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Studium an der Seoul National University
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David123 (Guest) #1
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Subject: Studium an der Seoul National University
Hallo zusammen,

ich habe mal eine Frage zum Studium in Korea.
Im Sommer bin ich mit meinem Bachelor hier in Deutschland fertig und plane noch einen Master in BWL dranzuhängen. Der muss dabei nicht-konsekutiv sein, da ich nicht aus den Wirtschaftswissenschaften komme. Ich lerne seit einem Jahr Koreanisch und auch sonst war ich schon zweimal in Seoul. Als ich nach Möglichkeiten für ein Studium in Seoul im Internet war, bin ich auf das Master-Programm am College of Business Administration an der Seoul National University gestoßen. Leider habe ich keine wirklich informativen Erfahrungsberichte gelesen, vor allem nichts über die Reputation von koreanischen Unis im Ausland (z.B. bei deutschen Firmen). Hat jemand eine Ahnung, wie das Bild deutscher oder auch anderer Länder von koreanischen Unis ist? Ich habe nicht vor später bei einer koreanischen Firma zu arbeiten und überlege, ob es deshalb Sinn macht in Korea zu studieren.

Beste Grüße
David
Flo-ohne-h (Moderator) #2
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Deutschland genießt grundsätzlich sehr gutes Ansehen in Korea. V.a. die ältere Generation hatte Deutsch in der Schule (und wird Dir ein paar nur schwer Verständliches Deutsch zum Beweis hinschmeißen) -> Achtung Fettnäpfchen. Außerdem sind wir wegen Teilung und Wiedervereinigung ehemaliger Leidensgenosse und jetzt Vorbild.
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orosee #3
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In reply to post #1
Ich wuerde davon abraten, vor allem, wenn Du nicht in Korea arbeiten willst. Da muesstest Du sowieso an einer SKY Uni studieren, um Eindruck zu machen. Schau lieber nach einer guten deutschen, europaeischen oder amerikanischen Uni, und wenn es da ein Austauschsemester mit einer koreanischen Hochschule gibt, nutze das. Oder ein Zusatzstudium. Es macht KEINEN Sinn fuer eine Personalabteilung, wenn Du nicht spaeter irgendwie mit Korea zu tun haben willst.

Denk auch daran, dass Deine Leistung durch Sprachprobleme leicht oder stark abgewerte werden kann, und dass das Leben im Ausland Aufwand erfordert, deer nicht fuer das Studium zur Verfuegung stehen wird. Als Resultat hast Du eventuell ein nur mittelpraechtiges Ergebnis an einer "unbekannten" Uni.

Wenn Du das komplette Studium in Korea machst, wirst Du spaeter immer wieder diese Frage hoeren: "Ah, Sie haben in Korea studiert... [kurze Pause] ...Nord- oder Suedkorea?"  :rolleyes:

Rankinglisten sind zwar in der Regel Schwachsinn, aber hier ist eine mit zumindest vielen Unis drauf:

http://www.webometrics.info/top100_continent.asp?cont=asia
http://www.webometrics.info/top100_continent.asp?cont=europe

Du bist viel besser beraten, z.B. in D zu studieren, aber im Ausland ein Praktikum, eine Studienarbeit etc. zu machen, dann hast Du auch direkt Kontakt zum Arbeitsmarkt.

Uuuuund... hier der Knaller: Wer in Korea das Geld hat, schickt seine Kinder zur Ausbildung nach Australien, Europa oder in die USA! Das sollte auch ein Hinweis sein...
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David123 (Guest) #4
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Danke für deine ausführliche Antwort, orosee.

Grundsätzlich würde ich in Korea arbeiten wollen. Momentan studiere ich Sinologie auf Bachelor und komme gerade von einem 1,5 jährigen Auslandsstudium aus China zurück. Ich habe also auch schon Auslands/Asienerfahrung und bin mir im Klaren über eventuelle Anpassungs-, oder Sprachprobleme. Für mich stellt sich die Frage, ob ich später eher in China oder, in dem Falle, in Korea arbeiten will. Ich tendiere stark zu Zweitem...  Soweit ich weiß, ist die Seoul National University auch eine von den "SKY-Unis".

Aber sicherlich hast du recht mit der Aussage, dass man mit einem Studium in Korea später auch dort arbeiten muss - ansonsten wäre das Ganze irgendwie sinnfrei :)  Allerdings will ich in einer deutschen Firma arbeiten und nicht in einer koreanischen oder gar chinesischen! Also stelle ich mir halt die Frage: Ist die Chance bei einer deutschen Firma in Korea oder mit Koreabezug in Deutschland angenommen zu werden höher, wenn ich in Deutschland studiere oder in Korea? Werde ich bei einem Studiumsabschluss aus Korea erstmal unten anfangen müssen und die ganzen guten Jobs werden von Expats aus Deutschland besetzt?
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orosee #5
User title: Ernst ist anders.
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Hallo David,

na, das klingt ja schon viel besser. Nach 1.5 Jahren China ist Korea sicher kein Problem (und in China Sinologie zu studieren ist auch einleuchtend). Das Ganze dann mit BWL abzurunden ist auch perfekt, ich verstehe jetzt auch, wo das Thema Korea herkommt.

Ich kenne zwei Gruppen von Leuten: die einen (in der Regel Expats mit Jobs bei deutschen Firmen) waren erst in Korea, dann in China und wollen alle gerne wieder zurueck nach Korea. Die anderen (Englischtutoren) sehen es genau umgekehrt und wollen nie wieder nach Korea zurueck. Daraus kann man ableiten was immer man will, ist nur eine Anekdote.  :rolleyes:

In China gibt es natuerlich viel mehr Moeglichkeiten Arbeit zu finden, als in Korea. Die AHK Peking veroeffentlicht taeglich extrem interessante und unterschiedliche Stellenangebote, die AHK Seoul hat dagegen nichts anzubieten und kann auch im direkten Kontakt so gut wie garnicht helfen.

In einer deutschen oder zumindest auslaendischen Firma zu arbeiten, kann ich nur empfehlen. In Korea sollte man dann schon recht gut koreanisch sprechen koennen, in China entsprechend. Ansonsten werden die Optionen deutlich weniger. Als Ingenieur hat man sehr gute Chancen, danach kommt wohl FInanz/Buchhaltung und IT. Dann wird die Luft wieder duenner. Mehrjaehrige Erfahrung in der Branche ist natuerlich auch sehr gefragt. Wo am Ende das Studium gemacht wurde, ist dann eigentlich egal. In der Regel werden solche Kriterien ja auch nur herangezogen, wenn man fuer eine Stelle mehrere Dutzend oder Hunderte Bewerber (aus)sortieren muss, bei ansonsten gleichen oder aehnlichen Qualifikationen.

Kurzbeispiel, einer meiner Freunde: Hat in Deutschland Unsinn studiert, nebenbei aber auch koreanisch gelernt. Hat bei einem kleinen koreanischen Unternehmen in D angefangen (Verkauf). Ist regelmaessig nach Korea gereist, um Kontakte zu knuepfen und Arbeit zu finden. Am Ende viele Kontakte, keine Jobs (was die Regel ist). Hat in D alle IHK der Region angerufen und Listen von Unternehmen zusammengestellt, die in Korea sind oder sein sollten. Hat die solange beschwatzt, bis sie erkannt haben, dass man in Korea ein Buero aufmachen koennte. Musste dann zwar noch ein knappes Jahr in Hong Kong arbeiten (ich waere da geblieben!), ist aber nun solide in Korea beschaeftigt. Bei ihm hat das geklappt, bei einem anderen Freund nicht (der ist jetzt aber bei Accenture in D eingestellt, wegen der vielen Kontakte die er machen konnte).

Zurueck zu Deiner Frage: Wenn Du in Korea studierst, gibt Dir das eine Menge Zeit, Kontakte zu knuepfen, die Deutschen kennenzulernen, die regelmaessig trinken, und so mitzubekommen, ob irgendwo was frei wird. Das ist definitiv gut! Ob Dein Abschluss aber in Deutschland anerkannt wird, ist die Frage. Eventuell musst Du da was nachmachen, vielleicht auch nicht. Soweit ich weiss ist das alles in einer deutschen Firma egal. Die beste Kombo ist "Sprachstudium vor Ort, Fachausbildung (BWL) in dem Kulturbereich, mit dem die Firma vertraut ist". BWL wuerde ich also in Europa, USA oder Australien studieren, aber nicht in Korea, ES SEI DENN Du spezialisierst Dich auf koreanisches Steuerrecht, Investitionsgesetz usw. Damit koenntest Du sogar in D wieder was anfangen, als Berater.

Wenn Du direkt in Korea eingestellt wirst, ist Dein Vertrag eventuell auch lokal, d.h. Du wuerdest wesentlich weniger verdienen als ein "Zwilling", der aus Deutschland entsandt wurde.

Wenn Du in Deutschland studierst, kannst Du natuerlich auch dort Kontakte knuepfen. Manche Firmen schicken einen frisch graduierten Kandidaten durchaus nach Asien, die meisten werden aber wohl erst einmal ein paar Jahre Einarbeitung in D vorziehen. Wo Du am Ende hinkommst und fuer wie lange, ist nicht komplett unter Deiner Kontrolle. Unten anfangen wirst Du sowieso.

Fuer China gelten aehnliche Regeln. Ohne gute koreanische (Sprach)kenntnisse wuerde ich ueberlegen, erst einmal 3-5 Jahre in China Erfahrung zu sammeln und dann weiterzusehen. 1-2 Jahre Berufserfahrung sind soviel wert wie ein Master Degree, mit ueber 5 Jahren fragt eh keiner mehr, ob und was Du studiert hast. C'est la vie. Ich persoenlich wuerde China als Sprungbrett fuer HK sehen, nicht Korea. Korea ist ja auch fuer Asien, was Finnland fuer Europa ist (zumindest geographisch: A.d.W.). Der Preis ist aber langsameres Internet und kein Facebook und kein Netz-Porno  :#:

Ich labere schon wieder zuviel. Was ich sagen will, stark reduziert: BWL Studium an der SNU -> Korea steht Dir offen; BWL Studium in D -> die Welt steht Dir offen (einschliesslich Korea).  ;-)

Gruesse,

Oliver
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David123 (Guest) #6
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Danke für deine Einschätzung, hat mir sehr weitergeholfen!
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orosee #7
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Gern geschehen, aber bitte vor so wichtigen Entscheidung noch die Meinungen Anderer einholen, ich empfehle ja immer nur aufgrund meiner eigenen Erfahrungen (aber schon nach bestem Wissen und Gewissen).
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David123 (Guest) #8
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In reply to post #6
Klar hole ich mir noch andere Meinungen ein - fahre zum Beispiel im Februar für zwei Monate nach Seoul und werde da vor Ort Recherche betreiben :) Deutscher Stammtisch etc. Danach bin ich bestimmt schlauer!
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orosee #9
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Quote by David123:
Klar hole ich mir noch andere Meinungen ein - fahre zum Beispiel im Februar für zwei Monate nach Seoul und werde da vor Ort Recherche betreiben :) Deutscher Stammtisch etc. Danach bin ich bestimmt schlauer!

Deutscher Stammtisch: Itaewon, 3 Alley Pub, Mittwochs (jeden). Vorher Bescheid sagen. Gibt gutes Mett (also Steak Tartar) und Discount auf (uebel uebel) Jaegermeister).
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hkeii #10
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Hi Leute,
ich komme Ende Februar nach Seoul, mache ein Auslandssemester an der SNU. Ich suche immer noch eine günstige Wohnung/WG... Habt ihr das schon Erfahrungen bei der Suche gemacht? Koreanische lesen kann ich noch nicht. Falls ihr Vorort Erfahrungen gesammelt habt, könntet ihr mir damit aushelfen. 4 Monate Aufenthalt, Preisvorstellung -600.000 krw/Monat. Hab von Hasook oder Hasuk gelesen die günstig seien sollen. Wäre super wenn ihr mir weiterhelfen könntet.

MfG hkeii
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iGEL (Administrator) #11
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Moin!

Hasukjib (jib = Haus) bzw. Gosiwon kosteten 2007 ca. 300.000 pro Monat. Der Vorteil ist, dass du sehr kurzfristig kündigen kannst. Einfach ein paar Tage vorher Bescheid sagen und fertig. Das Problem ist eher, diese Einrichtungen zu finden. Eventuell lernst du ja (etwa hier im Forum) vorher Koreaner kennen, die dir dann vor Ort weiterhelfen. Oder du gehst erstmal für ein, zwei Wochen in ein günstiges Hotel (wobei die wohl eher nicht in der Nähe der SNU, sondern nördlich des Han sind).

Richte dich darauf ein, dass die Betreiber wenig bis kein Englisch sprechen (geht aber trotzdem irgendwie, ich habe es auch überlebt ;-) ). Lass dir in jedem Fall auch die sanitären Anlagen zeigen, die sind teils ziemlich eklig.

Gruß, Johannes
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