Forum: Übersicht Allgemeines Forum -  자유게시판 RSS
Wiedervereinigung von Nord und Südkorea...
Seite:  1  2  nächste  
Dieser Werbeblock wird nur bei nicht angemeldeten Gästen gezeigt.
Avatar
Martin #1
Benutzertitel: Fighting....
Mitglied seit 12/2005 · 447 Beiträge · Wohnort: München
Gruppenmitgliedschaften: Benutzer
Profil anzeigen · Link auf diesen Beitrag
Betreff: Wiedervereinigung von Nord und Südkorea...
Da in einen anderen Thread schon ein wenig darüber diskutiert wird oeffne ich einfach hierzu noch einen !

Als ich in Suedkorea war habe ich mit einigen Leuten darueber gesprochen!
Da ich Deutscher bin war meine Meinung für viele Suedkoreaner sehr interessant da wir ja unsere Einheit wieder erlangt haben!
Leider musste ich bemerken dass unter den Aspekt das Suedkoreas derzeitiger wirtschaftliche Aufstieg warscheinlich ein wenig gebremst wird die Euphorie im Sueden ueber eine moegliche Wiedervereinigung nicht mehr so hoch wie noch vor einigen Jahren ist !!!

Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht ...waere schoen hier auch eine Meinung aus Korea zu hoeren :-)
Chris (Ehemaliges Mitglied) #2
Kein Benutzerprofil vorhanden.
Link auf diesen Beitrag
Moin Martin!

Zitat von "Martin":
Als ich in Suedkorea war habe ich mit einigen Leuten darueber gesprochen!
Da ich Deutscher bin war meine Meinung für viele Suedkoreaner sehr interessant da wir ja unsere Einheit wieder erlangt haben!

Da muss ich dir grinsend zustimmen  :cheesy: Mein Koreanischer Brieffreund ist ganz neidisch auf unsere Wiedervereinigung! Als ich ihm erzählte, dass die alte Grenze leider noch in den Köpfen vorhanden ist, war er etwas geschockt. Aber ansonsten sind wir für die Südkoreaner glaub ich sowas wie Vorbilder. Ich selbst hab die Wende nur als 3 jähriger vernommen, ich persönlich kenne nur ein einziges Deutschland.

Was das mit der Euphorie anbelangt, dass (wenn ich dich richtig verstanden habe; die zeichensetzung fehlte da irgendwie *gg*) die Zustimmung einer wiedervereinigung durch das sinkende Wirtschaftswachstum gebremst wird, das hab ich noch nicht gehört und es schockiert mich einigermaßen...
Avatar
Martin #3
Benutzertitel: Fighting....
Mitglied seit 12/2005 · 447 Beiträge · Wohnort: München
Gruppenmitgliedschaften: Benutzer
Profil anzeigen · Link auf diesen Beitrag
Zitat von Chris:
Moin Martin!

Zitat von "Martin":
Als ich in Suedkorea war habe ich mit einigen Leuten darueber gesprochen!
Da ich Deutscher bin war meine Meinung für viele Suedkoreaner sehr interessant da wir ja unsere Einheit wieder erlangt haben!

Da muss ich dir grinsend zustimmen  :cheesy: Mein Koreanischer Brieffreund ist ganz neidisch auf unsere Wiedervereinigung! Als ich ihm erzählte, dass die alte Grenze leider noch in den Köpfen vorhanden ist, war er etwas geschockt. Aber ansonsten sind wir für die Südkoreaner glaub ich sowas wie Vorbilder. Ich selbst hab die Wende nur als 3 jähriger vernommen, ich persönlich kenne nur ein einziges Deutschland.

Was das mit der Euphorie anbelangt, dass (wenn ich dich richtig verstanden habe; die zeichensetzung fehlte da irgendwie *gg*) die Zustimmung einer wiedervereinigung durch das sinkende Wirtschaftswachstum gebremst wird, das hab ich noch nicht gehört und es schockiert mich einigermaßen...

Servus Chris,

:-) Sorry, mein Deutsch ist schlecht ...denke Lucy's Deutsch ist besser!!

Aber das mit der Euphorie stimmt wirklich! Habe ich leider auch von mehreren Seiten so gefuehlt!
Im moment geht es den Leuten in Suedkorea eigentlich wirklich super ...hatte frueher niemals so viele Touristen aus Korea in Muenchen gesehen wie im moment ! Und Japaner kommen weniger ...
Die haben natuerlich Angst diesen derzeitig erreichten Lebensstandard zu verlieren!

So jetzt ziehe ich mir einen Soju rein :-) Vieleicht wird mein Deutsch dann vieleicht eine wenig besser  ;-)
Avatar
iGEL (Administrator) #4
Benutzertitel: 이글
Mitglied seit 01/2005 · 3493 Beiträge · Wohnort: Berlin
Gruppenmitgliedschaften: Administratoren, Benutzer
Profil anzeigen · Link auf diesen Beitrag
Antwort auf Beitrag #2
Moin!

Mir, ich war damals 10 Jahre alt, ist eigentlich auch erst in Korea bewusst geworden, wieviel Glück wir mit der Einheit hatten. Dort habe ich mich mit einem älteren Koreaner unterhalten, und er meinte, dass die Deutschen sehr schlau waren, dass wir uns so friedlich wiedervereinigt haben. Ich denke mal, die wenigsten Koreaner erwarten eine friedliche Wiedervereinigung ohne Tote. Von meinem Großonkel, der damals dort unterwegs war, habe ich übrigens gehört, dass damals auf den Autobahnraststätten vor den Städten das Militär stand, um bei Bedarf möglichst schnell eingreifen zu können. Da hätte wohl nicht viel gefehlt, zumal die DDR-Führung ja auch die Chinesen für das Massaker auf dem Platz des himmlischen Friedens beglückwünscht haben ("Niederschlagung einer Kontrarevolution").

Der vielversprechendste Weg zur Wiedervereinigung für imho darüber, Nordkorea auf eine Entwicklung wie in China zu lenken. Durch die Einführung des Kapitalismuses steigt hoffendlich dann die wirtschaftliche Leistung, was früher oder später in die Demokratie mündet. Das wäre aber eine Entwicklung von mindestens 30 Jahren... Außerdem: Wie bekommt man Nordkorea dazu, diesen Weg einzuschlagen? Aktuell gibt es da ja nur wenig Anzeichen für.

Gruß, Johannes
Offizieller Dogil.net / Meet-Korea-Twitter-Kanal: http://twitter.com/DogilNet
Dieser Beitrag wurde am 04.01.2006, 21:33 von iGEL verändert.
Avatar
Martin #5
Benutzertitel: Fighting....
Mitglied seit 12/2005 · 447 Beiträge · Wohnort: München
Gruppenmitgliedschaften: Benutzer
Profil anzeigen · Link auf diesen Beitrag
Zitat von iGEL:
Moin!

Mir, ich war damals 10 Jahre alt, ist eigentlich auch erst in Korea bewusst geworden, wieviel Glück wir mit der Einheit hatten. Dort habe ich mich mit einem älteren Koreaner unterhalten, und er meinte, dass die Deutschen sehr schlau waren, dass wir uns so friedlich wiedervereinigt haben. Ich denke mal, die wenigsten Koreaner erwarten eine friedliche Wiedervereinigung ohne Tote. Von meinem Großonkel, der damals dort unterwegs war, habe ich übrigens gehört, dass damals auf den Autobahnraststätten vor den Städten das Militär stand, um bei Bedarf möglichst schnell eingreifen zu können. Da hätte wohl nicht viel gefehlt, zumal die DDR-Führung ja auch die Chinesen für das Massaker auf dem Platz des himmlischen Friedens beglückwünscht haben ("Niederschlagung einer Kontrarevolution").

Der vielversprechendste Weg zur Wiedervereinigung für imho darüber, Nordkorea auf eine Entwicklung wie in China zu lenken. Durch die Einführung des Kapitalismuses steigt hoffendlich dann die wirtschaftliche Leistung, was früher oder später in die Demokratie mündet. Das wäre aber eine Entwicklung von mindestens 30 Jahren... Außerdem: Wie bekommt man Nordkorea dazu, diesen Weg einzuschlagen? Aktuell gibt es da ja nur wenig Anzeichen für.

Gruß, Johannes

Ich war beim Mauerfall 22 Jahre alt daher habe ich das ganze eigentlich gut mitbekommen!
Hatte eigentlich nie das Gefuehl das sich so was wie in China abspielen wird !!!
Dank Gorbi war diese Welle nicht mehr aufzuhalten ...das hat damals sogar Honecker bemerkt und hat reagiert und abgedankt... :-)

Johannes@
Warum muss man Kapitalismus mit Demokratie gleichsetzen ???

Denke dass sich Nordkorea einfach finanziel nicht mehr lange halten kann daher ist es wirklich nur eine Frage der Zeit....
Natuerlich hoffe und Glaube ich das es dann friedlich umgesetzt wird!!!
Avatar
iGEL (Administrator) #6
Benutzertitel: 이글
Mitglied seit 01/2005 · 3493 Beiträge · Wohnort: Berlin
Gruppenmitgliedschaften: Administratoren, Benutzer
Profil anzeigen · Link auf diesen Beitrag
Moin!

Ich meine, dass Kapitalismus (solange er nicht zu extrem ist) der Weg ist, um ein Land wirtschaftlich aufsteigen zu lassen. Nicht unter Garantie, aber alle anderen Wege sind weit weniger Erfolgsversprechend. Sobald die Bevölkerung aber einen gewissen Wohlstandslevel erreicht hat, werden die Rufe nach Demokratie immer lauter werden. Ich will mitnichten Demokratie und Kapitalismus gleichsetzen.

Ich glaube übrigens, das Südkorea sich engagieren wird, dass Nordkorea nicht implodiert. Auch China dürfte wenig Interesse haben, plötzlich noch einen demokratischen Nachbarn zu haben (was ja bei einem Zusammenbruch Nordkoreas ziemlich wahrscheinlich wäre). Südkorea hingegen fürchtet sich dagegen imho vor den Kosten einer solchen Aktion. Man muss bedenken, Nordkorea ist größer als Südkorea, und anders als die DDR, die einer der reichsten Ostblockstaaten war, ist Nordkorea wirklich bitterarm. Da kann ich es schon verstehen, dass die Südkoreaner um ihren neu gewonnenen Wohlstand fürchten, wenn sie doch sehen, wie schwer sich das reiche Deutschland mit seiner Wiedervereinigung tut. Ich denke, deswegen wird der Norden auch unterstützt, sie arbeiten lieber auf zwei befreundete Bruderstaaten hin, die sich erstmal wirtschaftlich angleichen können und dann langfristig Wiedervereinigen können, denke ich. Könnte man natürlich auch bei einem plötzlichen Zusammenbruchs Nordkoreas machen, ist dann aber schwieriger durchzusetzen.

Gruß, Johannes
Offizieller Dogil.net / Meet-Korea-Twitter-Kanal: http://twitter.com/DogilNet
Avatar
Martin #7
Benutzertitel: Fighting....
Mitglied seit 12/2005 · 447 Beiträge · Wohnort: München
Gruppenmitgliedschaften: Benutzer
Profil anzeigen · Link auf diesen Beitrag
Zitat von iGEL am 06.01.2006, 00:38:
Moin!

Ich meine, dass Kapitalismus (solange er nicht zu extrem ist) der Weg ist, um ein Land wirtschaftlich aufsteigen zu lassen. Nicht unter Garantie, aber alle anderen Wege sind weit weniger Erfolgsversprechend. Sobald die Bevölkerung aber einen gewissen Wohlstandslevel erreicht hat, werden die Rufe nach Demokratie immer lauter werden. Ich will mitnichten Demokratie und Kapitalismus gleichsetzen.

Ich glaube übrigens, das Südkorea sich engagieren wird, dass Nordkorea nicht implodiert. Auch China dürfte wenig Interesse haben, plötzlich noch einen demokratischen Nachbarn zu haben (was ja bei einem Zusammenbruch Nordkoreas ziemlich wahrscheinlich wäre). Südkorea hingegen fürchtet sich dagegen imho vor den Kosten einer solchen Aktion. Man muss bedenken, Nordkorea ist größer als Südkorea, und anders als die DDR, die einer der reichsten Ostblockstaaten war, ist Nordkorea wirklich bitterarm. Da kann ich es schon verstehen, dass die Südkoreaner um ihren neu gewonnenen Wohlstand fürchten, wenn sie doch sehen, wie schwer sich das reiche Deutschland mit seiner Wiedervereinigung tut. Ich denke, deswegen wird der Norden auch unterstützt, sie arbeiten lieber auf zwei befreundete Bruderstaaten hin, die sich erstmal wirtschaftlich angleichen können und dann langfristig Wiedervereinigen können, denke ich. Könnte man natürlich auch bei einem plötzlichen Zusammenbruchs Nordkoreas machen, ist dann aber schwieriger durchzusetzen.

Gruß, Johannes

Hi Johannes,

Freie Marktwirtschaft hört sich besser an  ;-)

Frage mal Deine Koreanischen Freunde wie die über das Thema Wiedervereinigung mit dem Norden denken ...
Habe wie schon mal bemerkt leider nicht so viel Euphorie darüber entdecken können!
Avatar
iGEL (Administrator) #8
Benutzertitel: 이글
Mitglied seit 01/2005 · 3493 Beiträge · Wohnort: Berlin
Gruppenmitgliedschaften: Administratoren, Benutzer
Profil anzeigen · Link auf diesen Beitrag
Moin!

Naja, freie Marktwirtschaft und Kapitalismus sind für mich beinahe Synonyme. Ich werd sie mal fragen. Sorry für die kurze Antwort, aber ich bin gerade nach hause gekommen und muss in 20 Minuten schon wieder los. ;)

Johannes
Offizieller Dogil.net / Meet-Korea-Twitter-Kanal: http://twitter.com/DogilNet
aemkei1982 #9
Mitglied seit 10/2005 · 21 Beiträge · Wohnort: Köln
Gruppenmitgliedschaften: Benutzer
Profil anzeigen · Link auf diesen Beitrag
Betreff: Meinung eines Pessimisten
Also meiner Meinung nach sind die Aussichten was die nahe bis mittlere Zukunft angeht nciht so rosig.

Ich stimme anderen Beiträgen zu, dass der einzige nachhaltige Weg nur über eine wirtschaftliche Öffnung des Nordens führen kann um die Lebensverhältnisse erstmal ein wenig anzugleichen.
Wird das jetzige Regime das tun, nach dem Vorbild Chinas? Ich denke nicht, weil diesem Regime eine verhungernde Bevölkerung lieber ist als ein Machtverlust.
Folglich müsste es also erstmal einen Regimewechsel geben. Der kann entweder von innen oder von außen eingeleitet werden. Leider ist meiner Meinung nach die nordkoreanische Bevölkerung zu einer internen Revolution nicht in der Lage. In der DDR z.B. gab es Unzufriedenheit über die Zustände, aber es ging den Leuten noch gut genug um raus zu gehen und zu demonstrieren etc. Im Gegensatz dazu hat die nordkoreanische Bevölkerung sozusagen gar nicht die Kraft um auf breiter Basis was zu verändern.
Was einen Regimesturz von außen angeht, wären wir dann im Bereich der Nuklearfrage.
Alles in allem also extrem heikel. Während 1989 die Gunst der Stunde einfach da war, ist es in Korea zurzeit genau umgekehrt.
Avatar
dergio (Moderator) #10
Benutzertitel: Rückkehrer
Mitglied seit 01/2006 · 1247 Beiträge · Wohnort: Düsseldorf
Gruppenmitgliedschaften: Benutzer, Globale Moderatoren
Profil anzeigen · Link auf diesen Beitrag
Ich denke auch, dass man Nordkorea und die DDR überhaupt nicht miteinander vergleichen kann.
Wie schon gesagt, Nordkorea ist arm, jeden Winter verhungen und erfrieren dort Leute und selbst wenn es es außerhalb jemand erführe, würde doch keine Hilfe ins Land gelassen werden.
In Nordkorea wird den Leuten der Strom im Winter abgeschaltet, damit die Beleuchtung für die Kim Jong Il Statue nicht ausgeht. Die Leute, die verdächtigt werden, gegen das System zu sein, werden grausamst gefoltert.
Von seiner Gesinnung her ist Nordkorea viel näher an China, als an Südkorea. Südkorea ist kulturell und wirtschaftlich gesehen, Welten vom Norden entfernt. Deswegen wird eine Annäherung auch wahrscheinlich viel Länger dauern.
Avatar
Martin #11
Benutzertitel: Fighting....
Mitglied seit 12/2005 · 447 Beiträge · Wohnort: München
Gruppenmitgliedschaften: Benutzer
Profil anzeigen · Link auf diesen Beitrag
Antwort auf Beitrag #9
Zitat von dergio:
Ich denke auch, dass man Nordkorea und die DDR überhaupt nicht miteinander vergleichen kann.
Wie schon gesagt, Nordkorea ist arm, jeden Winter verhungen und erfrieren dort Leute und selbst wenn es es außerhalb jemand erführe, würde doch keine Hilfe ins Land gelassen werden.
In Nordkorea wird den Leuten der Strom im Winter abgeschaltet, damit die Beleuchtung für die Kim Jong Il Statue nicht ausgeht. Die Leute, die verdächtigt werden, gegen das System zu sein, werden grausamst gefoltert.
Von seiner Gesinnung her ist Nordkorea viel näher an China, als an Südkorea. Südkorea ist kulturell und wirtschaftlich gesehen, Welten vom Norden entfernt. Deswegen wird eine Annäherung auch wahrscheinlich viel Länger dauern.

Hallo Dergio,

Du hast recht!
Obwohl China sich wirtschaftlich geöfnnet hat und dadurch bald zur Wirtschaftmacht Nummer 1 wird bleibt Korea verschlossen und unantastbar :-(

Trotzdem glaube ich dass sich NKorea nicht mehr so lange halten kann!
Die Gesamtsituation ist einfach zu schlecht für das Land!

Wie man beobachten kann sind die Kommentare des Norden gegenüber dem Süden eigentlich eher sehr freundschaftlich und deuten eigentlich immer auf den gemeinsamen Feind USA hin ...
Ich hoffe auf alle Fälle auf eine friedliche und schnelle Einigung!!!

Es sterben schon genug unschuldige Menschen!
ralferly #12
Mitglied seit 12/2005 · 37 Beiträge
Gruppenmitgliedschaften: Benutzer
Profil anzeigen · Link auf diesen Beitrag
Zitat von Martin:
Wie man beobachten kann sind die Kommentare des Norden gegenüber dem Süden eigentlich eher sehr freundschaftlich und deuten eigentlich immer auf den gemeinsamen Feind USA hin ...
"Gemeinsamer Feind" aber nur aus der Sicht des Nordens. Ohne die USA gäbe es höchst wahrscheinlich Südkorea schon seit 40 Jahren nicht mehr. Und das weiß man im Süden nur zu gut!

Und, mit dem "freundlichen Tonfall" ist es auch nicht allzuweit her. Da hält es der Norden eher prakmatisch: Für jedes gute Wort eine Wirtschaftshilfe.
Die Forderung nach einer Milliarde "Entschädigungszahlungen" für politische Gefangene im Süden vor wenigen Tagen kann definitiv wohl nicht zu den Freundschaftgesten des Nordens gezählt werden, oder?
Avatar
Martin #13
Benutzertitel: Fighting....
Mitglied seit 12/2005 · 447 Beiträge · Wohnort: München
Gruppenmitgliedschaften: Benutzer
Profil anzeigen · Link auf diesen Beitrag
Zitat von ralferly:
Zitat von Martin:
Wie man beobachten kann sind die Kommentare des Norden gegenüber dem Süden eigentlich eher sehr freundschaftlich und deuten eigentlich immer auf den gemeinsamen Feind USA hin ...
"Gemeinsamer Feind" aber nur aus der Sicht des Nordens. Ohne die USA gäbe es höchst wahrscheinlich Südkorea schon seit 40 Jahren nicht mehr. Und das weiß man im Süden nur zu gut!

Und, mit dem "freundlichen Tonfall" ist es auch nicht allzuweit her. Da hält es der Norden eher prakmatisch: Für jedes gute Wort eine Wirtschaftshilfe.
Die Forderung nach einer Milliarde "Entschädigungszahlungen" für politische Gefangene im Süden vor wenigen Tagen kann definitiv wohl nicht zu den Freundschaftgesten des Nordens gezählt werden, oder?

Hallo Ralf,

Ich habe ja auch aus der Sicht von NKorea zitiert!
Also nach meinen Erfahrungen ist es mit dem "großen Freund" USA im Sueden auch nicht mehr so weit!
Die Leute im SKorea sind nicht so sehr positiv auf die USA zu sprechen ...war wenigstens meine Erfahrung so!
Vieleicht hast Du andere ?

Das NKorea eine Forderung über "Entschädigungszahlen" and SKorea gestellt hat ist nur ein weiteres Zeichen dass es Ihnen finanziell einfach mehr als schlecht geht und sehr einsichtig und ärmlich!
Avatar
iGEL (Administrator) #14
Benutzertitel: 이글
Mitglied seit 01/2005 · 3493 Beiträge · Wohnort: Berlin
Gruppenmitgliedschaften: Administratoren, Benutzer
Profil anzeigen · Link auf diesen Beitrag
Moin!

Dass Südkorea ohne die USA nicht mehr existieren würde, stimmt wohl, gilt aber andersrum auch für den Norden mit China. Der Koreakrieg hat das ja schön gezeigt: Nordkorea nimmt wegen der wirtschaftlichen Überlegenheit (erst 1969 hat Südkorea den Norden wirtschaftlich überholt) innerhalb von 2 Monaten fast ganz Südkorea ein, dann kommt die UN und treibt die Nordkoreaner im selbe Jahr bis an die Grenze zu China zurück. Dann greifen die Chinesen ein, so dass man am Ende der 3 Jahre Krieg wieder am Ursprungsort zurück ist. Einziger Effekt des Krieges: 3 Millionen Tote, noch mehr Vertriebene und die gesamte Infrastruktur ist zerstört.

Dieser Krieg ist ebenfalls ein Grund dafür, dass man die Situation nicht mit der deutschen vergleichen kann. In beiden Ländern war die Angst vor einer Invasion sehr groß, noch in den 1980ern gab es in Südkorea regelmäßige Verdunkelungsübungen im ganzen Land (Ich glaube monatlich). Auch glaube ich, dass die Bedrohung aus dem Norden bei den beiden Militärpütschen durchaus eine Rolle gespielt hat. Man hat die chaotische Situation davor sicher nicht mit Freude gesehen.

Die Situation ist natürlich für Südkorea schwierig. Nordkorea bewegt sich nur recht wenig (wenn auch mehr als gegenüber den USA, wo sie ja hin- und wieder ihr Wort brechen), und mit jeder Hilfe stabilisiert man auch die jetzige Führung des Landes. Auf der anderen Seite kann man seine eigenen Landsleute ja auch nicht einfach verhungern lassen. Und ich glaube, dass die Geschenke Südkoreas tatsächlich die Spannungen zwischen den beiden Bruderstaaten abbauen.

Ich denke, dass es anders als beim Zusammenbruch der DDR bei einem Zusammenbruch von Nordkorea auch nicht sofort zu einer Wiedervereinigung kommt. Stattdessen wird man wohl für 10 Jahre oder so zwei befreundete Staaten haben, die beide demokratisch sind und der freien Marktwirtschaft unterliegen, während man sich langsam angleicht. Südkorea ist wie gesagt wirtschaftlich einfach nicht stark genug, um diese Last sofort zu schultern, außerdem glaube ich, dass dies auch für Deutschland der richtige Weg gewesen wäre. Dadurch, dass den neuen Bundesländern viel zu schnell westdeutsche Regeln verordnet wurden und die Mark so schell eingeführt wurde, ist nur unnötig viel kaputt gemacht worden (Absatzgebiete in Osteuropa konnten sich die Produkte der DDR nicht mehr leisten). Auch hatte man praktisch keine Handhabe gegen die Völkerwanderung aus dem Osten, was diese zusätzlich schwächt. Ich will natürlich keinem die Reisefreiheit nehmen, aber einen kompletten Umzug hätte man imho nicht einfach so machen dürfen.

Zum Antiamerikanismus habe ich mal ein neues Thema eröffnet.

Gruß, Johannes
Offizieller Dogil.net / Meet-Korea-Twitter-Kanal: http://twitter.com/DogilNet
Avatar
iGEL (Administrator) #15
Benutzertitel: 이글
Mitglied seit 01/2005 · 3493 Beiträge · Wohnort: Berlin
Gruppenmitgliedschaften: Administratoren, Benutzer
Profil anzeigen · Link auf diesen Beitrag
Moin!

Die Zeit hat einen Artikel veröffentlicht, der meiner Meinung nach gut zeigt, warum Südkorea einen schnellen Zusammenbruch des Nordens vermeiden will. Sehr lesenswert! http://www.zeit.de/2006/03/Korea

Hinter solchen Visionen steckt der Glaube der erfolgreichen Südkoreaner an die Machbarkeit von allem – und die Furcht, eines doch nicht bewältigen zu können: die plötzliche Wiedervereinigung. Nur noch die Alten schreckt die Armee aus dem Norden, die sie zu Beginn des Koreakrieges überrannte. Jüngere Politiker und Wirtschaftsführer dagegen beunruhigt eher, dass verarmte Arbeiterheere in Millionenstärke gen Süden ziehen könnten, sollte Kim Jong Ils Hungerzone im Norden kollabieren. [...]

Wie die Mehrheit der Koreaner heute denkt, hat Roh Moo Hyun, der Nachfolger des Sonnenschein-Präsidenten Kim Dae Jong, kurz nach seinem Amtsantritt im Februar 2003 ausgesprochen. Von der Diplomatie noch ungeschliffen, erklärte der Neuling in der Politik: Er könne eher mit einem atomar bewaffneten als mit einem kollabierenden Nordkorea leben.

Gruß, Johannes
PS: Gefunden über nuku's collage of life.
Offizieller Dogil.net / Meet-Korea-Twitter-Kanal: http://twitter.com/DogilNet
Schließen Kleiner – Größer + Auf diesen Beitrag antworten:
Smileys: :-) ;-) :-D :-p :blush: :cool: :rolleyes: :huh: :-/ <_< :-( :'( :#: :scared: 8-( :nuts: :-O
Weitere Zeichen:
Seite:  1  2  nächste  
Gehe zu Forum
Nicht angemeldet.
Kennwort vergessen · Registrieren
Aktuelle Zeit: 23.07.2017, 18:40:20 (UTC +02:00)  ·  Impressum  ·  Datenschutz