mit deutschen Bundeswehrjacken rumlaufen. Habe auch schon einen gesehen der unter der deutschen Fahne ein Hakenkreuz gemalt hatte....
Habe mich dann auch gefragt ob diese Person überhaupt weiss, was das bedeutet.
MikeNess #4
Member since Jul 2009 · 135 posts
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Beim Cosplay lief auch einer mit ner SS Uniform samt Armbinde rum, war schon etwas merkwürdig so etwas zu sehen. Keine Ahnung was er damit zum Ausdruck bringen wollte.   :rolleyes:
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iGEL (Administrator) #5
User title: 이글
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In reply to post #1
Moin!

Mir ist das auch noch nicht passiert.
Quote by Seoul Tower:
Nun ,unsere Frage,wie wird denn in koreanischen Schulen,diese Zeit der Geschichte,behandelt,welche Meinung herrscht denn über Deutschland diesbezüglich vor ?
Ich denke nicht, dass das vom Geschichtsunterricht herrührt. Dort wird das Thema vermutlich nicht lange behandelt, und den Hitlergruß sieht man höchstens in einem Film. Vielleicht haben sie irgendwelche Dokumentationen gesehen?

Einige denken offensichtlich, dass Deutschland mindestens insgeheim noch stolz auf seine Vergangenheit sei und dass sie einem so eine kleine Freude machen können. Viele denke darüber auch, dass es in jedem Krieg Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung und Vertreibung gibt und verkennen dabei die Qualität der Judenvernichtung, die ihnen oft wohl auch nur am Rande bekannt ist.

Gruß, Johannes
Offizieller Dogil.net / Meet-Korea-Twitter-Kanal: http://twitter.com/DogilNet
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딸기 티안 #6
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Viele denke darüber auch, dass es in jedem Krieg Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung und Vertreibung gibt und verkennen dabei die Qualität der Judenvernichtung

das schon eher, da ich schon oefter das Thema mit Koreaner hatte und erzaehlt habe das alles sowas in Deutschland verboten ist wegen der Vergangenheit. Da hat man mir "beruhigende" Worte spendiert ala ... Napoleon und das Roemische-Reich waren auch nicht besser.  :rolleyes:

Dieser Bundeswehr-Parker in Oliv mit Deutschland-Flagge gab’s hier auch mal eine Zeitlang zu kaufen, ist ja auch nix falsches dran. Was mir aber auffaellt sind diese Wehrmachts-Otakus die sich BW-Klamotten anziehen und sich ein Iron-Cross um den Hals haengen, und sich dann auf Ihrer eigenen Homepage neben Deutschen-Panzer Daten Heften.

Aber ganz im ernst, Ich sehs gelassen. Aus ner Muecke sollte man keinen Elefanten machen und die Masse ist es auch nicht. Die meisten stehen nur auf die Wehrmacht und deren Legenden und Mythen aehnlich wie bei den Amis. Es ist hier halt nicht Verboten fertig und nur weil man in Korea nicht so fanatisch Aufgeklaert wird wie in Deutschland, finde ich nicht, dass es deswegen dumme Menschen sind.

Man sollte sich eher mal Gedanken machen wieso wegen der so tollen Aufklaerung in Deutschland es in Deutschland so viele den Faschismus nacheifern der in meinen Augen viel schlimmer ist als ein Heidnischer Gruss.
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Nomou #7
User title: Koi
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Quote by 딸기 티안:
[...]nur weil man in Korea nicht so fanatisch Aufgeklaert wird wie in Deutschland[...]

Du sprichst mir aus der Seele.
Natürlich ist Aufklärung über die Vergangenheit wichtig, aber 80% des Geschichtsunterricht, den ich im Gymnasium hatte, war über Hitler, Holocaust und 2. Weltkrieg etc.
Im Deutschunterricht wird es natürlich auch noch mehrmals behandelt.
Ich finde anstatt die Schüler für dieses Thema zu sensibilisieren wird so eher das Gegenteil erreicht, es wirkt beim 3, 4 Mal eher abstumpfend und gar nicht mehr so schlimm.
Und dabei wird über Weltgeschichte fast nichts unterrichtet.
Wen wundert es dann noch, dass es in Deutschland Integrationsprobleme gibt?

In Korea wissen die Leute wenigstens rudimentär darüber Bescheid, dass es diese Ereignisse in Europa gab.
Natürlich wird es dort, wie schon meine Vorredner darstellten, anders aufgenommen und nicht so - um es positiv auszudrücken - "ausführlich" behandelt.
Das Hakenkreuz hat in Asien ja auch eine völlig andere Bedeutung und war dort schon lange vor Hitler präsent (was ein sehr interessantes Beispiel für die kulturellen Konventionen von Symbolen und deren Deutung darstellt).
Mir ist auch schon passiert, dass eine koreanische Bekannte absolut nicht verstehen konnte, wieso ich Hitler so negativ ansehe, wo er doch die deutsche Wirtschaft so angekurbelt hat.
Gummibein #8
Member since Feb 2008 · 881 posts
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Quote by Nomou:
Quote by 딸기 티안:
[...]nur weil man in Korea nicht so fanatisch Aufgeklaert wird wie in Deutschland[...]

Du sprichst mir aus der Seele.
Natürlich ist Aufklärung über die Vergangenheit wichtig, aber 80% des Geschichtsunterricht, den ich im Gymnasium hatte, war über Hitler, Holocaust und 2. Weltkrieg etc.
Im Deutschunterricht wird es natürlich auch noch mehrmals behandelt.
Ich finde anstatt die Schüler für dieses Thema zu sensibilisieren wird so eher das Gegenteil erreicht, es wirkt beim 3, 4 Mal eher abstumpfend und gar nicht mehr so schlimm.
Und dabei wird über Weltgeschichte fast nichts unterrichtet.
Wen wundert es dann noch, dass es in Deutschland Integrationsprobleme gibt?

In Korea wissen die Leute wenigstens rudimentär darüber Bescheid, dass es diese Ereignisse in Europa gab.
Natürlich wird es dort, wie schon meine Vorredner darstellten, anders aufgenommen und nicht so - um es positiv auszudrücken - "ausführlich" behandelt.
Das Hakenkreuz hat in Asien ja auch eine völlig andere Bedeutung und war dort schon lange vor Hitler präsent (was ein sehr interessantes Beispiel für die kulturellen Konventionen von Symbolen und deren Deutung darstellt).
Mir ist auch schon passiert, dass eine koreanische Bekannte absolut nicht verstehen konnte, wieso ich Hitler so negativ ansehe, wo er doch die deutsche Wirtschaft so angekurbelt hat.

Uh, oh... Jetzt wird es gefährlich und leider muss ich hier heftigst widersprechen.

Mir ging die ganze dritte Reich Geschichte in der Schule auch auf den Keks. Genauso gründlich wie man die Taten begangen hat, genauso gründlich wird nun bereut. Ich hatte immer das Gefühl, hoffentlich wird es nicht so weit übertrieben, dass die Stimmung irgendwann ins Gegenteil kippt. Nach der Wiedervereinigung musste ich aber feststellen wie notwendig die Aufarbeitung ist.

Hoyerswerda, Guben und Mügeln liegen bezeichnenderweise in einem Teil Deutschlands wo man meinte eine Aufarbeitung sei nicht nötig.

Sicher, Spinner gibt es überall, aber dass die ganze Dorfgemeinschaft hinter denen steht und johlt wenn Menschen abgefackelt werden sollen (Hoyerswerda) und sich kein einziger Zeuge findet wenn auf einem Dorffest eine Handvoll Inder verprügelt und anschließend gejagt wird (Mügeln) ist doch eine ganz neue Qualität.

Auch einen Schlag in die Magengegend hat mir ein Interview in Guben gegeben. Nachdem ein farbiger Jugendlicher bei einer Hetzjagd verblutet ist wird eine Frau interviewt die sagt: "Der arme Junge... Nun ist er vorbestraft." Hallo? Der andere Junge ist TOT.
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딸기 티안 #9
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also ich fand Geschichte immer toll und die beiden Weltkriege haben mich auch sehr interessiert, auch ist Aufklaeung wichtig !

Aber jetzt zu behaupten das der Grund fuer Pruegelattacken etc. pp. bei der mangelnden Aufklaerung liegt, da mag ich mal zu behaupten das der Hauptgrund ganz woanders liegt und man sich nur ledentlich das Bild von der Zeit vor die Augen haelt.
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Nomou #10
User title: Koi
Member since Nov 2007 · 396 posts · Location: Zuhause
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Dass es gefährlich wird, dachte ich mir schon.
Nur um es klarzustellen: Ich bin absolut gegen Nazis, Rassismus und co.
Andererseits bin ich der festen Überzeugung, dass Aufklärung wichtig ist.
Der Punkt ist, wie aufgeklärt wird.
Man kann es auch übertreiben und dann verfehlt die Aufklärung ihren Zweck.

Es gibt bestimmt auch Unterschiede zwischen der Art und Weise der Aufklärung in der DDR und BRD, ich rede allerdings von der Behandlung des Themas in den letzten 10 Jahren.
Das ist bestimmt auch von Schule zu Schule unterschiedlich.
Mein Bruder hatte vor einigen Jahren eine Exkursion zum KZ in Dachau, wo auch Referate vorgetragen wurden.
Er erzählte mir später, dass einer seiner Mitschüler einen bekannten, in diesem KZ ermordeten Juden vorstellen sollte, und die Einleitung in etwa so ablief "ja ich halte jetzt Referat über... wie hieß der Spasti? ach ja".
Die Reaktion des Lehrers: nicht vorhanden. Kein Kommentar, kein Eingreifen, einfach nichts.
Schöne Aufklärung.

Das ist schon einige Jahre her, und ich glaube kaum, dass die weitere Behandlung des Themas irgend etwas an der Einstellung sowohl des besagten Schülers als auch des Lehrers geändert haben wird.

Das ist aber ein anderes Thema.
imnida #11
Member since Mar 2007 · 237 posts · Location: Basel
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In Busan habe ich mal einen Studenten gesehen mit einem T-Shirt: "Endlösung der Judenfrage". Als ich ihn angesprochen habe, wusste er gar nicht was er da anhatte...
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