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Neues Korea-Buch "Schlaflos in Seoul"
Buchempfehlung
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fresh-like-a-daisy #31
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In reply to post ID 19276
Schon interessant wie unterschiedlich man ein Buch lesen kann. Ich fand "Schlaflos in Seoul" nicht zu negativ. Natürlich beschreibt die Autorin negative Aspekte, aber meist "beschreibt" sie ja nur und bewertet nicht und sie verallgemeinert ja auch nicht (so weit ich mich erinnern kann, schreibt sie nie "alle Koreaner sind so und so"). Sie kritisiert natürlich schon Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit und Vegetarierfeindlichkeit, aber das sind ja Tatsachen und nicht nur die Erfahrungen einer Einzelperson. Ich finde, dass sie in ihrer Kritik eigentlich immer recht moderat und diplomatisch ist. Ich habe schon heftigere Kritik an Korea gehört! In jeder Unterhaltung, die ich mit anderen Ausländern (egal woher sie kamen - Europäer, Nordamerikaner, Asiaten, Afrikaner) in Seoul geführt habe, hat sich jeder von uns drastischer über Korea geäußert. Meiner Meinung nach ist das Leben in Seoul für 90 Prozent aller Ausländer schwierig. Ich habe überhaupt nur zwei Mal Leute getroffen, die sich in Korea wirklich richtig wohl gefühlt haben. Das heißt ja nicht, dass Korea ein schlechtes Land ist, sondern nur, dass es kein ganz einfaches Land ist. Ich würde das Buch auf jeden Fall jedem empfehlen, der eine Koreareise plant, einfach weil man dann weiß, was auf einen zukommt. Ich bin - wie die Autorin - Vegetarierin und wenn ich vorher gewusst hätte, wie schwer es ist als Vegetarier in Korea zu leben, hätte ich es mir vielleicht noch einmal überlegt oder hätte zumindest ein paar Müsliriegel mehr eingepackt! Abgesehen davon finde ich nicht, dass sich irgendwer - auch kein Buchautor - dafür rechtfertigen muss, warum er in einer bestimmten Stadt oder einem bestimmten Land lebt, selbst wenn er es nicht phantastisch findet. So was hängt doch von so vielen Faktoren ab: Arbeit, Beziehung, Freunde, Geld... Das ist doch Privatsache. So wie ich es verstanden habe, ist das Buch dazu da ein realistisches Bild des heutigen Korea zu vermitteln und diesen Zweck hat es doch erfüllt.
Gummibein #32
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Quote by fresh-like-a-daisy:
...

Ich bin - wie die Autorin - Vegetarierin und wenn ich vorher gewusst hätte, wie schwer es ist als Vegetarier in Korea zu leben, hätte ich es mir vielleicht noch einmal überlegt oder hätte zumindest ein paar Müsliriegel mehr eingepackt!
...


Uh, oh...

Da ist wohl nichts mehr zu retten.

Wenn ich mir überlege wie koreanische Gastgeber fast die gesamte weibliche Verwandtschaft mobilisieren und drei Tage lang in der Küche wirblen um eine würdige Gastmahl zuzubereiten. Natürlich sind nur die erlesensten Zutaten dafür gerade einmal gut genug. Dann kommt es sehr gut an wenn der Gast sich herablässt gerade mal ein Glas Wasser zu trinken da die Gastgeber den Gast offensichtlich vergiften will.

Andererseits ist ja vegetarische Ernährung nicht gerade eine Sache die nur in Europa praktiziert wird. Es gibt noch Buddhistische Mönche in Korea woraus ich schließe, ja, auch in Korea können vegetarier satt werden.

Ich habe durchaus nichts dagegen negative Punkte in Korea die es auch gibt offen anzusprechen statt durch eine rosa Brille alles zu beschönigen aber wer mit solch einer geistigen Hypothek an eine andere Kultur herangeht, nun ja, ich beneide ihn nicht um seine Erfahrungen.
Silberdrache #33
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Das Buch erscheint auf den ersten Blick wie eine Sammlung von Negativerlebnissen. Dies entspricht sicher auch der - subjektiven - Empfindung der Autorin. Es spricht nichts dagegen, dass Sie dem Leser diese mitteilt. Allerdings hätte genau dieser Umstand zumindest am Anfang des Buches erläutert werden sollen. So entsteht beim Leser der Eindruck, dass es recht wenig Gutes über Seoul / Südkorea zu berichten gibt.

Es hängt in erster Linie vom eigenen Charakter ab, ob man sich in einer fremden "Welt" wie Südkorea wohl fühlt oder nicht. Sätze wie zB. "Kimchi Geruch ist wie eine hochgiftige Dunstwolke" sind einfach pauschalisiert, spiegeln nur Veras eigene Meinung. Jemand anders hätte es vielleicht so formuliert "...Kimchi Geruch ist stark und gewöhnungsbedürftig".

Eine längere und intensivere Vorbereitungszeit auf den langen Aufenthalt in Korea hätte der Autorin sicher
das eine oder andere Erlebnis erspart oder zumindest eine Erklärung dafür geliefert.

Ich persönlich bin mit einer Koreanerin verheiratet, habe schon ettliche längere Südkoreaaufenthalte (mehrmals Seoul) hinter mir. Vieles, was Vera erlebt hat, habe ich auch erlebt. Aber mein subjektives Empfinden war scheinbar gänzlich anders, nämlich weitaus positiver.
fresh-like-a-daisy #34
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@ Gummibein: Ich glaube, bei dir ist nichts mehr zu retten!

Ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass es für Vegetarier - wie in dem Buch beschrieben - in Korea nicht einfach ist und dass jemand, der das nicht erlebt hat, offenbar nicht nachvollziehen kann. (Mein Kommentar über die Müsliriegel war als Witz gemeint, aber offenbar hast du nicht viel Humor.)

Es wäre vielleicht eine gute Idee, sich erst einmal zu informieren und dann Behauptungen aufzustellen! In Korea gibt es sehr wenige Vegetarier, selbst buddhistische Mönche sind nicht immer Vegetarier. Natürlich kann man - mit einiger Mühe - in Korea auch vegetarisches Essen finden, aber das ist ja nicht das eigentliche Problem. Viel schwieriger ist es, dass man sich ständig blöde Kommentare - so wie deine - anhören muss und das bei jedem Essen in der Öffentlichkeit.

Eine Situation wie du sie beschreibst, dass sich Gastgeber so viel Mühe machen und der ausländische Gast dann nur ein Glas Wasser trinkt, ist mir noch nie untergekommen und zeigt eigentlich nur wie unreflektiert dein Kommentar ist. Solche Einladungen zu Koreanern nach Hause bekommt man normalerweise nicht so häufig oder zumindest nicht, wenn man nicht irgendwie in koreanische Familienstrukturen eingebunden ist.

Generell finde ich nicht, dass jemand gezwungen werden sollte, etwas zu tun, dass gegen seine moralischen Prinzipien verstösst, nur weil er in einem anderen Land ist. Wenn ein Gastgeber das nicht versteht, ist das für mich eher ein Mangel an Gastfreundschaft und Einfühlungsvermögen.

@ Silberdrache: Schön für dich, dass du in Korea gute Erfahrungen gemacht hast. Aber zu behaupten, es sei eine Charakterfrage, ob man sich in einem Land wie Korea wohl fühlt oder nicht, finde ich leicht anmaßend. Jeder Mensch ist eben anders und macht andere Erfahrungen. Nur weil du dich in Korea wohl gefühlt hast, macht dich das doch nicht zu einem besseren Menschen!

An die anderen Forumsteilnehmer: Es tut mir leid, dass die Diskussion jetzt irgendwie aus dem Ruder gelaufen ist. Eigentlich wollte ich ja nur über das Buch diskutieren. Abschließend kann ich dazu nur sagen, man sollte es vielleicht einfach als das sehen, was es ist: ein Stück Literatur. Ich finde es hat ein bisschen Ähnlichkeit mit Amélie Nothombs "Mit Staunen und Zittern".
Silberdrache #35
Member since Aug 2009 · 210 posts
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Quote by fresh-like-a-daisy:
@ Silberdrache: ... Aber zu behaupten, es sei eine Charakterfrage, ob man sich in einem Land wie Korea wohl fühlt oder nicht, finde ich leicht anmaßend. Jeder Mensch ist eben anders und macht andere Erfahrungen. Nur weil du dich in Korea wohl gefühlt hast, macht dich das doch nicht zu einem besseren Menschen!

An die anderen Forumsteilnehmer: Es tut mir leid, dass die Diskussion jetzt irgendwie aus dem Ruder gelaufen ist. Eigentlich wollte ich ja nur über das Buch diskutieren.

@fresh-like-adaisy

Ich habe mir überlegt, ob ich überhaupt darauf eingehen sollte, mache dies aber nun zum allgemeinen Verständnis:
Scheinbar hast Du meinen Post nicht ganz verstanden: Natürlich ist es eine Charakterfrage, ob man sich irgendwo
wohl fühlt, denn unsere Erfahrungen bestimmen zweifellos unseren Charakter und somit unser Verhalten. Genau das
schreibst Du ja selber (siehe Quote). Insofern ist das keine Anmassung, sondern lediglich eine Tatsache. Du bringst das Wort "Charakterfrage" mit ein und interpretierst dieses negativ: Das war aber weder meine Wortwahl noch meine Intension. Und ich sehe nirgendwo eine Aussage von mir, ich wäre ein besserer Mensch, nur weil ich mich irgendwo wohl gefühlt habe. Ich habe versucht, meine Sicht zu schildern und sachlich auf das Buch einzugehen - also versuche Du das bitte auch weiterhin. Mir ist unklar, warum Du dich nun angegriffen fühlst. Letztendlich gebe ich Dir aber Recht: Lass uns bitte nicht über "bessere Menschen", sondern weiterhin über das Buch diskutieren.
This post was edited on 2009-08-07, 16:31 by Silberdrache.
Gummibein #36
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Meine beiden süßesten Nichten der Welt (6 Jahre) halten sich die Nase zu wenn sie durch die Käseabteilung eines Kaufhauses laufen. Da ermahne ich sie immer "Man darf nie Ihhhh zu Sachen sagen die andere essen." Momentan ernten sie von allen noch "oh wie süß diese Kleinen" Blicke wenn andere sehen wie sie mit zugehaltener Nase an ihnen vorbeilaufen aber in einigen Jahren wird so ein Verhalten wohl nicht mehr so eine Reaktion hervorrufen. Aber ich bin guter Dinge, dass die gute Kinderstube bis dahin etwas bewirkt haben.

Ich persönlich bin überrascht, dass über Mangel an vegetarischer Nahrungsmittel in Korea geklagt wird da ich das Angebot als wesentlich vielfältiger empfunden habe schon aus dem Grund, dass traditionell das Veredeln von Nahrungsmittel in Korea aus Kostengründen weniger verbreitet war. Als Ausgleich zu Fleisch hat man z.B. wesentlich mehr Grünzeug im Angebot gehabt. Deshalb klingt kein geeignetes vegetarisches Essen in Korea für mich so wie keine Fisch/Meeresfrüchte in Japan oder kein Käse/Weine in Frankreich.

Auch zu meinem Erstaunen stelle ich trotz all der Globalisierung der Nahrungsmittel fest, dass viele Gelüste nach "Mutters Küche" plagen. Umso mehr weil die traditionelle deutsche Küche zumindest international nicht als die Offenbarung in Sachen kulinarischen Genüssen gilt.

Sicherlich muss man seine Prinzipien nicht aufgeben aber man sollte sich wenigstens bewusst sein welche Reaktionen man damit hervorruft. Entweder hält man das aus weil seine Prinzipien das wert sind oder nicht. Man sollte aber nicht klagen, dass die Reaktionen so erfolgen wie zu erwarten war.
naja #37
User title: naja
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Subject: war wirklich in Korea?
Ich überlasse die Diskussion über das Buch den „besseren Menschen“ mit Humor. Ich lese solches Buch nie. Meg rian ist nicht meine lieblingsschauspielerin. geschweige denn eine Parodie. Stattdessen interessiert mich nur die Frage, ob es für Vegetarier in Korea wirklich schwierig oder schlecht ist.

Zuerst ein Witz:
Ein koreanischer Student ist in einer amerikanischen Mensa. Ihm ist alles neu, alles durcheinander, weil er eben in den usa angekommen ist. Er kriegt fast nichts, was amis sprechen. Mit großer Angst wartet er in der Reihe und beobachtet.
Nun spricht sein Vorgänger, „%$§$%&!?*’+#§&’’*+#’’+ §!^“
Die Frau in Bedienung: „§$%!(=’*#+*’°^^^“ 
Er sagt wieder, „I’m vegetarian.“

‚Aha!!’ Er ist endlich dran und sagt der Frau, „I’m Korean“

(Erklärung für den Engineur im binären Code: Dieser Witz sagt eigentlich, wie es schwierig für Koreaner ist, english zu lernen. andererseits wird nebenbei angedeutet, dass das Wort Vegetarier für koreaner nicht so bekannt ist.)

Der Begriff vegetarian oder Vegetarier, oder bewusst gesonderte Küche für vegetarier ist in Korea nicht so populär. Das heisst aber nicht, dass koreaner viel fleisch essen würden. Begriff ist nur Begriff, nur ein Hilfsmittel, etwas zu begreifen. Wozu bedarf es eines Namens? Zur Unterscheidung von anderen. Diese begriffliche Unterscheidung fühlen wir aber nicht notwendig. Ohne solche umständliche Unterscheidung kann ein Vegetarier wohl fühlen. Im Vergleich mit Deutschland: Die Nachwüchse von Bauern sind meistens nicht so dick, nicht so wohlhabend, das fleisch von ökologischer Atmosphäre zu schlemmen. Dies ist schon beleg für die vegetarische Nische. denken wir logisch, aber nicht nur anmutig.

Wer als Vegetarier (Vegetarierin auch willkommen) in Korea am traditionellen und alltäglichen Tisch (sog. 가정식 백반) gegessen hat, kann sich erinnern, sein Ziel zum Essen schnell finden und fassen können zu haben, und zwar wenn die Wirtin um mehr gemüse oder vegetarisch gebeten wurde. Alle Küche von Vegetarisch, fisch und fleisch für alle gemeinsam angeboten. Anders als in Deutschland, etwa Schweineschnitzel! nur eine menge fleisch als eine portion nur für mich, wie der Dach auf den Kopf fällt. also ich bin, mit eurem modebegriff zu sagen, biokoreanisch.

Nicht nur Beilage.
비빔밥(viele von euch kennen, wie bunt 비빔밥 variiert), Reissuppe verschiedener Art(깨죽 호박죽 ….), Gerichte von Soja etwa Tofu(보통두부, 연두부, 순두부….), Meeresgemüse….  Was soll ich weiter zeigen? Käsesalat kann man auch in Korea leicht finden oder selbst zubereiten.

ich war mal selbt Vegetarier für einen Monat^^. hatte aber selbstverständlich kein Problem, zu Hause und im Raussen.
Er oder sie war wirklich in korea? Hätte er oder sie nicht nur auf deutsch gesprochen? Wenn das Buch von solchen Inhalten gefüllt ist, ist es irrsinnig. Es scheint aber in Deutschland gut angekommen zu sein. wunderbar.
This post was edited 2 times, last on 2009-08-07, 18:47 by naja.
henchan (Former member) #38
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Gummibein und Silberdrache haben meiner Meinung nach vernünftig geantwortet.
This post was edited 2 times, last on 2009-08-08, 08:38 by Unknown user.
winona_forever (Guest) #39
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Ich finde diese Diskussion, ehrlich gesagt, ein bisschen überflüssig. Manche machen eben gute Erfahrungen in Korea, andere schlechte. Ich habe gute und schlechte Erfahrungen gemacht. Allerdings muss ich sagen, dass ich Gummibeins ersten Post auch für ziemlich daneben halte. Nur weil jemand Vegetarier ist und dazu steht, heißt das nicht, dass er/sie unhöflich ist. Lasst jedem seine Erfahrungen und tut nicht so besserwisserisch!
Ich habe das Buch auch gelesen und es hat mir hat sehr gut gefallen. Ich habe gerade den Buchtitel gegoogelt, weil ich mehr Informationen über die Autorin gesucht habe, und bin so auf dieser Seite gelandet. Leider war der Informationswert aber Null, weil das Niveau dieser Diskussion ja nicht gerade erhebend ist.
grisou (Guest) #40
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Verstehe das mt dem Vegetariertum nicht. Ich bin selbst zwar keiner, aber es gibt doch relativ viele Gerichte ohne bzw. Beilagen ohne Fleisch, oder? Gut, Samgyobsal essen mit den Kollegen fällt dann zwar flach, aber ansonsten...

Natürlich kann man negative Erfahrungen machen und die beschreiben. Aber was hat denn Kritik an Nichtvegetariertum zu bedeuten? Es ist halt in Korea nicht verbreitet und daher vielleicht unverständlich. Das ist zwar dann nervig, wenn man alles erklären muss, aber ich denke nicht, dass umgekehrt sich ganz Korea auf seine ausländischen Gäste, die Vegetarier sind, sich einstellen muss. Meine Erfahrung ist, dass besonders Ausländer, die keinen wirklichen Kontakt zu Koreaner haben, sich unwohl fühlen.
Die Autorin ist mir nur aus der KBS Show bekannt. Ihren koreanischen Freund habe ich auch dort gesehen. Finde sie auch nicht smarter als andere (einige wenige wirken dümmlich, ansonsten sind die meisten normal wie andere auch).
Das hat zwar jetzt gar nichts damit zu tun, aber am witzigsten finde ich Sayuri, ich lach mich jedes Mal weg, wenn sie einen Kommentar abgibt. Die andere Deutsche beeindruckt sehr durch ihre Sprachkenntnisse.
Leseratte (Guest) #41
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In reply to post #34
 
Ich finde es hat ein bisschen Ähnlichkeit mit Amélie Nothombs "Mit Staunen und Zittern".


Das habe ich mir auch gedacht!!! In "Mit Staunen und Zittern" geht es war um die Arbeit in einer japanischen Firma, aber der Schreibstil und der Humor der beiden Autorinnen ist in der Tat nahe beieinander. Hat mir beides gut gefallen. Ich kann auch Amélie Nothombs neues Buch "Biografie des Hungers" empfehlen. Das lese ich gerade. Dabei geht es um ihre Kindheit in Asien (Japan, China, Burma).

Was den Rest dieser Forumsdiskussion angeht, muss ich sagen, ich verstehe nicht ganz, warum Ihr alle Daisy angreift. Sie hat doch nur geschrieben, dass sie es schwierig fand/findet, als Vegetarierin in Korea zu lesen. Da ja sonst niemand in dieser Diskussionsrunde Vegetarier zu sein scheint, ist mir nicht ganz klar, warum Ihr ihr das nicht einfach glaubt, sondern statt dessen fiktive Szenarien entwerft, die offenbar unrealistisch sind. Ich finde, Daisy hat ja nur ihre Meinung gesagt und wenn das hier im Forum nicht geht, seid Ihr wohl alle nicht so "offen" wie Ihr tut.
Leseratte (Guest) #42
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Ich meinte "als Vegetarierin in Korea zu leben", nicht als "Vegetarierin in Korea zu lesen"! Ich habe wohl zu viel an Bücher gedacht!
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Chung-Chi #43
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In der Klatschpresse heisst es, dass Vera fuer ihr Buch anscheinend in Korea ziemlich viel Aerger bekommen hat. Einem Bericht zu Folge hat ein koreanischer Austauschstudent in Deutschland das Buch gelesen und darueber im Internet berichtet. Dabei hat der Student offenbar so beschrieben als wuerde Korea darin sehr schlecht wegkommen und Vera das Land nur kritisieren. Deswegen ist sie dann im Internet ziemlich angegriffen worden.

http://photo.media.daum.net/photogallery/enterta…?photoi…

Ich habe das Buch nicht gelesen und nur ihren Brigitte blog ein bisschen angeschaut (der mir allerdings recht langweilig vorkam - vielleicht lebe ich einfach schon zu lange in Korea ...?). Aber das Buch wurde hier ja auch von einigen deutschen Lesern offenbar als sehr (zu) kritisch empfunden. Die angebliche (?) Aufregung in Korea ist koennte auch durch einen gewissen "Der Lauscher an der Wand hoert seine eigene Schand"-Effekt hervorgerufen worden sein. Vera hat das Buch ja nicht fuer Koreaner geschrieben, sondern fuer Deutsche ...

P.S.: Auch wenn ich diese unsaegliche Vegetarier-Diskusion nicht wieder aufleben lassen moechte und selbst keine Vegetarierin bin - mit einem bisschen Nachdenken wird schnell offensichtlich, dass die meisten koreanischen Gerichte - wenn auch nur sehr geringe Mengen - Fleisch oder Meeresfruechte enthalten (z.B. Bimbimbap, Gimbap, Ddeokguk, Kimchijjigye, etc.). Und zusammen Samgyeobsal/Galbi essen ist ein extrem haeufiges event (als ich noch in Busan gelebt habe, hab ich das bestimmt einmal pro Woche gemacht). Also wenn die Vegetarier hier sagen, dass es ziemlich schwierig sein kann, glaube ich ihnen das aufs Wort.
kaeguri #44
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Subject: koreanische Reaktionen
Also, ich werde mich jetzt auch auf Gedeih und Verderb in die Diskussion stürzen...

Leider muss ich mich in die Reihe der Mehrheit (?) der Leute hier stellen, die das Buch noch nicht gelesen haben. Dadurch schreibe ich nicht über meine Meinung dieses Buches oder meinen Eindruck der Wahrheiten/Nichtwahrheiten/Streitpunkte darin, sondern etwas, dass hier im Forum noch nicht so ausführlich angesprochen wurde, nämlich die Reaktion darauf in Korea momentan.

Mal vorab: irgendein in Deutschland lebender Koreaner hat Auszüge aus dem Buch, ein anderer aus Veras Blog ins Internet gestellt, ein Auszug aus der Gesamtdiskussion hier zu finden:

http://kin.naver.com/detail/detail.…?d1id=6&dir_id=6…

Obwohl ich das Buch wie gesagt noch nicht mal in der Hand hielt (ich bin in Korea, dadurch ist es nicht leicht an das Buch ranzukommen), kann man wohl davon ausgehen, dass ein paar Auszüge nicht representativ für ein ganzes Werk sind, außerdem fand ich bisher alle auch auf ihrem Blog und es waren natürlich die schlimmsten Teile aus längeren Berichten einfach rausgezogen.

Nun aber zu den Reaktionen. Ich habe viel mit koreanischen Freunden darüber geredet, was eigentlich bei ihnen so aufstößt, wenn sie das Buch lesen. Folgende Punkte kamen hervor:

- Leute, die sehr gern und oft 미녀들의 수다 gesehen haben, sind bestürzt, weil Vera immer einen ganz süßen, von Korea total begeisterten Eindruck gemacht hat. Sie hat zwar Dinge wie Vegetarianismus in Korea angesprochen, jedoch nie mit der Schärfe, die sie in den Auszügen (!) verwendet. Viele Fans sind angeblich sehr enttäuscht mit diesem Zeichen von "zwei Gesichtern". Sie meinten, dass koreanische Berühmtheiten (wie überall auf der Welt) sehr großes Vertrauen genießen und sie natürlich dieses jetzt kaputt gemacht hätte.

- Andere meinten, dass viele der Inhalte zwar stimmen mögen, dass aber der Ton die Musik macht. Sie hätten ihn als sehr "von oben herab" empfunden, sehr eurozentral auf einem "ärmeren", von der Entwicklung her nicht mit Deutschland vergleichbares Land. Das stinkt ihnen, weil, wie ein Freund es meinte, wenn man wirklich Deutsche über Korea informieren wollen würde, man doch auch auf die Ursachen und die Schwierigkeiten eingehen würde, die Korea zu überwinden hatte/hat.

- Viele meinten einfach nur, dass sie die falschen Leute getroffen haben muss, um so eine "verquere" Einstellung gegenüber Korea bekommen zu haben. Und natürlich fragten sich alle, warum sie eigentlich noch in Korea lebt, wenn sie so über das Land und das Volk denkt (wie es angeblich durch die Auszüge klar wird (!)).

Ich kann mich persönlich ja nicht wirklich dazu äußern aber ich muss sagen, dass es mich bestürzt, dass dies insgesamt so ein schlechtes Licht auf Deutsche wirft. Natürlich sollte man wissen, dass eine subjektive Meinung nicht stellvertretend für ein Volk ist, aber mal ganz im ernst - wer in den Massenmedien heutzutage deutet noch mal daraufhin? Außerdem lässt sich die Masse der Leute immer mitreißen.
Und ich finde die Aussage hier im Forum, dass das Buch nun einmal für Deutsche geschrieben worden ist, angesichts der Tatsache, dass Vera freiwillig in einer vermittelnden Position zwischen Deutschland und Korea steht, nicht sehr einleuchtend. Noch ist das Buch nicht übersetzt, aber ihr musste auch klar sein, dass dies passieren würde und viele Koreaner es als einseitig empfinden würden.

Mich würde interessieren, ob andere hier, die auch gerade in Korea sind, die Diskussion auf der koreanischen Seite auch so mitbekommen haben, oder ob sie noch was anderes zuzufügen hätten. Ich habe auf jeden Fall ein weiteres Care-Paket von zuhause verlangt, bei dem das Buch dabei ist.
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iGEL (Administrator) #45
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Moin!

Jetzt hat es das Buch sogar auf als eine Topmeldung auf "The Korea Times" geschafft: http://koreatimes.co.kr/www/news/nation/2009/08/113_50536.…

Gruß, Johannes
Offizieller Dogil.net / Meet-Korea-Twitter-Kanal: http://twitter.com/DogilNet
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