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Praktikum, soll ich es machen?
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mya2110 #1
Mitglied seit 04/2008 · 6 Beiträge
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Betreff: Praktikum, soll ich es machen?
Hallo alle zusammen,

ich fliege im Juli für zwei einhalb Monate nach Seoul. Meine Eltern kommen zwar beide aus Korea, leider ist mein koreanisch trotzdem nicht sehr gut bzw. spreche ich kaum koreanisch. Mit dem Verstehen geht es so einigermaßen. Eigentlich fahre ich nach Korea um mein koreanisch zu verbessern, weil ich gerne fließend koreanisch sprechen würde. Meine Tante meinte jetzt zu mir, dass sie einen Bekannten habe, der in einer Anwaltskanzlei arbeite und wenn ich Lust hätte, ich dort herzlich willkommen sei. (Ich studiere Jura).
Ich freue mich zwar riesig über dieses Angebot, leider habe ich auch sehr viel Respekt davor und eine Portion Angst. Ich weiß nicht, ob es so einen guten Eindruck macht, wenn ich dort bin und nur "Bahnhof" verstehe.
Außerdem habe ich auch Angst, in einer koreanischen Firma zu arbeiten, da mir meine Cousine erzählt hat, dass Koreaner teilweise sehr grob sind und schwierig im Umgang.
Meint ihr, ich sollte es trotzdem mal versuchen oder wäre es mit zu wenig Koreanischkenntnissen sinnlos? Gerade in einer Anwaltskanzlei wo man viele Fachausdrücke benutzt. Mein Hauptziel ist nämlich primär, koreanisch zu lernen.
Also, was würdet ihr mir raten?
Peter #2
Mitglied seit 07/2007 · 276 Beiträge · Wohnort: Korschenbroich
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Keine Chance ungenutzt lassen. Was soll schon passieren? Du machst auf jeden Fall wertvolle neue Erfahrungen die ja auch positiv sein können. Einem zweisprachigen Jurist bieten sich nach Abschluss der Ausbildung doch ungeahnte Möglichkeiten. Und selbst wenn du jetzt schlechte Erfahrungen machst, auch daraus kann man für die Zukunft lernen. Viel Glück.
peter
seoulinfo.de
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iGEL (Administrator) #3
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Antwort auf Beitrag #1
Moin!

Also, falls du sowieso in der Zeit in Korea bist und dein Koreanisch wirklich noch nicht so gut ist, würde sich vielleicht eher ein Sprachkurs anbieten. Ich habe ein halbjähriges Praktikum in Seoul gemacht und habe während der Meetings kaum etwas verstanden, geschweige denn gelernt, da die Leute da viel zu schnell gesprochen haben, ich das Vokabular nicht kannte und ich ziemlicher Anfänger war. Wenn man mit mir sprechen wollte, sind die meisten auch auf Englisch umgeschaltet, weil das einfach effektiver war. Ein solches Praktikum kann man dann ja noch später machen...

Die Arbeitsatmosphäre fand ich aber nicht besonders unangenehm und die Kollegen nett und aufgeschlossen. Ich denke nicht, dass da besondere Ansprüche an dich gestellt werden.

Aber falls das dein Ticket nach Korea ist, dann würde ich das auf jeden Fall machen. Man lernt außerhalb der Arbeit sehr viel, falls man sich mit Menschen umgibt, die eben kein Englisch sprechen.

Gruß, Johannes
Offizieller Dogil.net / Meet-Korea-Twitter-Kanal: http://twitter.com/DogilNet
Dieser Beitrag wurde am 04.05.2008, 15:41 von iGEL verändert.
mya2110 #4
Mitglied seit 04/2008 · 6 Beiträge
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@ Igel:

Ja, das war eben auch meine Befürchtung, dass ich halt nichts verstehen werde und ich daher kaum etwas lerne in der Zeit, da alle auch schnell auf Englisch umschalten würden aus Einfachheitsgründen.
An einen Sprachkurs hatte ich auch schon gedacht und ich möchte auch aufjedenfall einen machen.
Ich werde dort bei meinen Verwandten wohnen, die eh alle nur koreanisch sprechen, daher wäre das kein Problem.
Also, würdest du sagen, dass du aus dem rein sprachlichen Aspekt nicht sehr viel mitgenommen hast bei deinem Praktikum?
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iGEL (Administrator) #5
Benutzertitel: 이글
Mitglied seit 01/2005 · 3493 Beiträge · Wohnort: Berlin
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Moin!

Ich habe schon viel gelernt, so ist das nicht. Vorher habe ich aber auch wirklich kaum koreanisch gekonnt und musste mir die Sachen fast Silbe für Silbe vorsagen lassen. Das ist jetzt deutlich besser, aber das ist wohl eher der Sache zu verdanken, dass ich mit der Familie meiner Frau immer Koreanisch sprechen musste.

Gruß, Johannes
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montesuna #6
Mitglied seit 10/2007 · 201 Beiträge · Wohnort: München
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Frag doch mal deine Tante, wie lange du da arbeiten könntest/dürftest/müsstest...
Vielleicht ist es möglich, dass du nur für einen Monat dort reinschnuppern kannst, falls du doch zu große Bedenken hast...
Die restliche Zeit könntest du ja einen Sprachkurs besuchen!

Aber ich würde es auf jeden Fall machen, wann bietet sich dir so eine Gelegenheit schonmal!
Bin gerade in einer verblüffend ähnlichen Situation: Mama und Papa beide Koreaner, Koreanisch verstehen: einigermaßen, Sprechen: naja... durch den Alltag durchwurschteln geht, aber ansonsten...  :-/
Will jetzt auch für ein halbes Jahr nach Korea, arbeiten/Praktikum (bin allerdings gerade mit dem Studium fertig geworden) und hab da schon meine Bedenken, vor allem in sprachlicher Hinsicht, aber... wann sonst, wenn nicht jetzt!?!  :-D
Auch wenn es eine schlechte Erfahrung wird, so ist es doch eine Erfahrung! Und sowas bildet den Charakter! (da gibts bestimmt irgendein Sprichwort dazu)  :-D

Hab übrigens auch schon einen Sprachkurs hinter mir, nach meinem Abi ein halbes Jahr (2 x 3-monatiger Kurs an der SNU).
Klar, das hat mir auf jeden Fall sehr viel gebracht, keine Frage! Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich das Sprechen dann doch eher "auf der Straße" gelernt habe (vielleicht lag es auch daran, dass die SNU doch sehr theorielastig ist, aber vielleicht bin ich auch nur eine Ausnahme), was ja für deine Kanzlei sprechen würde, da: viele Koreaner um dich rum --> du hörst viel Koreanisch und musst es auch anwenden (auch in dem Fall, dass die meisten mit dir Englisch sprechen).

Lass mal hören, wie du dich entschieden hast!
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Vita500 #7
Mitglied seit 03/2007 · 249 Beiträge · Wohnort: Stuttgart
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Wie oben bereits gesagt, wirst Du Dein Koreanisch hauptsaechlich auf der Strasse bzw. in Deiner Familie lernen. Ohne richtige Kenntnisse in einer koreanischen Kanzlei zu arbeiten ist sicherlich keine gute Idee wenn es Dir ums Erlernen der Sprache geht. Fuer den Lebenslauf waere es allerdings super! Du solltest aber darauf achten, dass Du irgendwie in laufende Projekte eingesponnen und nicht nur zum Kaffeekochen herangezogen wirst.
Aber mach Dir keine Illusionen: ohne perfekte Sprachkenntnisse in eine business discussion reinzugehen ist absolut unmoeglich. Du wirst null verstehen und bist folglich auch nicht sonderlich hilfreich. Wenn Du in eine internationale Kanzlei gehst, dann wird eventuell sogar Englisch gesprochen und Du kannst Dein Englisch aufbessern, Koreanisch wirst Du aber sicher nicht viel lernen.
Wenn Du es Dir zeitlich und von der Kraft her zutraust kannst Du ja abends nach der Arbeit einen Koreanischkurs besuchen. Das wird nicht einfach, aber auf diese Art sammelst Du Arbeitserfahrung und Sprachkenntnisse zugleich, eine effektivere Nutzung Deiner Zeit gibt's nicht. Die Idee mit dem einen Monat "Schnupperpraktikum" ist sicher auch nicht verkehrt, falls es Dir zu viel werden sollte.

Viel Spass!

Gruss,
Robert
Mehr Tipps und Infos ueber Seoul und Korea: http://members.virtualtourist.com/m/8b84b/10267a/
mya2110 #8
Mitglied seit 04/2008 · 6 Beiträge
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Vielen Dank für eure vielen und hilfreichen Beiträge.  :-)

@ Montesuna:
Also, mir wäre gerade die Grammatik wichtig, da ich davon gar keine Ahnung habe. Deswegen mal´ne generelle Frage; war der Sprachkurs sehr hilfreich dafür oder könnte man die sich auch alleine zu Hause beibringen?
Alle sagen nämlich, dass man das Sprechen fast ausschließlich auf der Straße lernt. Wenn ich mir dann die Grammatik zu Hause beibringen könnte und dann viel mit meiner Familie sprechen würde, denke ich, dass es mir vielleicht mehr bringen würde, als ein teurer Sprachkurs. Oder wenn ich zu einem Sprachkurs ginge, der nur 2 Mal die Woche oder so wäre.

Ja, Praktikum und Sprachkurs nebenher zu machen habe ich auch schon überlegt.
Ich denke, ich werde erst mal probeweise dorthin gehen und mir das anschauen für einen Monat. Im Notfall kann ich ja jederzeit abbrechen. Und wenn es doch richtig gut ist und ich dort eine Menge lerne, werde ich versuchen, noch einen Monat länger zu bleiben. Bei laufenden Projekten mithelfen? Ja, ich hoffe, das wird möglich sein. Aber ich habe halt auch gehört, dass in Korea Praktika überhaupt nicht üblich sind und die Leute deswegen gar nicht wissen, was sie mit den Praktikanten machen sollen, wenn eine Firma denn mal welche annimmt. Ich denke, ich werde mich selbst dazu äußern müssen, aber ich denke, das bekomme ich noch hin. =)

Ach, was mich noch interessieren würde, Montesuna, du sagst, du warst ein halbes Jahr in Korea nach dem Abi. (2 mal 3 Monate Sprachkurs), wie gut würdest du denn dein koreanisch einschätzen? ich dachte immer, ein halbes Jahr ist doch schon "recht" lange um eine Sprache einigermaßen gut zu erlernen, wenn man in dem Land ist. Wenn du sagst, du fuchtelst dich so durch den Alltag, hört sich das nämlich noch nicht seeehhhhrrr sicher an.  :-)

Viele Grüße!
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montesuna #9
Mitglied seit 10/2007 · 201 Beiträge · Wohnort: München
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Tja... mein Koreanisch ist so ne Sache... bin allerdings auch nicht sonderlich sprachbegabt... :-D
Ich bin in einem recht Korea-armen Umfeld großgeworden, sprich: ich hatte eigentlich gar keine koreanischen Freunde, da wir in unserer kleinen Stadt so ziemlich die einzigen Koreaner waren... na gut, ein paar koreanische 아줌마s gabs auch noch, aber eigentlich keine Koreaner in meinem Alter. Ab und zu gabs über die Kirche Treffen mit anderen Kyopos, aber da spricht man ja eigentlich auch nur deutsch untereinander...
Gesprochen habe ichs daher so gut wie nie, allerdings verstehe ich eigentlich fast alles, da meine Eltern ja immer koreanisch geredet haben (geantwortet habe ich auf deutsch, da es mir einfach leichter fiel).

An der Sprachschule gab es Level 1 (Anfänger) - Level 6 (ich glaube, wenn man den Kurs besteht, berechtigt das zum Studieren in Korea). Ich wurde damals in Level 3 eingestuft (und hab danach auch Level 4 erfolgreich beendet), wohl weil ich Lesen und Schreiben und mich einigermaßen verständigen konnte (mich vorstellen und ein bißchen Smalltalk und so weiter).
Allerdings muss ich auch sagen, dass ich in dem halben Jahr in Korea eigentlich fast keine "richtigen" Koreaner als Freunde gehabt habe, sondern nur Kyopos oder Ausländer; da wurde also auch nicht viel koreanisch gesprochen... Naja, gelernt hab ichs trotzdem irgendwie... meiner Familie in Korea sei Dank!  :-)
Nach dem halben Jahr war mein Koreanisch auch recht gut, hab das in den letzten 7 Jahren während meines Studiums aber leider schleifen lassen/wieder verlernt und auch fast keinen Kontakt mit Koreanern gehabt, also wieder die gleiche Geschichte...

Lange Rede, kurzer Sinn: großartige Debatten kann ich nicht halten, aber für den Alltag reichts, auch wenn mein Wortschatz nicht sonderlich groß ist und ich viele grammatikalische Fehler mache... und sicher bin ich auf gar keinen Fall!  :blush:   Aber irgendwie hat mich die Beschreibung deiner Koreanisch-Fähigkeiten in deinem ersten Post hier an meine erinnert...   :-p

Was die Grammatik betrifft: der Sprachkurs hat mir da sehr viel weitergeholfen. Vor allem hab ich da ein Gefühl für die Rechtschreibung bekommen. Man kann sich das alles sicherlich selbst beibringen, wenn man die richtigen Bücher hat. Ich kann das nicht beurteilen, da ich das nie gemacht habe, aber andere hier im Forum können dir da bestimmt mit Tipps weiterhelfen und sagen, welche Bücher dafür geeignet sind.



PS: hm... ich bemühe mich ja, aber irgendwie werden meine Texte immer zu lang...  :-/
mya2110 #10
Mitglied seit 04/2008 · 6 Beiträge
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Oh man, das ist ja wirklich wie bei mir.  :-p

Alle Leute fragen immer ganz erstaunt, wie man sich mit seinen eigenen Eltern verständigt und ich hab es auch so gehandhabt, mit deutsch zu antworten, während mein Vater fast ausschließlich koreanisch spricht.

Naja, ich hab eigentlich sehr viel Spaß an Sprachen und ich freue mich schon sehr darauf, koreanisch richtig zu lernen. Daher werde ich mich jetzt einfach ins Abenteuer Korea stürzen.  ;-)

Vielen Dank an alle nochmal und einen schönen sonnigen Tag wünsche ich noch!
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iGEL (Administrator) #11
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Moin!

Ohne ihn gemacht zu haben, glaube ich doch, dass ein Sprachkurs sehr hilfreich ist. Aber insbesondere, wenn der Kurs sehr theorielastig ist, ist es nötig, in der Freizeit viel koreanisch zu sprechen. Unterricht ist gut, aber man braucht einfach viel mehr Praxis als es jeder Unterricht sinnvollerweise vermitteln kann. Also auch wenn die Leute im Kurs sehr nett sind und man viele nette Koreaner kennenlernt, die mit einem Englisch sprechen wollen, würde ich mich davon in eigenem Interesse etwas absetzen.

Gruß, Johannes
Offizieller Dogil.net / Meet-Korea-Twitter-Kanal: http://twitter.com/DogilNet
Dieser Beitrag wurde am 05.05.2008, 16:22 von iGEL verändert.
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