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Spracherziehung bei Kindern aus Deutsch-Koreanischen Beziehungen???
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Goodfriend #16
Benutzertitel: ~굿프렌드
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Antwort auf Beitrag ID 16231
Zitat von Yana am 21.02.2009, 15:40:
[cut] Das mit dem Lügen habe ich erwähnt, weil das in meiner Familie so passiert ist. [cut]

Für sich selbst entscheiden, was sich als richtig anfühlt, hat doch nichts mit Experimenten zu tun. [cut]

Ich habe keine Ahnung, woher die Aussage kommt, dass Sprachen nacheinander gelernt werden. [cut]
welcher Ansatz gewählt wird müssen die Eltern selber herausfinden.

Liebe Yana,

es tut mir leid zu lesen, dass Du in Deinem unmittelbaren
Umfeld negative Erziehungserfahrungen hast sammeln
müssen.
 :-(

Trotzdem muss ich Deiner finalen Aussage dezidiert
widersprechen. Weder in Bilingualismusfragen noch
vielen anderen Erziehungthemen sollten oder können
Eltern die (einzige) letzte Instanz sein. Dabei will ich
hier nicht die “in parentis loci”-Diskussion entfachen,
die auch in Deutschland bildungspolitisch hoch brisant war.

Nicht alle Eltern haben die Einstellung, die die an diesem
Thread Teilnehmenden haben, nämlich aktiv und offen
Informationen zu suchen und zu verarbeiten.
Und selbst die, die es im Wohle ihrer Kinder wollen, sind
oft schlichtwegs überfordert.

Deshalb ist sogar der Ansatz “bewusst zu lügen” zwar
möglicherweise unehrlich und destruktiv, aber immerhin noch
besser als sich gar keine Gedanken bzgl. einer potenziellen Mono-
oder Multilingualismuslösung zu machen.

Vielleicht sollten wir auch das Wort “Lüge” durch ein anderes
ersetzen, das nicht mit negativen Konnotationen behaftet ist.
Ohne Euphemisieren zu wollen: Wie wäre es mit “alternative
Wirklichkeiten” für Kinder zu schaffen”?  :-D

Was das sequenzielle Lernen von Sprachen anbelangt, siehe:

http://en.wikipedia.org/wiki/Multilingualism

Insbesondere:
http://en.wikipedia.org/wiki/Multilingualism#Sequential_mo…
und
http://en.wikipedia.org/wiki/Multilingualism#Outcomes

Aber bedeutender ist sicher die Aussage, die m.E. zur
Verwirrungsstiftung beigetragen hat:

There is variation in the period in which learning must take place for bilingualism to be considered simultaneous.
(http://en.wikipedia.org/wiki/Sequential_bilingualism)

Ich hoffe, wir verstehen uns jetzt ein wenig besser.

 :-)

Goodfriend
Yana (Ehemaliges Mitglied) #17
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Danke, ich glaube jetzt verstehe ich besser was Du sagst. Die Forschungsergebnisse, die ich kenne sind nicht so eindeutig wie auf Wikipedia; aber es ist nicht meine Expertise.

Ganz allgemein zwei Bücher zum Thema, die ich weiter empfehlen kann; denn leider wird viel geschrieben was sich nur auf ein paar einzelne Beobachtungen stützt:

Crystal, D. "How Language Works: How Babies Babble, Words Change Meaning and Languages Live or Die" Penguin, London, 2007.

und speziell:

Lightbown, P. & Spada, N. "How Languages are Learned", Oxford University Press, Oxford, 2006.

Ich glaube dass es wichtig ist, wie Du schreibst, dass sich die Eltern aktiv mit dem Thema Mehrsprachigkeit auseinandersetzen. Wie gesagt, ich sehe kein Problem mit Möglichkeiten schaffen, damit die Kinder so oder anders aufwachsen (ist doch allgemein mit Erziehung so).

Die Probleme, die ich kenne:

(1) Eltern geben vor eine Sprache nicht zu verstehen. Sobald die Kinder herausfinden, dass die Eltern die Sprache verstehen--und das ist meistens nicht so schwierig--stimmt die Beziehung nicht mehr. Darum habe ich dies mit lügen bezeichnet.

(2) Eltern zwingen die Kinder eine spezielle Sprache zu sprechen (im Gegensatz zu aufmuntern, nachfragen, oder dem Kind erklären dass die Sprache besser verstanden wird). Ich denke dass es für Kinder leicht ist, zu akzeptieren, dass Papa die eine Sprache besser versteht, und Mama eine andere.

(3) Eltern bestrafen die Kinder wenn einer unerwünschte Sprache gesprochen wird (mit den Eltern, oder unter den Kindern). Dies kann die Beziehung schlichtweg zerstören.

(4) Eltern mit den Kindern nur in einer Sprache sprechen, die sie selbst schlecht sprechen. Leider habe ich alles schon angetroffen.  In diesem Fall lernen die Kinder viele der Fehler mit...

Ich glaube der Punkt in dem wir uns nicht einig sind, ist dass ich nicht glaube, dass es ein Patentrezept gibt. Zu unterschiedlich sind doch die Umstände, zu verschieden die Sprachkenntnisse der Eltern. Ich denke es stimmt etwas nicht, wenn jemand denkt (oder fühlt) dass er oder sie etwas tun muss. Zum Beispiel, wenn Eltern denken dass sie eine bestimmte Sprache mit den Kindern sprechen müssen, weil dies für die Kinder das beste ist, auch wenn die Eltern sich dabei gar nicht wohl fühlen.
Goodfriend #18
Benutzertitel: ~굿프렌드
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Antwort auf Beitrag ID 15867
Moin!

Ich habe eine E-Mail-Diskussionsliste zu dem Thema eingerichtet:

http://forum.meet-korea.de/thread/2524-Mehrsprachigkeit

Hoffentlich bringt es Euch was.

Herzlichsts

 :-)

Goodfriend
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