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Journalistinnen zu 12 Jahren Arbeitslager in Nordkorea verurteilt
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dergio #1
User title: Rückkehrer
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Subject: Journalistinnen zu 12 Jahren Arbeitslager in Nordkorea verurteilt
An der Chinesisch-Nordkoreanischen Grenze wurden zwei amerikanische Journalistinnen festgenommen und in Nordkorea zu 12 Jahren Arbeitslager verurteilt.

http://www.tagesschau.de/ausland/nordkorea228.html

Das ist fast gleichzusetzen mit der Todesstrafe. Viele überleben diese Umerziehungslager nicht oder kommen nach Jahren als körperliches und seelisches Wrack wieder raus.

Ich hoffe, die ganze Welt übt genügend Druck auf Nordkorea aus, damit die beiden wieder freigelassen werden und der Welt berichten, wie unendlich gross die Menschenrechtsverletzungen in diesem Land sind.
Ri (Guest) #2
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Man kann nur hoffen, dass das Urteil, ähnlich wie bei der im Iran verurteilten US Journalistin Roxana Saberi nach kurzer Zeit aufgehoben wird. Eine abschreckende Drohgebärde, ein kleines Machtspiel am Rande des Atomstreites.  Dennoch schneidet sich Pjöngjang damit ins eigene Fleisch, in dem es durch ein solches Urteil im Grunde die Existenz dieser Lager und damit die Aussagen geflohener Häftlinge bestätigt. Ein weiterer Puzzlestein, der das Bild über das menschenverachtende Regime objektiviert...
Benutzername: (Guest) #3
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Die ganze Welt konnte (Im Fall von China und Russland auch wollte) nicht genuegend Druck ausueben um weitere Atomtests oder Raketenstarts zu verhindern. Was muss denn wegen zwei Gefangenen passieren? Zumindest ohne irgendwelche Zugestaendnisse der restlichen Welt (oder zumindest den USA) werden die zwei Frauen ihre Strafe wohl abarbeiten muessen.
Ri (Guest) #4
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ohne irgendwelche Zugestaendnisse der restlichen Welt (oder zumindest den USA) werden die zwei Frauen ihre Strafe wohl abarbeiten muessen.

Natürlich spekuliert Pjöngjang darauf. Aber das hieße andererseits, die USA oder die Welt wären erpressbar. Ich schätze, die Sache wird wohl eher im Hintergrund gelöst werden, als dass hier ein großer Aufschrei der Weltöffentlichkeit irgendwas bewirkt  - wenn er denn überhaupt passiert - ich meine, letzenendes blicken wir bei solchen Dingen doch alle immer nur kurz auf "wie eine träge Herde Kühe und grasen dann gemütlich weiter..." (so oder so ähnlich hat es wohl mal ein deutscher Liedtexter mal ganz treffend formuliert).
Holgi #5
User title: Lost in" sparkling" Korea
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Sorry,mein Artikel ist ein bischen was laenger.

Da meine koreanische Frau hier fuer eine bekannte NGO in Seoul arbeitet,sich schwerpunktmaessig mit der NK-Korea Problematik befasst, dementsprechend viele Leute kennt  und sich beruflich manchmal von Zeit zu Zeit in NK aufhaelt, kann ich vielleicht mal meine Sicht der Dinge beitragen,um eventuell einige Dinge anders erscheinen zu lassen als Sie sind bzw. von den Medien verschwiegen werden:
Tatsache ist ja, das die beiden unbefugt die Grenze ueberschritten haben.
Der Grund dafuer war folgender:
Wie mir meine Frau gestern erzaehlte, arbeiten die beiden Maedels fuer einen Sender, der sich hauptsaechlich mit Fluechtlingsschicksalen aus Nordkorea bzw. der humanitaeren Situation dort befasst.Dem ist ja auch nichts entgegen zu setzen.
An diesem besagten Tag waren die beiden Maedels wiederholt in der Naehe des Tumen-Rivers, um Fluechtlinge bei der Ueberschreitung des Tumen-Rivers zu filmen bzw.anschliessend zu interviewen.
Da an diesem Tage aber nichts los war, sprich keine Fluchtversuche stattfanden, kamen die beiden auf die Idee, die Grenze illegal zu ueberqueren, in das naechste Nachbardorf zu gehen, in der Hoffnung die dort ansaessigen Bewohner mit harten US-Dollars zu bestechen, damit diese den Fluss ueberqueren,dabei gefilmt werden koennen und die beiden anschliessend Ihr gefordertes  Interview mit den "Fluechtlingen" haben koennen. 
Dieser Vorgang fand wohl schon oefters in der Vergangenheit statt, und ist auch dementsprechend in der Diplomatischen bzw. NGO-Community schon mehrfach aufs schaerfste verurteilt worden, aber bisher ohne jeglichen Erfolg..
Nun ja, die beiden sind dann also ueber die Grenze und haben wohl auch Personen  gefunden, die berreit waren zu "fliehen". Ob diese Personen anschliessend wieder in Ihr Dorf zurueck kehrten,oder bei einer eventuellen Rueckkehr von den Grenztruppen erwischt wurden und welche Folgen das fuer Ihre Familien bzw. Sie selber haben koennte war den beiden auf gut Deutsch "Scheiss egal", Hauptsache Sie hatten Ihre Aufnahmen und das Interview.
Diese Bestechungsversuche hatten sich aber ungluecklicherweise in dem Dorf und der naeheren Umgebung so schnell rumgesprochen, das die beiden ploetzlich mehr "Fluechtlinge" hatten, als Ihnen lieb war.
Durch diese ploetzlichen Menschen Ansammlungen im Grenzgebiet wurde natuerlich dementsprechend schnell die Grenzpatroullie aufmerksam und hat die beiden dann sofort an Ort und Stelle verhaftet und ins Gefaengnis gesteckt.
Dieses  Urteil, was gestern gefaellt wurde,wird wohl unwiederruflich sein, da die beiden vom oberstem Gerichtshof in NK verurteilt wurden und dementsprechend kein Appeal eingereicht werden kann bzw. abgeleht werden wird.
Was werden nun die naechsten Schritte sein?
Natuerlich werden die USA versuchen, die beiden so schnell wie moeglich da herraus zu holen.
Da die USA in NK natuerlich keinen Botschafter haben, wird der Botschafter von Schweden, der von der NK-regierung sehr respektiert und geschaetzt wird, mit der Aufgabe betraut sein, moeglichst effiziente Verhandlungen mit der NK-Regierung zu fuehren, die darin gipfeln, das entweder das Urteil aufgehoben wird oder zumindest reduziert wird.
Weil die USA genau wissen, was sich dort abgespielt hat und warum die beiden festgenommen und verurteilt wurden, sind Ihnen die Haende gebunden und Sie koennen offiziell nicht auf eine Freilassung bestehen bzw. wie in einem schlechtem Krimi irgendwelche Sonderkommandos zur Befreiungnach NK schicken.
Ich hoffe trotzdem mal, das der Botschafter sein bestes geben wird und diese beiden Maedels nicht wirklich die 12 Jahre absitzen muessen.Meine Frau kennt diesen Botschafter von einem frueheren Treffen in Pyoenyang persoenlich und weiss um seine Faehigkeiten mit der Regierung NK zu verhandeln.
Aber wenn  der "Dear Leader" auf stur schaltet, nutzen auch die besten Bemuehungen bzw. eventuelle Hilfsleistungen nix. Am besten waere es warscheinlich, wuerde Mr. President persoenlich nach NK reisen, aber ich denke mal, das dies in absehbarer Zukunft nicht stattfinden wird.
Zumindest stand heute Morgen immerhin in der Korean Times, das moeglicherweise Al Gore, der Besitzer der TV-Station wo die beiden Maedels arbeiteten, mit dem Gedanken spielt nach NK zu reisen , um mit der Regierung ueber die Konditionen fuer eine eventuelle Freilassung zu verhandeln.

Happy Discussing.
This post was edited on 2009-06-09, 05:46 by Holgi.
Deluk #6
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Hallo Holi,
vielen Dank für diese qualifizierte und aufschlussreiche Ausführung.
Ohne das tragische Schicksal dieser Journalisten relativieren zu wollen, mir war diese ganze "offizielle betroffenheits Berichterstattung" ohne weitere Hintergrundinfos schon immer sehr suspekt.

Ich meine aber trotzdem:
Kein Journalist sollte weil er seiner Arbeit nachgeht für 12 Jahre in ein Arbeitslager gesteckt werden. Egal wie dumm oder unmoralisch er sich dabei anstellt.
Namu tree (Guest) #7
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In reply to post #5
das klingt ja wirklich wie ein Insider-Bericht...
nur, warum plauderst Du das ausgerechnet hier im Forum aus und nicht gegenüber einer Zeitung oder einem Sender, wenn Du das alles so genau weißt?
Was die Medien angeblich "verschweigen", wie Du behauptest, muss schließlich durch Beweise belegt sein. Sowas kann nicht einfach so veröffentlicht werden, frei nach dem Motto, "haben wir aber gehört, dass das so sein soll". Überhaupt implizierst Du mit dem Wort "verschweigen" schon wieder eine Manipulationsabsicht der Medien, etwa der Art "sie könnten die Wahrheit sagen, tun es aus ideologischen Gründen aber nicht". Das ist aber ziemlich naiv, möchte ich mal behaupten. Anscheinend traust Du "den Medien" (als wären die alle gleichgeschaltet) wirklich wenig zu. Ich finde, wenn es diese investigativen Journalisten und Journalistinnen nicht gäbe (ich sage nur REPORTER OHNE GRENZEN), dann würden wir alle ziemlich dumm dastehen, und solche Tyrannen wie Kim Jong Il könnten tun und lassen was sie wollten. Insofern brauchen die gefangenen Journalistinnen in Nordkorea unsere volle Solidarität und kein wichtigtuerisches Stammtischgeschwätz!
Gummibein #8
Member since Feb 2008 · 881 posts
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So sehr ich es hasse dies zu sagen, glaube ich dieser Story teilweise.

Nicht glauben kann ich die Bestechungsversuche seitens der Journalistinnen da ich nach wie vor hoffe, dass keine Journalisten so unseriös arbeiten.

Glaubhaft finde ich aber leider, dass die Journalistinnen auf nordkoreanischem Territorium befanden als sie festgenommen wurden. Es gibt zwar schon genügend belegte Fälle wo die Nordkoreaner Menschen aus fremden Ländern z.B. Japan entführt haben aber mir fällt es schwer zu glauben dass die Nordkoreaner SO verrückt gewesen sein sollen auf gut Glück nach China einzumarschieren und Menschen einzusammeln die ja dem äußeren Anschein nach eher asiatisch anmuten. Wäre es da nicht einfacher gewesen Amerikaner zu "benutzen" die schon im Lande waren?
henchan (Former member) #9
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Ob "zufällig" ode nicht, ich denke, dieses nordkoreanische (sozialisische/kommunistische) System will seine Karten auspielen.

Ich hoffe nur, dass dieses System hoffentlich bald imploierd Einen Krieg, wie in einem anderem Thread angeacht, halte ich für falsch.

Ich bin überzeugt, dass Nord-Korea, in seiner jetztigen Form, eine Anekdote der Geschichte sein wird.t.

Bei Nord-Korea glaub ich, eher, dass es zu einem Umbruch kommen wird.

Ein konventioneller Krieg gegen Nord Korea wird wohl sehr "blutig" werden, aber ich denke schon,
dass den Herrschaften in Pyönjang klar ist, dass bei einem Krieg wenig von dem kaum Vorhandenem in
Nord-Korea übrig bleiben wird. (Da bei einem Angriff die Antwort deutlich ausfallen wird).

Kim Jong Il muss seine Nachfolge regeln, bevor es der Sensenmann macht.
Aber eine Politik des appeasments wäre jetzt meiner Meinung nach falsch.

Man kann JETZT nur hoffen, dass der Nachfolger anders wird.

Vor dem klassischen Knock-out sollte kener mehr tänzeln.Nord Korea hat nicht die
Resourcen und Verbündeten, um ewig in dieser Politik zu bleiben.

Bei der Verhaftung beider Journalistinnen glaub ich, dass sie einfach zur "Verhandlungsmasse" gehören sollen.
This post was edited on 2009-06-09, 22:28 by Unknown user.
Soju ohne Nick (Guest) #10
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Ob "zufällig" ode nicht, ich denke, dieses nordkoreanische (sozialisische/kommunistische) System will seine Karten auspielen.
NKorea hat mit Sozialismus / Kommunismus genauso viel zu tun wie SKorea mit Faschismus ;-)
Aber in eins sind sich beide gleich ...die Regierungen sind gleich Sch..... :-)
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iGEL (Administrator) #11
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Moin!

Für mich klingen die Darstellungen von Holgi durchaus glaubwürdig. Und so wie ich Kim Jong-il einschätze, sieht er die Journalisten als einen großen Trumpf für zukünftige Verhandlungen mit den USA. Vermutlich werden sie im Lager auch eine Art VIP sein, was nicht heißen soll, dass sie dort nicht gefoltert werden können. Aber ich denke nicht, dass es ihnen so dreckig gehen wird wie dem durchschnittlichen nordkoreanischem Insassen.

Gruß, Johannes
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iGEL (Administrator) #12
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In reply to post #10
Moin!
Quote by Soju ohne Nick:
Aber in eins sind sich beide gleich ...die Regierungen sind gleich Sch..... :-)
Das kann man so nicht stehen lassen. Ich bin ja wahrlich kein Fan von Lee Myung-bak, aber zwischen ihm und Kim Jong-il liegen Welten.

Gruß, Johannes
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Soju #13
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In reply to post #11
Also ich habe da schon einiges von wegen Journalismus erlebt ...für eine tolle Story wird gerne einiges investiert :-)
Erinnere mich an Journalisten die Illegal über den Mekong nach Laos rüber sind und geschnappt wurden!
Mussten auch 1 Jahr Knast absitzen so gut ich mich daran erinnern kann...
Oder bei der EM in Belgien haben die frustrierten und auf Ihre Story wartenden Journalisten Deutsche und Englische Fans mit Freibier angestachelt haben endlich paar Stühle fliegen zu lassen, was dann auch passiert ist ;-)
Bin da auch eher auch auf "Holgis" Seite!
Für die 2 Mädels tut es mir leid aber in die Gefahr haben die beiden sich selbst begeben ...hoffe trotz dessen das es glimpflich für die beiden ausgeht!
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Soju #14
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In reply to post #12
Quote by iGEL:
Moin!
Das kann man so nicht stehen lassen. Ich bin ja wahrlich kein Fan von Lee Myung-bak, aber zwischen ihm und Kim Jong-il liegen Welten.

Gruß, Johannes

da wäre ich mir nicht so sicher :-) Einen Schatten haben beide ;-)
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iGEL (Administrator) #15
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Moin!

Get real. Mir wäre neu, dass in Südkorea Menschen in ihren Menschenrechten beschränkt, spurlos verschwinden, in Arbeitslager gesteckt werden, gefoltert werden oder öffentlich exekutiert würden. Lee Myung-bak mag etwas bestechlich sein (wird ja in ein paar Jahren ans Licht kommen), aber verglichen mit dem extremen Stil, den sich Kim gönnt, aber gleichzeitig die Bevölkerung hungern lässt, ist eine ganz andere Liga.

Ich lasse mich da gern aufklären, aber du solltest auch mal Fakten vorbringen und nicht nur ein dumpfes Bauchgefühl.

Gruß, Johannes
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