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Übersetzung des deutschen Wortes "Denkwürdigkeit"
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Southclock #1
Mitglied seit 05/2008 · 14 Beiträge · Wohnort: Seoul
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Betreff: Übersetzung des deutschen Wortes "Denkwürdigkeit"
Hallo,

Ich übersetze gerade mal das Buch von dem berühmten Paranoia Daniel Paul Schreber ins Koreanisch.

Dabei bin ich bereits auf den Titel gestoßen ; Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken.

Der englische Übersetzer hat das Wort "Denkwürdigkeiten" einfach mit "Memoirs" übersetzt,

was ich aber nicht so überzeugend finde.  Ich würde gerne die Konnotation dieses deutschen Wortes mit ins Koreanisch bringen; nämlich etwas, was denk-würdig ist, was zum Denken würdig ist, wobei der Autor Schreber selbst hatte den Wusch, sein Buch nicht einfach als ein Memoir eines Wahnsinnigen, sondern 
als ein Werk angenommen zu werden, das die für die Menschheit (!) wichtigen, daher denkwürdigen Themen behandelt, daher ernsthaft gelesen werden sollte.

Meine momentane Übersetzung lautet ;  "생각해볼만한 기록". Doch in vieler Hinsicht unzufrieden.

Hat Jemand eine Idee?
Gummibein #2
Mitglied seit 02/2008 · 881 Beiträge
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Auf dem ersten Blick erschien mir die englische Übersetzung nicht präzise genug aber je mehr ich darüber nachdenke desto eleganter erscheint es mir. Der englische Übersetzer scheint in diesem Fall Denken als Gegenteil von Vergessen gesehen zu haben.

Hast du an die Blumen gedacht? Nein, ich habe es vergessen.

Andererseits wenn Denken von Gedanke abgeleitet worden sein sollte finde ich deine Übersetzung recht genau. Selbst die leichte Tendenz zu "Bedeutungsüberfrachtung" gibt es wieder weil im Grunde kein Schwein denkwürdig als Substantiv benutzt. :)
Southclock #3
Mitglied seit 05/2008 · 14 Beiträge · Wohnort: Seoul
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Vielen Dank Gummibein, deine Antwort gibt mir viele Ansätze zum weiteren Überlegen.

Die Substantivierung des Wortes ist eins von den sprachlichen Phänomen, die Schizophrenie auszeichnen, die Übersetzung umso schwerer macht.

Das Wort "Memoirs" benutzt man aber zur Bezeichnung einer autobiographischen Niederschrift einer Person. Dabei hat der Autor eines Memoirs zu dem, was er dort geschrieben habe, zwar eine innige Beziehung, aber keine solche Bedeutung verleiht, es handle sich um das bedeutungsvolle, unvergeßliche, wichtige Ereignis. Dieses Wort "Memoirs" suggeriert die etwa neutrale Einstellung des Autors zu dem Inhalt. Dies ist aber ganz anders bei Schreber!
Gummibein #4
Mitglied seit 02/2008 · 881 Beiträge
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Boah, ich bin beeindruckt.

Ich sah schon in Gedanken wie der Verleger und Autor zusammensitzen und nach einem vermarktbaren Titel suchen. Memoiren, Erinnerungen, Gedanken, ja sogar Monolog, alles ausgelutscht. Bei Denkwürdigkeiten klopfen sie sich auf die Schenkel und als Google weniger als 1Mio Verweise produziert knallen die Sektkorken. Erstaunlich wie weit ich daneben lag. Peinlich.

Andererseits würde ich gerne wissen wie weit dieses Erkenntnis über diese sprachliche Eigenart verbreitet ist. Werden solche sprachliche Symptome eher als ein medizinisches Phänomen und also auch eher von Medizinern behandelt oder als sprachliches Phänomen von Linguisten? Ist dieses Symtpom von einer Sprache in eine andere übertragbar?

Ich bin jedenfalls sehr sehr gespannt und kann gar nicht abwarten was rauskommen wird.

Also, Beeilung bitte. :)
damm #5
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hmmm.. ich habe keine Ahnung aber hier ist mein Vorschlag: 한 정신병자의 의미있는 기억들
Ach.. es ist gar nicht stilvoll!!! :'(
Dieser Beitrag wurde am 27.09.2008, 02:25 von damm verändert.
juli (Gast) #6
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Wie wäre es, einfach die Reihenfolge auszutauschen?

의미있는 기억들 ㅡ 한 신경증환자의
Southclock #7
Mitglied seit 05/2008 · 14 Beiträge · Wohnort: Seoul
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Antwort auf Beitrag #4
Hallo Gummibein.

Über die sprachliche Eigenanrt von Schizophrenie wurde inzwischen viel untersucht.

Ich nenne dafür nur ein Buch : Leo Navratil, Schizophrenie und Sprache. (dtv) Der Autor ist Medinizer,der vielen Schriften - Gedichten, Briefe, Tagebücher usw. - von seinen Patienten untersucht hat. 

Es gibt auch ziemlich viele Literaturen über das Thema; Schizophrenie und Literatur, Schiziphrenie und Kunst usw.
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