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Auswandern nach Südkorea
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Shylin #1
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Subject: Auswandern nach Südkorea
Hallo,

das Thema beschäftigt mich schon lange. Seit ich ein kind bin zieht es mich in den asiatischen bereich gerade japan und korea. mittlerweile bin ich 20 und sehne mich eigentlich danach dorthin auszuwandern. ok das ist vielleicht jetzt etwas weit gegriffen, aber zumindest urlaub will ich dort mal machen. ich kenn mich mittlerweile seit 20 jahren xD und so wie ich mich kenne wird mich das nicht los lassen. ich kann mir nichts vorstellen was mich so sehr abschrecken würde das ich mir das wohnen und leben dort nicht mehr vorstellen könnte.

ich hab einige beiträge hier schon gelesen diese waren jedoch relativ alt (2007)
deshalb will ich hier aktuell nochmal nach leuten fragen die von deutschland nach korea ausgewandert sind.
wie lief das ganze ab?
habt ihr erspartes mit genommen? wenn ja wie viel?
hattet ihr einen job in deutschland er euch den einstieg dort erleichtert hat?
wie gut konntet ihr koreanisch?
gibt es dinge die ihr jemandem wie mir mitgeben würdet als tipps?

danke :)
JayD #2
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Hello Shylin,

ich bin 2014 nach Korea gegangen. Allerding war ich damals schon relativ gut vorbereitet z.B. war ich bereits 6-7 mal vorher in Korea.
Ich hatte meine Frau 2010 in Korea kennengelernt und bin dementsprechend sehr oft in Korea gewesen. Wir haben 3 Jahre in Deutschland zusammen gelebt und sind dann wieder nach Korea gegangen. Allerdings wie gesagt, war ich relativ gut vorberietet:
1.) Ich habe einen  Doktor in Naturwissenschaften
2.) Hatte Berufserfahrung in einem deutschen Topunternehmen in einem sehr (immer noch) zukunftstraechtigen Bereich
3.) Meine Erfahrung wurde in Korea gebraucht
4.) Ich habe einen Job bei einem der groessten koreanischen Unternhemen bekommen und das natuerlich bereits sicher gehabt bevor ich nach Korea gegangen bin
5.) ich hatte Erspartes
6.) Meine Firma hat meine Wohnung organisiert und bezahlt
7.) Meine Frau ist Koreanerin
8.) Ich konnte schon etwas koreanisches Sprechen
9.) Ich hatte bereits in einem rein koreanischen Umfeld in Korea gelebt und gearbeitet (2010 fuer ein Stipendium an einem koreanischen Institut in Seoul fuer 3-4 Monate)
10.) Kannte das Land bevor
11.) Wusste das ich gebraucht werden wuerde

All diese Faktoren, haben das Auswandern natuerlich erheblich erleichtert und natuerlich wird es um einiges schwerer und haerter werden, besonders wenn man 20 ist vll noch keine Ausbildung abgeschlossen hat (und hiermit meine ich Studium, das andere zaehlt nicht wirklich in Korea)

Mein Tipp, schliesse dein Studium in Deutschland ab, sammele Berufserfahrung in einem Bereich, der in Korea gefragt ist und lerne schonmal koreanisch.

Wenn du das nicht manche willst/kannst, dann sei darauf gefasst wie hart es werden wird ohne richtige Sprachkenntnisse und Ausbildung/Berufserfahrung. Das fanegt bei der Visasituation an und hoert beim alltaeglichen Leben auf. Ich habe viele junge Deutsche hier getroffen und sie waren alle sehr enthusiastisch am Anfang und wren doch dann alle relativ schnell ernuechtert. Vieles versteht man erst wenn man es selbst erlebt hat. Korea ist sehr hart ohne die richtigen finanziellen Mittel etc. ich wuerde mir da keine Illusionen machen. Viele DInge, die du aus dem Fernsehen kennst entsprechen einfach nicht wirklich der Realitaet.
ABER wenn du gut vorbereitet bist, etwas mitbringst, das die Koreaner brauchen kann das Leben hier sehr angenehm und komfortabel sein. Ich will hier bleiben fuer die vorhersehbare Zukunft.
This post was edited on 2020-03-04, 22:49 by JayD.
Flo-ohne-h (Moderator) #3
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In reply to post #1
Quote by Shylin on 2020-03-01, 18:10:
ich hab einige beiträge hier schon gelesen diese waren jedoch relativ alt (2007)
deshalb will ich hier aktuell nochmal nach leuten fragen die von deutschland nach korea ausgewandert sind.
wie lief das ganze ab?
habt ihr erspartes mit genommen? wenn ja wie viel?
hattet ihr einen job in deutschland er euch den einstieg dort erleichtert hat?
wie gut konntet ihr koreanisch?
gibt es dinge die ihr jemandem wie mir mitgeben würdet als tipps?

Ich war als Postdoc 2009 an einer belgischen Uni und habe nach Stellen als Professor in "akzeptablen Ländern" gesucht. Seit dem ich etwa 15 war, hat mich alles ostasiatische fasziniert und ich habe Südkorea als akzeptabel eingeordnet, nachdem ich 2004 dort auf einem Kongress war und mir das Land sehr gut gefallen hat. Die Uni hat eine Visa Issuance Number (oder so ähnlich) besorgt und damit habe ich schnell das Visum bekommen.

Ich habe mich also an der Uni beworben und wurde nach einem Skypeinterview genommen (d.h. ohne persönlichen Kontakt). Nach einem kurzen Besuch dort, habe ich meine Sachen gepackt und zum größeren Teil bei meinen Eltern geparkt und zum kleineren Teil in den Koffer gepackt. Als eines der ersten Ziele habe ich meiner damalige Freundin (jetzt Frau) unter tatkräftiger Mithilfe des Institutsleiters einen Doktorvater besorgt und ihre Immatrikulation besorgt. Da ich vom ersten Tag an ein ordentliches Gehalt bekommen habe, gab es keine Probleme mit Erspartem - ich habe für einige Ausgaben am Anfang meine dt. Kreditkarte genommen, insgesamt aber weniger als 1000 €.

Von der Uni hatte auch ein Budget von 6 Million KRW für Möbel, Elektrogeräte (Kühlschrank, Klimaanlage) und Herd. Diese wurden mit Ausnahme der Matratze auch innerhalb der ersten paar Tage geliefert. Als ich in der Wohnung, die von der Uni für mich angemietet wurde ankam, war außer Bad und Einbauküche nur die Matratze drinnen - insofern waren die ersten Tage vom Einkauf von Hausrat geprägt.

Koreanisch konnte ich Anfangs 10 Worte, die ich noch vom Kongress 2004 kannte. Ich habe mir Hangeul mit Wikipedia beigebracht und dann einen Kurs an der Uni für Studenten mitgemacht.

Ich kann mich JayD nur anschließen. Ohne eine Ausbildung, die für Koreaner wertvoll ist (d.h. MSc oder Dr. idealerweise in MINT-Fächern), wirst Du in den 3D-Jobs (dull, dirty, dangerous) landen und vermutlich kräftig besch... werden, weil Du zwar weiß bist aber ersetzbar bist und Dich mangels kulturellen, sprachl. und rechtl. Kenntnissen nicht ordentlich wehren kannst.
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InZain #4
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Hallo, Ich bin Ende 2018 nach Korea gegangen. Es wurde oben eigentlich bereits viel gesagt. Was vielleicht noch wichtig sein könnte, dass du in Korea, durch Besuche usw, Kontakte aufbaust.

Damit meine ich nicht die Kontakte, die einen 1 Monat lang behalten um einfach nur einen/eine Ausländer/-in als Freund zu haben, oder sowas in der Art.
Bei solchen Sachen finde ich muss man aufpassen in Korea. Koreaner erzählen viel und vorallem wenn der Tag lang ist.

Ich zum Beispiel, war vorher 10 mal für jeweils 1 Monat+ in Korea, da ich Kendo/Geomdo mache und natürlich wegen meiner Frau, die Koreanerin ist.

Dadurch haben sich ein paar ernsthafte Kontakte ergeben, die mir zum Beispiel, geholfen haben Kultur und Benehmen im alltäglichen Leben zu verstehen, Tipps für die Arbeit / Geschäfte gegeben haben, oder selbst sprachliche Dinge erklärt haben usw.

Wenn man wie ich einen Sprachkurs besucht, dann treffe ich auch noch auf andere ausländische Ehepartner. Mit denen kann man sich dann auch mal gut austauschen über Sachen die Koreaner nicht kennen oder verstehen.
Wie z.B. warum immer im vollen Bus die Leute alle stehen, aber der Platz neben dir immer frei ist usw.

Wenn man sich darüber austauscht merkt man, dass man nicht alleine ist und kann mit solche kleinen alltäglichen Sachen viel besser umgehen bzw. sie verstehen.

Also meine Tipps sind:
1. Sprache
2. Kontakte über Aktivitäten
3. Kultur verstehen

Dann bist du immer willkommen, egal wo du hinkommst.
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