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Militärdienst / Fernbeziehung
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lisa.12 #1
Mitglied seit 2 Wochen · 5 Beiträge
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Betreff: Militärdienst / Fernbeziehung
Hallo ihr Lieben,

ich weiß nicht, ob das jetzt hier so gut rein passt, aber ich dachte, dass mir vielleicht jemand weiterhelfen kann.

Also zu meiner Situation:

Ich habe vor einigen Wochen einen Koreaner (20 Jahre alt) kennengelernt. Er lebt seit 9 Monaten in Deutschland und studiert bald in Bayern. Wir verstehen uns total gut und es läuft im Moment mehr in Richtung Beziehung. Das wäre ja an und für sich gut so...naja... also zumindest bis dann das schöne Thema 'Militär' angesprochen wurde.

Er meinte, dass er nächstes Jahr zurück nach Korea gehen wird und dann für die üblichen 2 Jahre seine Wehrplicht ablegen wird. Daher stecke ich jetzt in einer Zwickmühle und weiß nicht so richtig was ich machen soll.

Ich habe gehört, dass sie dort fast komplett von der Außenwelt abgeschottet werden und erst nach einem bestimmten Zeitraum mal eine E-Mail oder einen Brief schreiben dürfen. Das heißt es wäre nicht nur eine Fernbeziehung, was ja noch einigermaßen in Ordnung wäre, weil man telefonieren kann etc., sondern es wäre einfach was ganz was anderes. Also bin ich mir nicht sicher ob es überhaupt Sinn macht, es zu einer Beziehung kommen zu lassen...Ich will aber auf keinen Fall einfach alles wegwerfen weil wir uns echt gern haben, aber es sind einfach 2 Jahre...

Hat jemand von euch vielleicht ähnliche Erfahrungen durchgemacht, oder einfach nur einen guten Rat..?

Ich wäre auch sehr dankbar!

Liebe Grüße
Lisa
Flo-ohne-h (Moderator) #2
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Zitat von lisa.12:
Ich habe vor einigen Wochen einen Koreaner (20 Jahre alt) kennengelernt. Er lebt seit 9 Monaten in Deutschland und studiert bald in Bayern. Wir verstehen uns total gut und es läuft im Moment mehr in Richtung Beziehung. Das wäre ja an und für sich gut so...naja... also zumindest bis dann das schöne Thema 'Militär' angesprochen wurde.

Hallo Lisa,

Ich habe Deinen anderen Post gelöscht - das war ein Duplikat dieses Posts. Ich hoffe, Du hast nichts dagegen.

zum Thema: Du solltest Dir mal durchlesen, was hier in der Vergangenheit zum Thema Beziehungen Deutsche/Koreaner geschrieben wurde. Ich bin in etwa der umgekehrten Lage und es ist nicht immer leicht eine Beziehung über derartig große kulturelle Unterschiede hinweg zu erhalten. Es fordert sehr viel Toleranz und Kompromißbereitschaft von beiden Seiten.

Dazu kommt noch die große Frage, ob seine Eltern es tolerieren, daß ihr Sohn eine Ausländerin mit in die Familie bringt, da die Ehefrau (insbesondere des Erstgeborenen) folgende Aufgaben hat:
1. Versorgung der Schwiegereltern im Alter
2. Organisation von Familienfesten
3. Erhaltung der (reinen) Blutlinie

Weiterhin ist meine Erfahrung, daß sich Leute und Ostasiaten ganz besonders im Ausland anders verhalten als daheim, was m.E. v.a. an dem Wegfall der sozialen Kontrolle und anderen sozialen Normen liegt. Bei diesen Verhaltensänderungen schließe ich mich auch ganz klar selbst mit ein. Z.B. ist es mir recht schwer gefallen in den ersten Tagen zurück in D etwas mit meiner linken Hand weiterzugeben (ich bin Linkshänder). Das liegt daran, daß man das in Korea absolut nicht machen sollte.

Daher jetzt folgende Fragen:
1. ist er der erstgeborene Sohn?
2. Weiß seine Familie von der Beziehung? Was haben sie diesbezüglich bisher gesagt?

Zum Thema Militärdienst: Ich bin nicht 100% auf dem Laufenden, was die Regeln sind, aber als Studienberater erinnere ich mich, daß man den Dienst aufteilen kann. Außerdem ist mir aufgefallen, daß die Studenten, die den Militärdrill durchlaufen haben, sich deutlich verändert haben - sie waren viel erwachsener, meistens deutlich schneller essend und häufig rauchend.

Fernbeziehung: erfahrungsgemäß sehr schwierig durchzuhalten, aber wenn es klappt, ist die Beziehung stark genug.

Guter Rat ist also schwierig. Ich würde mal die o.g. Fragen offen ansprechen. Solange seine Eltern nicht etwas halbwegs positives über Dich oder zu Dir gesagt haben, würde ich mir keine so großen Hoffnungen machen. Die Sache ist relativ einfach so zu verstehen, daß Du für ihn eine starke Motivation bist, im Falle einer Ehe nicht nach Korea zurückzugehen und o.g. Pflichten als Sohn wahrzunehmen. D.h. seine Eltern könnten Dich deshalb als massive Bedrohung ihrer Interessen wahrnehmen.
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InZain #3
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Hallo!

Also ihr seid noch nicht zusammen? Ich würde euch raten, einfach mal über diese Situation zu sprechen.

Wissen seine Eltern von dir? Dies ist schon der wichtigere Punkt. Hier würde ich mal vorfühlen wie seine Eltern zu solch einem Thema stehen.

Hast du mal vor mit ihm nach Korea zu fliegen und mal eine kleine "Einführung" in sein tägliches Leben, seine Kultur usw. zu machen? Würde ich machen, da das ja auch aufschlussreich sein kann.

Ist ja erstmal ganz interessant^^ Ihr seid ja noch jung, da kann man ja ganz offen und easy an die Sache herangehen.
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InZain #4
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Und schon miteinander gesprochen?^^

Ich muss auch mal sagen , dass Leute die schon mit ihren Problemen oder Fragen hierher kommen, auch mal ein Feedback da lassen könnten. Wie z.B. "danke für die Antworten", oder sowas in der Art. Ist ja nicht böse gemeint^^

Jetzt mal Off-Topic, sorry.
issy01 #5
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Hi  :-)
Ich verstehe deine Situation nur zu gut, da ich jetzt selbst über 2 Jahre in einer Fernbeziehung bin. Ich kann dir wirklich nur auch nur Raten ihn auf seine Eltern anzu sprechen, mir geht es z.B. so das seine Eltern kein Problem mit mir haben, ich habe sie auch kennen gelernt als ich in Korea war aber wenn es darum geht auszuwandern stellen sich seine Eltern (und meine allerdings auch) stur, keiner gibt gerne sein Kind her und schon gar nicht so weit. Ihr müsst euch also klar sein das es nicht einfach wird und solltet euch über eure Pläne klar werden. Ich bereue es jedenfals nicht, auch wenn der nächste Schritt nicht einfach wird und ich noch nicht genau den Ausgang kenne aber auch eine Beziehung ohne Distanz kann schief gehen.
lisa.12 #6
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Also erstmal danke an alle Anworten...ich habe letztes Mal eigentlich einen ewig langen Text in meiner Pause geschrieben...anscheinend wurde dieser nicht hochgeladen :/

An der Situation hat sich im Moment nicht viel geändert. Ich habe ziemlich viel nachgedacht und bin zu dem Entschluss gekommen, es einfach auf mich zukommen zu lassen. Bzw. möchte ich erst abwarten, ob wir wirklich ein Paar werden oder nicht, denn falls es garnicht dazu kommt, hätte ich umsonst Stress gemacht.

So jetzt zu seinen Eltern:
Sein Vater ist Japaner und seine Mutter ist Koreanerin, deshalb fällt das mit der reinen Blutline schonmal weg. Er hat eine ältere Schwester, die vor Kurzem ihren amerikanischen Verlobten geheiratet hat und jetzt zusammen mit ihm auf Hawai lebt. Er hat mir erklärt dass das in ihrer Familie kein großes Thema wäre. Auch mit dem Wohnort etc. sind sie da nicht so. Seine Eltern leben einmal in Japan und dann wieder in Korea (Weil sie selbstständig sind gibt es da auch keine großen Probleme) je nach dem, wie sie Lust haben.


Zum Militär
Ich hab mich die letzten Tage sehr viel mit dem koreanischen Militärdienst befasst und könnte einen halben Roman darüber verfassen...Eine richtig Lösung habe ich jedoch immer noch nicht. Ich weiss nur dass es, wenn er dort hin muss und wir ein Paar wären, sehr schwer wird. Falls er den Dienst verweigert, würden ihm 18 Monate Haft drohen und das wäre auch nicht der richtige Weg, weil er so den Ruf seiner Familie nieder machen würde.

Er meinte, dass er für immer hier in Deutschland bleiben will und dass er höchstwahrscheinlich die deutsche Staatbürgerschaft beantragen/annehmen will..aber ob das alles so klappt, wie er sich das vorstellt, ist die andere Sache.

Ich denke, dass ich mir selbst die größte Hürde stelle, weil ich Angst davor habe das Thema anzusprechen..Ich weiß man sollte offen darüber sprechen, aber ich befürchte, dass es alles komplizierter macht..Wie bereits schon gesagt werde ich versuchen ein wenig abzuwarten um nichts zu überstürzen, auch wenn ich mir ständig den Kopf darüber zerbrechen werde..
Flo-ohne-h (Moderator) #7
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Zitat von lisa.12:
Zum Militär
Ich hab mich die letzten Tage sehr viel mit dem koreanischen Militärdienst befasst und könnte einen halben Roman darüber verfassen...Eine richtig Lösung habe ich jedoch immer noch nicht. Ich weiss nur dass es, wenn er dort hin muss und wir ein Paar wären, sehr schwer wird. Falls er den Dienst verweigert, würden ihm 18 Monate Haft drohen und das wäre auch nicht der richtige Weg, weil er so den Ruf seiner Familie nieder machen würde.

Er meinte, dass er für immer hier in Deutschland bleiben will und dass er höchstwahrscheinlich die deutsche Staatbürgerschaft beantragen/annehmen will..aber ob das alles so klappt, wie er sich das vorstellt, ist die andere Sache.

Die Sache mit der Staatbürgerschaft würde aber einen Ausweg aufzeigen. Wenn er die kor. Staatsbürgerschaft abgäbe, wäre die Sache mit der Wehrpflicht auch erledigt. Insofern wäre die Heirat quasi als Abkürzung zur Einbürgerung von Vorteil. Die große Frage ist wie sich das zeitlich schaffen läßt. So weit ich weiß, bekommt ein ausländischer Ehepartner nach der Hochzeit eine zweijährige Aufenthaltsgenehmigung mit Arbeitserlaubnis. Nach zwei Jahren kann er dann die dt. Staatbürgerschaft beantragen (nach ein paar Prozeduren, z.B. Deutschtest).

Ich weiß aber folgendes nicht:
1. Könnte er die kor. Staatbürgerschaft ablegen, wenn er den Wehrdienst nicht abgeleistet hat?
2. Wird die Zeit, die er vor der Heirat in D verbracht hat, auf diese 2 Jahre angerechnet?
JayD #8
Mitglied seit 12/2011 · 711 Beiträge
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Es gibt auch in Korea Möglichkeiten den Wehrdienst zumindest nichtbim Militärcamp zu absolvieren. Viele Kollegen hier haben Ihren Dienst irgendwie mit ihrer Arbeit verbunden. Einer hat z.B. nachdem Master 3 Jahre am KAIST gearbeitet und irgendwie wurde das als alternativer Wehrdienst gezählt. Ein Freund von mir hat das bei Samsung gemacht. Hängt natütlich stark ab von seinem Fach ab und mit 20 wird das wohl auch schwer. Stellt sich die Frage wie lange er den Dienst schieben kann. Bei dieser Alternative hätte man zumindestbdie Chance sich regelmäßig zu kontaktieren oder sich zu besuchen oder zusammen zu leben während der Zeit.
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