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Wie schwer ist Koreanisch? Stipendien für Koreanischstudenten?
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Felix89 (Guest) #1
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Subject: Wie schwer ist Koreanisch? Stipendien für Koreanischstudenten?
Hallo.

Ich nehme an, diese Frage wurde schon mehrere tausend Mal gestellt, und ich habe auch schon die Suche benutzt um Antworten zu bekommen, aber mit wenig Erfolg. Deswegen poste ich nochmal neu.

Ich werde ab nächstem Jahr Chinesisch und Indonesisch studieren. Es wird angeboten, zusätzlich Koreanisch zu machen (als Teil des Bachelors). Das Studium dauert 4 Jahre, darin enthalten ein halbes Jahr in Südkorea (am Ende des dritten Jahres).
Ich frage mich nun, wie weit man bei ca. 10 Stunden Koreanisch pro Woche in 2 1/2 Jahren kommt. Ich möchte Dolmetschen als Master studieren, und Koreanisch wäre das i-Tüpfelchen in meinem Lebenslauf, bringt mir aber eigentlich nur etwas, wenn ich die Sprache fließend spreche (jaja, ich weiß, was jetzt kommt... Aber seht es bitte von meinem Standpunkt. Wenn ich als Dolmetscher für Chinesisch z. B. für den Bundestag arbeite werde ich mit keinem einzigen Koreaner zu tun haben.) Interesse ist massig vorhanden. Sprachbegabung ist auch da, wenn ich das so sagen darf. Asiatische Spracherfahrung ebenfalls; spreche fließend Vietnamesisch und Chinesisch.


Da das Studium in GB ziemlich teuer ist, würde es mich interessieren, ob es Stipendien für Koreanischlernende gibt...


Ich danke euch vorab für alle Informationen.
David #2
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Die Frage, die - zumindest mir - vorab unter den Nägeln brennt: bist du tatsächlich ein 89er Jahrgang? ^^

PS: 你真会说普通话吗?太好了!你为什么学校汉语?
This post was edited on 2007-05-30, 20:22 by David.
sonbi #3
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Ich gebe nur zu bedenken, dass die koreanische Grammatik wesentlich schwieriger ist als die chinesische, die ja eher überschaubar ist.  Ich glaube, wenn Du "fließend" Koreanisch sprechen möchtest, müsstest Du schon mindestens 2 Jahre in Korea leben. Die Konversationskurse an deutschen Unis helfen da denke ich nicht viel weiter. Gute Stipendien gibt es soviel ich weiß nur für Leute die Koreanisch als Hauptfach studieren.
Felix89 (Guest) #4
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David, na rate mal. Aber ich nehme an, dass es mehrere Felixe des Jahrganges gibt.

sonbi, ich gehe mal mehr ins Detail. Ich werde in London studieren, bei SOAS, und die haben einen Weltruf dafür, das menschenmögliche herauszuholen.
Koreanisch wäre mein Hauptfach (in GB entscheidet man zwischen "with" und "and". Ich studiere Chinese and Indonesian and Korean. Nebenfach wäre "... with Korean"). Davon mal abgesehen macht Kleinvieh auch Mist.




P.S.: Verification Code this time was H5N1. ;) These guys have a very good humour.;)
David #5
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David, na rate mal. Aber ich nehme an, dass es mehrere Felixe des Jahrganges gibt.

War bloß neugierig ... wie kommt es, dass man in dem Alter gleich 4 Sprachen (nachdem du vorhast in England zu studieren, gehe ich mal davon aus, dass Englisch dazuzählt) fließend beherrscht?

Ansonsten gehe ich mit sonbi konform, dass Koreanisch schwieriger als Chinesisch ist, wobei das auch sehr von individuellen Neigungen abhängt. Wer sich generell beim Merken von Schriftzeichen schwer tut, aber mit komplexen grammatikalischen Strukturen weniger Probleme hat, für den mag sich das vielleicht anders darstellen. Allerdings hat Koreanisch noch einige Features mehr zu bieten, die den Lerner vor Probleme stellen können und werden. ;)
This post was edited on 2007-05-30, 22:39 by David.
basti2010 #6
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Wie kann man als 89er  Jahrgang schon so viele Sprachen sprechen und vor allem studieren?!
Hast du ne Klasse übersprungen?
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dergio #7
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@basti
Bei dir bin ich mir mit 2010 ja auch nicht so sicher  ;-)
Felix89 (Guest) #8
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Meine Mutter ist englisch, mein Vater deutsch. Beide haben zeitweise für Ärzte ohne Grenzen gearbeitet. Vietnamesisch spreche ich, weil wir da gelebt haben (mit dem "fließend" ist das natürlich so eine Sache. Spreche ich lange nicht so gut wie eine Muttersprache, aber es reicht um mich gut am Leben zu erhalten. Ich spreche größtenteils ohne Grammatik ;) aber verständlich und zügig, fließend eben.). Chinesisch sprechen meine Eltern als Zweitsprache, wir haben chinesische Freunde, man kriegt also einiges mit.

David, stimmt das: Die koreanische Schrift kann  man innerhalb eines Morgens lernen?
Was würdest du sagen sind die schwierigsten Aspekte des Koreanischen (und wie wesentlich sind die für die Kommunikation)? Wenn jemand im deutschen keinen Konjunktiv bilden kann ist das meines Erachtens nicht weiter tragisch, weil der Großteil der deutschen keinen vernünftigen Konjunktiv bilden können würde ;)

Bezüglich des Studiums muss man klarstellen, dass ich noch ein Jahr machen muss. Ich bin allerdings mehrmals bei SOAS gewesen und habe mit den Leuten gesprochen, die für die Aufnahme zuständig sind. Sollte mir nicht das blaue Wunder wiederfahren, so schaffe ich die Aufnahemekriterien locker (weil sie generell nicht so hoch sind).
David #9
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David, stimmt das: Die koreanische Schrift kann  man innerhalb eines Morgens lernen?

Wenn man sich geschickt anstellt, ja. Natürlich braucht es dann noch etwas Übung bis das Ganze wirklich sitzt, aber prinzipiell halte ich es für möglich.

Bei Hangeul (so wird die koreanische Schrift genannt) handelt es sich um eine Alphabetschrift (wie die lateinische), mit einigen kleinen Unterschieden zur Unsrigen zwar, aber im Wesentlichen nicht allzu schwierig zu erlernen. Wenn du allerdings auch in der Lage sein möchtest komplexere Texte verstehen zu können, musst du dich später auch noch mit chinesischen Schriftzeichen herumschlagen (im Koreanischen Hanja genannt). Diese dienen hauptsächlich zur Unterscheidung von Homophonen. Um eine Größenordnung anzugeben: koreanische Schüler müssen im Laufe ihrer Schullaufbahn etwa 2000 davon lernen. Wenn du allerdings sowieso vorhast, Chinesisch zu studieren, sollte dieser Aspekt kein größeres Problem darstellen (mit dem Hinweis, dass die Koreaner die traditionellen verwenden), allerdings bezweifle ich, dass man in 2 1/2 Jahren bei 10 Stunden die Woche, überhaupt auf ein Niveau kommt, auf welchem Hanja von Bedeutung wären - insbesondere wenn man daneben auch noch andere Sprachen lernt.

Die schwierigsten Aspekte des Koreanischen? Den größten Unterschied zu den bisher aufgezählten Sprachen (Deutsch, Englisch, Mandarin, Vietnamesisch) wirst du gleich zu Beginn feststellen - es handelt sich bei Koreanisch um eine SOV-Sprache. Das heißt, dass das Verb grundsätzlich am Ende eines Satzes steht (ganz so wie wenn man im Deutschen sagt "[...], dass er in die Schule geht.") - Subjekt und Objekt gehen dem Verb also voran. Dieser Aspekt ist für jede Kommunikation natürlich von höchster Bedeutung und erfordert - zumindest in der Anfangsphase (wie es später ist, kann ich (noch) nicht sagen) - einiges Umdenken.

Es gibt weiters keine Relativpronomen ("der", "die", "das", etc. im Deutschen; "which", "who", usw. im Englischen) im Koreanischen - diese werden durch Partizipialkonstruktionen ausgedrückt, die für Muttersprachler der meisten europäischen Sprachen sehr ungewohnt sind. Anstatt also zu sagen "Der Mensch, der schläft", sagt der Koreaner "der schlafende Mensch", bzw. noch exakter, "schlafend Mensch" da diese Partizipialkonstruktion dem Nomen vorausgeht.

Nächster Punkt: das Vokabular. Etwa 60% davon stammen aus dem Chinesischen ab, wer sich gleichzeitig auch für diese Sprache erwärmen kann, für den ist das natürlich ein geringeres Problem - allen anderen sei gesagt: zu europäischen Wörtern gibt es - mit Ausnahme einiger englischer Lehnwörter - natürlich keinerlei Verwandtschaft whatsoever.

Aussprache - sieht anfangs leichter aus als sie tatsächlich ist. Wer glaubt, dass - bloß weil man sich hier mit keinen Tönen herumschlagen muss - die koreanische Aussprache einfach sei, der irrt. Viele Konsonanten klingen sehr ähnlich, erfahren Ausspracheänderungen wenn sie mit gewissen anderen Buchstaben zusammentreffen, etc.

Schließlich gibt's noch eine großartige Auswahl an Höflichkeitsstufen im Koreanischen - 7 an der Zahl um genau zu sein. Wobei hier meines Wissens 3 davon im Alltagsgebrauch nur passiv verstanden werden sollten - wenn überhaupt. Bleiben halt "nur" noch 4.

So, das waren mal meine ersten Gedanken dazu. Andere geplagte Koreanischlerner sind natürlich aufgerufen, ihre eigenen Erfahrungen einfließen zu lassen.

Ansonsten verweise ich einfach mal auf Wikipedia, dort kannst du dir eine gute Einführung durchlesen:

http://en.wikipedia.org/wiki/Korean_language
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iGEL (Administrator) #10
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Moin!

Hanja sind imho nicht wirklich wichtig. Ich habe inzwischen mehrfach gehört, dass sie später das lernen vereinfachen, da man eben einen Teil der Bedeutung daher leiten kann. Aber z. B. meine koreanische Freundin würde keine Zeitung lesen, die Hanja enthält, weil sie wohl viel aus der Schulzeit vergessen hat.

Natürlich gibt es mit der Aussprache Schwierigkeiten, aber so dramatisch finde ich das nicht. Schwierig ist für mich vor allem die richtige Aussprache der Doppelkonsonanten. Wenn man in Korea ist und regelmäßig spricht und hört, geht das mit dem Hörverständnis schnell besser. Wenn ich das Vokabular kenne, verstehe ich die Sätze in normalem Sprechtempo recht gut, vorher musste ich mir die Sätze oft Wortweise sagen lassen.

Ich denke, die Lernkurve von Hangeul sieht in etwa so aus, dass man 95% in 5% der Zeit lernt und die restlichen 5% in 95% der Zeit. Während man am Anfang sehr schnell lernen kann, gibt es später einige Regeln für Kleinigkeiten (etwa 약 먹어 -> 양 먹어) und auch ein paar Ausnahmen (z. B. 같이 -> 갖이), die auch erstmal verinnerlicht werden wollen. Insgesamt ist die Schrift aber wesendlich einfacher und konsitenter als etwa Englisch, wo man ja mehr oder weniger für jedes Wort die Schreibweise lernen muss (Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Ghoti).

Gruß, Johannes
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David #11
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Da du's grad erwähnst, Johannes, hast du ne gute Quelle zu den Auspracheänderungen wie bei 같이 (dachte eigentlich bisher immer 같이 -> [가치]). "The Sounds of Korean: A Pronunciation Guide" steht zwar ganz oben auf meiner Wunschliste, aber vielleicht gibt's da auch was online?

Bei den Hanja gebe ich dir recht, sie können das Lernen von Vokabeln mE sehr vereinfachen.
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iGEL (Administrator) #12
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Moin!

Du hast recht, es ist 가치. Eine Liste der Regeln ist in "Elementary Korean" enthalten, im Internet kenne ich keine.

Gruß, Johannes
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Felix89 (Guest) #13
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David, den Artikel habe ich gelesen (bin nicht vollkommen unvorbereitet), aber es ging mit bei meiner Frage um persönliche Einschätzung.
David #14
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Persönliche Einschätzung steht über dem Link.
Felix89 (Guest) #15
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Mensch, habe doch nicht gesagt, dass es nicht dort stünde...
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