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Arbeitsverhaeltnisse in koreanischen Firmen in Deutschland
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imnida #1
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Subject: Arbeitsverhaeltnisse in koreanischen Firmen in Deutschland
Hallo!

Das Thema "Unterschiede in der Arbeitswelt zw. Deutschland und Korea" habe ich gesehen.
Trotzdem wuerde ich gerne einen neuen Thread oeffnen.
Ich will hier ein ernstes Thema ansprechen das mich schon lange beschaeftigt und ich weiss nicht genau wie ich es kommunizieren kann ohne jemanden zu verletzen oder zu verraten.

Ich habe im Raum Frankfurt schon mit einigen Koreanern und wenigen Nicht-Koreanern gesprochen die hier fuer koreanische Unternehmen arbeiten.
Die Informationen sind fuer mich teils sehr schockierend.

Es werden grundsaetzliche (in Deutschland bestehende) Rechte missachtet oder gebrochen. Die Arbeitszeit wird nach belieben gestaltet und bezahlt, Urlaub wird verweigert, ein 24 Stunden/7 Tage-Einsatz wird erwartet.
Dabei wird mit der Aufenthaltserlaubnis gemauschelt und diese auch als Druckmittel missbraucht.

Doch was mir fast schon koerperlich weh tut sind eher die hierarchischen Strukturen und Ablaeufe als diese Verstosse gegen deutsches Arbeitsrecht.
Die unglaubliche Unfaehigkeit der durchweg maennlichen Chefs ist fuer mich unverstaendlich. Waehrend diese die Naechte auf Firmenspesen mit Alkohol und Prostituierten verbringen und im Job eher durch Inkompetenz glaenzen werden die Mitarbeiter systematisch massiv unterdrueckt und persoenlich angegriffen. Persoenliche Foerderung ist ein Fremdwort, es geht nur darum alles aus den Angestellten herauszupressen was moeglich ist. Das keiner der Abteilungsleiter oder Chefs von denen ich gehoert habe deutsch spricht, passt nur ins Schema.
Diese Art der Mitarbeiterfuehrung ist in Korea wohl ueblich und akzeptiert, dass das einfach nach Deutschland importiert wird finde ich erschreckend.

Zur Information: Ich rede hier nicht von irgendwelchen Imbissbuden sondern von grossen Konzernen deren Werbung man taeglich im Fernsehen sieht.

Vielleicht bin ich naiv, aber ich glaube einfach daran, dass man mit guter Menschenfuehrung aus Menschen viel mehr herausholen kann als mit Druck oder Erpressung. Wieso ist diese Erkenntnis noch nicht in das hochindustriealisierte Korea vorgedrungen? Gibt es schon alternative Bewegungen zu diesen veralteten patriarchalischen Strukturen?

Gibt es dazu noch andere Erfahrungen?
Gibt es Ideen oder Methoden wie man da etwas verbessern koennte?

Denn das Argument, dass die Koreaner diese Bedingungen gewoehnt sind, kann ich nicht gelten lassen. Ich sehe in meinem Umfeld Menschen, die wirklich darunter leiden.   :-(   :-(  :-(
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Soju #2
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Hallo Imnida,
ich arbeite bei einen Grossen Japanischen Unternehmen in München!
was Du da schreibst hört sich für mich sehr ähnlich an wie in den meisten Japanischen Unternehmen( Sony mal ausgenommen ).
Die Leitung dieser Unternehmen und die Entscheidungen werden immer in Asien sein, wo die Rechte halt anders sind...wir haben zwar einen Präsidenten ( Japaner ) hier in Europa, der hat aber keinerlei Rechte was gross zu entscheiden und muss sich immer mit Asien abstimmen :-(
Was ich aber bei uns ausschliesen kann ist der Zwang 7 Tage pro Woche zu arbeiten oder auf dem Urlaub zu verzichten ....
Beim Urlaub müssen wir uns zwar immer das Gejammer von den Jungs anhören aber diesbezüglich haben wir denen schon die Grenzen gezeigt ....
Bei euch arbeiten doch genügend Leute .. habt Ihr den keinen "Human Resource Manager" ?
Vieleicht sollte man mal euren Koreansichen Vorgesetzten das Deutsche Arbeitsrecht erklären ;-)
Sorry, aber wenn die Jungs hier Geschäft machen wollen müssen Sie sich halt anpassen!!!
Das habe ich einigen Japanern bei uns ziemlich direkt gesagt die meinten " usually everyone has to speak Japanese and follow our rules if they like to work with us )...
Die unglaubliche Unfaehigkeit der durchweg maennlichen Chefs ist fuer mich unverstaendlich. Waehrend diese die Naechte auf Firmenspesen mit Alkohol und Prostituierten verbringen
Diesbezüglich kann ich das bei uns zu 100% bestätigen !!!
Die unfähigsten haben leider am meisten zu sagen ...sind meistens die Typen die sich Jahrelang mit abnicken und untertauchen gehalten haben und durch die lange Firmenzugehörigkeit auf diesen Level gekommen sind und jetzt meinen Ihr Leben auf Kosten der Mitarbeiter zu geniessen...
Die Fähigsten bei uns sind interessanterweise oft Damen die in der Hirachiesstufe leider nicht weiterkommen im Gegensatz zu Ihren unfähigen mänlichen Kollegen, die automatisch immer weiter in der Kariereleiter nach oben klettern...
Daher würde ich einigen Usern hier im Forum die meinen in Korea zu arbeiten wäre so toll abraten bei eine Koreansichen Unternehmen in Kore zu arbeiten ..ausser Ihm sind max. 1 Woche Urlaub pro Jahr und das tägliche aubsaufen mit den kollegen egal ...sucght euch ein Europäisches oder Amerikanisches Unternehmen ;-)
Gute Nacht allen diesen typisch Asiatisch geführten Unternehmen in Zukunft :-(
2Face #3
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Moin Moin
Aus dem Norden

Also ich hatte noch nicht das "Vergnügen" für eine asiatische Firma zuarbeiten.
Aber nachdem ich diesen Beitrag gelesen hatte musste ich feststellen, dass ich so eine Ausrichtung in immer mehr europäischer Firmen bemerkt habe.
Ich glaube das die Firmen in Europa ,egal ob asiatisch oder nicht, sich immer mehr angleichen.
Also westliche Firmen den asiatischen "nacheifern" und umgekehrt.
Irgendwann sind dann alle auf einem level.

In vielen Handwerksbereichen in Deutschland ist es jetzt schon so , dass immer mehr Leute trotz Vollbeschäftigung auch noch täglich viele unbezahlte Überstunden haben und auf Hartz 4 angewiesen sind . :#:

kurz mal mein "lieblings" Beispiel:

Ein Mittelständischer Betrieb (deutsch) der mit aller Macht versucht "berühmt" zusein und .
Also politische Verbindung und Medienauftritte (erst neulich wieder im TV) :#:

Seine Methoden sind meisst alles andere als vereinbar mit dem deutschem Recht.
Auch die zum Teil stark vorhandene Verachtung der für ihn tätigen Handwerker ist traurig.
Oft mussten wir ,wenn die Medien da waren , unsere Arbeit so verstecken, dass man keinen der Handwerker sah.
(Wir sind doch keine Monster und angebracht reden können wir auch. ;-) )
Schafften wir dennoch nicht die zuerledigende Arbeit waren gleich Überstunden nötig .
Immer nach dem Motto : your done when it's done.

So kommt es dann vor ,dass man gleich ne unbezahlte Doppelschicht macht

Sollte ein Politiker (auch auf Landesebene) mal wieder PR brauchen "dürften" wir vor die Kamera .
Natürlich nur mit zu 4ooo%iger sauberer Arbeitskleidung usw.
(nicht mal beim Bund machen die sonen Ars..aufriss)

Die Arbeit schafften wir so natürlich nicht. Also wieder : your done when it's done

Noch mehr Beispiele über diesen Betrieb oder andere möchte ich nicht machen .
Diese Beispiele würden die Betreibe verraten und mir viel ärger einbringen. :scared:
Deshalb nur dieses vergleichmässig harmlose Beispiel. 

Aber sagen wir mal so 7 Tage Wochen ohne Ausgleich sind mir auch bekannt. ;-)
Und Urlaub bekommen war auch immer wie ne Schlacht zuschlagen. ;-)
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Soju #4
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Hallo 2Face,

Ich Liebe diese Globalisierung :-(
Da hast Du Recht, mehr und mehr gleichen wir uns alle an ...
was mir aber bei dem Bericht von "Imnida" aufgefallen ist und ich auch so bei unserem Unternehmen bestätigen kann ist dieser Abschnitt;
Die unglaubliche Unfaehigkeit der durchweg maennlichen Chefs ist fuer mich unverstaendlich. Waehrend diese die Naechte auf Firmenspesen mit Alkohol und Prostituierten verbringen und im Job eher durch Inkompetenz glaenzen werden die Mitarbeiter systematisch massiv unterdrueckt und persoenlich angegriffen. Persoenliche Foerderung ist ein Fremdwort, es geht nur darum alles aus den Angestellten herauszupressen was moeglich ist. Das keiner der Abteilungsleiter oder Chefs von denen ich gehoert habe deutsch spricht, passt nur ins Schema.

das ist vieleicht noch der Unterschied zu Amerikanischen oder Europäischen Unternehmen :-)
ansonsten gilt mein erster Satz ;-)
imnida #5
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Sicher ist der Wind in Deutschland rauer geworden die letzten Jahre. Wenn ich schon hoere "Exportweltmeister". Das ist der groesste stolz und es wird alles dafuer getan das es so bleibt. Dies bedeutet aber, das der Binnenkonsum ueberhaupt nicht mehr interessiert. Die Exportfirmen verdienen gutes Geld, von dem aber nach unten immer weniger verteilt wird. Das Aussenhandelsbilanzdefizit waechst und die Loehne und Sicherheiten, fuer die Generationen von Arbeitern und Angestellten gekaempft haben, werden immer geringer. Vor kurzem habe ich gelesen (Bericht der EU), dass Deutschland beim Lohnniveau schon hinter Spanien liegt.
Doch gibt es immer noch gesetzliche Grundlagen die auch einklagbar sind. Natuerlich ist dies nicht leicht und angenehm, aber es ist moeglich.
Hingegen schweben manche koreanische Arbeiter hier in einem fast rechtsfreien Raum. Dies auch unterstuetzt durch das teils sehr rigide deutsche Auslaenderecht. Ueber die Aufenthaltserlaubnis, die natuerlich befristet und an den Job gebunden ist, sind diese Menschen extrem angreifbar.
Ein Fall in meinem Bekanntenkreis: Eine koreanische Firma musste Konkurs anmelden (wohl auch, weil der Chef bis zuletzt massiv Gelder aus dem Unternehmen gezogen hat). Damit erlischt auch die Aufenthaltserlaubnis der Angestellten Koreaner. Die haben sich natuerlich sofort umgesehen und teilweise sogar neue Jobs gefunden. Dafuer wurden neue Aufenthaltstitel beantragt. Doch nach ueber 3 Monaten waren die immer noch in der Schwebe. Natuerlich haben sie schon mal angefangen zu arbeiten. Doch dies natuerlich illegal und unter grossem psychischen Druck. Wenn das auffliegen wuerde muesten sie mit heftigen Problemen und Ausweisung rechnen.
Hier stellt sich mir schon die Frage was der Staat hier vorsieht. Sollen diese Leute, die waehrend Ihrer vorherigen Beschaeftigung auch in die deutschen Sozialkassen eingezahlt haben, einfach das Land verlassen oder monatelang zu Hause sitzen und hungern und auf die gnaedige Erteilung eines neuen Aufenthaltstitels warten?
Einer musste im neuen Job seinen Dienst leisten und nach der Arbeit dort, noch abends helfen bei der Konkursverwaltung des alten Betriebes, weil der alte Chef noch die Aufenthaltserlaubnis verschleppt hatte und damit in der Schwebe hielt.
Sorry, hoert sich alles etwas konfus an ist aber fuer die daran beteiligten Menschen existentiell.
Noch komplizierter wird es, wenn eine der Koreanerinnen in Deutschland heiraten will. Die notwendigen Papiere erhaelt sie aber nur persoenlich in Seoul bei der Botschaft beglaubigt. Doch darf sie das Land nicht verlassen (wenn sie zurueckkommen will) waehrend die Bearbeitung des Aufenthaltstitels laeuft.

Ich merke, ich koennte schon wieder einen neuen Thread oeffnen. Denn zu meinem urspruenglichen Thema, den speziellen hierarchischen Strukturen in koreanischen Firmen, ist auch noch laengst nicht alles gesagt.

Soju hat es schon kurz erwaehnt: die verpflichtenden Sauforgien sind auch fest in der Firmenkultur verwachsen. Alle sitzen vereint um den Patriarch und trinken, wenn er trinkt und lachen, wenn er lacht. Auch wenn ihn fachlich und menschlich niemand ernst nehmen kann. Menschen, die sonst kaum einen Tropfen Alkohol trinken, kommen kotzend und kurz vor der Krankenhauseinweisung auf allen vieren nach Hause.
Kann mir jemand die soziale Funktion dieses Events erklaeren?

Bitte versteht mich nicht falsch. Ich will nicht sagen, dass alles in koreanischen Firmen schlecht und alles in europaeischen Firmen gut ist.
Ich habe auch schon profitiert von der groesseren persoenlichen Bindung an die Firma. Als mein Auto mal kaputt ging hat mir der Firmenchef anstandslos seinen grossen BMW fuer einen Umzug geliehen. Der private und der Arbeitsbereich sind in Europa wohl strenger getrennt.
Aber vieles verstehe ich einfach nicht und einiges erlebe ich bei koreanischen Freunden als grosse persoenliche Belastung.
Gummibein #6
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Mir war es mit den Saufgelagen auch schleierhaft.

Nach einem Besuch in Korea stellte ich aber fest, dass Koreaner wirklich nicht Nein sagen können.
Dinge die gesagt werden müssen kriegen sie nur unter Alkoholeinfluss raus.

Vielleicht erklärt das dieses für uns fremdes Phänomen?
Deluk #7
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Ich hab eigentlich gehofft, dass ein Koreaner noch was dazu sagt. Aber jetzt muss ich halt meinen Senf dazugeben:
Ich würde die erwähnten "durchweg maennlichen Chefs" nicht pauschal als "Inkompetent" bezeichnen. Sie haben einfach einen anderen Führungsstil. Meist sind Koreanische Vorgesetzte fachlich/technisch sehr kompetent und interessieren sich im Detail für das was man macht. Die Mitarbeiterführung funktioniert aber in Korea aber anders als in Deutschland und dort anders als z.B. in den USA. Das würde aber den Rahmen hier sprengen.
Übrigens werden diese "Koreanischen, durchweg maennliche Chefs" nicht von Ufos gebeamt sondern sie werden i.d.R. aus Deinen "armen unterdrueckten Angestellten" rekrutiert. Das heißt, dass diese sich genauso benehmen werden, sobald sie in dieser Position sind.
Eine Ausnahme ist z.B. Erbfolge, diese Söhne/Töchter schlagen natürlich direkt sehr hoch ein. Ich gebe Dir aber recht, dass vor allem durch das Asiatische "Wer-am-längsten-da-ist-wird-befördert" Prinzip schnell auch die falschen raufrutschen können.

Die ritualisierten Besäufnisse auf Firmenkosten gibt es nicht nur wie von Dir dargestellt auf Chef-Ebene während der Rest im der Firma schuftet, das gibts auf/durch alle Ebenen. Diese Zusammenkünfte können von
- Gleichrangigen für Gleichrangige organisiert werden.
- Vorgesetzten für Untergebene organisiert werden.
- Untergebenen für Vorgesetzten organisiert werden. (Teilnahme ist für den Vorgesetzen absolute Pflicht)
Es gibt solche Zusammenkünfte auch regelmäßig für eine ganze Abteilung/Firma.

Je nach dem Teilnehmerkreis/-zahl haben diese Zusammenkünfte andere Aufgaben. Meine Erfahrung in einem Koreanischen Konzern in Korea ist die, dass diese Saufgelage durchaus als Führungswerkzeug gebraucht werden.

Aufgaben dieser Besäufnisse sind z.B.
- Es ist zunächst mal ein Gruppenzugehörigkeitsritual: Es werden Beförderungen gefeiert, neue Mitarbeiter stellen sich vor, Alte werden verabschiedet, Firmenzugehörigkeits Jubiläen werden gefeiert, man trinkt auf das neue Auto vom Kollegen, die Geburt eines Kindes, usw...
- Wenn ein Chef einlädt will er damit z.B. seine Untergebenen belohnen, Ihnen die Möglichkeit geben Stress abzubauen, o.ä. Wenn ein Chef glaubt, dass es nicht rund läuft will er seinen Angestellten in einem informellen Rahmen die Möglichkeit geben über Probleme zu reden. Oder er will einfach seine Untergebenen besser Kennenlernen.
- Wenn Angestellte im kleinen Kreis einen Chef "einladen":
Wie von Gummibein richtig erwähnt, trauen sich Koreaner meist nicht ihre Chefs offen in der Firma zu kritisieren. Dazu werden diese Besäufnisse auch verwendet: Wenn man zusammen gut gegessen hat, in lockerer/heiterer Atmosphäre etwas getrunken hat, ist irgendwann Schluss-mit-Lustig und die Stimmung kann schlagartig umschlagen und es wird sehr offen und ernst über die Wünsche/Erwartungen der Untergebenen gesprochen. Ein Vorgesetzter kann in diesem Rahmen auch offen kritisiert werden. Wichtige Regel: Damit er das Gesicht der Untergebenen wahrt, tut der Chef am nächsten Morgen so, wie wenn das Treffen nicht stattgefunden hat, bzw. er sich an nichts erinnern kann. Ein guter Chef nimmt sich aber natürlich die Kritik zu Herzen.

Übrigens wird bei uns in der Firma niemand zu Alkohol gezwungen. Ich hab Kollegen die aus Religiösen/Gesundheitlichen Gründen keinen Alkohol trinken. Auch ein "Ich muss fahren" oder ein "Ich bekomme ärger mit meiner Frau wenn ich schon wieder betrunken Heim komm" wird akzeptiert. Die gehen halt mit und stoßen mit Wasser/Limo aus Soyu-Gläsern an.

Gruß und 그럼 수고하세요

P.S.: Der Chef von Hyundai ist/war eine Frau.
2Face #8
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In reply to post #4
Moin Moin
Aus dem Norden

@Soju

Diese Globalisierung "liebe" ich auch. ;-)

Was deinen lieblings Abschnitt von imnida angeht, kann ich dir versichern ,dass mir soetwas nicht unbekannt ist. :#:


Sollte es mal wieder ein Treffen in Berlin geben ,und ich auch da sein, werde ich es dir gern persönlich erzählen. ;-)

Denn wie schon gesagt , im Netz ist das mir zu heiss. :scared:

Und  bei einem grossen deutschen Autokonzern gab es vor ein paar Jahren die "Offenlegung"
bezüglich der Firmenabrechnung und Prostituierten.


@Deluk

Also ich verstehe ja schon , dass diese Saufgelage einen Grund haben.
Aber bei deinen aufgelisteten Gründen fand ich den "trinken weil ein Kollege ein neues Auto hat" Grund , dann doch mehr als Ausrede für saufen.
Is schon klar, man kauf sich ja auch nicht jeden Tag ein neues Auto .
Aber trotzdem klingt das ,für mich persönlich, wie eine Ausrede.
Sorry
Mal ganz davon abgesehen was die Ehefrauen von solchen Saufgelagen halten.
imnida #9
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@Deluk: Vielen Dank fuer Deine Antwort.

Ich haette mich auch gefreut, wenn eine Antwort von einer/m Koreaner/in gekommen waere.
Gummibein #10
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Quote by imnida:
Ich haette mich auch gefreut, wenn eine Antwort von einer/m Koreaner/in gekommen waere.

Was hast Du denn erwartet?

Könntest Du genau die Sachen in Deutschland aufzählen über die sich ein Koreaner wundert?

Z.B. kurz bevor ein Vertrag vor der Abschluss steht ist der Ansprechpartner auf einmal nicht mehr erreichbar. Ist auf Urlaub. Sowas würde in Korea Konsequenzen haben währen die Urlaubskarte zumindest unter Deutschen immer sticht.

Ein Koreaner denkt es ist halt so weil er in diese Firmen- bzw. Landeskultur hineinwächst.

Als ich einige jüngere gesprochen habe die frisch ihr Abschluss gemacht haben gab es einige die sich grauten vor der bevorstehenden Saufgelagen während andere schon in der Uni diese Mühle praktiziert hatten mit Kommilitonen älterer Semester in der Rolle als Vorgesetzte. Bezeichnend war aber auch einer der schon einige Jahre Berufserfahrung hatte. Der erzählte, ach ohne Alkohol ist es doch langweilig.

Oder einer im Top-Management: "Es war schon nervig, dass ich der einzige Absolvent der X in der Firma war. Alle anderen waren Absolventen der Y. Jetzt stelle ich nur Absolventen meiner ehemaligen 고등학교 ein."
Obwohl er also selbst unter dem Brauch der Seilschaften gelitten hat etabliert er seine eigene Seilschaften sobald er trotz "falscher" Schule in die Position hochgearbeitet hat.

Andererseits belächelt man ja auch hier einige Gepflogenheiten die eher den obersten Etagen zugeschrieben werden. Wahrscheinlich weil man nur dort vermutet genügend Gegenwert für die zusätzliche Mühe zu bekommen während die unteren Ränge der Mühe nicht wert sind. Erinnert mich an Hochleistungssportler oder Soldaten wo man mit allen Mitteln versucht auch das letzte Prozent zu mobilisieren.

So gesehen könnte man die Saufgelagen wenn man es positiv betrachten will auch als ein Versuch zu werten alle mitzunehmen während hier jeder unter einem bestimmten Limit als "Ausschuss" wegsortiert wird für den jede zusätzliche Mühe wie Teambildungsübungen Verschwendung ist.
imnida #11
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Habe heute das Buch "Schlaflos in Seoul" von Vera Hohleiter gelesen.
Es nennt diese und noch andere Dinge.
Vieles ist gut beschrieben und sensibel beobachtet. Ich kann nicht allem zustimmen, aber das meiste trifft sich mit meinen Beobachtungen und Erfahrungen. Kann das Buch empfehlen!
Es handelt sich eben doch um recht unterschiedliche Kulturen und hier den eigenen Massstab anzulegen kann immer nur subjektiv sein. Das Leid meiner Freunde hat mich dazu verfuehrt.  :blush:
BerndBiber #12
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Auch ich habe bereits unterschiedliche Erfahrungen machen können. Sowohl in Korea als auch hier, aus unterer und mittlerer Schicht bzw Positionen. Mir macht mehr die "allways last minute" Arbeitsweise zu schaffen. Einmal musste ich mich für drei Tage zum Ort des Geschehens begeben und den Verantwortlichen im wahrsten Sinne des Wortes auf die Nerven gehen. Ich bin denen solange hinterhergelaufen bis ich eine Entscheidung hatte sonst wäre die geplante Veranstaltung unter keinen Umständen zum geplanten Termin gelaufen. In Verbindung mit einer vorher geforderten und weitlich ausgenutzten 24/7 Verfügbarkeit war das die einzige Möglichkeit fand ich. Den Spieß umdrehen. Dann muss der Entscheider in Seoul eben seinen Kopf vom Kissen heben wenn er in drei Tagen nicht das Gesicht verlieren will. Ihr habt solange getrödelt, wir brauchen die Entscheidung JETZT!!!!

Ich weiß nicht wie unbeliebt ich mich da gemacht habe aber immerhin meine Arbeit war rechtzeitig fertig. Nicht das es geholfen hätte die Katastrophe noch aufzuhalten aber immerhin. 

Wo kann ich mich am Besten mit der Mentalität vertraut machen, bitte? Gibt es einen Sinn bei der Taktik alles auf den letzten Drücker zu schieben?

Vielen Dank schon mal


Zum Thema noch, wir konnten durchsetzen das es soetwas wie ein Wochenende in Deutschland gibt. Aber wir haben trotzdem eine, für unsere, deutschen Verhältnisse überorbitantes Verfügbarkeit geleistet.
Gummibein #13
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Quote by BerndBiber:
Zum Thema noch, wir konnten durchsetzen das es soetwas wie ein Wochenende in Deutschland gibt. Aber wir haben trotzdem eine, für unsere, deutschen Verhältnisse überorbitantes Verfügbarkeit geleistet.

Ich habe das Gefühl in Korea wird Leben und Arbeit nicht (so strikt) getrennt.

Das merke ich oft wenn ich einen Laden betrete.

Extremstes Beispiel war, dass die Ladeninhaberin in einer Ecke unter einer Bettdecke lag und sich am Fernseher die Augen ausheulte als ich den Laden betrat. Als sie bemerkte wie ich etwas verwundert schaute sagte sie "in den Nachrichten berichten sie gerade von den armen Menschen die beim U-Bahn Unglück gestorben sind."

Oder die Angestellte am Aussichtsplattform in Sokcho-Expo-Tower. Als sie sah dass wir uns wohl benehmen würden und sie nichts zu tun hat fing sie an ihre Schuhe zu putzen nachdem sie aus einer Ecke Schuhcreme und Bürste hervorgezaubert hatte.
macht geld huren #14
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In reply to post #1
Subject: 100 %-ig richtig!!!!
Hallo,

ich habe deinen Beitrag gelesen und muss sagen, als jmd. der es selbst erfahren musste und immer noch erfährt....Genauso wie du es beschrieben hast, läuft es ab!!!!!!!

100 %-ig richtig dargestellt!!!!!!!!!

Diese sogeannten Manager sind nichts anderes als von Korea versendete Aufpasser.
Fachlich zu 99% inkompetent. Oftmals gilt das ganze auch als eine Strafversetzung von Korea nach Europa.
Doch immerhin bekommen sie eine bessere Bezahlung in Europa als in Korea selbst. Nicht zu vergessen, dass sie ja doppelten Lohn kassieren: In Korea und in Deutschland bzw. Europa.
Hier wird dann auch noch alles vom Unternehmen bezahlt..Auto, Handy, Wohnung, Unterhaltung,
Schulen für die Kinder und nicht zu vergessen die Spesen alles im Rahmen von Bewirtungen..hahaha...und dann noch auf heiles Familienleben bei der jährlichen Betriebsfeier, wenn denn eine für die nicht Koreaner stattfindet(aus Geldmangel ;-) ) machen!!!!
Wo sie doch sonst bei jedem Saufgelage und ihren Karaokeabenden sich die blutjungen Mädchen(in der Regel Studentinen) kommen lassen um sich mit ihnen zu amüsiern...alles auf Kosten des Unternehmens und der nicht koreanischen Mitarbeiter. Diese brauchen erst gar nicht um eine Gehaltserhöhung oder dergleichen anfragen...Wir haben kein Geld...dafür!! Sollten sie anfügen DAFÜR!!
Den ganzen Monat auf der Arbeit herumsitzen, schlafen, sich die Finger-und Fußnägel knipsen, furzen, rülpsen, sich die Seele aus dem Leib kotzen beim Zähneputzen....so dass es den ganzen Gang hinunter zu hören ist, die Klospülung benutzen sie auch nicht, es müssen extra Schilder in koreanisch geschrieben werden....Klospülung benutzen..
Fachlich inkompetent warten sie also den ganzen Monat darauf, dass ihre unterbezahlten AN(ihre Untertanen und nicht Koreaner) ihnen ihre Reports zukommen lassen, damit sie diese als ihre monatliche Arbeit, als ihre Idee nach Korea  versenden können. Die armen überarbeiteten koreanischen Manager!!! Die dann einmal im minat um ein Uhr nachts ihre Videokonferenz mit Korea abhalten müssen und am nächsten Tag ja so müde sind, dass sie entweder erst gegen 9 oder 10 zur Arbeit kommen oder den ganzen Tag, bei morgendlich pünktlichen erscheinen, verschlafen!!!!
Was ein Hundeleben...nicht zu vergessen, die paar Tage Urlaub, die sie im Jahr von Korea aus nur machen dürfen, aber dennoch machen, weil sie ihre koreanischen Untertanen(Deutsch-Koreaner) für sie zum Lügen zwingen, wenn dann Groß-Korea mit seinen anrufen prüft, ob den Ihre Schäfchen alle da sind wo sie sein sollen..

Alles total krank...nicht zu vergessen...so etwas wie "Guten Morgen" sagen ist furchtbar schwer!!!!!!! Es sei denn es handelt sich bei dem Gegenüber auch um einen Koreaner.
Aber bitte nicht gleich auf die Knie fallen beim Verbeugen...wo doch nicht Koreaner so gut ignoriert werden!!!

Schikanen und Lügen sind an der Tagesordnung. Verantwortliches Verhalten, besonders Verantwortung tragen wollen, persönlich nicht erwünscht. Bitten um Informationen werden ignoriert, da hilft nur penetrant sein...Das verhält sich gleich mit deren Zahlungsmoral, es sei denn, es handelt sich um ein koreanisches Unternehmen oder um Gelder, die sie persönlich zu bekommen haben ;-)

Das sind solche Maskenträger, unehrlich und keine Individualität besitzende Leute, nur den ganzen Tag vor dem Alter und der übergestellten Position sich verneigende arme Kreaturen.

Ich rate niemanden als nicht Koreaner in einer Koreanischen Firma zu arbeiten.
Diese Leute gehen soweit sie nur können um sie klein zu kriegen. Von Untrschriften ihrer AN falschen bis hin zu falsche Sachen zu verbreiten. Sie zwingen Sie irgendwelche Vereinbarungen hinsichtlich von Entgeltzahlungen zu unterschreiben...alles natürlich freiwillig. Wehe sie versuchen mit einem Anwalt gegen sie vorzugehen und müssen noch ihre Zeit bis zum letzten Tag in der Firma verbringen, die machen sie fertig...verbieten den Mitarbeitern jeglichen Kontakt zun ihnen ...unter Androhungen......

Nicht zu vergessen wie sie ihre verkauften Stückzahlenmeldungen nach Korea manipulieren und dabei auch nicht davor zurückschrecken andere dazu zu bringen, gegen herrschendes Recht zu ihrem Vorteil, zu verstoßen.
Ob es das Herausfordern von Tankquittungen sind oder oder oder....man glaubt gar nicht wieviel verschiedene Kraftstoffsorten ein Fahrzeug allein verträgt...da ist es egal ob Benziner oder Diesel..der schluckt alles!!
Wieviel Tankquittungen monatlich eingereicht werden von einer Person, die schon geraume Zeit kein Auto mehr fahren darf, weil ihr nach einer nächtlichen Sauforgie der Führerschein abgenommen wurde. Das alles leisten sich unsere armen, überarbeiteten, koreanischen Manager...während jeder nicht Koreaner sehen muss, wie er unter den widrigen Arbeitsumständen mal einen Kuli, Ordner oder Bleistift bestellt bekommt. Dafür ist kein Geld da.

Geschweige den für einen zusammengebrochenen Firmenserver, der einem Totalausfall erliegt und 100 % Daten verloren gehen, weil zudem auch noch kein back-up gemacht wurde...wofür denn auch?? So was brauchen wir nicht...
Die Mitarbeiter, nicht Koreaner, haben den Verlust, nicht die Manager mit ihren Laptops...die merken den Crash gar nicht...die kümmern sich auch nicht mal um einen neuen Server, braucht man ja auch alles nicht, wofür denn auch...ist alles viel zu teuer
 
Konsequenzen tragen, Folgen abwägen, Vorkehrungen treffen, sich absichern...nein das brauchen die alle nicht.
Selbständig denken gar nicht möglich!!!!!  wie auch??! Ohne eine Ansage von entsprechender Position wird nichts gemacht...und auf diese kann man lange warten als nicht Koreaner...als der, der den Schaden hat ohnehin.

Wenn man keinem Burn-out als gewissenhafter und verantwortungsvoller AN erliegen will, dann sollte man sehen, dass man aus solch einer Firma wegkommt und das so schnell wie möglich.

Diese Hierarchie und Ignoranz und vorallem die Unfähigkeit diese Leuter etwas selbständig anzugehen und dafür auch geradezustehen ist ohne Wort!!!!!
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orosee #15
User title: Ernst ist anders.
Member since Oct 2009 · 1429 posts · Location: Itaewon-dong, Seoul
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Hallo MGH,

nun sag doch mal, was Du WIRKLICH denkst!  :-D

Scherz beiseite, Du scheinst ja keine guten Erfahrungen gemacht zu haben. Ich arbeite in einer koreanischen Firma, allerdings in Korea. Hier geht es schon etwas gesitteter zu. Allerdings werde ich doch mittelfristig wieder zu einem deutschen/internationalen Unternehmen zurueckkehren wollen. Das hat alelrdings ganz andere Gruende. Ich werde hier eigentlich zu gut behandelt :rolleyes: und brauche etwas mehr Druck.

Was'ndas'n fuer ne Firma, bei der Du arbeitest? Kannst es ja technisch umschreiben wenn Du den Namen nicht nennen kannst.
(\_ _/)
(='.'=)
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Smileys: :-) ;-) :-D :-p :blush: :cool: :rolleyes: :huh: :-/ <_< :-( :'( :#: :scared: 8-( :nuts: :-O
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