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Ausländer erster- und zweiter Klasse
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Deluk #31
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In reply to post ID 21663
Dieser Artikel ist zwar glaub schon ein bisschen älter, aber ich finde ihn trotzdem interessant und lesenswert:
http://www.nzz.ch/nachrichten/wissenschaft/abschied_von_de…
Robbsen #32
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Ich Punkte in Korea meistens weil ich mehr über die koreanische Geschichte weiß als Koreaner selbst...Die sind dann nicht peinlich gerührt aber sehr froh darüber...Also respekt...Ich glaube wenn man Interesse hat und einen breiten Wissenspool hat über Geschichte und Kultur, kann man ganz schnell nach oben befördert werden(Klar muss man ein paar Rahmenbidingungen erfüllt haben(Hautfarbe usw))...Aber ich denke das ist ein nützlicher Bonus...
Gummibein #33
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Quote by Robbsen:
Ich Punkte in Korea meistens weil ich mehr über die koreanische Geschichte weiß als Koreaner selbst...Die sind dann nicht peinlich gerührt aber sehr froh darüber...

Hehe, vielleicht liegt es daran, dass Du Dich wie ein Koreaner benimmst. :)
Die wissen ja ALLES. :)

Ich erinnere mich noch an Auseinandersetzungen mit meiner leider verflossenen.

"Was kannst Du zum Thema xy sagen?"

"Hmmm, ich habe mich damit noch nicht beschäftigt und kenne mich deshalb nicht aus."

"Wie kannst Du nur so desinteressiert sein?"
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Chung-Chi #34
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Hallo Tobias,

vielen Dank fuer Deinen Beitrag, der mir viel Stoff zum Nachdenken gegeben hat. In einigen Punkten moechte ich Dir jedoch widersprechen.

Hat er wirklich Konkubine gesagt?

Natuerlich hat er nicht so etwas gesagt wie: "Willst du meine Konkubine werden?" Aber um solch einen Sachverhalt herzustellen, muss man anders als bei einem Verloebnis ("Willst du mich heiraten?") die Sache nicht notwendigerweise benennen. Um ein etwas extremeres Beispiel zu verwenden: Eine Vergewaltigung wird ja auch nicht nur dadurch eine Vergewaltigung, dass der Taeter sagt: "Ich vergewaltige dich jetzt."

Man muss es natuerlich nicht unbedingt als "Konkubine" bezeichnen, "Geliebte" waere sicherlich auch ein passendes Wort.

Der Sachverhalt, den ich meine, ist der, in dem ein verheirateter Mann, ohne romantische Gefuehle fuer die betreffende Frau zu haben, diese (direkt oder indirekt) bittet, ihm zu sexuellen Handlungen zur Verfuegung zu stehen und ihr im Gegenzug dafuer diverse Geschenke zukommen laesst, die von einem einfachen Abendessen bis zu einer eigens fuer die Geliebte gemietete Wohnung reichen koennen. Ich will gar nicht darueber diskutieren, ob das nun moralisch oder unmoralisch ist. Wenn ich bei meiner Freundin sicher gewesen waere, dass bei ihr keine Gefuehle fuer den Mann mit im Spiel sind, haette ich ihr vermutlich gesagt, dass musst du selber wissen, aber so habe ich ihr geraten, dass lieber bleiben zu lassen, weil sie dabei nur verletzt wird.
Auf Grund einer anthropologischen Studie, die ich zu dem Thema gelesen habe, stimme ich Dir zu, dass das ganze Geschaeftscharakter haben kann und beide Seiten davon "profitieren" koennen, aus feministischer Sicht sehe ich die ganze Angelegenheit aber extrem kritisch und wuerde mir wuenschen, dass keine Frau sich dafuer entscheiden wuerde, sich dafuer herzugehen. Ich siedle die ganze Sache im Grenzbereich zur Prostitution an, gerade um so mehr je staerker der Geschaeftscharakter im Vordergrund steht.

Dein Argument von wegen Konflikt moderne Werte <=> traditionelle Werte kann ich nicht wirklich gelten lassen. Mit diesem Koflikt kann man in der koreanischen Gesellschat irgendwie soziemlich alle Vorgaenge erklaeren und so wird dieses Argument schon fast zur Tautologie.

Du wirst aber nur dann als gleichwertig betrachtet, wenn du dich auch wie ein Koreaner verhälst, deine Gestik und deine Stimmlage der Koreanischen anpasst und deine Reaktionen und dein Verhalten dem eines Koreaners sehr nahe kommt. Das geht Richtung Assimilation, wobei ich seit kurzem auch da nicht sicher bin, ob Koreaner sich nicht bedroht fühlen könnten, wenn ein (weißer) Ausländer sich wie ein Koreaner verhält, von Koreanern erwartet man Homogenität...das ist Teil der koreanischen nationalen Identität.

Dass man auch zu einem gewissen Grad dem Verhalten eines Koreaners anpassen muss, dem stimme ich zu, aber ob das auch Stimmlage und Gestik einschliesst, dessen bin ich mir nicht so sicher. Ich mache mir darum auch nie Gedanken. Ich verhalte mich einfach natuerlich und zwinge mich nicht, mich extra "koreanisch" zu verhalten.
Als Soziologin messe ich gesellschaftlichen Verhaltensweisen keinen so grossen Wert bei, in dem Sinne, dass es sich dabei fuer mich in gewisserweise auch nur um eine andere Sprache handelt. (z.B. Guten Tag = 안녕하세요 aehnelt fuer mich in starker Weise "Handschuetteln" = "Verbeugen".) Dann verbeug ich mich halt eben. Na und? Letztendlich hat es die gleiche Bedeutung, man verwendet einfach nur andere Worte bzw. andere Gesten. Das trifft natuerlich nicht auf ALLES zu aber ich habe schon das Gefuehl, dass es sehr sehr viele Entsprechungen gibt.

Wenn man laenger im Ausland lebt und nicht nur fuer ein paar Wochen oder Monate, fuehrt fuer mich kein Weg daran vorbei, dass man sich bis zu einem gewissen Grad assimiliert. Ist Assimilation notwendigerweise etwas Schlechtes? Dass heisst doch nicht, dass man deswegen alle seine Werte ueber Bord werfen muss, die einem wichtig sind.
Die Mehrheit der Koreaner ist, so weit ich das sehen kann, z.B. pro Todesstrafe. Aber egal, wie lange ich hier lebe, werde ich diese immer weiter massiv ablehnen. Ich bewahre mir meine politische Ueberzeugungen und trete, soweit es mir moeglich ist, dafuer ein, mehr Toleranz gegenueber Schwulen zu wagen etc. Wenn meine Studenten mich bitten, ihnen gegenueber "banmal" zu benutzen, weil sie das von ihren Professoren so gewoehnt sind und sie sich sonst unwohl fuehlen, tue ich ihnen den Gefallen, aber ich behandele sie trotzdem nicht wie unmuendige Kinder und diesen Respekt von meiner Seite scheinen sie zu spueren und ich glaube, sie wissen ihn auch zu schaetzen. (Normalerweise rede ich allerdings Englisch mit ihnen)

Fuer Koreaner ist vorallem das "Gefuehl" wichtig. Wenn sie jemandem gegenueber Distanz ("Gorigam") fuehlen, wenn sie Schwierigkeiten haben, sich mit dem anderen zu verstaendigen, fuehlen sie sich unwohl. Das trifft aber nicht nur auf Koreaner zu, sondern auf Menschen ueberall auf der Welt.

"Dann vergessen Leute auch schon mal, dass man gar kein Koreaner ist."

Das glaube ich nicht! Ich habe zwar auch gewisse Anzeichen erlebt, dass, wenn man besser Koreanisch spricht, man wie ein Koreaner behandelt wird. Gerade bei Professoren habe ich das erlebt. Ich bezweifele aber, dass das wünschenswert ist. Dann bin ich lieber positiv diskriminiert!

Mein Mann sagt mir, fuer ihn macht es keinen Unterschied, ob ich Deutsche oder Koreanerin bin. Und ein Freund von mir hat mir auch schon mal gesagt: Ach, ich vergesse immer, dass du ja gar keine Koreanerin bist. Vielleicht sind das nur extreme Ausnahmen, aber ich bleibe da gerne optimistisch. :-)

Im Berufsleben werde ich zugegenermassen auch gerne positiv diskriminiert (mit meinem Auslaenderstatus kann ich auf diese Weise ausgleichen, dass ich eine Frau bin).  ;-)

Im Privatleben wuerde mir das auf die Dauer aber eher auf die Nerven gehen. Das ist sicher fuer jeden ein bisschen anders. Ich nehme immer nach Moeglichkeit vor Kameras reissaus wenn mich jemand interviewen will (ein paar Zeitungsinterviews habe ich allerdings gemacht) und ich koennte mir auch nie vorstellen, in sowas wie Misuda oder vielleicht einem Drama aufzutreten und auf diese Weise von einer privaten zu einer oeffentlichen Person zu werden.
 
Ich will einfach nur in Frieden in Korea leben.
Robbsen #35
Member since Nov 2008 · 88 posts · Location: Mayschoß
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Wow...
Nicht schlecht:-)
Ich habe alles verstanden...Also nicht verstanden, aber ich konnte alles nachvollziehen...
Aber trotzdem...Egal wie Koreanisch ich mich verhalte...Egal wie super mein Koreanisch ist...Ich werde immer auf den ersten Blick Ausländer sein...Und darum gehts leider immer...
Hehe, vielleicht liegt es daran, dass Du Dich wie ein Koreaner benimmst. :)
Die wissen ja ALLES. :)

Nein, ich benehme mich net wie en Koreaner...Ich benehme mich wie ich mich benehme...Ich gehe selbst Koreanern auf den Sack weil ich mich für vieles interessiere...Also denke ich net dass ich so bin wie die:-)

Hab halt Koreanische Geschichte studiert und habe daher einen gewissen Bildungsgrad über Koreaner den viele Koreaner sehr schätzen und daher komme ich sehr gut weg:-)
crocos (Guest) #36
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Hallo Chung-Chi,

im Allgemeinen finde ich, dass gerade viele ausländische Frauen aus dem westlichen Kulturkreis die koreanische Auslegung des Patriarchats zu sehr in den Vordergrund stellen und kritisieren und in einigen Fällen ihre eigene Situation hier in Korea darauf reduzieren, wobei, wie du richtig sagst, man (also Frau) das durch den weißen Ausländerstatus kompensieren kann.

Ich denke, dass korean. Frauen viel mehr Gründe hätten sich über ihre Situation als Frau zu beklagen, gerade während ihres Studiums und auf dem Arbeitsplatz danach. Ein großer Teil ihrer Identität scheint sich de facto leider auf ihr Frausein zu reduzieren, womit bestimmte Eigenschaften, die sich meistens als Stereotypen herausstellen, verbunden sind. Viele korean. Männer haben noch nicht realisiert bzw. wollen nicht realisieren, dass sich die korean. Gesellschaft sehr verändert hat und haben mit dem neuen Selbstbewußtsein und Karrieredenken der Frauen erhebliche Probleme, wobei es auch gerade hier große Unterschiede zw. (Groß)stadt und Land bzw. zw. den Generationen gibt.  Es ist aber auch interessant zu beobachten, dass sich ein Teil der koreanische Frauen mit ihrem untergeordneten Status zufrieden geben, z.B. eher einen Mann aus guter Familie mit hohem Einkommen heiraten wollen, damit sie nicht arbeiten müssen und sich um Haushalt und Kind kümmern können. Da nehmen sie ohne Probleme dann auch die untergeordnete Stellung hin. Es ist in Korea mind. genauso wichtig zu heiraten wie einen (guten) Beruf zu erlangen, zumindest ist die Rhetorik und Vorstellung vieler Koreaner so.

Das ist wiederum Indiz dafür, dass Korea noch nicht völlig modernisiert ist, im Sinne von Professionalisierung und rationalem Denken. Dazu wird es vielleicht auch nie ganz kommen, weil, wie du ebenfalls richtig sagst, das Verhalten und Handeln der Koreaner sehr stark durch Emotionen bestimmt ist (), positive (감정, 애정) wie negative (악정). Das ist ein wichtiger, konstituierender Teil der koreanischen Mentalität und Identität genauso wie die Vorstellung der Homogenität der Koreaner (동질성), deshalb gibt es ja auch Probleme mit Ausländern. Hetreogenität hat ja eine negative Konnotation. Ein Koreaner muss sich den Konventionen entsprechend verhalten, sonst wird er nicht als Koreaner akzeptiert und es wird gefragt "Bist du wirklich Koreaner?" Ein Ausländer kann nicht akzeptiert werden, weil er eben anders ist und es könnte Koreaner erschrecken, wenn er sich wie ein Koreaner verhält, das wäre sehr seltsam für Koreaner aber ich denke sie schätzen mehr die Integrations-und Anpassungsfähigkeit als das sie erschreckt sein würden oder sich gar bedroht fühlen, wie ein Professor kürzlich meinte. 

Eins noch: Ich verstehe das nicht als Kritik an der koreanischen Gesellschaft sondern eher als Bestandsaufnahme und versuche das alles irgendwie zu verstehen.

Ich möchte in Korea auch in Frieden leben und deshalb gehen mir bestimmte Diskussionen auch auf den Keks. Vor allem kann ich es überhaupt nicht nachvollziehen, wenn Westler, die nach Korea kommen, versuchen ihre Denk-und Arbeitsweise auf die Koreaner zu übertragen. Das kann man nur zu einem gewissen oder kleinen Grad, je nachdem, was man hier macht.
naja #37
User title: naja
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In reply to post #34
Quote by Chung-Chi on 2009-12-21, 17:04:
Hat er wirklich Konkubine gesagt?

Man muss es natuerlich nicht unbedingt als "Konkubine" bezeichnen, "Geliebte" waere sicherlich auch ein passendes Wort.

ich wuerde fragen, ob man je einmal nur eine(n) liebt (ohne modalverben).
Der Sachverhalt, ...weil sie dabei nur verletzt wird. (es ist nur hearsay)

Die Mehrheit der Koreaner ist, so weit ich das sehen kann, z.B. pro Todesstrafe. Aber egal, wie lange ich hier lebe, werde ich diese immer weiter massiv ablehnen. Ich bewahre mir meine politische Ueberzeugungen und trete, soweit es mir moeglich ist, dafuer ein, mehr Toleranz gegenueber Schwulen zu wagen etc.

weisst du, dass seit jahrzehnten in korea nie Totesstraf vollstreckt worden ist, und dass die homosexualitaet in deutschland unter adenauer strafbar war, aber nicht in korea war und ist. ich weiss, dass die Homo... auch von deutschen Eltern nicht so willkommen ist.
"Dann vergessen Leute auch schon mal, dass man gar kein Koreaner ist."

Das glaube ich nicht! Ich habe zwar auch gewisse Anzeichen erlebt, dass, wenn man besser Koreanisch spricht, man wie ein Koreaner behandelt wird. Gerade bei Professoren habe ich das erlebt. Ich bezweifele aber, dass das wünschenswert ist. Dann bin ich lieber positiv diskriminiert!

positive Diskriminierung stammt nicht nur aus Hautfarbe. es ist schon eine rationale vermutung, dass weisse genug Gelt haben, und genug gebildet, so dass sie uns nicht ueberfallen oder kriminalitaet begehen wuerden. aber weisse sprachlehrer oder N-typ ohne abitur werden hart diskriminiert, wie illegale Aufenthaltende aus pakistan.

ich koennte mir auch nie vorstellen, in sowas wie Misuda oder vielleicht einem Drama aufzutreten und auf diese Weise von einer privaten zu einer oeffentlichen Person zu werden.
 
Ich will einfach nur in Frieden in Korea leben.
Du hast recht

eigentlich wollte ich ueber(fuer und gegen) crocos schreiben. aber schon spaet, auf fremdsprache viel zu schreiben. ueberschriften heisst, 1. was ist modernitaet? wenn nur ihr modern sein wuerdet, ...? ostasien wird nicht in eurer weise modernisiert.
2. ob objektive beobachtung moeglichist, und zwar wenn euch wie uns die vergangenheit verfolgt. anders als max weber wuerde ich sagen, bei einer beobachtung das subjekt neben gegenstand und annaehrungsweise wichtig ist.
"das Verhalten und Handeln der Koreaner sehr stark durch Emotionen bestimmt ist" man mag so sagen. aber...
ich glaube, jeder und jede wollen Gluecklich und 'menschlich" sein und Emotion hat eigene rationalitaet mit situativitaet. "Ihr" werdet nicht durch emotion bestimmt? dann rationaler monster.
wenn damit "spontanitaet ohne Prinzipien" gemeint wird, kann ich damit zustimmen. Mr. Anderson, mich erzittert eher die ordentlichkeit deutscher art.
This post was edited 2 times, last on 2009-12-25, 19:22 by naja.
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Soju #38
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Passt vieleicht hier gut rein:

http://www.eatyourkimchi.com/korean-stereotypes-against-fo…
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