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Gewalt in koreanischen Familien
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besorgte Mutter (Gast) #1
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Betreff: Gewalt in koreanischen Familien
Hallo zusammen,

meine Tochter ist seit einiger  Zeit mit einem Koreaner befreundet und trägt sich mit dem Gedanken nach Korea zu ziehen und zu heiraten. Jetzt habe ich einen Bericht

http://www.asianoffbeat.com/default.asp?display=1047

gefunden, der mich etwas nachdenklich macht. Wird häusliche Gewalt gegen Ehefrauen in Korea toleriert? Ich hoffe doch, daß es auch in Korea nicht üblich ist seine Frau zu schlagen. Hat eine Ehefrau dort "gehorsam" zu sein? Hat eine emanzipierte, junge, weiße Ausländerin überhaupt Chancen  akzeptiert zu werden??
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yuki #2
Mitglied seit 11/2005 · 82 Beiträge
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Dieser Bericht muss im Zusammenhang gesehen werden. Es geht hier primär um Vietnamesinnen, die Zwecks Heirat quasi importiert werden. Ähnliche Probleme gibt es auch in Europa, mit Russinnen und Thailänderinnen, die unter den selben Umständen heiraten... die neuen Partner kennen sich kaum, und oft können sie sich auch nicht recht verständigen.

Das ist ganz anders, wenn sich ein Paar zuerst kennen lernt. Auch wenn verschiedene Kulturen aufeinander treffen, und verschiedene Sprachen zu Beginn ein Problem sein können, über die Zeit beginnen sich Paare besser zu verstehen und verständigen.

Ich würde mich davon hüten, über häusliche Gewalt zu verallgemeinern, denn es handelt sich um Individuen. Es gibt leider in Korea wie in Europa Menschen die Gewalt tolerieren. Für eine Frau relevant hier ist doch der eigene Freund/Mann... und da kann nur helfen wer diesen kennt. Haben sich Ihre Tochter und ihr Freund schon zusammen in Korea aufgehalten (z.B. Ferien). Wir alle verhalten uns im eigenen Land anders, und solche Erlebnisse können aufschlussreich sein. Das Selbe gilt auch für das Gehorsam-sein; das kommt auf das Paar an, wie die sich arrangieren.

Wenn wir mit anderen Kulturen konfrontiert werden, ist es leicht zu vergessen, dass sich hinter beiden Kulturen (der eigenen und der anderen) Individuen verstecken, und wir immer mit diesen Individuen zu tun haben. Genau so wie sich innerhalb der Europäischen Verhaltensweisen viele verschiedene Möglichkeiten bieten, geht das auch in anderen Kulturen. Ich kenne zum Beispiel einen Fall, wo vor 70 Jahren eine Familie in Korea ihre Söhne und Töchter völlig gleich aufwachsen lies, in einer Umwelt damals wo fast alle Söhne markant besser behandelten...

Weil wir alle zuerst einmal Individuen sind, sollte Ihre Tochter keine Probleme haben, in der Familie akzeptiert und aufgenommen zu werden. Wie es in der Öffentlichkeit ausschaut, das könnte anders sein. In Korea gibt es sehr wenige Ausländer, und unter Weissen wohl noch viel weniger Ausländerinnen. Vielmals geht es aber nicht darum, dass Ausländer und Ausländerinnen an sich nicht willkommen sind, sondern das die Erfahrung mit deren Umgang fehlt. Dies ist jedenfalls meine Erfahrung...

Ich wünsche Ihrer Tochter und ihrem Freund alles Gute.
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iGEL (Administrator) #3
Benutzertitel: 이글
Mitglied seit 01/2005 · 3493 Beiträge · Wohnort: Berlin
Gruppenmitgliedschaften: Administratoren, Benutzer
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Antwort auf Beitrag #1
Moin!

Ich denke, wegen der Gewalt kann ich dich beruhigen. Schlagende Männer gibt es überall, aber ich glaube nicht, dass dies in Korea wesentlich häufiger auftritt als in Deutschland. Im Gegenteil, ich habe sogar gehört, dass Männer inzwischen öfter von ihren Frauen geschlagen werden als umgekehrt. Allerdings ist es ein recht neues Phänomen, dass Ausländerinnen aus Vietnam, China usw. nach Korea einheiraten, vergleichbar wie bei uns aus Osteuropa. Darunter sind eben auch solche Männer, die wegen ihrer Gewalttätigkeit keine koreanische Frau finden. Und da es so neu ist, könnte sowas eventuell auch stärkeres Echo in den Medien finden.

Deiner Frage, ob eine Ausländerin eine Chance hat, akzeptiert zu werden, ist schwieriger zu beantworten. Als Ausländer kann man in Korea sicher gut leben, auch als Frau. Aber ob man nur da lebt oder in eine koreanische Familie einheiratet sind zwei ziemlich unterschiedliche Dinge, würde ich sagen. Die koreanische Gesellschaft befindet sich in einem starken Wandel, und viele Eltern sind noch ziemlich konservativ. Es könnte sein, dass die eine Ausländerin komplett ablehnen. Die Familie hat in Korea noch eine erheblich größere Bedeutung, und es wird für den Koreaner wohl schwierig, gegen seine Familie zu handeln. Zum Glück ist es ja nicht mehr üblich, dass der erste Sohn bei den Eltern wohnen bleibt und die Schwiegertochter dort mit einzieht. Gerade Schwiegermütter behandeln ihre Schwiegertöchter oft ziemlich schlecht.

Ich will jetzt nicht übertreiben. Vielleicht sind die Eltern bzw. die Familie ja auch sehr weltoffen und freundlich. Sicher kommt es auch darauf an, wie deine Tochter in Korea auftritt, ob sie echtes Interesse für die koreanische Kultur zeigt oder nicht. Meine Schwiegereltern mögen mich sehr und haben mir Freiheiten gewährt, die der koreanische Schwiegersohn nicht bekommen hat (z. B. mit der Tochter vor der Hochzeit im selben Raum zu schlafen - Die Eltern waren aber auch dabei  :scared: ). Und natürlich musste ich bei den Eltern um ihre Hand anhalten.

Ich würde deiner Tochter empfehlen, für mindestens 6 Monate, besser noch ein Jahr nach Korea zu gehen und zu sehen, ob sie dort wirklich leben kann. Dabei gilt es auch zu bedenken, dass Koreaner viel mehr arbeiten und dass koreanische Schüler, ich geh gerade mal davon aus, dass da mittelfristig auch Kinder rauskommen sollen, einem unmenschlichen Druck ausgesetzt sind. Es gibt aber beispielsweise auch eine Deutsche Schule. Es gibt dort also irgendwie immer Möglichkeiten. Wie gesagt, ich würde es einfach mal ausprobieren, wenn es möglich ist und dann erst die Entscheidung treffen.

Es gibt hier im Forum auch Deutsche, die mit einem Koreaner zusammen (in Deutschland) leben. Vielleicht meldet sich ja noch eine hier. :)

Gruß, Johannes
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dergio (Moderator) #4
Benutzertitel: Rückkehrer
Mitglied seit 01/2006 · 1247 Beiträge · Wohnort: Düsseldorf
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Diese Woche lief eine Reportage auf MBC ueber auslaendische Frauen, die mit ihren koreanischen Ehemaennern in Korea leben. Unter den haufigsten Problemen der Frauen waren diese hier:

- Die Maenner kommen immer sehr spaet (gegen Mitternacht) nach Hause
- Es gibt zu wenig Zeit zum Reden
- Die Schwiegereltern mischen sich sehr stark in die Beziehung ein
- Die Schwiegermutter moechte, dass die Frau nur koreanisches kocht

In der Reportage waren die Frauen hauptsaechlich aus suedostasiatischen Laendern, aber ich denke, dass es trotzdem viele Gemeinsamkeiten gibt.
besorgte Mutter (Gast) #5
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Erst mal vielen Dank für eure Antworten. Tja, da wird meine Tochter  mal ein Probejahr in Korea verbringen müssen. Er scheint ja ein netter Kerl zu sein. Ich hoffe einfach, daß seine Eltern nicht so traditionell sind .
Wenn´s nur nicht so weit weg wäre!!!!
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Sanyang #6
Mitglied seit 10/2007 · 14 Beiträge
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Ich wuerde auch sagen, dass das von Fall zu Fall sehr unterschiedlich sein kann.

Der Fall deiner Tochter laesst sich beispielsweise ueberhaupt nicht mit den Frauen aus Suedost-Asien vergleichen, die vorwiegend aus finanziellen Gruenden nach Korea kommen. (In Deutschland gibt es ja auch Maenner, die sich Osteuropaerinnen usw. aus dem "Katalog" bestellen. Aber diese Maenner sind ja nicht repraesentativ fuer deutsche Maenner. Find ich.  ;-) )

Im Allgemeinen sind die Koreaner gegenueber Weissen sehr tolerant.
Ein typisches Problem von Auslaenderinnen mit kor. Ehemann sind allerdings tatsaechlich die Schwiegereltern. Ob oder inwieweit die Schwiegereltern sich in das Eheleben einmischen, haengt meiner Meinung nach total von dem Partner deiner Tochter ab.

Ich bin seit acht Jahren mit einem Koreaner verheiratet, hab sehr tolerante Schwiegereltern und fuehle mich hier in Korea auch wohl.

Dass es weit ist, stimmt natuerlich! Da beisst die Maus keinen Faden ab...  :-(
Ich bemueh mich mindestens einmal im Jahr nach Deutschland zu fliegen und verbringe dann viel intensiver Zeit mit meinen Eltern als frueher, als ich noch in Deutschland gelebt habe. Aber trotzdem, bloed ist die Entfernung schon...  :-/

Falls deine Tochter Lust hat mit mir Kontakt aufzunehmen: 280400 (a) gmx.de
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