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Auswandern nach Südkorea
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Shylin #1
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Subject: Auswandern nach Südkorea
Hallo,

das Thema beschäftigt mich schon lange. Seit ich ein kind bin zieht es mich in den asiatischen bereich gerade japan und korea. mittlerweile bin ich 20 und sehne mich eigentlich danach dorthin auszuwandern. ok das ist vielleicht jetzt etwas weit gegriffen, aber zumindest urlaub will ich dort mal machen. ich kenn mich mittlerweile seit 20 jahren xD und so wie ich mich kenne wird mich das nicht los lassen. ich kann mir nichts vorstellen was mich so sehr abschrecken würde das ich mir das wohnen und leben dort nicht mehr vorstellen könnte.

ich hab einige beiträge hier schon gelesen diese waren jedoch relativ alt (2007)
deshalb will ich hier aktuell nochmal nach leuten fragen die von deutschland nach korea ausgewandert sind.
wie lief das ganze ab?
habt ihr erspartes mit genommen? wenn ja wie viel?
hattet ihr einen job in deutschland er euch den einstieg dort erleichtert hat?
wie gut konntet ihr koreanisch?
gibt es dinge die ihr jemandem wie mir mitgeben würdet als tipps?

danke :)
JayD #2
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Hello Shylin,

ich bin 2014 nach Korea gegangen. Allerding war ich damals schon relativ gut vorbereitet z.B. war ich bereits 6-7 mal vorher in Korea.
Ich hatte meine Frau 2010 in Korea kennengelernt und bin dementsprechend sehr oft in Korea gewesen. Wir haben 3 Jahre in Deutschland zusammen gelebt und sind dann wieder nach Korea gegangen. Allerdings wie gesagt, war ich relativ gut vorberietet:
1.) Ich habe einen  Doktor in Naturwissenschaften
2.) Hatte Berufserfahrung in einem deutschen Topunternehmen in einem sehr (immer noch) zukunftstraechtigen Bereich
3.) Meine Erfahrung wurde in Korea gebraucht
4.) Ich habe einen Job bei einem der groessten koreanischen Unternhemen bekommen und das natuerlich bereits sicher gehabt bevor ich nach Korea gegangen bin
5.) ich hatte Erspartes
6.) Meine Firma hat meine Wohnung organisiert und bezahlt
7.) Meine Frau ist Koreanerin
8.) Ich konnte schon etwas koreanisches Sprechen
9.) Ich hatte bereits in einem rein koreanischen Umfeld in Korea gelebt und gearbeitet (2010 fuer ein Stipendium an einem koreanischen Institut in Seoul fuer 3-4 Monate)
10.) Kannte das Land bevor
11.) Wusste das ich gebraucht werden wuerde

All diese Faktoren, haben das Auswandern natuerlich erheblich erleichtert und natuerlich wird es um einiges schwerer und haerter werden, besonders wenn man 20 ist vll noch keine Ausbildung abgeschlossen hat (und hiermit meine ich Studium, das andere zaehlt nicht wirklich in Korea)

Mein Tipp, schliesse dein Studium in Deutschland ab, sammele Berufserfahrung in einem Bereich, der in Korea gefragt ist und lerne schonmal koreanisch.

Wenn du das nicht manche willst/kannst, dann sei darauf gefasst wie hart es werden wird ohne richtige Sprachkenntnisse und Ausbildung/Berufserfahrung. Das fanegt bei der Visasituation an und hoert beim alltaeglichen Leben auf. Ich habe viele junge Deutsche hier getroffen und sie waren alle sehr enthusiastisch am Anfang und wren doch dann alle relativ schnell ernuechtert. Vieles versteht man erst wenn man es selbst erlebt hat. Korea ist sehr hart ohne die richtigen finanziellen Mittel etc. ich wuerde mir da keine Illusionen machen. Viele DInge, die du aus dem Fernsehen kennst entsprechen einfach nicht wirklich der Realitaet.
ABER wenn du gut vorbereitet bist, etwas mitbringst, das die Koreaner brauchen kann das Leben hier sehr angenehm und komfortabel sein. Ich will hier bleiben fuer die vorhersehbare Zukunft.
This post was edited on 2020-03-04, 23:49 by JayD.
Flo-ohne-h (Moderator) #3
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In reply to post #1
Quote by Shylin on 2020-03-01, 19:10:
ich hab einige beiträge hier schon gelesen diese waren jedoch relativ alt (2007)
deshalb will ich hier aktuell nochmal nach leuten fragen die von deutschland nach korea ausgewandert sind.
wie lief das ganze ab?
habt ihr erspartes mit genommen? wenn ja wie viel?
hattet ihr einen job in deutschland er euch den einstieg dort erleichtert hat?
wie gut konntet ihr koreanisch?
gibt es dinge die ihr jemandem wie mir mitgeben würdet als tipps?

Ich war als Postdoc 2009 an einer belgischen Uni und habe nach Stellen als Professor in "akzeptablen Ländern" gesucht. Seit dem ich etwa 15 war, hat mich alles ostasiatische fasziniert und ich habe Südkorea als akzeptabel eingeordnet, nachdem ich 2004 dort auf einem Kongress war und mir das Land sehr gut gefallen hat. Die Uni hat eine Visa Issuance Number (oder so ähnlich) besorgt und damit habe ich schnell das Visum bekommen.

Ich habe mich also an der Uni beworben und wurde nach einem Skypeinterview genommen (d.h. ohne persönlichen Kontakt). Nach einem kurzen Besuch dort, habe ich meine Sachen gepackt und zum größeren Teil bei meinen Eltern geparkt und zum kleineren Teil in den Koffer gepackt. Als eines der ersten Ziele habe ich meiner damalige Freundin (jetzt Frau) unter tatkräftiger Mithilfe des Institutsleiters einen Doktorvater besorgt und ihre Immatrikulation besorgt. Da ich vom ersten Tag an ein ordentliches Gehalt bekommen habe, gab es keine Probleme mit Erspartem - ich habe für einige Ausgaben am Anfang meine dt. Kreditkarte genommen, insgesamt aber weniger als 1000 €.

Von der Uni hatte auch ein Budget von 6 Million KRW für Möbel, Elektrogeräte (Kühlschrank, Klimaanlage) und Herd. Diese wurden mit Ausnahme der Matratze auch innerhalb der ersten paar Tage geliefert. Als ich in der Wohnung, die von der Uni für mich angemietet wurde ankam, war außer Bad und Einbauküche nur die Matratze drinnen - insofern waren die ersten Tage vom Einkauf von Hausrat geprägt.

Koreanisch konnte ich Anfangs 10 Worte, die ich noch vom Kongress 2004 kannte. Ich habe mir Hangeul mit Wikipedia beigebracht und dann einen Kurs an der Uni für Studenten mitgemacht.

Ich kann mich JayD nur anschließen. Ohne eine Ausbildung, die für Koreaner wertvoll ist (d.h. MSc oder Dr. idealerweise in MINT-Fächern), wirst Du in den 3D-Jobs (dull, dirty, dangerous) landen und vermutlich kräftig besch... werden, weil Du zwar weiß bist aber ersetzbar bist und Dich mangels kulturellen, sprachl. und rechtl. Kenntnissen nicht ordentlich wehren kannst.
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InZain #4
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Hallo, Ich bin Ende 2018 nach Korea gegangen. Es wurde oben eigentlich bereits viel gesagt. Was vielleicht noch wichtig sein könnte, dass du in Korea, durch Besuche usw, Kontakte aufbaust.

Damit meine ich nicht die Kontakte, die einen 1 Monat lang behalten um einfach nur einen/eine Ausländer/-in als Freund zu haben, oder sowas in der Art.
Bei solchen Sachen finde ich muss man aufpassen in Korea. Koreaner erzählen viel und vorallem wenn der Tag lang ist.

Ich zum Beispiel, war vorher 10 mal für jeweils 1 Monat+ in Korea, da ich Kendo/Geomdo mache und natürlich wegen meiner Frau, die Koreanerin ist.

Dadurch haben sich ein paar ernsthafte Kontakte ergeben, die mir zum Beispiel, geholfen haben Kultur und Benehmen im alltäglichen Leben zu verstehen, Tipps für die Arbeit / Geschäfte gegeben haben, oder selbst sprachliche Dinge erklärt haben usw.

Wenn man wie ich einen Sprachkurs besucht, dann treffe ich auch noch auf andere ausländische Ehepartner. Mit denen kann man sich dann auch mal gut austauschen über Sachen die Koreaner nicht kennen oder verstehen.
Wie z.B. warum immer im vollen Bus die Leute alle stehen, aber der Platz neben dir immer frei ist usw.

Wenn man sich darüber austauscht merkt man, dass man nicht alleine ist und kann mit solche kleinen alltäglichen Sachen viel besser umgehen bzw. sie verstehen.

Also meine Tipps sind:
1. Sprache
2. Kontakte über Aktivitäten
3. Kultur verstehen

Dann bist du immer willkommen, egal wo du hinkommst.
Rina98 #5
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Hallo Shylin,

ich kann dir nicht weiter helfen aber fühle mit dir. Ich mit 22 Jahren habe auch den Traum dort zu leben. Ich überlege fast täglich was ich für ein beruf machen soll um dort fuß fassen zu können. Ich habe nicht den Wunsch viel Geld zu verdienen. Dachte darüber nach wie toll es wäre dort ein kleines süßes Café zu betreiben. Oder Touristen Führer zu werden. oder ein Job haben in Deutschland den ich quasi von zuhause aus machen könnte.

Eine Familie dort aufzubauen hört sich auch schön an. Ich mag die Kultur sehr und bin auch für andere Kulturen sehr offen gegenüber.
Flo-ohne-h (Moderator) #6
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Quote by Rina98:
Ich überlege fast täglich was ich für ein beruf machen soll um dort fuß fassen zu können. Ich habe nicht den Wunsch viel Geld zu verdienen. Dachte darüber nach wie toll es wäre dort ein kleines süßes Café zu betreiben. Oder Touristen Führer zu werden. oder ein Job haben in Deutschland den ich quasi von zuhause aus machen könnte.

Eine Familie dort aufzubauen hört sich auch schön an. Ich mag die Kultur sehr und bin auch für andere Kulturen sehr offen gegenüber.

Ich muß mich jetzt etwas als Spaßverderber einmischen.

1. Ohne fließende Koreanischkenntnisse (oder einen kor. Partner, auf den man sich 100% verlassen kann - d.h. idealerweise Ehepartner), wird's in K ziemlich schwierig
2. Ohne mindestens einen Bachelor, wirst Du kaum eine ordentliche Anstellung finden
3. Touristenführer - K ist jetzt nicht unbedingt ein Traumziel für dt. Touristen und es wird schwierig Fuß zu fassen. Studiosus&Co. fliegen ihre Führer meistens mit ein.
4. Unterschätze die 7-8h Zeitverschiebung nicht. Im Winter ist 16:00 in D, Mitternacht in K, d.h. ein normaler Arbeitstag in D ist in K nur relativ "familienunfreundlich" zu gestalten.
5. Kinder in K aufzuziehen ist in K super (Koreaner sind kinderverrückt wie die Italiener), solange bis sie in die Schule kommen. Danach werden die Eltern von der Schule mit eingespannt und die Kinder bekommen meist Hagwonunterricht bis spät abends (es gibt sicherlich nicht grundlos ein Gesetz, das festlegt, daß Grundschulkinder nach - glaube ich - 22:00 keinen Unterricht mehr bekommen dürfen).
Martha D. #7
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In reply to post #4
Hallo, InZain!

Quote by InZain on 2020-04-19, 14:40:
Damit meine ich nicht die Kontakte, die einen 1 Monat lang behalten um einfach nur einen/eine Ausländer/-in als Freund zu haben, oder sowas in der Art.
Bei solchen Sachen finde ich muss man aufpassen in Korea. Koreaner erzählen viel und vorallem wenn der Tag lang ist.

Halb im Scherz gefragt, wo findet man bitte koreanische Leute, die einfach nur Leute aus dem Ausland als (wohl Herzeige-)Freunde haben wollen? Wenn man nur für ein paar Wochen als Tourist unterwegs ist und man mit so einer Art von Kontakt auch zufrieden ist, finde ich das nicht so schrecklich. Ich werde als "ausländische Freundin" hergezeigt und wahrscheinlich lerne ich dabei Korea und die Kultur kennen.
Bisher sind meine Kontaktversuche bei Facebook und Naver-Blogs gescheitert, also über freundliche Kommentare aus fernen Ländern von Ausländern scheint man sich nicht zu freuen oder die Translate-Programme spucken furchtbar grausame Übersetzungen raus.   :scared:


Quote by InZain on 2020-04-19, 14:40:
Wie z.B. warum immer im vollen Bus die Leute alle stehen, aber der Platz neben dir immer frei ist usw.

Also jetzt bin ich schon sehr neugierig, warum das so ist! Bitte verraten!
Vielleicht riechen westliche Leute (andere Ernährung, Pflegeprodukte, usw.) unangenehm? Ich bin sehr geruchsempfindlich und denke mir das auch öfters, wenn ich in Öffis unterwegs bin. :-D
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InZain #8
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Hallo Martha,

Zu den Freunden - Ich habe das vielleicht umständlich geschrieben^^ Aber jetzt wird es noch umständlicher :D
Der Großteil der Koreaner war noch nie selber im Ausland. (mit Ausland meine ich nicht die Länder in der Nähe wie z.B. Japan usw). Deshalb sind ein paar von ihnen ,ab und zu und für einen kurzen Zeitraum, an dir interessiert. (Weil sie vielleicht selber im Ausland wohnen/studieren wollen oder sowas)
Was nicht schlimm wäre, wenn es nicht so... komisch wäre...
Es ist nicht einfach zu erklären wenn man es nicht selber erlebt hat. Sagen wir es einfach so, die meisten Koreaner haben nur echte Freunde die sie noch aus der Schulzeit kennen. Die restlichen Bekanntschaften sind nur oberflächlich und "heuchlerisch" (wenn man das so sagen darf) und dienen nur dem eigenen Vorteil.
Solche Beziehungen arten aus in Übertreibungen, Angeberei, Vergleichen, einen auf "best friends 4 ever" machen usw...
Wenn ihr Zweck dann erreicht ist, dann kann man sie gerne kontaktieren, aber sie werden nie wieder deine Nachrichten lesen. (D.h. im Kakaotalkchat steht für immer die "1" vor der Nachricht... für immer). Du erreichst sie nie wieder und sie antworten nicht einmal aus Höflichkeit. Das passiert alles von Heute auf Morgen und ohne Vorwarnung.
Es gibt die Leute die sind dann einem egal, weil es auch eher nur mal "irgendwo rumhängen war. Aber gibt auch seltene härtere Fälle.
-> Kurzgesagt: Viele sind einfach nicht ehrlich, während du ehrlich bist. Du weißt nichts über sie, aber sie wissen alles über dich.
Mein festen Kontakte sind meine Frau und Familie, Freunde die selber schon im Ausland gelebt haben und beim Sport. (da aber auch nur 10% wo ich sage die erzählen mir keine scheiße). Ansonsten auch einfach andere Ausländer.
Damit will ich sagen, Kontakte sind wichtig, aber auch in Korea gilt es vorsichtig zu sein. Die Gesellschaft ist allgemein oberflächlicher.

Zu der Ubahn-/Bussache: Ich dusche 2 mal täglich da ich Kendo/Geomdo täglich mehrere Stunden betreibe. Benutze Deo, wechsel am Tag meine Kleidung öfters -> die sofort abends gewaschen wird, Esse zu 98% koreanisch. Es gibt Leute die, der Maske geschuldet, erst spät erkennen dass ich Ausländer bin und stehen auf nachdem sie es bemerken.
Ich habe  absolut keine Ahnung wieso.

Sorry war nen bisschen viel^^
Aber denkt jetzt alle nicht, dass ich Korea nicht mag... nur wegen ein paar "Kleinigkeiten" die man subjektiv mitbekommt. Wenn ich da von Deutschland anfangen würde, würde ich übermorgen noch schreiben  :-D :-D
This post was edited on 2020-11-02, 18:02 by InZain.
Flo-ohne-h (Moderator) #9
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Mein festen Kontakte sind meine Frau und Familie, Freunde die selber schon im Ausland gelebt haben und beim Sport. (da aber auch nur 10% wo ich sage die erzählen mir keine scheiße). Ansonsten auch einfach andere Ausländer.
Damit will ich sagen, Kontakte sind wichtig, aber auch in Korea gilt es vorsichtig zu sein. Die Gesellschaft ist allgemein oberflächlicher.

Da kann ich, der 4.5 Jahre in K gelebt hat, nur zustimmen.

Noch als Zusatz: Meine Freunde und Kollegen habe sich in den gut 6 Jahren seit  mit einer Ausnahme bei mir nicht gemeldet wegen Sachen, die nicht der Übermittlung von wichtigen Dingen betrifft (Versicherung, Tod eines geschätzten Kollegen, ...). Als ich vor ein paar Jahren da war, wurde ich sofort wieder freundlich begrüßt und es war fast so als ob ich nie weg war.

Das entspricht auch komplett meinen Erfahrungen in USA und Japan, wo ich auch über etliche Monate gelebt habe. Ich war praktisch sofort wieder bei allen präsent, die ich seit 8 bzw. 13 Jahren kaum mehr gesehen habe und die auf meine Briefe und Emails kaum oder gar nicht geantwortet haben.

Es ist einfach so, daß sehr häufig Du in eine Schublade gepackt wirst und wenn Du nicht vor Ort bist, bleibt die Schublade zu und Du wirst ignoriert. Das passiert übrigens auch in D.
TaubeNuss #10
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In reply to post #8
Quote by InZain on 2020-11-02, 17:56:
Sagen wir es einfach so, die meisten Koreaner haben nur echte Freunde die sie noch aus der Schulzeit kennen. Die restlichen Bekanntschaften sind nur oberflächlich und "heuchlerisch" (wenn man das so sagen darf) und dienen nur dem eigenen Vorteil.

Umgekehrt geht das so für meine Frau in Deutschland auch so. Ich denke mal, dass es eine bestimmte Altersgrenze gibt, in der es einfacher ist, neue Freunde zu finden. Würde die Altersgrenze auf ca. 30 schätzen. Darüber hinaus sind die meisten Menschen - egal wo - berufstätig, mit Hobbys beschäftigt, haben einen eigenen Freundeskreis, Familie usw. So ist es bei Menschen Ü30 sehr sehr schwer, gute Freunde zu finden, egal wo.

Quote by InZain on 2020-11-02, 17:56:
Damit will ich sagen, Kontakte sind wichtig, aber auch in Korea gilt es vorsichtig zu sein. Die Gesellschaft ist allgemein oberflächlicher.
Vermutlich liegt es daran, dass die Gesellschaft sehr homogen ist. Wenige Koreaner sprechen fließend eine andere Fremdsprache und solange man selbst nicht fließend koreanisch spricht, wird man es sehr sehr schwer haben, ohne Beziehung (Partner, Familie, langjähriger Freund) dort Fuß zu fassen.

Quote by InZain on 2020-11-02, 17:56:
Zu der Ubahn-/Bussache: Ich dusche 2 mal täglich da ich Kendo/Geomdo täglich mehrere Stunden betreibe. Benutze Deo, wechsel am Tag meine Kleidung öfters -> die sofort abends gewaschen wird, Esse zu 98% koreanisch. Es gibt Leute die, der Maske geschuldet, erst spät erkennen dass ich Ausländer bin und stehen auf nachdem sie es bemerken.
Ich habe  absolut keine Ahnung wieso.
Das habe ich während meiner 2,5 Jahre in Seoul noch nie erlebt. Und das ist mir ein Rätsel... geduscht habe ich mich nur abends oder morgens ^^ in den heißen Tagen im Sommer kam es schon mal vor, dass ich mich zwei mal duschen musste ^^

Eine Anmerkung meinerseits:
Ich selbst war einmal eineinhalb Jahre (2011-2013) und einmal 1 Jahr (2019-2020)  in Seoul. In meiner ersten Zeit habe ich versucht, mit anderen Koreaner Kontakt aufzunehmen. Und kann das schon in Zügen InZain bestätigen, dass das Interesse oberflächlich ist und dann abrupt verschwindet, wenn man sich nicht mehr meldet. Insofern habe ich dann keine Anstrengung unternommen, tiefergehende Freundschaften zu finden. Ich ging mit meiner Frau immer zu ihren Freunden mit. Dabei gingen mit meinen Koreanisch-Kenntnissen Gespräche mit anderen Personen nicht über Smalltalk hinaus. Für vertiefte Gespräche waren meine koreanisch-Kenntnisse zu schlecht. Ansonsten hat es mir gereicht, dass ich regelmäßig zu den Familientreffen meiner Frau mit ging (Chuseok, Seolnal) und regelmäßige Treffen mit Schwagers Familie, die wie wir auch Kleinkinder hat (meistens alle 2 Wochen). Oder Treffen mit den Eltern meiner Frau. In der Familie akzeptiert man mich so wie ich bin. Was ich damit sagen will: Es hängt auch davon ab, ob man sich damit zufrieden gibt, keine tiefergehende Freundschaften zu finden. Dies setzt aber auch voraus, dass man einen Partner hat und von deren Familie akzeptiert wird.

Aus beruflichen Gründen leben wir wieder in Deutschland. Und auch weil, wie Floh angemerkt hat, die Schule in Korea für Kinder mit einem zu exzessiven Bildungszwang verbunden ist. Ansonsten wären wir sonst auch sehr gerne in Korea geblieben...
Martha D. #11
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In reply to post #8
Hallo InZain, Flo und TaubeNuss!

Ich habe mich sehr über eure Antworten hier gefreut und sie neugierig verschlungen!  :-)


Quote by InZain on 2020-11-02, 17:56:
Sorry war nen bisschen viel^^

Ein Zuviel an Infos über Südkorea in einem Südkorea-Forum kanns doch nicht geben!  :-D


Das mit den freien Plätzen in der U-Bahn und den oberflächlichen Freundschaften hört sich für mich eher menschlich als speziell nur koreanisch an.

Als ausländisch aussehende Person (von Tunesien nach Österreich adoptiert) ist mir diese menschliche Eigenart des Misstrauens gegenüber Fremden in öffentlichen Verkehrsmitteln oder generell in der Öffentlichkeit, sogar im engeren Umfeld, auch schon öfters untergekommen. Je kleiner und je mehr von Einheimischen bewohnt eine österreichische Ortschaft ist desto mehr ist mir sowas passiert. Ich denk mir da nicht (mehr) viel dabei und ich kann mir gut vorstellen, dass südkoreanische Leute in Ö/De auch schon solche Erfahrungen gemacht haben.
Für meinen Aufenthalt in Südkorea rechne ich mit ähnlichen Reaktionen, überhaupt weil ich nicht mal mit dem Aussehen einer westlichen Ausländerin mit weißer Haut punkten kann. Wenn ich richtig recherchiert habe, soll das in Südkorea ja als schön gelten. ;-)

Tja, oberflächliche Freundschaften, weil sich jemand einen Vorteil davon erhofft ...
Muss ich mir jetzt bis zu meiner Reise nach Südkorea noch angestrengt überlegen, welchen Vorteil Bekanntschaften zu mir eine koreanische Person haben könnte ...  :-D
Meine Studienzeit ist schon länger vorbei, also Hilfe für ein Auslandsstudium kann ich nicht leisten. Eine Arbeitsstelle in einer Anwaltskanzlei meiner Eltern in Österreich wird wohl auch niemand brauchen. Und nach den paar Wochen, in denen ich wieder dort arbeite, muss ich sowieso die Befürchtung haben, dass meine Eltern als Chefs so unerträglich sind für meine dorthin vermittelte Bekanntschaft aus Südkorea, dass niemand mehr von diesem Staat mit mir Kontakt haben wollen würde!  :huh:  :-D
Koreanische Chefs sorgen wenigstens für ein entspannendes Besäufnis nach einem Arbeitstag voller Qual, das gibts bei uns in der Kanzlei leider nicht.  :-D

Dass die Sprachbarriere ein Hindernis für tiefergehende Freundschaften sein kann, finde ich nachvollziehbar. Gerade wenn man sich intensiv über seine Probleme und Gefühle unterhalten will, braucht es doch eher einen guten Wortschatz und man erwartet sich eine verständnisvolle Reaktion. Hat man Sorgen oder gar eine Depression, will man sich eher nicht bei dem Gespräch darüber mit sprachlichen Verständigungsproblemen abquälen. Auch das kulturelle Verständnis eines Problems kann eine Rolle spielen. Gibt ja zum Beispiel sogar interkulturelle Psychologen im Westen, weil westliche Psychologen nicht so gut geeignet sind für nichtwestliche Leute ...

Ich für mich persönlich finde die Unterscheidung zwischen gefühlsmäßigen (Zuneigung, Liebe) und nichtgefühlsmäßigen (beruflicher Vorteil) Gründen für den Beginn/Erhalt einer Freundschaft oder sonstiger Beziehung als unnötig. Ich empfinde die gefühlsmäßigen Vorteile nicht als nobler oder ehrlicher als die nichtgefühlsmäßigen. Man behält eine Beziehung aus gefühlmäßigen Gründen ja meistens nur deswegen, weil man sich selbst damit wohlfühlt, also weil man jemanden mag/liebt. Mit dem Erhalt des Kontakts entgeht man den eigenen unangenehmen Gefühlen, dass man jemanden vermisst und deswegen traurig ist. Die wenigsten Leute behalten zu jemandem den Kontakt, wenn sie selbst keine Zuneigung/Liebe empfinden, nur weil die andere Person das aber doch tut.
Also den Kontakt abzubrechen, weil der berufliche oder sonstige nichtgefühlsmäßige Vorteil wegfällt, ist für mich nicht schlechter, als wenn das wegen dem Abflauen von Zuneigung/Liebe geschieht.

Als Touristin mit wahrscheinlich schlechten Koreanischkenntnissen werde ich mich wohl in Südkorea auf das liebe, gute alte Geld als Kontaktinitiator verlassen. Reisebegleiter, Chauffeure, speziellere Dienste, usw. ...  :-D
So kann mich jeglicher spontaner, freundlicher Kontakt mit südkoreanischen Leuten nur positiv überraschen.  :-)
This post was edited on 2020-11-17, 21:31 by Martha D..
Flo-ohne-h (Moderator) #12
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Quote by Martha D.:
Als ausländisch aussehende Person (von Tunesien nach Österreich adoptiert) ist mir diese menschliche Eigenart des Misstrauens gegenüber Fremden in öffentlichen Verkehrsmitteln oder generell in der Öffentlichkeit, sogar im engeren Umfeld, auch schon öfters untergekommen. Je kleiner und je mehr von Einheimischen bewohnt eine österreichische Ortschaft ist desto mehr ist mir sowas passiert.

Dann überlege Dir, daß die Korea ethnisch sehr viel homogener als jedes europ. Land ist. Außerdem kann man als Ostasiate nach 1-2 Jahren Eingewöhnungszeit sich vom Stil her soweit anpassen, daß man kaum mehr auffällt solange man den Mund nicht aufmacht.

Zum Beispiel: an meiner früheren Uni gab es 10% ausländische Studenten, von denen 90% Chinesen waren (aktuelle Zahlen kenne ich nicht, vermutlich höher). Dabei sind die Studentinnen so gut wie nicht aufgefallen, da die meisten sich innerhalb wenigen Monaten äußerlich an die Koreanerinnen so angepaßt haben, daß es einem kaum mehr aufgefallen ist. Die Studenten haben das sehr viel weniger gemacht und deshalb hat es drei Jahre gedauert, bis ich realisiert habe, wieviele chin. Studentinnen auf dem Campus unterwegs sind. Die resultierenden Kosten dieser Verwandlung (Koreanerin zu sein ist wegen Klamotten und Kosmetik ziemlich teuer) wurden laut meiner Frau (Chinesin) durch Handel mit kor. Kosmetika nach China und mit Gelegenheitsprostitution bestritten.

Eine der besten Freundinnen meiner Frau war dort eine Chinesin der kor. Minderheit in China. Sie hat natürlich keine Sprachprobleme, weil sie zuhause immer kor. spricht. Sie erzählte aber, daß den meisten der Studenten nicht bewußt war, daß sie eigentlich Chinesin war (sie hat mittlerweile einen Koreaner geheiratet und ist Koreanerin geworden). Wenn es jemand mitbekommen hat, wurde die Stimmung eine ganz andere, als ob man statt einer Bekannten eine Fremde vor sich hat.

Andererseits hatte ich nie das Gefühl von meinen Kollegen nicht akzeptiert zu werden. Jeder im Institut wußte wer ich bin und woher ich komme. Ich war vollständig auf Kollegenebene integriert und es gab nie irgendwelche größeren Diskussionen, daß ich nicht dazugehöre. Bei Fakultätssitzungen habe ich mich dann beteiligt an den Diskussionen, wenn ich das Gefühl hatte, daß meine Meinung deutlich anders ist, als die der Kollegen, d.h. sehr selten, weil meistens sogar die Reihenfolge der Argumente mit meiner Priorität übereinstimmte. Einmal als es um den Entwurf eines Logos für das Institut ging, habe ich in 15 Minuten intensiver Diskussion die Entwürfe, die vorgelegt wurden, als unzureichend dargestellt und einen eigenen Entwurf skizziert, der dann auch (entsprechend ausgearbeitet) genauso angenommen wurde.

Einmal gab es einen leichten Streit mit einem Kollegen, der das Argument, daß ich JÜNGER und UNERFAHRENER und nicht ich NICHTKOREANER sei, als Totschlagargument verwendet hat. Das ist zwar auch unfair und keineswegs überzeugend, aber es zeigt mir, daß ich akzeptiert war.

Ich hatte aber nie das Gefühl, daß meine Herkunft bei Argumentationen eine Rolle spielt. Ich habe mich aber auch vom Kleidungsstil (d.h. Anzug mit Krawatte) und Verhalten angepaßt (worunter meine Leber deutlich gelitten hat).

Man kann also sagen, daß man als Langnase auffällt, aber man akzeptiert wird, wenn man sich entsprechend anpaßt. Wieweit das gehen kann, sieht man daran, daß es in Seoul einen Stadtteilbürgermeister dt. Herkunft gibt. Außerdem gibt es da noch Lee Charm (https://de.wikipedia.org/wiki/Lee_Charm).

Ganz allgemein wird aber wesentlich mehr zwischen "öffentlichem" und "privaten Gesicht" unterschieden, d.h. um zu wissen, wie jemand wirklich tickt und in den Clique hineinzukommen, wird es ziemlich schwierig werden. Außerdem sind die meisten kor. Erwachsenen im Dauerstreß und haben kaum Zeit für Beziehungspflege, v.a. nicht dafür, wenn es um den Beziehungsaufbau mit einer netten Ausländerin geht, die man vermutlich sowieso in 3 Monaten das allerletzte Mal sehen wird.

Zum Thema Liebe: Koreaner haben aus unserer Sicht deutliche Widersprüche. Einerseits werden in Noraebangs Herzschmerz-Liebesballaden gesungen. Andererseits wird bei der Partnerwahl v.a. auf Geld bzw. Aussehen geachtet, was dann dazu führt, daß Korea nach Thailand den zweithöchsten Prozentsatz von ehebrechenden Ehemännern hat. Ich habe von meinen ehem. Kollegen auch genausoviele Freundinnen wie Ehefrauen kennengelernt.
Martha D. #13
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Quote by Flo-ohne-h on 2020-11-18, 01:59:
Dann überlege Dir, daß die Korea ethnisch sehr viel homogener als jedes europ. Land ist. Außerdem kann man als Ostasiate nach 1-2 Jahren Eingewöhnungszeit sich vom Stil her soweit anpassen, daß man kaum mehr auffällt solange man den Mund nicht aufmacht.

Ich stelle mir generell die Weltregionen mit homogeneren Gemeinschaften so vor, dass Fremde auffallen und die "eigenen" Leute nur so lange von dem Zusammenhalt der Gemeinschaft profitieren können, wie sie nach den Regeln der Mehrheit leben.
Also fremdaussehende Personen und jene mit von der Mehrheit ungewollten Eigenschaften und Lebensweisen haben es mehr oder weniger schwer. In Österreich hat man es in den Städten nicht so schwer, aber in kleinen Dörfern ist das schon sehr anders. Das kenne ich von mir selbst und mein mittlerweile verstorbener Mann hat es als Schwuler auch schwer gehabt in seinem Heimatdorf.


Quote by Flo-ohne-h on 2020-11-18, 01:59:
Eine der besten Freundinnen meiner Frau war dort eine Chinesin der kor. Minderheit in China. Sie hat natürlich keine Sprachprobleme, weil sie zuhause immer kor. spricht. Sie erzählte aber, daß den meisten der Studenten nicht bewußt war, daß sie eigentlich Chinesin war (sie hat mittlerweile einen Koreaner geheiratet und ist Koreanerin geworden). Wenn es jemand mitbekommen hat, wurde die Stimmung eine ganz andere, als ob man statt einer Bekannten eine Fremde vor sich hat.

Das tut mir für die Freundin deiner Frau sehr leid!  :-(  Ich kann das doch ein wenig nachvollziehen.
Durch die südkoreanischen Medien habe ich mitbekommen, dass ethnische Koreaner mit anderer Staatsbürgerschaft im Gegensatz zu anderen Nichtstaatsbürgern besser behandelt werden, aber manche Südkoreaner diese Koreaner nicht voll integrieren wollen. Einerseits zählt zwar die ethnische Herkunft, aber das Aufwachsen in einem anderen Staat sorgt dann doch bei einigen für "Misstrauen".
Meine Eltern (also Adoptiveltern) haben da auch immer seltsame Gedanken. Die schon von mir erwähnten interkulturellen Psychologen kenne ich deshalb, weil ich selbst so einen kennengelernt habe. Je weniger ich den Wünschen meiner Eltern entsprach, desto mehr waren meine "tunesischen Gene" Schuld. Als ich dann so richtig ihrem Willen entgegengesetzt gehandelt habe, suchten sie für mich einen interkulturellen Psychologen aus Ägypten (hauptsache Nordafrika, haben sie sich wohl gedacht). Der sollte mir bei der Integration in Österreich (eher beim Befolgen ihrer Wünsche) helfen. Abgesehen davon, dass der kein Tunesier war, war die Idee sowieso absolut doof. Ich wurde als Baby nach Österreich adoptiert und hatte nie Kontakt zu Tunesiern oder einer "tunesischen Erziehung". Meine Eltern haben sich aber gedacht, dass meine Gene an irgendwas Schuld sind.  :nuts:

Quote by Flo-ohne-h on 2020-11-18, 01:59:
Ich hatte aber nie das Gefühl, daß meine Herkunft bei Argumentationen eine Rolle spielt. Ich habe mich aber auch vom Kleidungsstil (d.h. Anzug mit Krawatte) und Verhalten angepaßt (worunter meine Leber deutlich gelitten hat).
Also sind die Berichte über große Besäufnisse nach der Arbeit nicht übertrieben? In Südkorea geht also die Integration über die Leber.  :-D
Gibt es dabei Unterschiede beim Geschlecht? Südkorea scheint ja eher "machohafte" Männer zu haben, wie ist das also beim Betrinken? Sind da nur die männlichen Arbeitskollegen die "Säufer" und die weiblichen schauen zu und nippen "sittsam" stundenlang an einem Getränk oder sollten die Frauen auch gute Trinker sein?

Quote by Flo-ohne-h on 2020-11-18, 01:59:
Zum Thema Liebe: Koreaner haben aus unserer Sicht deutliche Widersprüche. Einerseits werden in Noraebangs Herzschmerz-Liebesballaden gesungen. Andererseits wird bei der Partnerwahl v.a. auf Geld bzw. Aussehen geachtet, was dann dazu führt, daß Korea nach Thailand den zweithöchsten Prozentsatz von ehebrechenden Ehemännern hat. Ich habe von meinen ehem. Kollegen auch genausoviele Freundinnen wie Ehefrauen kennengelernt.

Ok, bei dem Thema gehöre ich wohl nicht so sehr zum westlichen "Uns". Ich hatte selbst keine "Liebesehe", sondern habe meinen besten Freund geheiratet, der schwul war. Vorteil für ihn und seine Eltern (die mir bis heute mehr liebevolle Eltern als meine Adoptiveltern waren) war, dass sein Schwulsein im Dorf nicht mehr auffiel und es eine leichte Möglichkeit für Kinder/Enkelkinder gab. Mein Vorteil war, dass ich mit großer finanzieller Absicherung und Hilfe Kinder haben konnte und meine Eltern nicht mehr wegen einer "standesgemäßen" Heirat herumraunzten. Angst hatten sie nur, dass bekannt werden könnte, dass mein Mann schwul ist.
Mein Mann und ich hatten aber nebenher ganz offen unsere Liebesbeziehungen. Meine Schwiegereltern und unsere Tochter haben manche dieser Partner auch kennengelernt. Also das schockiert mich bei koreanischen Ehen nicht, einzig traurig stelle ich mir nur vor, dass in Südkorea diese außerehelichen Liebesbeziehungen nicht vorher abgesprochen werden und sich auch eher nur die Männer dieses Vergnügen gönnen dürfen und die Frau eher daheim ohne Liebe und Spaß dahinleben soll.

Naja, ich werde mal sicher keinen Koreaner heiraten, also mich betrifft das kaum und wenn, vielleicht nur als so eine Freundin, die ohne Ansprüche schnell wieder aus Südkorea weg ist.  :-D
Über das Thema haben meine Tochter und ich schon einige Male lachen müssen, ich wäre die Alptraumschweigertochter und Alptraumehefrau eines Koreaners.  :-D
Das Thema, ob man vor allem als Ausländer koreanische Leute von anderen Ostasiaten unterscheiden kann, haben wir auch schon besprochen. Wir haben uns mal vorgestellt, wie das für die eher fanatischen Fans von K-Pop wäre, wenn die beim Fortgehen in Südkorea einen Koreaner suchen und in echt war es aber ein Chinese oder Japaner.  :-D
Mir wäre das egal, wenn ich in Korea bin. Meine Reisebegleitung, Chaffeur*in, usw. kann von überall her sein, ich erhoffe mir nur gute Kenntnisse der Sprache, Kultur, Geographie, usw.


Na gut, jetzt habe ich viel geschrieben und dabei kaum was über Südkorea.  :huh:
Meine Tochter hat mich ermutigt, mich hier zu registrieren. Ich bin froh, dass mir hier jemand was über Südkorea erzählt und ich auch viel nachlesen kann. Auch bin ich durch die Erfahrungen deiner Frau, ihrer Freundin und meinem doch vorhandenen Bedürfnis über meine Erfahrungen zu erzählen auf die Idee gekommen, mich wieder bei einer Gruppe für Leuten mit Migrationshintergrund zu melden, die ich vor vielen Jahren besucht habe. Obwohl ich "österreichisch" erzogen worden bin, fühlte ich mich noch nie ganz dazugehörig. Fremde Länder und Kulturen haben mich immer schon fasziniert. Nie aber Tunesien und die dortige Kultur, das habe ich nach nur ein paar Tagen der Recherche sofort abgelehnt. Durch eine nette Bekanntschaft bei einer Zugfahrt bin ich auf Südkorea gekommen und die Landschaft, Essen und Kultur gefällt mir sehr. Na gut, ich gestehe, die Frauen und Männer entsprechen auch meinem Empfinden von Attraktivität, aber ironischerweise nur, wenn sie unoperiert sind.  :-D

Auch wenn es seltsam klingt, mein Aufenthalt in Südkorea könnte mir wohl auch deshalb gefallen, weil ich dort "zu Recht" als Fremde, als Ausländerin, betrachtet und eventuell behandelt werde. In Österreich bin ich von Einheimischen voll integriert "österreichisch" aufgewachsen und trotzdem immer wieder als Nichtdazugehörende behandelt worden, in Südkorea bin ich tatsächlich eine Fremde, eine Ausländerin.
Flo-ohne-h (Moderator) #14
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Quote by Martha D.:
Quote by Flo-ohne-h on 2020-11-18, 01:59:
Eine der besten Freundinnen meiner Frau war dort eine Chinesin der kor. Minderheit in China. Sie hat natürlich keine Sprachprobleme, weil sie zuhause immer kor. spricht. Sie erzählte aber, daß den meisten der Studenten nicht bewußt war, daß sie eigentlich Chinesin war (sie hat mittlerweile einen Koreaner geheiratet und ist Koreanerin geworden). Wenn es jemand mitbekommen hat, wurde die Stimmung eine ganz andere, als ob man statt einer Bekannten eine Fremde vor sich hat.

Das tut mir für die Freundin deiner Frau sehr leid!  :-(  

Sie hat es mit Humor genommen und es war nur die Ausnahme, daß sie es einem Koreaner erzählt hat. Also kein großes Thema.

Quote by Flo-ohne-h on 2020-11-18, 01:59:
Ich hatte aber nie das Gefühl, daß meine Herkunft bei Argumentationen eine Rolle spielt. Ich habe mich aber auch vom Kleidungsstil (d.h. Anzug mit Krawatte) und Verhalten angepaßt (worunter meine Leber deutlich gelitten hat).
Also sind die Berichte über große Besäufnisse nach der Arbeit nicht übertrieben? In Südkorea geht also die Integration über die Leber.  :-D
Gibt es dabei Unterschiede beim Geschlecht? Südkorea scheint ja eher "machohafte" Männer zu haben, wie ist das also beim Betrinken? Sind da nur die männlichen Arbeitskollegen die "Säufer" und die weiblichen schauen zu und nippen "sittsam" stundenlang an einem Getränk oder sollten die Frauen auch gute Trinker sein?

Ja, in Korea wird zielmich viel sich beim Alkohol verbrüdert. Anders als in Japan werden Damen auch einbezogen, allerdings ziemlich wenig.

Machos - kommt auf die Generation an. Junge Erwachsene sind eher weichgewaschene Metrosexuelle und haben kaum etwas machohaftes. Ab 30 entdeckt MANN seine Männlichkeit. Es könnte aber auch etwas mit den Generationen zu tun haben. Da bin ich mir nicht sicher.

Quote by Flo-ohne-h on 2020-11-18, 01:59:
Zum Thema Liebe: Koreaner haben aus unserer Sicht deutliche Widersprüche. Einerseits werden in Noraebangs Herzschmerz-Liebesballaden gesungen. Andererseits wird bei der Partnerwahl v.a. auf Geld bzw. Aussehen geachtet, was dann dazu führt, daß Korea nach Thailand den zweithöchsten Prozentsatz von ehebrechenden Ehemännern hat. Ich habe von meinen ehem. Kollegen auch genausoviele Freundinnen wie Ehefrauen kennengelernt.

Mein Mann und ich hatten aber nebenher ganz offen unsere Liebesbeziehungen. Meine Schwiegereltern und unsere Tochter haben manche dieser Partner auch kennengelernt. Also das schockiert mich bei koreanischen Ehen nicht, einzig traurig stelle ich mir nur vor, dass in Südkorea diese außerehelichen Liebesbeziehungen nicht vorher abgesprochen werden und sich auch eher nur die Männer dieses Vergnügen gönnen dürfen und die Frau eher daheim ohne Liebe und Spaß dahinleben soll.

Ne, den Ehefrauen wird das nicht abgesprochen. Es wird nur diskreter gehandhabt. Zu einer Affäre gehören doch immer 2. Wenn ich mich erinnere, daß meine älteren Kollegen eine Reisegruppe Ajummas ziemlich eindeutig angebaggert haben und die ganz eindeutig dem nicht abgeneigt waren, ist doch klar, daß die besten Freundinnen sich zu ähnlichen Dingen verarbreden, es aber nicht zugeben würden.


Auch wenn es seltsam klingt, mein Aufenthalt in Südkorea könnte mir wohl auch deshalb gefallen, weil ich dort "zu Recht" als Fremde, als Ausländerin, betrachtet und eventuell behandelt werde. In Österreich bin ich von Einheimischen voll integriert "österreichisch" aufgewachsen und trotzdem immer wieder als Nichtdazugehörende behandelt worden, in Südkorea bin ich tatsächlich eine Fremde, eine Ausländerin.

Dann hättest Du noch den Vorteil, daß Koreaner vermutlich nicht zwischen Bio-Österreichern und solchen mit anderen Genen unterscheiden können.

Meine Eltern (also Adoptiveltern) haben da auch immer seltsame Gedanken. Die schon von mir erwähnten interkulturellen Psychologen kenne ich deshalb, weil ich selbst so einen kennengelernt habe. Je weniger ich den Wünschen meiner Eltern entsprach, desto mehr waren meine "tunesischen Gene" Schuld. Als ich dann so richtig ihrem Willen entgegengesetzt gehandelt habe, suchten sie für mich einen interkulturellen Psychologen aus Ägypten (hauptsache Nordafrika, haben sie sich wohl gedacht). Der sollte mir bei der Integration in Österreich (eher beim Befolgen ihrer Wünsche) helfen. Abgesehen davon, dass der kein Tunesier war, war die Idee sowieso absolut doof. Ich wurde als Baby nach Österreich adoptiert und hatte nie Kontakt zu Tunesiern oder einer "tunesischen Erziehung". Meine Eltern haben sich aber gedacht, dass meine Gene an irgendwas Schuld sind.  :nuts:

Für mich zählt fast nur das Verhalten der Leute. Wir haben eine gute Bekannte der Familie, die Österreicherin ist, aber mit 7 Jahren aus China dorthin eingewandert ist. Wenn Du sie siehst, ist ganz klar, daß sie Chinesin ist, wobei der Kleidungsstil eher dem europäischen studentisch alternativem entspricht. Sie ist aber kulturell ganz klar europäisiert, auch wenn ihre Eltern (chin. Restaurantbesitzer) das nicht wahrhaben wollen. Ihre große Schwester hat einen Österreicher geheiratet und ist vereinfacht gesagt vollständig assimiliert. Sie dagegen wollte einen chin. Mann haben, ist mit gegenüber aber immer über das chin. Verhalten ihrer jew. Partner hergezogen. Jetzt hat sie einen Chinesen geheiratet und lebt in Wien - Beschwerden habe ich in letzter Zeit keine mehr gehört. Ich habe ihr vor vielen Jahren gesagt, daß sie akzeptieren soll, daß sie tief in Inneren keine Chinesin mehr ist, weil die ganze Denkweise komplett europäisiert ist. Das einzige was mir an ihrem deutsch auffällt ist der typisch österr. Sprachrhythmus.

Bei meiner älteren Tochter bemerke ich langsam auch die Identitätskonflikte. Sie ist jetzt 8 und bemerkt deutlich die dt. - chin. Kulturunterschiede. Mein sicherlich nicht ganz objektiver Eindruck ist, daß sie sich mehr als deutsche fühlt, aber deutlich besser sich mit dem chinesischen auskennt - kein Wunder, wir wohnen ja dort. Z.B. verschlingt sie Kinderbücher auf chinesisch, dt. schaut sie sich kaum an und weigert sich meistens auch nur kurze Zeilen zu lesen. Bei der jüngeren (4) gibt es das noch nicht. Es wird vermutlich aber demnächst auch kommen.
Martha D. #15
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Quote by Flo-ohne-h on 2020-11-18, 01:59:
Auch wenn es seltsam klingt, mein Aufenthalt in Südkorea könnte mir wohl auch deshalb gefallen, weil ich dort "zu Recht" als Fremde, als Ausländerin, betrachtet und eventuell behandelt werde. In Österreich bin ich von Einheimischen voll integriert "österreichisch" aufgewachsen und trotzdem immer wieder als Nichtdazugehörende behandelt worden, in Südkorea bin ich tatsächlich eine Fremde, eine Ausländerin.

Dann hättest Du noch den Vorteil, daß Koreaner vermutlich nicht zwischen Bio-Österreichern und solchen mit anderen Genen unterscheiden können.

Für mich zählt fast nur das Verhalten der Leute. Wir haben eine gute Bekannte der Familie, die Österreicherin ist, aber mit 7 Jahren aus China dorthin eingewandert ist. Wenn Du sie siehst, ist ganz klar, daß sie Chinesin ist, wobei der Kleidungsstil eher dem europäischen studentisch alternativem entspricht. Sie ist aber kulturell ganz klar europäisiert, auch wenn ihre Eltern (chin. Restaurantbesitzer) das nicht wahrhaben wollen. Ihre große Schwester hat einen Österreicher geheiratet und ist vereinfacht gesagt vollständig assimiliert. Sie dagegen wollte einen chin. Mann haben, ist mit gegenüber aber immer über das chin. Verhalten ihrer jew. Partner hergezogen. Jetzt hat sie einen Chinesen geheiratet und lebt in Wien - Beschwerden habe ich in letzter Zeit keine mehr gehört. Ich habe ihr vor vielen Jahren gesagt, daß sie akzeptieren soll, daß sie tief in Inneren keine Chinesin mehr ist, weil die ganze Denkweise komplett europäisiert ist. Das einzige was mir an ihrem deutsch auffällt ist der typisch österr. Sprachrhythmus.

Bei meiner älteren Tochter bemerke ich langsam auch die Identitätskonflikte. Sie ist jetzt 8 und bemerkt deutlich die dt. - chin. Kulturunterschiede. Mein sicherlich nicht ganz objektiver Eindruck ist, daß sie sich mehr als deutsche fühlt, aber deutlich besser sich mit dem chinesischen auskennt - kein Wunder, wir wohnen ja dort. Z.B. verschlingt sie Kinderbücher auf chinesisch, dt. schaut sie sich kaum an und weigert sich meistens auch nur kurze Zeilen zu lesen. Bei der jüngeren (4) gibt es das noch nicht. Es wird vermutlich aber demnächst auch kommen.

Ob ich in Südkorea als Österreicherin oder sonstige Fremde gelten werde, ist mir egal. Mich stört es ja nicht, dass ich speziell in Österreich nicht als Österreicherin von den Einheimischen erkannt werde, sondern dass ich in dem einzigen Land, das ich als "Heimat" kenne und ja auch von Einheimischen "einheimisch" erzogen worden bin, von den meisten Einheimischen und auch anderen Bewohnern als fremd wahrgenommen werde. Wäre ich zB. von deutschen, italienischen, (also nichttunesichen) Leuten adoptiert worden und in deren Staaten würde ich auch als fremd wahrgenommen, würde es mich genauso "irritieren". Aber in Südkorea (und auch anderen Ländern, Südkorea gefällt mir bisher als zukünftiges Reiseziel am meisten) bin ich nicht nur vom äußeren Erscheinungsbild eine Fremde, sondern auch vom "innerlichen" her. Außerhalb von Österreich suche ich mir freiwillig aus, dass ich eine Fremde bin, in Österreich ist das eher nicht mein Wunsch gewesen, war vor allem als Kind und Teenager nicht so toll.

Was Du über die österreichische Chinesin bzw. chinesischstämmige Österreicherin (puh, diese Welt ist so kompliziert!  :-D ) geschrieben hast, finde ich sehr interessant. Bisher hatte ich bei den Chinesen in Österreich, zumindest bei jenen, die meine häufig besuchten Lokale betreiben, den Eindruck, dass sie sehr unnahbar sind. Sie sind zwar sehr freundlich und höflich, aber auf nähere Gespräche sind sie nicht eingegangen. Ein Schulfreund meiner Tochter war der Sohn von Chinarestaurantbetreiber. Ich habe es nie geschafft, mit ihnen ein Gespräch über den Schulalltag oder andere "harmlose", nichtpolitische Themen zu führen. Bei den gemeinschaftlichen Elternabenden ist mir aufgefallen, dass sie auch mit anderen Eltern nicht mehr als nötig gesprochen haben und so war ich in der Hinsicht "beruhigt", dass es wohl nicht an meinem Mann, meiner Tochter oder mir gelegen ist. Der Sohn war auch ein paar Mal zu Besuch bei meiner Tochter, aber auch wenn er gebracht oder abgeholt wurde, ergab sich nix über die Höflichkeit hinaus. Meine Tochter hat irgendwann mal beklagt, dass er nicht mir ihr "gehen will", dann kam er auch nicht mehr zu Besuch. Ich wollte sie nicht ausfragen und von selbst wollte sie es nie mehr besprechen, also weiß ich da nichts näheres. :-D  Wir bekamen oft kostenlose Nachspeisen und anderes Essen in ihrem Restaurant. Wenn ich beim Schreiben der jetzigen Zeilen so zurückdenke, hoffe ich, dass meine Gesprächsversuche oder gar die Versuche meiner Tochter (wie ich sie kenne, hat sie wahrscheinlich um das "Gehen wollen" gefragt) von ihnen nicht als Wunsch nach billigerem Essen gewertet wurden!  :-(

Meine Tochter hat absolut gar nichts mehr mit Tunesien zu tun, sie hat viel vom Aussehen meines Mannes geerbt. Aber trotzdem wurde/wird sie mit meiner genetischen Herkunft häufig konfrontiert, weil ich von Tunesien adoptiert worden bin.
Es waren darunter aber nicht nur negative Motive der Leute dabei, sondern wohl auch bestimmt freundliche. Aber es wirkt halt so, als würden nur vom Aussehen her "Fremde" und vollassimilierte Migranten bewusst zu Fremden und Nichtdazugehörigen gemacht werden. Wenn in der Schule irgendwelche Veranstaltungen waren, zB. über ausländische Bräuche oder Speisen, wurde von mir erwartet, dass ich tunesisches Essen beisteuere oder dass meine Tochter ihr Referat über die tunesische Sichtweise bei einem Thema abhalten soll. Das "nervte" schon sehr. Aber ich vermute bei manchen Leuten, dass sie es wirklich gut gemeint haben.

Lieber Flo, Du schreibst schon mit mir, einer Unbekannten im Internet, so gut über dieses Thema, ich bin mir sicher, dass Du das bei Deinen Töchtern super machst.  :-)
Genau weiß ich es natürlich nicht, aber ich kann mir vorstellen, dass es für Kinder, die tatsächlich mit dem Einfluss mehrerer Kulturen aufwachsen, in der Hinsicht leichter ist, weil ihre Eltern aus diesen Kulturen stammen und aktiv davon erzählen und erklären können. Da wahrscheinlich einer der Elternteile sich im Land des anderen Elternteil als neu/fremd fühlt, kann derjenige diese Erfahrungen bei den Kindern teilen und mitfühlen. Das hilft meiner Vermutung nach sicher sehr viel, wenn die Eltern solche Erfahrungen teilen können. Mit meinen Adoptiveltern konnte ich das Thema nicht besprechen, die wenigen Versuche waren nicht so schön. Wahrscheinlich waren sie sich selbst nicht bewusst bei der Adoption, dass sowas wichtig werden könnte oder was auch immer ...
Ich habe mit meiner Tochter darüber gesprochen und ich glaube, es hat ihr geholfen. Sie wirkt da immer sehr resolut und selbstbewusst, wenn das Thema aufkommt und sie ist meinen Adoptiveltern gegenüber deutlich direkter und "frecher", als ich das wagen würde.  :-D
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