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Eine Hypothese: Korea und Inselmentalität
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jojo #1
Mitglied seit 03/2007 · 14 Beiträge · Wohnort: Freiburg
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Betreff: Eine Hypothese: Korea und Inselmentalität
Hallo,

ich möchte mal einfach so aus Spaß mit euch diskutieren über einen Gedanken, den ich mal
hatte als Koreaner lebend in Deutschland und Koreaner beobachtend, die auch in Deutschland
leben...

Sie besteht darin, dass Südkorea zwar geographisch
immer noch eine Halbinsel, praktisch aber eine Insel ist (da Nordkorea nicht passierbar).

Somit baut sich in Korea auch eine gewisse Inselmentalität ;) auf, finde ich.
Ich vertrete nämlich die Ansicht, dass Inselbewohner durch ihre Abgeschiedenheit von der Außenwelt
einige recht charakteristische Verhaltensweisen annehmen (Natürlich einbißchen stark verallgemeinert ;) ):
Inselbewohner sind gegenüber anderen Kulturen einbisschen weniger offen - nicht aus Boshaftigkeit, denn aus Mangel an Kontakterfahrung mit Fremdem während der Erziehung -. Sie nehmen eine gewisse Scheu vor neuen Kontakten an, da die "Anderen" sie gleich auffressen könnten - man kennt sie ja nicht.
Nicht gerade förderlich dazu ist ihre Unbegabung im Erlernen und vor allem Aussprechen fremder Laute - da nie so etwas gehört während der Erziehung auf der Insel...
Das führt dazu, dass sie im Ausland oft unter sich bleiben anstatt sich zu integrieren.
Das wiederum führt zu Schwierigkeiten darin, die
Vorurteile gegen "die Anderen" abzulegen und stattdessen die Vorteile im Kulturellen Austausch zu suchen - was in aller erster Linie nicht nur "es verstehen sich zu präsentieren" bedeutet, sondern, von anderen Kulturen zu lernen, was erlernenswert ist.

Soviel zu meiner Insel-hypothese :).

Und nun zu Euch:
Habt Ihr irgendwelche Erfahrungen dort auf der (Halb)Insel oder in Deutschland gesammelt, die diese Hypothese bestätigen oder dem Widersprechen?

Gruß,
jojo
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Molki #2
Mitglied seit 03/2006 · 188 Beiträge · Wohnort: Bad Aibling
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In dem Buch Korea unmasked

wird Korea mit Italien verglichen also eindeutig Halbinsel. Siehe dazu auch das Thema zum Buch.

Ich kann Dir dieses Buch nur Empfehlen ist leider nur auf Englisch und Koreanisch erhältlich.
Mit freundlichen Grüßen / Kind regards / 안녕히 계세요
Alexander Wolff

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dergio (Moderator) #3
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Was die "Reinheit" der Nationalitaet angeht, kommt Korea denke ich schon, einer abgelegenen Insel nahe. Daher wahrscheinlich auch die Unsicherheit im Umgang mit Auslaendern. Es gibt halt nicht so viele.
Und zu diesem Thema kann ich als Halb-Italiener sagen, dass der Vergleich mit Italien ein bisschen hinkt. Italien war schon immer multikulturell und international. Und das schon seit der Antike.

Es gibt Koreaner, die 50 oder aelter sind und noch nie im Ausland waren. Das kann man sich als Europaeer kaum vorstellen. Vor Auslaendern moechte man eine gewisse Distanz wahren, aber in gewisser Weise wird man auch ein bisschen bewundert.

@jojo
Ich bin mir nicht sicher. Bist du Koreaner? Dann faellst du wahrscheinlich aesserlich nicht auf.

Wenn ich hier in der Nachbarschaft mit meiner koreanischen Frau und Kinderwagen spazieren gehe, fallen wir auf, wie bunte Hunde.
Vor allem aeltere Leute bleiben sogar auf der anderen Strassenseite stehen und starren uns an. Manchmal eine ganze Minute. Dann haben sie sich gefasst und koennen weitergehen.
Ich muss aber sagen, dass es mir in letzter Zeit gar nicht mehr so auffaellt. Nach einem Jahr habe ich mich schon dran gewoehnt, dass ich auffaellig bin.
Oder zum Beispiel dass im Bus ein Kind hinter mir zu seiner Mutter sagt: "Guck mal Mama, ein Auslaender. Sag mal was auf English zu dem!"
Sowas ist fuer mich schon ganz normal.

Was die Bereitschaft angeht, Sprachen zu lernen fallen mir z.B. die Franzosen ein, die ja auch nicht gerade beruehmt dafuer sind.
Ich bin aber immer wieder uebberrscht, wie viele Koreaner die ich so kenne, in der Schule deutsch gelernt haben. Das sagen sie natuerlich nicht. Aber wenn man mal nachfragt, sind es doch mehr als ich dachte. Vor allem von der jetzigen Elterngeneration.
KoreaEnte #4
Mitglied seit 01/2007 · 636 Beiträge · Wohnort: Seoul/Düsseldorf
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Es gibt Koreaner, die 50 oder aelter sind und noch nie im Ausland waren. Das kann man sich als Europaeer kaum vorstellen. Vor Auslaendern moechte man eine gewisse Distanz wahren, aber in gewisser Weise wird man auch ein bisschen bewundert.

Also natürlich wird man als Ausländer hier anders behandelt, aber ich finde sehr freundlich, wenn auch manchmal zu freundlich. Aber besser als andersherum, wie es wahrscheinlich einigen Ausländern in Deutschland schon mal erlebt haben. Lustig und nett sind ganz kleine Kinder die einen mitten auf der Strasse beim Vorbeigehen einfach mit "Hi" ansprechen und sich tierisch freuen, wenn man ein "Hi" antwortet. Etwas nerviger sind eine Gruppe von Schulkindern, da antwortet man am besten nicht sonst hat man die gleich an der Backe ;) Ich habe auch ein "Hi" geantwortet und dann kamen tausende Fragen woher ich komme usw, immerhin alles auf englisch, auch wenn es nicht gerade gutes Englisch war und gleichzeitig haben mir die Mädchen der Gruppe alle Komplimente die sie auf englisch kannten an den Kopf geworfen, ich habe nichts gegen Komplimente aber sie von vielleicht 12 jährigen Mädchen zu hören ist ja schon eher ungewohnt (ich bin 23). Und so eine Gruppe loszuwerden ist dann auch garnicht so einfach die folgen einem dann erstmal ein Stückchen, aber wie gesagt lieber so als andersherum. Sowas passiert ja auch nicht jeden Tag, also im normalfall wird man eigentlich ignoriert bzw vielleicht ne Sekunde länger angeguckt als ein anderer fremder Koreaner und solche Situationen die ich beschrieben habe passieren nur ab und zu mal.

Ich bin aber immer wieder uebberrscht, wie viele Koreaner die ich so kenne, in der Schule deutsch gelernt haben. Das sagen sie natuerlich nicht. Aber wenn man mal nachfragt, sind es doch mehr als ich dachte. Vor allem von der jetzigen Elterngeneration.

Soweit ich weiß müssen die eine 2te Fremdsprache wählen in der Schule und eine Wahlmöglichkeit ist eben Deutsch. Ich kenne auch recht viele die Deutsch in der Schule hatten, aber leider heißt das nicht viel, ich kenne zum Beispiel eine die 3 Jahre Deutschunterricht hatte vor etwa 6 Jahren, also in ihrer Schulzeit und sich noch an "Guten Tag" "Guten Abend" und "Danke und Bitte" erinnert, ansonsten wusste sie garnichts mehr.
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