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Kyopos
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Flo-ohne-h (Moderator) #16
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In reply to post ID 23429
Quote by Yush:
Quote by naja:
ich finde den Kyopo doppelempfindlich für den (Schein)Angriff auf seine Gruppe einerseits und andererseits für die (schein)rassistische Wortwahl.

Wie bereits erwaehnt. Ich verteidige hier gar nichts, da ich keinen Angriff sehe, und ich offen gesagt auch nicht in solchen Kategorien denke. Es geht mir hier nicht um eine "Schlacht", sondern um eine Richtigstellung und Kritisierung der von Dir ueber Kyopos gemachten Aussagen auf sachlicher Ebene.
Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Ich finde diese beiden Aussagen sehr interessant. Es zeigt nämlich den Kern des Problems - die unterschiedliche Denkweise. Wir Deutschen (und da zähle ich auch die deutsch denkenden Ausländer dazu - mir kommts aufs Hirn und nicht aufs Blut an) reagieren sachlich auf sachliche Kritik an Deutschland. Koreaner (und auch viele andere) reagieren eher emotional und beleidigt auf Kritik an Korea (bzw. ihrem Vaterland).

Das führt leicht zu Irritationen und ist eines der schwierigen Dinge, die wir (Deutsche) in Korea mehr oder weniger schmerzhaft lernen müssen.
Tuut (Guest) #17
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Na ja, so sachlich sind manche Kommentare hier in den Diskussionsforen nicht. Vor allem, sind sie scheinbar sachlich. Aber tendenziell stimmt das oben Gesagte das schon. Die Deutschen sind für ihre kritische Haltung bekannt, nicht nur in Korea. Das kann auch auf die Nerven gehen. Dass Koreaner emotional sind, hat auch ihre gute Seiten. Korea ist ja nicht Japan.  :-D  Vielleicht wird's in der Zukunft auch besser. Finde aber, dass auch Yush ziemlich empfindlich reagiert hat, wahrscheinlich aufgrund schlechter Erfahrungen. Dass naja kein Interesse hat, finde ich auch ein schwaches Argument. Wieso schreibt er denn über Kyopos?
naja #18
User title: naja
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In reply to post #16
Subject: Reservierung
ich nehme diese reservierung zurück. unten gibt es einen guten platz.

ich nehme aber ein Schreiben auf.

Quote by Flo-ohne-h on 2010-03-13, 08:37:
Wir Deutschen (und da zähle ich auch die deutsch denkenden Ausländer dazu - mir kommts aufs Hirn und nicht aufs Blut an) reagieren sachlich auf sachliche Kritik an Deutschland. Koreaner (und auch viele andere) reagieren eher emotional und beleidigt auf Kritik an Korea (bzw. ihrem Vaterland).
This post was edited on 2010-03-20, 18:56 by naja.
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Solyong #19
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Ist diese Diskussion schon beendet? Das fände ich schade. Ich selbst bin zwar keine Deutsche sondern Österreicherin, aber da  ich sehr viel Kontakt zu koreanischen Leuten hatte und auch 2 koreanische Pflegekinder großgezogen habe, interessieren mich die unterschiedlichen Denkansätze sehr.
Solyong  솔용
naja #20
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Quote by Solyong:
Ist diese Diskussion schon beendet?
Nein, Du bist dran. alle erwarten von Dir einen neuen Anfang - meine vermutung ist emotional?
Der von mir reservierte Teil gehört zum -hoffentlich - ende der alten geschichte, die mit der Zeit abgekühlt und -trotz meiner Weitererzählung - strukturell diskret ausgeblendet wird.
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Solyong #21
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Was wird von mir erwartet? Meinst Du, ich solle meine Eindrücke über koreanische Leute hier darlegen? Da meine Pflegekinder von einem koreanischen Ehepaar stammen, noch in Korea geboren wurden, aber als Kleinkinder hierher kamen, könnte ich bestenfalls darüber schreiben, wie sie sich "zwischen den Stühlen" gefühlt haben, aber sind sie deswegen 교포s? Stellt mir ruhig Fragen, die Euch interssieren, ich werde gerne antworten.
Solyong  솔용
naja #22
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In reply to post #18
ein bisschen lang...

Man kann ohne Vorverständnisse nichts verstehen. Die Bedurteilung lebt vom Vorurteil. Wenn einer einen falschen vorurteil zu haben scheint, muss man sich fragen, ob man nicht durch die Brille seines eigenen Vorurteils den eine gesehen hätte.

Hallo Leser,
welchen Vorurteil hattest du, als du den Vergleich zwischen deutschen und koreanern sahst? Noch welchen Vorurteil, als ich mit komischem vielleicht falschem Wort „aufnehmen“ den Vergleich zitierte? 

Nach dem Zitat war ich zum Wald gegangen. Wegen des Orkans waren viele Bäume abgeknickt und entwurzelt worden. Die Wurzeln der umgefallenen Kiefern, die eigentlich über 10m 20m hoch waren, sind ehestens nur 1m tief. Unglaublich. Dank der günstigen Bedingungen, die der Züchter den Bäumen angeboten hat, brauchten sie nur kurze Wurzeln.
Es ist das erste der Gedichte, die auf Koreanisch geschrieben wurden. http://user.chol.com/smarty/bbs/bbs.…?page=62&id=lim…
Der 4. König von Chosun, der Hangeul geschafft hat, wollte damit die Dynastie rechtfertigen, gegen die Gerüchte, dass seine Ahnen nicht so koreanisch seien. Der 2. Paragraph fängt mit 불휘 깊은 남간 also tief einwurzelt an.  
Die schlechten Lebensbedingungen wenden uns dem Wurzel zu. Aber der Versuch, mit „reichkoreanisch, kollektiv o. nationalistisch“ koreaner darzustellen, ist nicht viel erfolg versprechend. Ein Nachname Huh(허) stamme aus Indien. Ein zweig vom nachname Chang stamme aus Arabien. So viel angegriffen wurde Korea von aussen. Jeder weiss.
das Wort 동포 wurde in der diktatorischen Zeit benutzt, um Nationalismus zu mobilisieren. Schon obsolet. Nach der Finanzkrise ist es verdeutlicht. Auf die Redewendung unser Land usf. erwidert man, wer wird mit „uns“ gemeint? In diesem sinne müsste ein Satz von mir, der mit ich-bin-Koreaner anfängt, mit konjunktiv I geschrieben worden sein.

Ich mag ihn, der Chef des öffentlichen Unternehmen für Tourismus:
http://news.chosun.com/site/data/html_dir/2009/0…?Dep0=c…
obwohl er moon-sekte war, in die Kirche geht, zu deren Gemeinschft der Präsident auch gehört. Sozusagen 고소영 라인. Mit der Vorstellung von reicnkoreanisch blabla ist es unverständlich.
.
Hast du übrigens mal an den Vorurteil gedacht?
Hier lese ich viele falschen Einduck und vorurteil.

Ich schreibe den Zitat wieder:
Wir Deutschen reagieren sachlich auf sachliche Kritik an Deutschland.
Koreaner reagieren eher emotional und beleidigt auf Kritik an Korea

Ob ein ganzes Volk zum Gegenstand eines Vergleichs werden kann, ist schon fragwürdig. Wie viel Deutsche, welche Deutsche oder welche Koreaner denn?
Abgesehen davon fehlt etwas in „Kritik an Korea“. Welche Kritik denn? Sachliche, beleidigende oder emotional? Wenn sachlich fehlt, was für eine rassistische Kritik ist es denn? Wenn dazwischen emotionale zusätzlich geschrieben werden sollte, ist dieser Vergleich schon so dümlichen geworden: die Fragen, die dumme lösen, lösen auch Kluge. Die Frage, die Kluge nicht lösen können, können auch Dumme nicht lösen. Emotionale oder beleidigende Kritik klingt schon komisch-Aber Wie reagieren Deutsch auf beleidigende Kritik an Deutschland? Nach einer Radiosendung seien 20 % von Deutschen potenziale Neonaziangehörige. Du sollst nicht so tun, als wärest du allein sauber.

In diesem Wald bin ich vor monaten einem Kerl begegnet. Er grüßt mich so, „Sching schang schong“ ja im wald. Ich sollte darauf so sachlich reagiert haben, etwa ich bin kein chinese oder es wird eigentlich Qing Qang Qong ausgesprochen. Aber ich bin Koreaner, der nicht sachlich reagiere. Ich hab nur gelacht.

Zum Problem von Gyopos.
Und zwar, Warum ich schreibe, wenn ich keien besondere Lust habe.
Die gegenfrage von Meiner Seite heisst Welchen Erkenntniszugewinn kriegt man, durch die Kategorisierung als Kyopos
Meine persönliche Erfahrung (ausser die indirekten, die ich von einer Vorsitzenden eines regionalen Vereins und einem Konsulat, die meine bekannten sind, höre):
Für Mein bruder hab mal in Korea ein frankfurter Hotel reserviert. Der Wirt ist kyopo, sagte, In Deutschland gebe es kein Hotel, das man ohne ganzen Vorschuss reservieren kann. (wirklich?) jedenfalls ist es bis dahin mir egal. Später hab von meinem Bruder gehört, er hat auch bezahlt. Den Wirt rief ich an wegen Doppelzahlung,, er erwiderte, ob es keine guten Verständnisse Unter Koreanern gibt. Zwei monate später bekam ich in Korea eine Rechnung. für Kreditkarte und Devisen hin und zurück. Kennst du ein koreanisches sprichwort d.h. Nabel kann größer sein als Bauch? Wenn ich mich auf gyopos irgendwie einlassen muss, etwa wenn ich einen deutschen freund zu koreanisem Essen einlade, bezahle ich aber diese Gebühren gerne, also so teuer wie im Restaurant von Sternkoch in korea und noch Trinkengeld wie in Deutschland. Jaja  es ist nur mein Gebühr, weil ich koreaner bin. Der Vorgang ist aber nicht typisch, sondern umgekehrt. Also es fängt mit Unter Koreanern an und endet mit In Deutschland gilt. 동포 ist gut. Deutsche Regeln sind auch gut. Gleichräumigkeit der Ungleichräumihkeit ist aber schlecht. Es gibt keinen Stuhl zwischen Stühlen. Setze dich irgendwohin, aber nicht bleib stehen. Es macht nur Umstände. Mein Geschäftspartner wäre nie Gyopo zwischen Stühlen.

Ich erfahre selbst die Schwierigkeiten von Gyopo der ersten Generation. Deshalb verstehe ich relativ gut, wer die Gyopos der 1. Gene sind.
Ich kenne noch ein Kind. Er ist sozusagen als gyopo die 2. Gene in Gymnasium und frankfurter Korea Schule am Wochenende noch beim privaten Institut also Hakwon. Er hat mir erzählt, wie er 2002 ja beim wordcup zum spiel von D. Und K. von Deutschen kamaraden gehänselt gemobbt wurde. Auf meine Frage, ob er in Korea in highschool gehen will, sagte das wohlhabende Kind, nein, eher Internat in England. Bei ihm ist verboten, zu Hause auf deutsch zu sprechen. Er wird irgend wann nach Korea zurück(?). Er hält sich als Koreaner.
Kenne noch einen Kerl von 40er. Er könnte auch Kyopo 2se sein, weil sein Vater und Mutter koreaner sind. Aber beide sind getrennt, er ist unter dem Stiefvater aufgewachsen. Deutschland ist sein Stiefvaterland. Er hält sich aber als Deutscher, spicht koreanisch von grundstufe.
Die zwei gafallen mir sehr, weil das Verhältnis klar ist. Fast alle sogenante Gyopos stehen irgendwo dazwischen. Wenn man nicht typisch in entweder-oder denkt, hat jedes skalierbare auch zwei gegenpole.

Ach die fragen:
„Diese Erfahrung ist schoen?“
Ja, wie auch du oben ähnlich und wieder unten geschrieben hast
„Ich fuehre ein glueckliches und zufriedenes Leben und habe hinsichtlich meiner Identität meine Balance gefunden.“  Was soll ich mehr schreiben als schön, Etwa: Gut gemacht, weiter so?

„Kannst Du daher naeher erlaeutern, was Du mit "riesige Nachteile" konkret meinst?“
zuhaus. Sprachliche, sachkundige Nachteile, weil die Eltern auf deutsch über die Sache nicht erklären können. Schon müd. Es reicht.


Ich ziehe mich diskret zurück. Wenn die blase platzt, komme ich noch wahrscheinlich. Im Nachhinein gedacht, wenn ich auf deutsch spreche, klingt von Innen immer, „guard up“. Ich sehe in meiner Wortwahl viel Dorne und Gräten. Ich lernte deutsch am Anfang durch Streiten mit Abzockern. Im Anfang war die Sprache. Die Sprache war aber nicht bei mir. Diese Trauma hab ich vielleicht (noch) nicht überwunden. Ich komme wieder mit Knochen und Haare, die kitzeln und gestreichelt werden.
Yush (Former member) #23
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In reply to post #17
Quote by Tuut on 2010-03-13, 19:39:
Na ja, so sachlich sind manche Kommentare hier in den Diskussionsforen nicht. Vor allem, sind sie scheinbar sachlich.

Falls das "scheinbar sachlich" auf mich bezogen war: Ich habe in meinen Aussagen grossen Wert darauf gelegt innerhalb der Sachlichkeit zu bleiben, weil ich unbedingt ein Abgleiten in gegenseitige Anschuldigungen, Beleidigungen etc. vermeiden wollte, weil andernfalls im Endeffekt meine Aussagen und Argumenten Schaden genommen haetten. Ich habe deutliche Worte fuer meine Kritik verwendet mit emotionalem Unterton - keine Frage. Aber ich kann nicht erkennen, dass ich die sachliche Ebene verlassen habe bzw. nur "scheinbar sachlich" argumentiert habe.

Finde aber, dass auch Yush ziemlich empfindlich reagiert hat, wahrscheinlich aufgrund schlechter Erfahrungen.

Welche Antwort auf diese Frage: Bist Du Koreaner oder bist Du Deutscher?
Das sind grob die Antworten, zu denen ich im Laufe meines Lebens gefunden habe; in chronologischer Reihenfolge bis heute:

- ich bin Koreaner
- ich bin Deutscher
- mein Blut ist koreanisch, mein Geist deutsch... oder doch umgekehrt?
- ich bin im Herzen Koreaner, im Kopf bin ich Deutscher
- ich bin mehr Koreaner als Deutscher
- ich bin mehr Deutscher als Koreaner
- ich bin 60% Deutscher und 40% Koreaner
- ich bin 70% Deutscher und 30% Koreaner

Nach 30 Jahren bin ich zum 70:30 Verhaeltnis gekommen - und habe das Gefuehl nah an der Wahrheit dran zu sein. Die Frage spielt fuer mich aber seit langem keine so zentrale Rolle mehr, seitdem ich mir im Grundsatz eingestanden und akzeptiert habe, dass ich mehr Deutscher als Koreaner bin. Aber ich stelle mir schon hin und wieder die Frage wieviel mehr oder weniger Deutscher/Koreaner ich bin.
Die Frage, auf welcher Seite ich bei einem deutsch-koreanischen Krieg stehen wuerde, werde ich wohl dennoch nie beantworten werden koennen. Die Frage ist natuerlich hoch-theoretisch (ein GLUECK!), aber es geht nicht um die Frage an sich, sondern um die Tatsache, dass ich diese Frage nicht beantworten kann, das aufzeigt, dass dieser Identitaets-Konflikt nie ganz aufgeloest werden kann und fuer einen Kyopo mehr oder weniger Teil seines Lebens bleiben wird.

Wenn dann ein native Koreaner, der im Grunde wenig Konkretes ueber Kyopos/2sae weiss und diese einfach als Deutsche bezeichnet, dann ist das eine bewusste Ignorierung meines Lebens als Kyopo und die Abwertung meiner korean. Identitaet. Wenn man meine Reaktion als "ziemlich empfindlich reagiert" charakterisiert, ok, muss ich so hinnehmen. Evtl. war das mein koreanischer Teil von mir der so reagiert hat. Aber ich denke, auch viele Deutsche wuerden "ziemlich empfindlich" reagieren, wenn man sie hinsichtlich ihrer Identitaet abwertet.
This post was edited 2 times, last on 2010-03-21, 12:31 by Unknown user.
Yush (Former member) #24
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In reply to post #19
Quote by Solyong on 2010-03-17, 13:03:
Ist diese Diskussion schon beendet? Das fände ich schade. Ich selbst bin zwar keine Deutsche sondern Österreicherin, aber da  ich sehr viel Kontakt zu koreanischen Leuten hatte und auch 2 koreanische Pflegekinder großgezogen habe, interessieren mich die unterschiedlichen Denkansätze sehr.

Ich denke, es sind eher unterschiedliche Mentalitaeten. Es wird nicht nur unterschiedlich gedacht, sondern vor allem unterschiedlich wahrgenommen und gefuehlt.

Es ist schwer diese Mentalitaeten und Denkweisen in Worten zu beschreiben. Daher nur ein Beispiel:

Ein korean. Austausch-Student war zu Besuch und wurde von uns Kyopos zum Fussball-Spielen eingeladen. Er kam, zierte sich aber zu spielen und wollte nur zugucken. Wir haben mehrmals versucht ihn zu ueberreden und haben es dann irgendwann aufgegeben und angefangen unter uns zu spielen. Ein paar Minuten spaeter war er plotzlich weg und am naechsten Tag wurden wir in der Kirche von seiner wuetenden grossen Schwester zur Rede gestellt. Warum wir uns nicht um ihn gekuemmert haetten, ihn ignoriert haetten und nicht mit ihm gespielt haetten. Wir waren baff und sagten ihr, dass wir minutenlang versucht haetten ihn zu ueberreden und alles getan - ausser ihn zu zwingen - ihn zum Fussballspielen zu bewegen. Ausserdem hatten wir uns alle getroffen um Fussball zu spielen - wieso also kommen und dann nicht spielen wollen? Sie war der Meinung, dass wir uns noch mehr Muehe haettn geben muessen. Dass er nicht mitgespielt habe sei doch der Beweis, dass wir uns nicht genug Muehe gegeben haetten. Aha, interessante Argumentation. So, am Ende waren wir ziemlich baff, aber auch ziemlich sauer. Auf Bitten unseres Pastors (ja, den hatte die Schwester mit eingebunden) entschieden wir uns gute Miene zu machen und entschuldigten uns bei dem Studenten. Tja, er zierte sich (schon wieder) unsere Entschuldigung anzunehmen. Daraufhin sagten wir ihm, wir haetten uns fuer unseren Fehler bei ihm entschuldigt, aber wenn er die Entschuldigung nicht annehmen wolle, dann sei das seine Entscheidung. Um es kurz zu machen, seine Schwester und er machten einen Riesen-Aufstand in der Kirche und verursachten einen ziemlichen Aufruhr der bis zur Partnerkirche in Korea reichte. Seitdem kommen keine Studenten mehr von der Partnerkirche in Korea zu unserer Kirche. Das liegt jetzt schon mehrere Jahre zurueck.

Aus heutiger Sicht haben wir Kyopos uns unklug verhalten - aber wir waren damals 19/20 Jahre alt und hatten wenig Verstaendnis fuer solch (aus unserer Sicht) klugsch***risches Verhalten. Betonung liegt dabei auf "unklug", denn obwohl wir uns streng genommen keines Fehlverhaltens schuldig gemacht hatten (so denke ich) waere es um des Kirchenfriedens willen politisch klueger gewesen, vollstaendig nachzugeben - so bitter es auch geschmeckt haette.

Uns Kyopos ging es vorrangig darum, zu klaeren ob wir tatsaechlich etwas falsch gemacht hatten und wir uns in dieser Sache im Recht oder Unrecht befanden. Fuer die beiden Koreaner hingegen war (Auf-)Klaerung des Sachverhalts irrelevant; es ging ihnen vorrangig darum Recht zu bekommen.

Ich denke, dieses Beispiel zeigt recht anschaulich nicht nur die unterschiedliche Denkweise, sondern auch gerade die unterschiedliche Mentalitaet. Ich denke immer noch, dass o.g. Fall ein klassischer Fall von "aus einer Muecke einen Elefanten machen" ist, aber in meiner 2-jährigen Berufszeit in Korea habe ich auch gelernt, dass es im Umgang mit Koreanern manchmal besser ist nicht in klassischen Recht/Unrecht oder Falsch/Richtig Kategorien zu denken, und dass das Sprichwort "der Kluegere gibt nach" ein weiser Wegbegleiter ist.
This post was edited on 2010-03-21, 13:08 by Unknown user.
Yush (Former member) #25
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In reply to post #16
Quote by Flo-ohne-h on 2010-03-13, 08:37:
Ich finde diese beiden Aussagen sehr interessant. Es zeigt nämlich den Kern des Problems - die unterschiedliche Denkweise. Wir Deutschen (und da zähle ich auch die deutsch denkenden Ausländer dazu - mir kommts aufs Hirn und nicht aufs Blut an) reagieren sachlich auf sachliche Kritik an Deutschland. Koreaner (und auch viele andere) reagieren eher emotional und beleidigt auf Kritik an Korea (bzw. ihrem Vaterland).

Das führt leicht zu Irritationen und ist eines der schwierigen Dinge, die wir (Deutsche) in Korea mehr oder weniger schmerzhaft lernen müssen.

Mit dem Unterschied, dass, wenn einem (optischen) Deutschen solch ein Fehler passiert, dies auf Seiten der Koreaner auf groessere Verstaendnisbereitschaft treffen und eher als Unwissenheit/Ausrutscher eines Auslaenders charakterisiert werden kann.

Einem Kyopo wird diese Verstaendnisbereitschaft oder Unwissenheit/Ausrutscher-Charakterisierung eher nicht entgegengebracht.
Yush (Former member) #26
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Subject: Betonungen
Einige werden bemerkt haben, dass dieses Thema eine Art Herzensangelegnheit fuer mich ist. ;-)

Ich bin offen fuer jedwede sachlich gefuehrte Diskussion ueber Kyopos und Koreaner, und bin auch ggü Kritik an Kyopos aufgeschlossen - denn auch Kyopos haben sicher ihre Fehler und Schwaechen.

Bei all der intensiv gefuehrten Diskussion - vor allem zwischen naja und mir - moechte ich doch folgendes betonen:

Ich liebe Korea.

Obwohl ich mehr Deutscher als Koreaner bin, fuehle ich mich dennoch sehr stark auch als Koreaner. Ich liebe Korea und die Menschen - trotz aller ihrer Fehler und Schwaechen - :-) denn trotz aller Unterschiedlichkeit sind sie ein Teil von mir bzw. ich ein Teil von ihnen. In vielen Bereichen fuehle ich mich naeher zu Koreanern als Deutschen.

Korea wird fuer mich auch immer Heimat in meinem Herzen sein.

Wenn man mir jedoch meine korean. Identitaet oder sonstigen Teil meiner Identitaet abspricht, dann sollte man nicht ueberrascht sein, wenn ich sachlich aber mit deutlichen Worten reagiere.
This post was edited 2 times, last on 2010-03-21, 13:52 by Unknown user.
sdijdksjf (Guest) #27
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Meine Güte, schreibt Ihr so viel.  :huh:

Also, ich bin selbst Kyopo, habe aber gar nicht so viel zu sagen.  :-D

Mit scheinbar sachlich meinte ich nicht dich Yush, sondern ganz generell.

Jetzt mal ganz im Ernst, soll ich zu Fragen wie "Sind Kyopos geldgierig" etwa antworten "Nein, es gibt solche und solche Menschen, wie überall auch"? Auf so Gretchenfragen habe ich keine Lust zu antworten. "Ist die Diskussion schon beendet?" Ja, dann frag, wenn Du was wissen willst, ansonsten, wenn sich keiner meldet, ist die Diskussion beendet. Einmal hat mir ein Deutscher in Korea gesagt, dass Kyopos in Korea nicht so großes Ansehen hätten. Ich fragte warum, weil ich das so zum ersten Mal hörte. Die Antwort war, weil sie angeblich mehr Geld hätten. Da mache ich  nur :rolleyes: . Na, wenn er meint, er weiss, was Koreaner denken, von mir aus. War eh ein Schwätzer. Ich habe nichts dazu gesagt, schlicht weil's mir egal war. Ich find's auch nicht so schlimm, was naja geschrieben hat. Er sagt halt das, was ich über Kyopos selbst mal gelesen habe. Wenn er das so widergibt und nicht mehr Interesse an Kyopos hat, so what? Ich habe nicht so große Identitätsprobleme. Ich muss mich nicht entscheiden, ob ich mehr Koreaner oder Deutscher bin. Die anderen müssen auch akzeptieren, dass ich weder 100% deutsch noch koreanisch bin. Damit lebe ich in Frieden. Was macht das schon, wenn ein Koreaner einen Aufstand macht, weil man sich nicht mehr um ihn gekümmert hat? Ich frage drei Mal, und wenn ich keine positive Antwort bekomme, fertig. Ich bin kein Babysitter. Wenn ich merke, dass jemand nur schüchtern ist, dann frage ich natürlich nochmal nach.
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딸기 티안 #28
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mal ne Frage an euch, ich verfolge ja schon das Thema ne weile mit und hatte auch mal was zu geschrieben.

Mich wuerde mal Interessieren wie oft euch schon versucht wurde euren Titel als "deutscher" oder "koreaner" abzureden nur weil Ihr anders ausschaut (fuer Deutschland) oder woanders geboren seid (fuer Korea). Manchma hoert sich das so an als ob dies Tagtaeglich passiert.
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orosee #29
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Wie passend: Ich sitze gerade anderthalb Stunden im Coffee Shop neben zwei weiblichen US Kyopos und hoere mir deren Gesabbele an. In gewisser Weise kann ich verstehen, warum hier so viele Leute Kyopos hassen. Ich hasse die beiden schon seit 70 Minuten.

Das liegt aber wohl eher daran, dass es US Kyopos sind. Also die Ergebnisse einer gescheiterten US Erziehung und Ausbildung, eingehuellt in (einem Fall) den White Trash Walblubber (Produkt einer gescheiterten Ernaehrung) den man von den weiblichen Englischlehrerinnen hier gewohnt ist.

Wenn ich die Augen schliesse, moechte ich einfach nur Teenager umbringen. Oder zumindest krankenhausreif schlagen. Gut, dass ich keine Kinder habe. Mir ist auch gerade die Lust zum Nachwuchs vergangen.

Mal abgesehen von der Schande einer durchschnittlichen US Schulausbildung und einer Reflexion auf die "Qualitaet" der Englisch"lehrer", die es durch die koreanische Kontrolle geschafft haben, zeigen die beiden ein paar typische Charaktermerkmale, die den Antikyopoismus naehren:

- abfaellige Bemerkungen ueber native Koreans, insbesondere Frauen, Taxifahrer, usw.,

- Unverstaendnis der lokalen Kultur (Amerozentrisumus),

- Aussagen wie "We're in tHe republic of Korea, we can do what we want!",

- Das Gefuehl, von einheimischen Koreanern bewundert zu werden.

Am meisten nervt mich aber, was fuer ein furchtbares Englisch hier geredet wird. Typisches high school Gelabere, "like" "like" "like" "F@ck" "F@ck" "F@ck", Amateur-Selbst-Psychoanalyse, Sachen, die in Deutschland selbst bei 14-jaehrigen peinlich waeren. Und die beiden habe ja zumindest einen College Degree (hallo Bachelor!). Mir tun die Schueler leid.

Also, da finde ich es besser, wenn jemand "zwischen zwei Stuehlen sitzt" und es schafft, aus beiden Welten das beste zu verbinden, als aus einer Kultur nur das schlechteste zu nehmen.

Gluecklicherweise sind alle Deutschen Kyopos, die ich kenne, um Klassen gebildeter und kultursensitiver. Aber bei einer Ueberzahl von US Kyopos in Korea ist der Schaden sicher schwer zu beheben.

(Wenn ich jetzt Unsinn geschrieben habe liegt das daran, dass mir durch das unfreiwillige Zuhoeren einfach zuviele Gehirnzellen gestorben sind - Bier und Nikotin haben da eh schon gewuetet).

Mit Mord im Sinn, Fuessen im Schnee und vollem Bauch gruesst aus Korea:

Olliver

PS: Bundang, heute ueber 10 cm Neuschnee. In Seoul nur Matsch. Hurra Fruehling!
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sedjhsldkjhf (Guest) #30
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Antiamerikanismus ist weit verbreitet, nicht nur in Korea und Deutschland, sondern mir scheint überall auf der Welt. Ich halte es für falsch, wegen einigen dummen Amerikanern und US Kyopos die ganze Bevölkerung zu verurteilen. Ich kenne mehr Amerikaner, auch US Kyopos, die das komplette Gegenteil vom üblichen Klischee sind. Außerdem sollten die Koreaner mal über ihr widersprüchliches Verhalten nachdenken. Warum sind denn die Englischlehrer im Land? Weil die Koreaner sie hereinlassen und sie bezahlen. Stattdessen sollten sich sich mal mehr Gedanken über die Änderung des Schulsystems nachdenken. Dann müssten sie auch weniger Geld für Privatunterricht und Auslandsaufenthalte (bevorzugt in den USA) ihres Nachwuchs ausgeben. Ich weiß nicht, wie es den anderen Kyopos geht, aber ich brauche niemanden, der mir sagt, dass deutsche Kyopos um einiges
gebildeter und kultursensitiver
sind.
@딸기 티안: Hab' keine Probleme, weder in Deutschland noch in Korea. Bei so zweifelhaften Komplimenten wie "Sie sprechen gut Deutsch" lächele ich nur milde. Richtig dumme Kommentare gibt es nur sehr selten.
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