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Koreaner lernen immer seltener europäische Sprachen (außer Englisch)
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iGEL (Administrator) #1
Benutzertitel: 이글
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Betreff: Koreaner lernen immer seltener europäische Sprachen (außer Englisch)
Moin!

Ich hab gerade einen Bericht der Joongang Daily gelesen:

In 2000, 317,953 students learned German at regular high schools around the country, while 199,087 students took French; 12,792 students studied Spanish; 80,606 students took Chinese; and 275,649 students were taught Japanese, according to the Ministry of Education and Science.

By 2008, only 32,197 students took German, while 30,658 students studied French and 5,854 learned Spanish.

But interest in Chinese and Japanese soared, with 179,285 students taking Chinese, and a whopping 431,837 students trying to master Japanese.
Ganzer Artikel: Students turning away from European languages

Was haltet ihr davon? Natürlich wird ein Schüler japanisch oder chinesisch eher einsetzen können, aber irgendwie finde ich die Trendwende schon sehr krass.

Gruß, Johannes
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Blub... (Gast) #2
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Hi,

also ich finde es ehrlich gesagt nicht so verwunderlich.

Deutsch zu lernen ist für Koreaner doch nur dann interessant, wenn sie in Deutschland leben / studieren wollen. In Deutschland studieren ist in den letzten Jahren sehr unattraktiv geworden, wegen den Studiengebühren. Ich weiß von einigen Koreanern, die nur in Deutschland studieren wollten, weil es so billig ist. Man konnte ein Auslandstudium billiger haben als ein Studium in Korea oder so in der Art.

Außerdem werden koreanische Firmen, die mit deutschen Firmen Geschäfte machen auch mit anderen europäischen Ländern Geschäfte machen, daher ist es kostengünstiger für Firmen Englisch sprechende Leute einzustellen. Das hat natürlich zur Folge, dass Deutsch einem noch weniger bringt.

Und das Deutschland viel mehr verloren hat als die Franzosen ist auch verständlich. In Frankreich ist es ja fast noch schwerer mit Englisch weiterzukommen als in Korea ^^ Daher muss man halt französisch lernen, wenn man was mit Frankreich am Hut hat.

Die Chinesen sind in den letzten Jahren auch immer offener geworden, was es wahrscheinlich attraktiver macht diese Sprache zu lernen. Außerdem liegt China auch viel näher an Korea als Europa.

Für Japan gilt ähnliches. Ich denke das jüngere Koreaner nicht mehr soviel "Haß" auf Japan haben, wie etwas ältere Koreaner. Im Jahr 2000 wahr es vielleicht noch eher unschick die "Sprache des Feindes" zu lernen.
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iGEL (Administrator) #3
Benutzertitel: 이글
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Moin!

Also, hier sind natürlich nur die Schüler von Highschools erfasst. Und wie gesagt finde ich das schon verständlich, dass die Schüler lieber chinesisch lernen. Aber dass die Nachfrage in 8 Jahren um 90% einbricht, finde ich dann schon wieder krass. Deutsch hat ja auch Vorteile, etwa dass die Grammatik und viele Worte sehr ähnlich sind zu Englisch, und dem wird in Korea ja eine noch größere Bedeutung beigemessen. Dass die Bedeutung der europäischen Sprachen allgemein zurückgeht, die bis in die 90er wohl erstaunlich hoch war, verwundert mich nicht. Aber in Korea wirken sich Trends wohl deutlich schneller aus als wir das in Deutschland gewohnt sind.

Gruß, Johannes
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Gummibein #4
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Auch wenn es meinen Marktwert mindert, ich finde es diesen Trend gut. In seiner Freizeit kann man seine Sprache der Wahl lernen aber wenn man darauf schielen muss was man damit anfangen kann wird wohl jeder Englisch lernen.

Ansonsten hast Du das ja mit den Trends schon genannt. Lass irgend etwas passieren. Dann kann in einem Jahr sein, dass alle Deutsch lernen um sich zwei Jahre später auf etwas anderes zu stürzen.

Ist halt etwas anders als hier wo in Schulen bzw. Berufsschulen solange Latein und Steno(!!!) gelehrt wird bis der letzte Lehrer in Pension gegangen ist.
Fahrenheit #5
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ich denke mal auch dass man eher eine Sprache wählt, die man am ehesten benutzen kann, wo mann dann auch einen Vorteil daraus ziehen kann.

Auf jedenfall ist es schon lobenswert, dass man in Korea überhaupt deutsch, französisch, spanisch etc in der Oberstufe lernen kann.  :rolleyes:
In Deutschland werden schon seit Jahrzehnten meist nur die am häufigsten gewählten Sprachen gelehrt: englisch, französisch, latein, spanisch, russisch... an ein Sprachangebot wie chinesisch, japanisch oder gar koreanisch, vietnamesisch ist doch an einem deutschen Gymnasium im allgemeinen gar nicht zu denken... :-(  :#:
Gummibein #6
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Naja, es werden wohl eher zweite, dritte und vierte Sprache sein in dessen Rahmen man diese Sprachen lernt.

Ich selbst hatte in der Schule Englisch, Französisch und Latein als Fremdsprachen wovon allerdings ausser Englisch alles reine Zeitverschwendung war. So bekomme ich in Französisch jetzt nicht einmal mehr einen Satz heraus und bei Latein hat man es ja nicht einmal darauf angelegt.

Im nachhinein wäre es mir lieber gewesen wenn ich nur Englisch in der Schule gehabt hätte.
Sara (Gast) #7
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Ich habe gelesen, dass es u.a. auch daran liegt, dass Fremdsprachen wie Deutsch und Französisch nicht mehr in die Bewertung des Universitätseintritts miteinfließt. Angesichts der wirtschaftlichen Bedeutung der asiatischen Sprachen, der Nähe der Sprache und Kultur und auch die geographische Lage, kann ich es gut verstehen, dass sie eher Chinesisch und Japanisch lernen. Englisch als Weltsprache müssen ja ohnehin alle lernen, da wollen sie sich vielleicht noch mit einer weiteren schweren westlichen Fremdsprache sich quälen. Im Übrigen ist es weltweit Trend, dass immer weniger Deutsch gelernt wird. Denke, es hat auch einfach mit Englisch als Weltsprache zu tun.
Gummibein #8
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Manchmal stolpere ich über Publikationen von deutschen Wissenschaftlern. Dort wird nur die Englische Übersetzung veröffentlicht. Für das deutsche Original sieht man keinen Bedarf.
Gast (Gast) #9
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Also mal ganz ehrlich... ich glaube nicht, dass das einen grossen Unterschied macht. Ich kenne nur einen einzigen Koreaner, der halbwegs gut Deutsch kann (dafuer kein Englisch) und der hat ein paar Jahre in Deutschland gelebt.
Wenn ich irgend einem Koreaner erzaehle dass ich aus Deutschland bin kommt zwar oft "oh, ich hatte Deutsch in der Schule", aber ausser "guten Tag" und einem wilden deklinieren von Artikeln "der, dem, die, das..." koennen sie nix.

Und ganz ehrlich: in Seoul bin ich noch nicht gewesen, aber in Busan und Umland sprechen selbst die meisten Koreaner die mal im Ausland waren SO schlecht Englisch, dass ich mich wundere wie Korea nur so gut bei den PISA Tests abschneiden kann!

Ich hatte ja frueher immer die Theorie dass Leute z.B. aus den Niederlanden und aus Skandinavien so gut Englisch koennen weil sie von klein auf jede Menge amerikanische Serien und Filme nur mit Untertiteln serviert bekommen haben. Aber trotz Untertiteln scheint sich dieser Lerneffekt in Korea ganz und gar nicht einzustellen...
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dergio #10
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Antwort auf Beitrag #5
Zitat von Fahrenheit am 16.10.2008, 22:10:
an ein Sprachangebot wie chinesisch, japanisch oder gar koreanisch, vietnamesisch ist doch an einem deutschen Gymnasium im allgemeinen gar nicht zu denken... :-(  :#:

In Düsseldorf kenne ich mindestens ein Gymnasium das japanisch unterrichtet. Man muss aber auch anmerken, dass Düsseldorf die Japan Hochburg in Deutschland ist.

Von chinesisch habe ich noch nichts gehört...
Sara (Gast) #11
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Antwort auf Beitrag #9
Zitat von Gast:
Also mal ganz ehrlich... ich glaube nicht, dass das einen grossen Unterschied macht. Ich kenne nur einen einzigen Koreaner, der halbwegs gut Deutsch kann (dafuer kein Englisch) und der hat ein paar Jahre in Deutschland gelebt.
Wenn ich irgend einem Koreaner erzaehle dass ich aus Deutschland bin kommt zwar oft "oh, ich hatte Deutsch in der Schule", aber ausser "guten Tag" und einem wilden deklinieren von Artikeln "der, dem, die, das..." koennen sie nix.

Und ganz ehrlich: in Seoul bin ich noch nicht gewesen, aber in Busan und Umland sprechen selbst die meisten Koreaner die mal im Ausland waren SO schlecht Englisch, dass ich mich wundere wie Korea nur so gut bei den PISA Tests abschneiden kann!

Ich hatte ja frueher immer die Theorie dass Leute z.B. aus den Niederlanden und aus Skandinavien so gut Englisch koennen weil sie von klein auf jede Menge amerikanische Serien und Filme nur mit Untertiteln serviert bekommen haben. Aber trotz Untertiteln scheint sich dieser Lerneffekt in Korea ganz und gar nicht einzustellen...

Das stimmt zwar. Aber das liegt u.a. daran, dass Englisch und Deutsch ganz andere Sprachen sind als Koreanisch und andere asiatische Sprachen. Deutsche, die paar Jahr Koreanisch gelernt haben, hören sich oft auch nicht anders an. Wie gesagt, natürlich gibt es Ausnahmen, aber das gilt umgekehrt genauso. Koreaner lernen grundsätzlich auch schneller Chinesisch und Japanisch als Deutsch.

Auf jeden Fall stimmt es, dass zuviel Wert auf Grammatik gelegt wird denn auf freies Sprechen etc.
Ich finde, dass die Deutschen auch insgesamt besser Englisch können müssten, aber finde sie verhältnismiäßig schlecht verglichen zu Skandinaviern. Hier sollte man das auch noch besser fördern.
Gummibein #12
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@Gast:

Vielleicht liegt es daran, dass in Korea mehr als irgendwo anders "Non vitae sed scholae discimus" gehuldigt wird. Das Lernen dient einzig und allein dazu die Aufnahmeprüfung der SNU zu bestehen. Wenn das Rückwärtsaufsagen von Shakespeares Werken während man auf dem Kopf steht prüfungsrelevant wird, werden Hagwons aus dem Boden sprießen die genau das unterrichten und werden sich einer regen Zuspruch erfreuen.

Da also ein auf Englisch geführtes Interview wohl nicht zur Prüfung gehört sind die Auswüchse wohl vorhersehbar.

Was die Sprachkenntnisse der "Rückkehrer" betrifft deckt es sich nicht mit meinen Erfahrungen. Positiv herausragende Beispiele waren zwei Frauen. Eine sprach nach etwa sechs Jahren Aufenthalt so gut Deutsch wie jeder Muttersprachler und eine andere war nach drei Jahren akzentfrei. Dabei habe ich keine Veranlassung zu glauben, dass sie nach dem Studium zurückgekehrt in Korea mit einem Schlag unbrauchbares Deutsch sprechen werden. Das von Dir beschriebene andere Ende des Spektrums kenne ich natürlich auch. Nach 30 Jahren Aufenthalt wird herumgeradebrecht, dass einem hören und sehen vergeht. Daher fällt es mir schwer so ein eindeutiges Urteil zu fällen.

Als die Aufregung um PISA losging hatte sich für mich der Test durch die gute Platzierung der koreanischen Schüler als Messverfahren disqualifiziert. Wenn die Messergebnisse sich als so eindeutig Fehlerhaft erweist muss die Messmethode selbst auf den Prüfstand.
gast (Gast) #13
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Antwort auf Beitrag #8
das sind wohl keine übersetzungen, sondern diese veröffentlichungen werden wohl prinzipiell in englisch verfasst um sich eben eine übersetzung zu sparen!
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