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Kyopos
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imnida #1
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Subject: Kyopos
Ich hoere viele interessante Geschichten ueber Kyopos.
Hier wuerde mich die Meinung von Anderen interessieren.
Heiraten Kyopos nur untereinander? Keine Koreaner, keine Deutschen?
Sind Kyopos alle geldgierig und nehmen ruecksichtslos Koreaner aus? Speziell Mietpreise...
Stehen Kyopos irgendwie zwischen den Identitaeten?
Meckern Kyopos in Deutschland ueber Deutschland und in Korea ueber Korea?
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iGEL (Administrator) #2
User title: 이글
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Moin!

Uiui, das ist ja ziemlich provokant, was du da schreibst. Wo hast du denn solche Vorurteile her?

Erklär doch mal, was du unter Kyopo verstehst, ich bin mir bei der Definition nämlich nicht sicher. Sind beispielsweise nach Deutschland adoptierte Koreaner Kyopos? Oder die zweite Generation?

Edit:
The terms dongpo (동포) or gyopo (교포) in Korean refers to people of ethnic Korean ancestry who have lived the majority of their lives outside Korea. It can also mean simply any Korean who lives outside Korea.
Quelle: Eng. Wikipedia

Demnach wären ja beide vorher genannte Gruppen Kyopos. Und bisher ist mir bei beiden Gruppen noch keiner über den Weg gelaufen, auf den eines der Vorurteile zugetroffen hätte.

Gruß, Johannes
Offizieller Dogil.net / Meet-Korea-Twitter-Kanal: http://twitter.com/DogilNet
This post was edited on 2010-03-08, 21:33 by iGEL.
Gummibein #3
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In reply to post #1
Quote by imnida:
Ich hoere viele interessante Geschichten ueber Kyopos.
Hier wuerde mich die Meinung von Anderen interessieren.
Heiraten Kyopos nur untereinander? Keine Koreaner, keine Deutschen?
Sind Kyopos alle geldgierig und nehmen ruecksichtslos Koreaner aus? Speziell Mietpreise...
Stehen Kyopos irgendwie zwischen den Identitaeten?
Meckern Kyopos in Deutschland ueber Deutschland und in Korea ueber Korea?

Was willst Du denn hören?

Ja, wir sind solche schlechte Menschen oder
ja, sie sind solche schlechte Menschen?

Alles hat zwei Seiten. Die einen sind gierig, die anderen knickerig. Wer will entscheiden wer nun der "schuldigere" sein soll?

Natürlich prägen die Umstände die Menschen. Selbst diejenigen, die sich einer Integration weitestgehend zu entziehen scheinen werden selbstverständlich von ihrem Leben in einem fremden Land geprägt. Was soll daran so negativ sein wie Du andeutest? Natürlich schwebt man dabei zwangsläufig zwischen zwei Welten. Dass man in Winter einen Mantel anzieht wirst Du doch auch niemandem vorwerfen?

Menschen heiraten nun mal Menschen die eine gewisse Gemeinsamkeit (Ethnisch, Gesellschaftlich, Kulturell, Beruflich, Geografisch, Religiös, Interessen, Freundeskreis, etc.) haben. Ist es so überraschend oder gar verwerflich?

Durch die Distanz erkennt man Dinge die man nicht erkennt wenn man mitten drin hockt und es nie anders erlebt hat. Dann kommt noch die Ungeduld die man speziell gegen Personen/Gruppen empfindet denen man sich sehr verbunden fühlt. Wenn diese Erkenntnisse dann ohne ordentliche Promill im Blut artikuliert wird könnte es bei Koreanern schon zu Irritationen führen.
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딸기 티안 #4
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also Ruecksichtslos und Geldgierig also das gibts auch unter nicht "Kyopos" sowohl auf deutscher als auch auf koreanischer Seite.
imnida #5
Member since Mar 2007 · 237 posts · Location: Basel
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In reply to post #3
Mein Einstieg war etwas ungluecklich formuliert.
Ich will niemanden verletzen, was ich durch die provokante Uebernahme von Vorurteilen aber vielleicht schon getan habe. Das tut mir Leid!
Ich spuere nur gewisse Spannungen und Entfremdungstendenzen zwischen Koreanern, die "frisch" nach Deutschland gekommen sind und solchen die hier geboren wurden oder schon lange hier leben. Die Definition scheint fliessend zu sein.
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orosee #6
User title: Ernst ist anders.
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@ imnida: ich wage mich mal an eine kleine Theorie (habe aber heute starke Kopfschmerzen, ist also nicht gut ausgearbeitet):

-> Hier geboren oder lange (>10..20 Jahre) ansaessig: Deutsches Kultur- und Gesellschaftsverstaendnis, Anwendung der deutschen "Regeln" fuer soziale Interaktion, eventuell ein (leichtes) "Elitedenken"

-> FVB (frisch vom Boot): Bringt eventuell koreanische Sozial- und Verhaltensregeln mit, die die obigen schon abgelegt haben bzw. nie erleernt haben, und wendet sie auf die obigen an bzw. erwartet gleiches Verhalten.

Das waere dann ein Effekt, der z.B. bei Einwandererfamilien im Generationenkonflikt oder beim Nachzug von Familie (vgl. in D aufgewachsene junge Tuerkin und den gerade nachgezogenen Onkel aus Anatolien) auftreten kann. Siehe auch "Russlanddeutsche" juengerer Herkunft. Pffft, siehe einfach Wessis gegen Ossis  :-p

In Korea ist das ja auch manchmal so (mit imgekehrtem Vorzeichen).

Mich persoenlich nerven eher die, die komplett ausserhalb Koreas aufgewachsen sind und eigentlich nur eine koreanische Huelle um einen nicht-koreanischen Kern sind. Die schlimmste Brut, die ich je erlebt habe, war die 2. & 3. Generation US-Vietnamesen, die in Vietnam Geschaefte, Urlaub oder Verwandtenbesuch gemacht haben. Ich denke mal, je hoeher die sozialen Unterschiede der zwei Laender sind, und je weiter die Besucher von ihren "Wurzeln" entfernt sind, desto schlimmer kann es werden.

An Ende eintscheidet sicher der persoenliche Charakter plus persoenliche Erfahrung, wie sich jeder Einzelne verhaelt.
(\_ _/)
(='.'=)
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karingel #7
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'Ossis gegen Wessis' ist doch ein ganz anderer Zusammenhang (und Ursache).
Habe aber den smiley am Ende schon registriert  :-) . Trotzdem...
Yush (Former member) #8
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In reply to post #6
"Meckern Kyopos in Deutschland ueber Deutschland und in Korea ueber Korea? "

Soviel ich weiss, meckern Deutsche ueber Deutschland in Deutschland und ueberall in der Welt. ;-)

Die Antwort auf Deine Frage haengt wesentlich davon ab, um welche Generation es sich handelt und wie gut der- oder diejenige Korea kennt.
Bei den 2saes sehe ich eher die Tendenz, dass Deutschland in Korea gelobt wird und in Korea eher an Korea Kritik geuebt wird.
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"Heiraten Kyopos nur untereinander? Keine Koreaner, keine Deutschen?"

Als "2sae", Kyopo der 2. Generation, geboren und aufgewachsen in Deutschland habe ich beobachtet, dass es zwischen meiner Generation und koreanischen Austauschstudenten in der Tat wenig Interaktion gibt. Man sieht sich zwar hin und wieder in der Kirche oder auf anderen kor. Veranstaltungen, aber beide Gruppen bleiben in der Regel unter sich.

Besonders aufgefallen ist mir dies als ich mit einer kor. Austauschstudentin zusammen war. Ihr Freundeskreis bestand nur aus anderen kor. Austauschstudenten oder anderen native Koreanern, die ich wenig bis gar nicht kannte. Das war fuer mich eine andere Welt.
Ein wesentlicher Grund, dass es kaum Schnittmengen zwischen den beiden Gruppen gibt, liegt meiner Ansicht darin, dass die Mentalitaeten so unerschiedlich sind - sowohl in der Breite als auch vor allem in der Tiefe. Gut zu sehen ist dies an den Heiratsverhaeltnissen der unterschiedlichen Kyopo Generationen: Die 1,5sae, die als Babies oder Kleinkinder mit Ihren Etern nach Deutschland ausgewandert sind, sind in der Mehrheit mit native Koreanern verheiratet. Bei den 2sae ist das nicht mehr der Fall (alles bezogen auf die kor. Gemeinde in Hamburg). Generell kann man sagen, dass 2sae deutlich offener fuer nicht-koreanische Beziehungen sind.
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"Sind Kyopos alle geldgierig und nehmen ruecksichtslos Koreaner aus? Speziell Mietpreise..."

Geldgier gibt es ueberall.
Ich denke, es ist vielleicht eher so, dass Kyopos weniger geneigt sind speziell fuer Koreaner Sonderpreise anzubieten und Koreaner die gleichen Preise zahlen muessen wie Nicht-Koreaner. Beachten sollte man auch, dass es in Korea weit verbreitet ist, einen hohen Preis zu veranschlagen und einen spaeteren Preisnachlass bereits mit einzukalkulieren, so dass der Eindruck entsteht, gespart zu haben. In Deutschland sind Preisangebote "ehrlicher" und es kommt seltener zu Preisnachlaessen, aber fuer den Koreaner fuehlt es sich deshalb vielleicht "teurer" an.

Es gibt sicherlich Kyopos, die die Unwissenheit und Unsicherheit von Koreanern fuer den eigenen Profit ausnutzen. Es gibt aber bestimmt viele Kyopos+Auslaender, deren Unwissenheit oder Unsicherheit in Korea von Koreanern auch ausgenutzt wird. Wie gesagt, schlechte Menschen gibt es ueberall.
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"Stehen Kyopos irgendwie zwischen den Identitaeten?"

"Irgendwie" ist gut. So eine Frage kann nur jemand stellen, der kein Kyopo ist.

Natuerlich sitzt man als Kyopo immer zwischen den Stuehlen, zwischen dt. und kor. Kultur und Mentalitaet - insbesondere dann, wenn man in Deutschland geboren und aufgewachsen ist. Das ist eine immer-präsente mentale und emotionale Belastung - gerade in den Jugendjahren. Deutscher Kindergarten, deutsche Grundschule, deutsches Gymnasium, deutsche Uni und daneben noch Fussball, Volleball etc. in dt. Sportsvereinen - man wächst jeden Tag in Deutschland und wenn man gut gedeihen will, muss man sich gut integrieren. Gleichzeitig weiss man, dass man kein Deutscher ist, aber auch kein "echter" Koreaner. Frueher oder spaeter muss man fuer sich eine Identitaet finden, und das ist wahrlich ein langer und beschwerlicher Weg. Fast alle 2saes die ich kenne, haben sich letzendlich fuer den dt. Pass entschieden.
Yush (Former member) #9
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In reply to post #5
Quote by imnida:
Ich spuere nur gewisse Spannungen und Entfremdungstendenzen zwischen Koreanern, die "frisch" nach Deutschland gekommen sind und solchen die hier geboren wurden oder schon lange hier leben. Die Definition scheint fliessend zu sein.

Hmm, also im umgekehrten Fall, ich, ein Kyopo, beruflich nach Korea transferiert, gab es eine Vielzahl von Spannungsfeldern. Die groesste Herausforderung fuer mich war die Tatsache, dass viele von mir erwarteten ein "echter" Koreaner zu sein, aber gleichzeitg von mir mehr erwarteten als bei einem "echten" Koreaner, da ich ein Kyopo war. Haette ich blonde Haare und blaue Augen gehabt, waere es wohl sehr viel einfacher gewesen, ich selbst zu sein.

Ich denke, wenn man aussieht wie ein Koreaner und koreanische Gene besitzt, dann erwarten und vor allem fordern viele native Koreaner, dass man so wie sie ist - egal wo man geboren und aufgewachsen ist.

Wer also mit einer solchen Einstellung kommt, wird in Kyopos keine Freunde finden.

Aber auch ohne irgendwelche Spannungen. Der Mentalitaetsunterschied allein ist zwischen Kyopos und native Koreanern so gross, um Annaeherungen zu erwschweren.
imnida #10
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Jetzt habe ich trotz des holprigen Einstiegs meinerseits, doch einige tolle Antworten bekommen.
Vielen Dank!
naja #11
User title: naja
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In reply to post #2
zuerst:
Quote by iGEL on 2010-03-08, 21:27:
The terms dongpo (동포) or gyopo (교포) in Korean refers to people of ethnic Korean ancestry who have lived the majority of their lives outside Korea. It can also mean simply any Korean who lives outside Korea.
Quelle: Eng. Wikipedia
diese Erklärung ist falsch. sie deckt die Redewendungen etwa "고국에 계신 동포 여러분" oder "동포여 일어나라" nicht.

Die 교포s in D haben relativ guten Ruf im Vergleich mit den in N., L.-America, China oder südostasien.
Die sind meistens die Leute, die als Bergbauer o. Krankenschwester nach D. gekommen sind, oder deren Nachwüchse aber mit reinkoreanischem Blut. relativ Gleichmässig anders als die in den USA. ich hab Respekt vor der ersten Generation, die das Schicksal selbst bestimmt und meistens sich in D. gut eingelebt hat.

ich glaube nicht, dass 교포s besonders geldgierig scheinen würden, und zwar in D :-p .
Ich verstehe ihre Angst vor der Zukunft. ja, der Staat Korea bietet so gut wie nichts an. Deutsche haben den Sozialstaat, Koreaner haben stattdessen Bargeld. Die Hirsche, die in Dschungel von Raubtiere vertrieben wurden, haben polygenetisch die Angst noch im Zoo. die soziale sicherheit für sie scheint auch tatsächlich gering, sie haben, nur was vom Staat angeboten wird. Sie sahen ihre Zukunft im fremden Land anders als Biodeutsche in Mittelschicht, die noch Verwandschaft, Kredit in der Bank haben und die helle und dunkle Seite der kapitalistischen Gesellschaft auszunutzen wissen. Ihre Nachwüchse studierten und sturieren deshalb meistens deshalb Jura, Medizin oder BWL.

"Die groesste Herausforderung fuer mich war die Tatsache, dass viele von mir erwarteten ein "echter" Koreaner zu sein, aber gleichzeitg von mir mehr erwarteten als bei einem "echten" Koreaner, da ich ein Kyopo war. Haette ich blonde Haare und blaue Augen gehabt, waere es wohl sehr viel einfacher gewesen, ich selbst zu sein."
--> Nachwüchse von 교포s "aus" Amerika oder Euiropa werden deshalb Bananen genannt. Einige "aus" amerika entscheiden sich über die Staatsangehörigkeit hinaus für Wehrdienst in Korea statt US-Army. Diese werden dann als echter Koreaner angenommen und ohne Nachteile einen Job in K. haben. Die Nachteil und die Vorteile würden unter Nachwüchsen schon abgewogen. man muss pauschal wählen. geringere Steuerabrechnung in K. aber relativ groszügige Renten in D. kann man nicht erwünschen. so ist es für Grenzgänger.

"nehmen ruecksichtslos Koreaner aus? Speziell Mietpreise"
--> Deutsche im Ausland beten zu Gott um Schutz vor anderen Deutschen in dem Land. im Ausland betrogen zu werden, ist bitter, meistens fatal, deshalb auffällig und viel gesprochen. Betrug unter Koreanern aber in Deutschland? eher selten. in den USA? Dort passiert alles, etwa zwischen Pfarrer oder seiner Frau und Gläubigen.
Bei dem Mietverhältnis kann viel Missverständnis vorkommen, weil es in D. rechtlich und kulturell anders als in Korea ist.
This post was edited 2 times, last on 2010-03-10, 16:05 by naja.
Yush (Former member) #12
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Quote by naja:
ich glaube nicht, dass 교포s besonders geldgierig scheinen würden, und zwar in D :-p .
Ich verstehe ihre Angst vor der Zukunft. ja, der Staat Korea bietet so gut wie nichts an. Deutsche haben den Sozialstaat, Koreaner haben stattdessen Bargeld. Die Hirsche, die in Dschungel von Raubtiere vertrieben wurden, haben polygenetisch die Angst noch im Zoo. die soziale sicherheit für sie scheint auch tatsächlich gering, sie haben, nur was vom Staat angeboten wird. Sie sahen ihre Zukunft im fremden Land anders als Biodeutsche in Mittelschicht, die noch Verwandschaft, Kredit in der Bank haben und die helle und dunkle Seite der kapitalistischen Gesellschaft auszunutzen wissen. Ihre Nachwüchse studierten und sturieren deshalb meistens deshalb Jura, Medizin oder BWL.

Dass einige wenige Kyopos geldgierig sein sollen, liegt sicherlich nicht am dt. Sozialstaat und sicherlich auch nicht in der Konkurrenz mit "Biodeutschen". Geldgier gibt es überall und hat nichts damit zu tun, dass man Kyopo ist. Und dass so viele Kyopos Jura, Medizin oder BWL studieren, liegt sicherlich eher daran, dass fuer die meisten Menschen diese Faecher eben attraktiv sind. Sowohl in Deutschland als auch in Korea sind das doch die Top-3 der Studienfaecher - das betrifft alle Menschen, nicht nur Kyopos.
Überhaupt die Unterstellung, dass Kyopos als Hirsche von den "Biodeutschen" Raubtieren vertrieben wurden und daher vom Sozialstaat abhängig seien - das ist totaler Unsinn. Als Kyopo kann ich sagen, dass ich in D die gleichen Bildungsmöglichkeiten hatte wie alle anderen auch. Da ist D vorbildlich.
Und fuer die meisten Kyopos, die hier geboren und aufgewachsen sind, ist Deutschland kein fremdes Land, sondern Heimat.

Quote by naja:
"Die groesste Herausforderung fuer mich war die Tatsache, dass viele von mir erwarteten ein "echter" Koreaner zu sein, aber gleichzeitg von mir mehr erwarteten als bei einem "echten" Koreaner, da ich ein Kyopo war. Haette ich blonde Haare und blaue Augen gehabt, waere es wohl sehr viel einfacher gewesen, ich selbst zu sein."
--> Nachwüchse von 교포s "aus" Amerika oder Euiropa werden deshalb Bananen genannt. Einige "aus" amerika entscheiden sich über die Staatsangehörigkeit hinaus für Wehrdienst in Korea statt US-Army. Diese werden dann als echter Koreaner angenommen und ohne Nachteile einen Job in K. haben. Die Nachteil und die Vorteile würden unter Nachwüchsen schon abgewogen. man muss pauschal wählen. geringere Steuerabrechnung in K. aber relativ groszügige Renten in D. kann man nicht erwünschen. so ist es für Grenzgänger.

Ich kenne keinen einzigen Kyopo, fuer den es eine Rolle spielen wuerde, ob er weniger Steuern zahlt bzw. mehr Rente erhält, wenn es darum geht zu entscheiden wer man ist. "Pauschal wählen" gibt es fuer einen Kyopo nicht. Die meisten Kyopos akzeptieren, dass man weder ganz deutsch noch ganz koreanisch ist. Man sitzt zwar zwischen den Stühlen, aber man lernt, es sich zwischen den Stühlen gemütlich zu machen und das beste aus beiden Welten zu kombinieren. Genau das verstehen viele "echte" Koreaner nicht bzw. wollen es nicht verstehen.
Nachteile hatte ich beruflich in Korea nicht. Das Gegenteil war der Fall. Meine Erfahrungen als Kyopo waren sogar von grossem Vorteil ggü "echten" Koreanern. Nur was nuetzt es, beruflich erfolgreich zu sein, wenn mann einen Teil seiner Identität ignorieren muss? Wenn es nur ums Geld gegangen waere, waere ich locker in Korea geblieben. Aber Geld ist eben nicht alles - jedenfalls fuer mich.

Ich bin davon ausgegangen, dass die Wortwahl wie z.B. "reinkoreanisches Blut", "Nachwüchse", "Biodeutsche" etc. der Übersetzung geschuldet sind und keine rassistichen Bedeutungen haben.

Ich gebe zu, dass der Tonfall mich bei diesem post aergert. Der Autor glaubt zu wissen, wer Kyopos sind, was sie durchmachen und was sie wie tun sollen, ist aber selbst kein Kyopo und macht belehrende Aussagen über diese Gruppe, die er offenkundig nicht kennt.
naja #13
User title: naja
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Quote by Yush:
Quote by naja:
ich glaube nicht, dass 교포s besonders geldgierig scheinen würden, und zwar in D :-p .

Dass einige wenige Kyopos geldgierig sein sollen, liegt sicherlich nicht am dt. Sozialstaat und sicherlich auch nicht in der Konkurrenz mit "Biodeutschen". Geldgier gibt es überall und hat nichts damit zu tun, dass man Kyopo ist.

schon wurde ich missverstanden. häufig hab ich gehört von Amerikanern und von Deutschen selbst, dass Deutsche geldgierig seien. wenn so formuliert würde, - abgesehen davon, dass es wirklich wäre, oder so gesagt werden dürfte, - würden umständliche Auseinandersetzungen eingeladen. In diesem Zusammenhang wurde sicherlich die erste Generation erwähnt. und ich weiß nicht, wie die zweite oder anderthalbe Generation im innen denken. nochmal formuliert würde, wäre es so: "also die Geldnotwendigkeit der ersten Generation im fremden Land sahen nicht auffällig aus, wenn deutsche geldgierig wären."
Hirsche heissen auch die erste Generation, aber die Raubtiere heissen die Armut, die die erste Generation in 60er und 70er in Korea aber in der Abwesenheit des Staats erfahren hatte.


Quote by Yush:
Quote by naja:
Ihre Nachwüchse studierten und sturieren deshalb meistens deshalb Jura, Medizin oder BWL.

 Und dass so viele Kyopos Jura, Medizin oder BWL studieren, liegt sicherlich eher daran, dass fuer die meisten Menschen diese Faecher eben attraktiv sind. Sowohl in Deutschland als auch in Korea sind das doch die Top-3 der Studienfaecher - das betrifft alle Menschen, nicht nur Kyopos.


Wenn es schon Unbehagen gibt, dass ich die zweite Generation als Nachwüchse bezeichnete, entschuldige mich. aber dann müssten sich viele Deutsche bei(?) mir entschuldigen. ich kenne aber bis den rassistischen Beigeschmack der Worte nicht.

Zu unterscheiden ist aber das Studieren und studieren zu wollen. oder die Tatsache und Begehren.

Quote by Yush:
Ich kenne keinen einzigen Kyopo, fuer den es eine Rolle spielen wuerde, ob er weniger Steuern zahlt bzw. mehr Rente erhält, wenn es darum geht zu entscheiden wer man ist. "Pauschal wählen" gibt es fuer einen Kyopo nicht. Die meisten Kyopos akzeptieren, dass man weder ganz deutsch noch ganz koreanisch ist. Man sitzt zwar zwischen den Stühlen, aber man lernt, es sich zwischen den Stühlen gemütlich zu machen und das beste aus beiden Welten zu kombinieren. Genau das verstehen viele "echte" Koreaner nicht bzw. wollen es nicht verstehen.
Nachteile hatte ich beruflich in Korea nicht. Das Gegenteil war der Fall. Meine Erfahrungen als Kyopo waren sogar von grossem Vorteil ggü "echten" Koreanern. Nur was nuetzt es, beruflich erfolgreich zu sein, wenn mann einen Teil seiner Identität ignorieren muss? Wenn es nur ums Geld gegangen waere, waere ich locker in Korea geblieben. Aber Geld ist eben nicht alles - jedenfalls fuer mich.


ich bin nicht viel anderer Meineung. Opportunität im Sinne der VWL ist bei der Wahl der Nationalität oder des Staats, dem einer mit Wehr dienst, unmöglich. die Wechselbezüglichkeit von Steuer und Rente ist auch nur Tatsache oder? aber kein Tadeln. wenn einer jedenfalls eine Nische oder einen angenehmen zwischenplatz in dieser Welt finden kann, ist diese persönliche Erfahrung nur schön.

<weiter>
eine Frage: Geld ist nicht alles. klar. wortlaut sei die Identität wichtiger. ich erkenne nicht, was meine Identität ist. Was ist die Identität? sei es individuell oder sei es als die zweite generation?

Quote by Yush:
Ich bin davon ausgegangen, dass die Wortwahl wie z.B. "reinkoreanisches Blut", "Nachwüchse", "Biodeutsche" etc. der Übersetzung geschuldet sind und keine rassistichen Bedeutungen haben.
klar. die erste ist nur für Verkürzung vom "aus Ehepaar von koreaner und koreanerin stammend". nur das.
die zweite, verstehe ich, heisst die Nachfolgerlinie von Sohn Tochter und Enkel....
der dritte benutzte ich ein bisschen zynisch aber auch mit der Vermutung, dass die erste Generation auf die wohlhabende Situation der deutschen neidisch wären. das Wort ist neu. aber das Wort Australopithecus ist auch relativ neu.
Quote by Yush:
Ich gebe zu, dass der Tonfall mich bei diesem post aergert. Der Autor glaubt zu wissen, wer Kyopos sind, was sie durchmachen und was sie wie tun sollen, ist aber selbst kein Kyopo und macht belehrende Aussagen über diese Gruppe, die er offenkundig nicht kennt.

dass die zweite Generation meistens jura blabla studierten, ist mein Kompliment. Kinder, eine Seite deren Eltern zuwanderer ist, haben in der schule oder im Studium riesige Nachteile. Bei der 2. Gene. ist Deutsch für beide Seite der Eltern keine Muttersprache. trotzdem gute Note, schon wunderbar. es ist aber seltsam, sich gegen Komplimente zu verteidigen.

ich bin koreaner, der für den Angriff auf "meinen Vaterland" :cool: (sonst wie soll man seine Gruppe formulieren?) ohne Verständnis des Kontext sensibel ist, anders als Deutsche, die auf meine oben provozierende Aussage gar nicht reagieren und diese seltsame Auseinandersetzung gelassen genießen. ich finde mindestens hier Deutsche für rassistische Bezeichnung oder Redewendung empfindlich, anders als Koreaner, die nur sagen, "Rassismus? hab gehört, dass solches irgendwo da ist. es ist schlimm? wir haben nicht erfahren".

ich finde den Kyopo doppelempfindlich für den (Schein)Angriff auf seine Gruppe einerseits und andererseits für die (schein)rassistische Wortwahl. Der gemeinte Zwischenplatz ist nur von denen, die Flexibilität und Verständigungsfähigkiet haben - sorry, ein bisschen "belehrende Aussage". Ich hab keine Ahnung und ehrlich gesagt keine besondere Lust zu wissen, wer die 2. Gene ist. ich halte sie bislang nur als Deutsche. Wer nein sagen möchte, wer als der 2. Gene. zwischen K. und D. besondere Rolle spielen will, zeige mal. darüber hinaus, ich sehe gerne Mozart Kim, Lee Heisenberg, Aussenminister Joschika Choi oder supermodell Heidi Chang, die nicht jura blabla studierten aber die deutsche Gesellschaft bereichern.
This post was edited 2 times, last on 2010-03-11, 16:14 by naja.
Yush (Former member) #14
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@naja

Ok, ich habe mir Deinen Post 3x intensiv durchgelesen und muss gestehen, dass ich nur einen Teil davon verstanden habe - zumindest glaube ich, einige Teile zu verstehen, und was Du sagen willst. Ich werde daher nur auf die Teile eingehen, die ich glaube verstanden zu haben.

Wenn es schon Unbehagen gibt, dass ich die zweite Generation als Nachwüchse bezeichnete, entschuldige mich. aber dann müssten sich viele Deutsche bei(?) mir entschuldigen. ich kenne aber bis den rassistischen Beigeschmack der Worte nicht.

Nein, der Begriff "Nachwüchse" allein bereitet keinen Unbehagen (wobei "Nachwuchs" die gängigere Formulierung ist). Wenn aber weitere Begriffe auftauchen wie "Biodeutsche", "reinkoreanisches Blut" entsteht der Eindruck einer moeglichen Tendenz hin zu rassistischer Unterschwelligkeit - gerade in Deutschland mit seiner Geschichte. Aber wie bereits gesagt, ich unterstelle dies nicht, zumal ich Dich nicht kenne, und gehe davon aus, dass es an der Uebersetzung liegt.

...aber kein Tadeln. wenn einer jedenfalls eine Nische oder einen angenehmen zwischenplatz in dieser Welt finden kann, ist diese persönliche Erfahrung nur schön.

Diese Erfahrung ist schoen?
So etwas kann nur jemand sagen, der nicht weiss hat, wie Kyopos aufwachsen. Als native Koreaner gibt es nie die Frage, wer bin ich und woher komme ich, da sich diese Frage nie stellt. Einem native Deutschen, der in D geboren und aufgewachsen ist, stellt sich diese Frage ja auch nie. Fuer einen Kyopo dagegen sind diese Fragen Teil seines Lebens, die den Kyopo massgeblich praegen und sein ganzes Leben begleiten werden. Gerade als Kind und Jugendlicher leidet man stark darunter. Der Wehrdienst ist so ein klassischer Fall. Dt. Wehrdienst oder kor. Wehrdienst? Fuer "echte" Koreaner ist der Fall natuerlich klar. Fuer einen Kyopo hingegen ganz und gar nicht. Kor. Wehrdienst leisten basierend allein auf die kor. Gene? Fuer ein Land, in dem man bis dato gerade vielleicht 2-3% seiner Lebenszeit verbracht hat (1xJahr Sommerferien) und fuer Menschen, die von der Mentalitaet und Kultur zwar interessant, aber fremder nicht sein koennten? Fragen wie, "wuerdest Du gegen Korea in den Krieg ziehen und Dein eigenes Blut toeten?" Nein, natuerlich nicht, aber auch ein ebenso eindeutiges Nein gegen D in den Krieg zu ziehen und meine dt. Mitmenschen zu toeten. Fuer wen ich mich im Kriegsfalle entschieden wuerde, falls D und Korea jemals gegeneinander Krieg fuehren sollten, diese Frage eindeutig zu beantworten ist mir bis heute nicht gelungen. Zum Glueck war es in D relativ einfach sich fuer den Zivildienst zu "qualifizieren". Mit einer Ausnahme, haben sich alle Kyopos, die ich kenne, fuer den Zivi entschieden. Es gibt viele native Koreaner, die diese Gedanken als ketzerisch oder gar als verraeterisch ansehen. Der eine Kyopo, der sich fuer den dt. Wehrdienst entschieden hatte, hat in Korea niemandem davon erzaehlt aus Angst von kor. Freunden und Famlie verachtet zu werden.
Und noch eines:
Wenn ich jetzt die Wahl haette zurueckzugehen und mir ein neues Leben auszusuchen - ich wuerde es nicht tun. Ich fuehre ein glueckliches und zufriedenes Leben und habe hinsichtlich meiner Identität meine Balance gefunden.
Allerdings, wenn ich vor 30 Jahren gewusst haette, was mich beim Aufwachsen als Kyopo erwartet, haette ich mir sicherlich einen anderen, einfacheren Lebensweg ausgesucht.

dass die zweite Generation meistens jura blabla studierten, ist mein Kompliment. Kinder, eine Seite deren Eltern zuwanderer ist, haben in der schule oder im Studium riesige Nachteile. Bei der 2. Gene. ist Deutsch für beide Seite der Eltern keine Muttersprache. trotzdem gute Note, schon wunderbar. es ist aber seltsam, sich gegen Komplimente zu verteidigen.

Nun, Du hast geschrieben, dass die Deutschen im Vorteil sind, weil sie mehr Kapital besitzen und auch kapitalistischer sind und Kyopos aus diesem Grund dazu neigen, Jura, BWL und Medizin zu studieren. Ich habe lediglich dazu gesagt, dass dieses Argument falsch sei, da Jura, BWL und Medizin die beliebtesten Faecher bei allen Menschen sind. Kyopos studieren diese Faecher nicht als Reaktion auf die Deutschen und ihre angeblichen Vorteile, sondern weil diese Faecher auch unter Kyopos beliebt sind. Es war eine Richtigstellung - keine Verteidigung.

Dass Kinder von Einwanderern "riesige Nachteile" in Schule  und Studium haben sollen...hmm.
Ich kann nur sagen, dass viele Nachteile, die sich fuer Einwanderer-Kinder ergeben, in der mangelnden Integration bzw. am mangelnden Integrationswillen liegen. Es sollte aber klar sein, dass es in der Natur der Sache liegt, dass Einwanderer-Kinder sich mehr Muehe geben muessen, um das gleiche zu erreichen, wie die Einheimischen. Das ist aber in jedem Land so. Ich halte Deutschland in bezug auf moeglichst gerechte Bildungschancen, unabhaengig von Einkommen, Religion, Ethnizität etc. fuer vorbildlich. Eine Einwandererfamilie hat in Deutschland deutlich bessere Bedingungen in Bildungs- und Berufschancen als in Korea. Ein Cem Oezdemir waere in Korea niemals Parteichef geworden oder ein Roesler niemals kor. Gesundheitsminister.

Kannst Du daher naeher erlaeutern, was Du mit "riesige Nachteile" konkret meinst?

ich bin koreaner, der für den Angriff auf "meinen Vaterland" :cool: (sonst wie soll man seine Gruppe formulieren?) ohne Verständnis des Kontext sensibel ist...

Nur so zur Info: Ich bin auch Koreaner (auch wenn ich in Deinen Augen kein echter oder gar kein Koreaner bin), Korea ist auch mein Land, (m)eine Heimat, "mein Vaterland" fuer mich. Ich habe auch nicht das Land oder die Menschen pauschal "angegriffen" - es sei denn Du gehoerst zu der Gruppe von Menschen, die jedwede Kritik an Korea als Angriff versteht. Ich habe auch nicht Kritik an der Kultur oder Mentalitaet geuebt, sondern darauf hingewiesen, dass die Unterschiede gross und tief sind. Kritik, und zwar deutliche, habe ich nur an eine bestimmte Gruppe von Menschen in Korea geuebt, die bestimmte Vorurteile gegenueber Kyopos haben, ohne zu wissen wer Kyopos sind.

Nun, ich bin ein Kyopo der veraergert reagiert, wenn ein native Koreaner denkt, es besser zu wissen was und wie Kyopos zu denken haben und wie sie zu leben haben. Damit meine ich natuerlich nicht alle native Koreaner. Eine Vielzahl von native Koreanern, die ich kenne und mit denen ich befreundet bin, sind offen fuer abweichende Meinungen und offen fuer das Wissen und die Erfahrungen anderer - und akzeptieren auch andere Meinungen. Aber es gibt eben auch viele native Koreaner, fuer die nur das "entweder oder" gilt oder meinen etwas besser zu wissen, nur weil sie es vielleicht irgendwo aus zweiter od. dritter Hand gehoert oder aus einem Buch gelesen haben.

...anders als Deutsche, die auf meine oben provozierende Aussage gar nicht reagieren und diese seltsame Auseinandersetzung gelassen genießen. ich finde mindestens hier Deutsche für rassistische Bezeichnung oder Redewendung empfindlich, anders als Koreaner, die nur sagen, "Rassismus? hab gehört, dass solches irgendwo da ist. es ist schlimm? wir haben nicht erfahren".

Wer die deutsche Geshichte kennt, sollte nachvollziehen koennen, dass Rassismus eine hoch-historische Bedeutung fuer die Deutschen besitzt. Selbst auf Andeutungen von Rassismus wird in Deutschland sehr sensibel reagiert. Deswegen koennen Begriffe wie "reinkoreanisches Blut", "biodeutsch" etc. Missverstaendnisse hervorrufen. Aber dazu muss man natuerlich die Geschichte Deutschlands kennen.

Und Dein Vorwurf, dass die Deutschen hier im Forum gar nicht auf Deine Aussagen reagieren und unsere Auseinandersetzung "geniessen" (wie kommst Du denn darauf?): Wir reden hier ueber Kyopos und deren komplizierte Beziehung zu kor. Menschen, Kultur und Mentalitaet und vice versa. Ich glaube kaum, dass Deutsche ueber dieses spezielle "inner-koreanische" Thema viel sagen koennen. Oder kannst Du als Koreaner viel ueber die Beziehung deutscher Kinder die in Korea geboren und/oder aufgewachsen sind zu "echten" Deutschen etwas sagen?

Und wie bereits gesagt, es ist ungemein schwer Deinen Text zu verstehen. Ich selbst blicke wahrscheinlich nur etwas besser durch, weil ich bereits viele Gespraeche und Diskussionen ueber dieses Thema mit native Koreanern gehabt habe und mir sowohl der Tonfall als auch die Wortwahl bekannt ist.

ich finde den Kyopo doppelempfindlich für den (Schein)Angriff auf seine Gruppe einerseits und andererseits für die (schein)rassistische Wortwahl.

Wie bereits erwaehnt. Ich verteidige hier gar nichts, da ich keinen Angriff sehe, und ich offen gesagt auch nicht in solchen Kategorien denke. Es geht mir hier nicht um eine "Schlacht", sondern um eine Richtigstellung und Kritisierung der von Dir ueber Kyopos gemachten Aussagen auf sachlicher Ebene.
Nicht mehr, aber auch nicht weniger.


Ich hab keine Ahnung und ehrlich gesagt keine besondere Lust zu wissen, wer die 2. Gene ist. ich halte sie bislang nur als Deutsche.

Wenn Du wie Du selber sagst, keine Ahnung von den Kyopos hast und auch kein Interesse an 2sae hast, wie kommt es dann, dass Du dich in diesem Thread ueber Kyopos mit so vielen Woertern ueber Kyopos äusserst?

Wie rechtfertigst Du Deine Beurteilung, dass Kyopos/2sae alle Deutsche sind, wenn Du keine Ahnung ueber sie hast? Deine Beurteilung, dass alle Kypos/2sae fuer Dich Deutsche sind, basiert also auf "keine Ahnung" von dir.
Das ist eine Argumentation aus luftiger Luft...

Dein Satz bestaetigt aber genau den Punkt, den ich an vielen native Koreanern kritisiere:

Man weiss kaum etwas ueber Kyopos, hat auch kein Interesse, mehr ueber Kyopos zu erfahren, denkt aber das Recht zu haben vorzuschreiben, wie ein Kyopo zu denken und zu leben hat. Wer sich dem nicht fuegt, ist dann eben kein Koreaner.
Aus diesem Grund sind die 2sae fuer Dich einfach nur "Deutsche". Das ist fuer einen 2sae tief beleidigend.

Anpassung an eine Kultur ist eine Sache; vollstaendige Assimilierung eine ganz andere und fuer Kyopos weder machbar noch hinnehmbar.

Dann darf es nicht verwundern, wenn es zu Entfremdungserscheinungen zwischen einigen native Koreanern und Kyopos kommt.

Und noch etwas. Ist dir aufgefallen, dass unter all den vielen Worten, die Du in diesem Thread geschrieben hast, Du zwar viel ueber Kyopos geschrieben hast, aber keine einzige Frage zu Kyopos gestellt hast. Z.B. wer Kyopos sind und warum Kyopos Schwierigkeiten haben sich selbst als "echte Koreaner" zu sehen? 

Aber wie Du selber sagtest, weisst Du wenig von Kyopos und hast auch kein Interesse, mehr ueber Kyopos zu erfahren. Und das ist Dein gutes Recht.

Aber wenn Du dieses Recht in Anspruch nimmst, erwarte ich auch, dass Du im Gegenzug fair bist und adäquat Deinem niedrigen Wissenstand ueber Kyopos, zurueckhaltender mit Deinen Aussagen ueber Kyopos bist.
This post was edited 10 times, last on 2010-03-12, 23:40 by Unknown user.
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딸기 티안 #15
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Ich habe mir mal eure beiden Posts genauer durchgelesen ich finde es mal ganz interessant was Yush dazu geschrieben hat.


Aber ich finde sowas schon echt Traurig wenn heutzutage bei sowas noch "gestritten" oder "diskriminiert" wird. Denn fuer mich steht da ein Mensch egal welcher Nation er sich "verpflichtet" oder "angehoerig" fuehlt.

Ich weiss, denn ich kenne paar Familien da ist das ein heikeles Thema, und wenn ich sie mal drauf angesprochen habe was denn die Kinder dafuer koennen das Ihre Eltern/Grosseltern ins Ausland gegangen sind oder sie Adoptiert wurden. Da wurde das Thema einfach abgewinkt und wir sind essen gegangen.

Musste mir auch schonmal sagen lassen dass deren "Auftretten" total "unvernuenftig" sein, und das sowas nicht sein kann. Ich habe gerade in dem Augenblick auf einen maennlichen Koreaner gezeigt der mitten in den UBahnhof "aulte" ... zum glueck kamm gleich die Bahn.

Yush:
Wer die deutsche Geshichte kennt, sollte nachvollziehen koennen, dass Rassismus eine hoch-historische Bedeutung fuer die Deutschen besitzt. Selbst auf Andeutungen von Rassismus wird in Deutschland sehr sensibel reagiert. Deswegen koennen Begriffe wie "reinkoreanisches Blut", "biodeutsch" etc. Missverstaendnisse hervorrufen. Aber dazu muss man natuerlich die Geschichte Deutschlands kennen.

Also jetzt nochmal was zu diesem Thema ... Ich bin Deutscher bin in der DDR geboren, wurde spaeter noch im Westen dafuer von einigen dumm vollgelabert. Aber fuer mich hat das wort "reinkoreanisches Blut" nichts mit Rassismuss zu tun. Ich finde das Thema naemlich total ausgelutscht das ich mich als Deutscher immer noch fuer was rechtfertigen muss womit nicht einmal meine Eltern zu tun hatten. Jedesmal wird auf diese Schiene gedrueckt geht mir maechtig aufn Kecks.

Und alle Koreaner die denken das sie reines "koreanisches Blut" besitzen sollten und sich damit aufplustern mal gaaaaanz tief im Stammbaum schauen, denn auch hier hat die Geschichte zugelassen das sich frueher Voelker gemischt haben. (Thema: Mongolei/China/Korea)
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