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Eine Frage zu Menschen mit Behinderung in Korea
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ThorstenSchiller (Gast) #1
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Betreff: Eine Frage zu Menschen mit Behinderung in Korea
Hallo,

da ich mich schon lange für Korea, insbesondere für Südkorea und Seoul begeistere, möchte mein bruder nun mit mir dorthin fliegen um die stadt kennenzulernen. da ich gelesen habe, dass die koreaner großen respekt vor älteren menschen haben und im allgemeinen sehr höflich sind, ist meine frage nun: wo steht der behinderte in der gesellschaft koreas? da ich gehbehindert bin und eine sichtbare narbe habe und sogar hier in wien sehr schlechte erfahrungen mit intoleranz gemacht habe, hoffe ich , dass die koreaner verständnisvoller sind, was ich jedoch sehr glaube da ich einige koreaner kenne und sie wirklich sehr tolerant sind. man kann das natürlich nicht pauschal sagen, aber wenn mir jemand ein bisschen erzählen kann würde ich mich freuen.
meine zweite frage bezieht sich auf menschen mit tätowierungen in korea. wird man als tourist gleich für einen ex knacki gehalten, oder sieht man das eher nur bei den einheimischen haglich? hab nur gelesen, es sei in korea verboten. hoffe jemand antwortet, danke schonmal!
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Soju #2
Mitglied seit 01/2007 · 2277 Beiträge · Wohnort: München
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Hallo Thorsten,

Tätowierte sind in der Koreanischen Gesellschaft nicht sehr angesehen!
Älteren und Behinderten wird mit sehr viel Respekt begegnet, so sind meine Erfahrungen.

Viel Spass in Korea :-)

P.S. Schau das Du auch mal raus aus Seoul kommst ;-) Die Leute in kleineren Städten sind wesentlich herzlicher :-)
micnaumann #3
Mitglied seit 06/2007 · 277 Beiträge · Wohnort: Bremen
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Die Busse in Seoul sind nicht behindertengerecht ausgeruestet. Auch beim Ein- und Aussteigen geht es ganz schoen hektisch zu.
Ansonsten habe ich persönlich nicht sehr viele körperlich oder geistig Behinderte auf Seouls Straßen gesehen.
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Nomou #4
Benutzertitel: Koi
Mitglied seit 11/2007 · 396 Beiträge · Wohnort: Zuhause
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Ich habe gestern auf Arirang TV einen Beitrag dazu gesehen. Ich habe aber leider nicht genau zugehört, das lief nur nebenbei.. Aber soweit ich das mitgekriegt habe, wird sich um Menschen mit Behinderung in Korea ganz gut gekümmert. Z.B. gibt es glaub ich ein ziemlich gut ausgebautes Beförderungssystem für Gehbehinderte (aber ich weiß nicht ob das nur in einer Stadt ist oder für ganz Korea gilt). Vielleicht gibts den Beitrag noch irgendwo online..
Peter #5
Mitglied seit 07/2007 · 276 Beiträge · Wohnort: Korschenbroich
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Antwort auf Beitrag #1
Ich bin 54 Jahre alt, außerdem haben die Koreaner Probleme das Alter westlicher Personen einzuschätzen - Ergebnis: In Korea bin ich steinalt. Selbst deutlich ältere Frauen sind in der U-Bahn schon aufgestanden und haben mir Ihren für Rentner reservierten Platz angeboten. Dies mag auch noch damit zu tun zu haben, dass man Ausländern gegenüber besonders freundlich sein möchte.
Beim Besuch meiner Tochter in der Uni war es für mich ein seltsames Gefühl von ihren Mitstudenten ehrfurchtsvoll (mit Verbeugung) begrüßt zu werden. Mein lockerer Umgang mit den Studenten, wie in Deutschland üblich, war für die Koreaner gewöhnungsbedürftig.
Als Nichtbehinderter ist mir trotzdem aufgefallen, dass alle U-Bahn Station in Seoul behindertengerecht ausgebaut sind. Meistens gibt es Aufzüge, ansonsten Treppenlifte. Trotzdem gibt es für Behinderte einige Probleme in Seoul. Die Busse sind ja schon erwähnt worden, als Alternative bieten sich die relativ günstige Taxis an. Viele Fahrten kosten unter drei Euro.
Seoul hat häufige Höhenunterschiede und es gibt oft steile Wege oder Treppen. Die großen Straßen lassen sich nur per Fußgängerbrücke oder Unterführung (meistens nicht behindertengerecht) überqueren.
Alles Auffällige, also auch Tätowierungen, ist in Korea - auffällig. Dies wird durch den Status als Ausländer aber wahrscheinlich kompensiert.
Trotz einiger zu erwartenden, aber lösbaren Schwierigkeiten, wird ein Besuch in Seoul und möglichst auch in anderen Landesteilen ein unvergessliches Erlebnis werden. Für weitere Informationen empfehle ich meinen gerade erschienenen Reiseführer.
peter
seoulinfo.de
tina (Gast) #6
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hallo!
die koreaner sind sehr tolerant und hoeflich, jedoch wirst du neugierigen blicken nicht entkommen, was nicht an deiner gehbehinderung oder einem tattoo liegen muss, sondern sich einfach aus der tatsache , dass du 'westler' bist, ergibt. das mag einem europaer befremdlich erscheinen, ist aber nicht unhoeflich gemeint, sondern einfach neugierde. du wirst selber merken, wie du aus der masse der koreaner herausstechen wirst (in einigen stadtteilen natuerlich mehr als anderen), was natuerlich auch unangenehm sein kann. und ja, idioten gibt es auch in seoul.
die busse sind nicht behindertengerecht, ich meine auch, dass die ausstattung der ubahn-stationen mit aufzuegen zu wuenschen uebrig laesst, je nach grad der behinderung koennten die oeffentlichen verkehrsmittel zum problem werden.
einen besuch in seoul kann ich aber nur empfehlen, die stadt wird dich, da du ja schon ein gewisses interesse hast, begeistern, du wirst es in keinem fall bereuen!
viel spass,
tina
ThorstenSchiller (Gast) #7
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Hallo,

ich danke euch sehr für eure antworten, hört sich ja ganz gut an! das mit den bussen ist schon o.k., hier nimmt in den bussen auch selten jemand rücksicht auf behinderte, was sich natürlich nicht auf alle bezieht!
ich glaube auch, dass es ein tolles erlebnis wird nach seoul zu fahren, da ich schon viel rumgekommen bin und schon als kind immer mal nach asien wollte, den traum aber nie verwirklicht habe. hoffe die reise wird ein erfolg, also danke noch einmal an alle!

thorsten
Sapna (Gast) #8
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Bin eben auf diesen Thread gestoßen. Ich bin auf einen Rollstuhl angewiesen und träume schon seit einer Weile davon, Asien zu sehen - besonders interessieren mich Hongkong, Tokyo und Seoul.
Wo kann ich allgemein Infos her bekommen (zB über rollstuhlgerechte Hotels, Ausstattung von Sehenswürdigkeiten...). Hätte mich gar nicht getraut, das Ganze überhaupt zu überlegen, bevor ich die oberen Postings gelesen habe.
Greentroll #9
Mitglied seit 07/2008 · 3 Beiträge · Wohnort: Seoul, Korea
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Ich kann was zu den Aufzügen in Korea sagen.

Der Begriff „behindertengerechter Aufzug“ existiert schon in Korea, wird aber von jedem lokalen Aufzugshersteller individuell interpretiert, da Korea über keine ausgearbeitete technische Vorschrift zu diesem Thema verfügt.

Jedes Wohngebäude wird einen Aufzug haben, der von Kabinenabmessungen her für mechanische und elektrische Rollstühle der Klasse A, B, C gemäß EN 12184 ausgeführt ist. Die Tasterpanelle wird des horizontalen Typs sein, d.h. für Rollstuhlfahrer zugänglich. Deren Position in der Kabine – links oder rechts – wird rein der Willkür des Herstellers überlassen. Die Türöffnungszeiten sind ungefähr 10 Sekunden.

Das war’s eigentlich. Für Leute mit Seh- und Gehörstörungen taugen koreanische Aufzüge nicht und würden in Europa, falls nach den europäischen Maßstäben gemessen, nicht zugelassen.

Alle Metrostationen werden auch einen solchen Aufzug haben, der normalerweise bis zur Erdoberfläche nicht fährt.

Weiter noch sind die Metrostationen mit Treppenliften ausgestattet – selbsttragende Plattformen. Die Treppenlifte werden nur per Schlüsselschalter eingeschaltet. Als Gast der Stadt werden Sie keine Schlüssel haben und auf die Hilfe des Metropersonals angewiesen. Vielleicht wird einer von ihnen einen Ersatzschlüssel haben.

Die übrigen Gebäudetypen haben meistens keine behindertengerechten Aufzüge.

Zusammengefasst kann man sagen, dass in Aspekten des für Behinderte zugänglichen vertikalen und diagonalen Transports Korea den gegenwärtigen Weltstandards nicht entspricht.
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