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Niedergang der Innerkoreanischen Beziehungen
Umbenannt von "Bericht über die Flugblatt-Aktion, wegen der Nordkorea dem Süden mit der Vernichtung drohte"
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iGEL (Administrator) #1
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Betreff: Bericht über die Flugblatt-Aktion, wegen der Nordkorea dem Süden mit der Vernichtung drohte
Moin!

Es geht ja gerade durch die Medien, dass Nordkorea Südkorea mit der totalen Vernichtung gedroht hat, u. a. weil der Süden Flugblattaktionen durchführe. Habe dazu einen ganz interessanten Artikel bei der Frankfurter Rundschau gefunden:

Wenn der Wind von Süden weht, steigt Lee Min-pok, 50, frühmorgens in seinen Kleintransporter und fährt von Seoul in Richtung "DMZ" [...]. Lee entfaltet einen Plastikschlauch, der zwölf Meter lang und vier Meter breit ist, füllt ihn mit Wasserstoff, hängt einige Pakete dran und lässt ihn steigen. Der Ballon treibt nach Norden, zur Grenze. Er wird sie nach Lees Schätzungen in 5000 Meter Höhe überfliegen und damit so hoch sein, dass "ihn keiner mehr abschießen kann. In zwei bis drei Stunden erreicht er Pjöngjang."

Auf dem Weg öffnen sich mittels eines ausgeklügelten Mechanismus die Bündel, 60 000 Flugblätter regnen herab, auf denen steht: "Wenn Nordkoreas Soldaten über die Grenze schauen, sehen sie grüne Felder, endlose Autoschlangen und Häuser, die nachts erleuchtet und im Winter beheizt sind. Jeder darf hingehen, wo er möchte. Alle Menschen sind frei."
Frankfurter Rundschau: Nordkorea: Lautlose Luftangriffe

Gruß, Johannes
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Gummibein #2
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Tja, was soll man davon halten?

Zum einen wiegen die 60.000 Flugblätter wohl um 7kg bis 30kg je nach Größe und Papier. 30kg Giftgas, Anthrax oder Plutoniumstaub wird wohl einen nicht hinnehmbaren Schaden anrichten.

Zum anderen muss man wohl einer Armee totale Unfähigkeit bescheinigen wenn sie es nicht einmal schaffen einen Gasballon abzuschiessen wenn sie es denn als eine existenzielle Bedrohung empfinden. Absolut lächerlich. Sollen sie doch versuchen ihre Drohung wahrzumachen. Dann antworten wir mit ZWEI! selbstgebastelten Gasballons und 120.000 Flugblätter und geben ihnen den Rest.
gom #3
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Betreff: Nord Korea
Hier eine neue bedenkliche Meldung:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,589859,00.html

http://www.pr-inside.com/de/nordkorea-will-grenze-zu-suedk…

http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/5/0,3672,7402725,00.html

In den letzten Tagen gab es schon verschiedene Meldungen, die auf dieses Vorhaben hinwiesen. Dazu verstärken sich die Meldungen, das der Schwager von Kim Jong Il wohl jetzt an der Macht ist. Ich vermute, das sich z.Z. ein Machtkampf in Pyongyang abspielt. Ist nur zu hoffen, das es einigermassen ruhig verläuft.


Gom
Dieser Beitrag wurde am 12.11.2008, 12:06 von gom verändert.
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iGEL (Administrator) #4
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Moin!

Inzwischen glaube ich auch, dass in Nordkorea wirklich etwas vorgeht. China verstärkt jetzt seine Tuppen an der Grenze zu Nordkorea.

Koreatimes: China boosts Troops on N. Korea Border

Gruß, Johannes
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Dieser Beitrag wurde am 14.11.2008, 11:14 von iGEL verändert.
derfelix #5
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Der 1. Dezember ist ja nun verstrichen..hat sich denn an der innerkoreanischen Grenze etwas verändert, wurde die Grenze, wie angekündigt, komplett geschlossen?
Ich habe leider nichts mitbekommen!!! -_-
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iGEL (Administrator) #6
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Moin!

Ja, sie haben die Grenze zwar nicht komplett geschlossen, aber sie öffnen die Grenzposten seltener, und sie lassen deutlich weniger Leute rein. Auch dürfen weniger Südkoreaner dort bleiben.

North Korea has notified that only 880 South Korean workers may stay at an inter-Korean industrial complex in Gaeseong, asking the South to complete the pullout by Wednesday.

The reclusive state has restricted border crossings and decreased the number of South Korean personnel at the joint industrial park in retaliation of the Lee Myung-bak administration's tougher stance toward the North.
[...]
South Korean companies at the industrial complex originally submitted a list of more than 1,600 essential personnel needed to stay for the facility's operation. The Stalinist state halved the number without explanation, Kim said.
Quelle: Koreatimes: NK Allows 880 S. Koreans to Stay at Gaeseong Site

Vorher waren glaube ich über 4000 Leute da.

Interessant in dem Zusammenhang ist vielleicht auch Civic Groups Send Anti-North Korea Leaflets Again

Gruß, Johannes
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Soju #7
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Dass es im Moment zwischen dem Süden und den Norden krieselt ist doch nichts neues und von der jetzigen Regierung im Süden schon im Wahlprogramm verankert gewesen ...:-(

Nebenbei finde ich diese Flugblatt Aktion von diesen "Christlichen" Gruppen genauso bescheuert als wenn fanatische Regierungstreue aus dem Norden eine ähnliche Aktion andersrum starten würden ;-)

Mit Abgrenzung und Propaganda ist man meiner Meinung auf dem falschen Weg!
derfelix #8
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Hey! Vielen Dank für die Infos!
Mit Abgrenzung und Propaganda ist man meiner Meinung auf dem falschen Weg!
Das sehe ich genauso! ;-)
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Soju #9
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Interesant diesbezüglich ist auch was der Hyundai CEO darüber denkt:

http://english.hani.co.kr/arti/english_edition/e_northkore…
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iGEL (Administrator) #10
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Moin!

Die Süddeutsche vermutet, dass Kim Jong-il wieder gesund ist:
Zu den ersten Aufgaben der neu gewählten "Obersten Volksversammlung" wird es gehören, Kim Jong-il als Chef der "Nationalen Verteidigungskommission" zu bestätigen. Das wäre, solange Kim Jong-il von seinem Schlaganfall im August und dem möglichen Rückfall im Oktober behindert war, nicht möglich gewesen. Schon deshalb musste die Wahl verschoben werden. Dass sie nun angesetzt wird, zeigt, dass Kim wieder fit ist.
Außerdem vermuten sie, dass die Hardliner, die offenbar die Macht übernommen haben, die Macht wieder an Kim zurückgegeben haben.

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/politik/907/453596/text/

Gruß, Johannes
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gom #11
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Hallo,

es ist vermutlich richtig, das Kim Jong Il weiter an der Macht ist, wahrscheinlich geht es ihm auch besser. Verschiedene Beobachter gehen davon aus, das bei der Wahl ein grosser Teil der alten Riege abgelöst werden soll und jüngere "Kanidaten" aufgestellt werden. Die Rolle seines Schwagers Jang Sung Taek ist aber nach meiner Kenntnis etwas anders. Als er in Frühjahr 2004 plötzlich abgelöst wurde und unter Hausarrest gestellt wurde, wurde mir (in Dandong/China) gesagt, das er zu viele Reformen wollte, ausserdem seinen Sohn in die Erbfolge um die Macht in Nord Korea einbringen wollte. Das war eigentlich auch immer der Tenor unter den Expats in Nord Korea. Und er ist ja wieder an eine gehobene Position gekommen, nachdem er im Januar 2006 mit Kim Jong Il China besuchte und sich dort die Regionen angesehen hat, wo China seine ersten Reformversuche unternommen hat.

Aber alles ist wie immer sehr ungewiss, man muss also abwarten, was in den nächsten Wochen passiert.

Gruss Gom
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iGEL (Administrator) #12
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Moin!

Tatsächlich zeigen die neusten Ereignisse ja, dass die Süddeutsche daneben lag. Nordkorea hat angekündigt, dass sie sich nicht mehr an die Vereinbarungen gebunden fühlt, die mit Südkorea getroffen wurden. Außerdem erklärten sie die Grenze im gelben Meer für ungültig.

Die Koreatimes hält zwei Motivationen für diese Aktion für möglich. Einerseits wollen sie Obamas Aufmerksamkeit und testen, wie er darauf reagiert. Indem man möglichst laut Schaum schlägt, könnte man sich in eine bessere Verhandlungsposition bringen. Dass es dem Norden gelingen könne, die Beziehungen zwischen Südkorea und den USA zu verschlechtern, glaube ich allerdings nicht.

Eine andere mögliche Strategie könnte sein, die Lee-Administration abzustrafen und gegenüber zukünftigen Präsidenten ein Exempel zu statuieren.

> http://koreatimes.co.kr/www/news/nation/2009/01/116_38683.…

Gruß, Johannes
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Soju #13
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Hallo Johannes,

Und was hat das mit der Flugblatt-Aktion zu tun ?

Denke das der Norden mal wieder ein wenig provoziert um hier wie Du auch vermutest die Regierung in SKorea ein wenig unter Druck zu setzen!

Da klingt dieser Bericht den ich gestern in der "Hankyoreh" gelesen habe doch als Beispiel ganz anders ;-)

http://english.hani.co.kr/arti/english_edition/e_editorial…

Habe noch einen aktuellen Beitrag aus der Korean Times gefunden:

http://www.koreatimes.co.kr/www/news/nation/2009/01/116_38…

Schade Schade Schade .... so schlecht wie derzeit waren die Beziehungen beider Länder schon lange nicht mehr :-(
Erinnere mich an den deutschen Journalisten der bei den Olympischen Spielen in Peking die Trennung der beiden Koreanischen Mannschaften mit einer Katastophe kommentiert hat!

Lieber Sonnenscheinpolitik als Eiszeit :-)
Dieser Beitrag wurde am 30.01.2009, 17:13 von Soju verändert.
gom #14
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Hallo,

diese Art von Reden, Anschuldigungen etc. gibt es eigentlich jedes Jahr um diese Zeit. Es geht aus meiner Sicht hauptsächlich darum, in Nord Korea von den Problemen mit der Versorgung abzulenken. Die Zeit des Hungerns beginnt eigentlich immer so im Februar und dauert bis Juni. Die Ernte des letzten Jahres war zwar wohl sehr gut, reicht aber trotzdem nicht aus, um die Bevölkerung zu versorgen. Und Hilfslieferungen gibt es nur wenige. Sicherlich will man auch die Südkoreanische Regierung abstrafen, da sie keine Hilfslieferungen mehr macht, wenn die Nordkoreaner nicht nachfragen. Und das werden sie im Moment nicht tun. Desweiteren will man natürlich auch seine Position für weitere Verhandlungen bei den Sechser-Gesprächen stärken.

Gruss   Gom
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iGEL (Administrator) #15
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Antwort auf Beitrag #13
Moin!

Zitat von Soju:
Und was hat das mit der Flugblatt-Aktion zu tun ?

Hehe, das war mal der Ausgangspunkt der Diskussion, aber inzwischen geht es ja eher um die innerkoreanischen Beziehungen. Hast recht, ich hab es mal umbenannt. :)

Gruß, Johannes
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